Brandenburg: Wölfe reissen 100-Kilo-Kalb im Stall

Die Wölfe krochen unter den Gitterstäben des Kälberstalls der Agrargenossenschaft Trebitz – Klein Muckrow bei Lieberose (Landkreis Dahme-Spreewald) hindurch, töteten ein 100 Kilogramm schweres Kalb vor der Box und zerrten den Kadaver hinaus, wo sie das meiste von dem Tier fraßen. Am Morgen des 25. April fanden die Geschäftsführerin der Agrargenossenschaft, Silvia Balzer, und ihre Mitarbeiter nur noch wenige Überreste: Hinterläufe, Wirbelsäule, Schädel, Rippen, einige Innereien.

Vor dem Stall fraßen die Wölfe das Kalb weitrgehend auf. Foto: Silvia Balzer

Viel blieb nicht übrig von dem 100-Kilo-Kalb. Foto: Silvia Balzer

Eine 50 Zentimeter breite und 30 Meter lange Blutspur führt aus dem Kälberstall bis zu dem Ort, wo die Wölfe das Kalb fraßen. Der Rissgutachter war bereits vor Ort, Wölfe seien „als Verursacher nicht auszuschließen“, wie die Standardformulierung heißt, bis die DNA-Untersuchung Gewissheit bringt. Größe und Gewicht des gerissenen Kalbs deuteten darauf hin, dass mehrere Wölfe beteiligt gewesen seien.

Kalbs-Kadaver. Foto: Silvia Balzer

Der Agrargenossenschaft wurde empfohlen, den Stall besser zu sichern. Dies könnte aber einen Rückschritt für die artgerechte Haltung der Mutterkühe und Kälber bedeuten, bedauert Silvia Balzer: Frische Luft sei äußerst wichtig. Die Agrargenossenschaft erwägt jetzt den Anbau von Gittern vor den Stalltüren, allerdings ist die Finanzierung dieser Maßnahme bisher nicht gewährleistet. Silvia Balzer kritisierte gegenüber JAWINA den umfassenden Schutz der Wölfe auf Kosten von Landwirten und Nutztierhaltern und deren götzenartige Rundum-Verhätschelung: „Wenn bei uns ein toter Wolf gefunden wird, kommt der sofort ins MRT, ein Kollege, ein lebendiger Mensch, der Schmerzen hat, muss zwei Monate auf einen MRT-Termin warten.“ SE

Beitragsbild: Eine 30 Meter lange Blutspur führt von der Kälberbox ins Freie. Foto: Silvia Balzer

5 Gedanken zu „Brandenburg: Wölfe reissen 100-Kilo-Kalb im Stall

  1. Grimbart

    Schon klar, dass da erst mal angezweifelt und dann auf mangelnden Schutz hingewiesen wird. Für mich ist da trotzdem eine rote Linie eindeutig überschritten worden. Eins möchte ich aber anmerken. Ein MRT wird beim Wolf in der Regel nicht gemacht, denn für die Suche nach Geschossresten ist die Magnetresonanzuntersuchung ungeeignet. Es wird ein CT angefertigt und das geht terminlich auch bei Menschen sehr zügig. Solche Behauptungen werden dann gerne zerpflückt und deswegen sollte man in einer eh schon aufgebauschten Debatte sehr sachlich bleiben.

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    1. admin Beitragsautor

      Vielen Dank für den Hinweis! Das Zitat gibt eine Stimmung ziemlich gut wieder, die bei der Landbevölkerung hier sehr verbreitet ist. Deshalb hat es seine Berechtigung, finde ich. SE

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  2. Grimbart

    Ich habe vollstes Verständnis für die Bevölkerung. Nur sollte keine Stimmung mit falschen Behauptungen gemacht werden. Mein Hinweis sollte nur der Aufklärung dienen. Was für ein Aufwand für die Wölfe getrieben wird, steht für mich auch in keinem Verhältnis.

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