Brandenburg: Polizei löst angemeldete Demo gegen Wolf auf

Heute morgen um 11 Uhr wollten fünf Bauern mit zwei vom Wolf gerissenen Kälbchen vor dem Potsdamer Landtag gegen die Untätigkeit der Landesregierung beim Thema Wolf protestieren. Sie wurden daran – trotz angemeldeter Demonstration – durch Polizeieinsatz gehindert. Die toten Kälbchen wurden beschlagnahmt, gegen einen Bauern wurde Strafanzeige erstattet.

Dazu erklärt Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung: „Broschüren, Filme, Ratgeber – wir werden von den Naturschutzbehörden mit Wolfspropaganda zugeschüttet. Aber wenn betroffene Weidetierhalter die grausame Wirklichkeit zeigen, schreitet die Staatsgewalt ein. Was für eine Anmaßung gegenüber der Landbevölkerung! Die Politiker sollten sich ruhig mal die zerfetzten Kadaver anschauen, die das angeblich so faszinierende Raubtier zurücklässt. Wer da nur mit den Schultern zuckt und sagt, das sei halt Natur, spuckt uns Bauern direkt ins Gesicht. Wir lieben unsere Tiere. Es wird Zeit, dass wir sie mit der Waffe in der Hand verteidigen.“

Von Wolf bei Schönberg gerissenes Kalb. Quelle: Bauernbund Brandenburg/privat

Da kann der Staat noch durchgreifen: Die Polizei löst die angemeldete Demonstration der Bauern auf. Foto: Erstling

Unverhohlen droht der Bauernbund: Unsere angekündigte Information zur Notwehr https://www.wolfsfreiezone.de/index.php/notwehr wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.“ PM

Beitragsbild: Bauernprotest vor dem Potsdamer Landtag (Foto: Erstling) Wolfsriss in Schönberg im Landkreis Ostprignitz Ruppin von letztem Samstag (Foto: privat).

12 Gedanken zu „Brandenburg: Polizei löst angemeldete Demo gegen Wolf auf

  1. Ralf

    War die Demo unfriedlich oder warum wurde sie trotz Anmeldung aufgelöst? Ist das Vorzeigen eines Kadavers schon „unfriedlich“?

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    1. Grimbart

      Das Frühjahr ist bald rum. Ehrlich gesagt würde ich mich nicht unbedingt darauf verlassen, was auf so einer Seite dann zum Thema Notwehr steht. Schließlich muss man sich vor Gericht selbst verantworten und kann dann nicht sagen, dass das da gestanden hat. Natürlich darf ich bei einem direkten Angriff mich verteidigen, aber alles andere wird schon enger. Meinem Hund würde ich auch zur Hilfe eilen, nur bekomme ich wahrscheinlich massive Schwierigkeiten, wenn ich einen vermuteten Angriff abgewehrt habe, sprich der Hund keine Verletzungen hat.

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  2. Helmut Ernisch

    Wir reden alle von DEMOKRATIE und dürfen trotzdem nur sagen und machen, was der Politik in den Plan passt.
    Ich habe bisher weder links noch rechts gewählt, doch wenn ich sehe was grad hier passiert,
    da sollte man vielleicht mal umdenken.
    Seit 2 Jahren halte ich meine Tiere nachts im Stall, vor Furcht und Vorsicht.
    Über diese Zusatzkosten möchte ich lieber nicht nachdenken…………………….
    Unsere Politiker werden erst wach, wenn der erste Mensch zu Schaden gekommen ist.
    Dann ist das WOLFSGEHEULE groß.

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    1. Cschens Ingrid

      Das ist wohl leider eher ein Trugschluss. Ich glaube nicht, daß es irgendeinen Politiker interessiert ob es einen Otto Normalverbraucher trifft. Da muss schon wichtigeres passieren. Politiker interessieren sich nur vor der Wahl für den Wähler. Dann wars das. Und wenn doch, dann ist doch die Selbstdarstellung recht wichtig.

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  3. Anko

    Kreativer Protest, gut so.

    Bleibt die Frage, wegen welchen Tatvorwurfs „gegen einen Bauern wurde Strafanzeige erstattet“ worden sei.

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    1. Anko

      Ah, durch das nicht genehmigte Mitführen des Kadavers dann also Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Wusste nicht, dass man schon für Kadaver eine Führerlaubnis braucht. Dann werden sich wohl Juristen damit befassen dürfen, ob die Auflage zulässig war, keine(n) ausgeweideten Kadaver mitzuführen.

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  4. Thomas Kammer

    Nun ja, damit die Politiker in ihrer Komfortzone unbehelligt von Demonstrationen bleiben, gibt es auch um die Landesparlamente herum einen „Bannkreis“.
    Je nach Gusto der Polizei vor Ort wird da auf den Meter genau hingeschaut und zur Einhaltung dieser No-Go-Area dann auch schon mal hingelangt. Da MUSS dann auch eine Strafanzeige folgen, sonst macht sich der Polizist der „Strafvereitelung im Amt“ schuldig.

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    1. Grimbart

      Wäre nur schön, wenn bei anderen Demonstrationen da dann auch so rigoros durchgegriffen würde und nicht nur auf Deeskalation gesetzt würde. So ein paar Landwirte lassen sich natürlich einfacher abführen, als ein Haufen Chaoten. Vielleicht sollten die Jungs im Rahmen des zivilen Ungehorsams das nächste mal ein Güllefass mitnehmen, welches dann zum richtigen Zeitpunkt, ganz aus Versehen, etwas Ladung verliert. So ein schönes altes mit Prallteller.

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      1. Edelmann

        Güllefass? Oh je, wenn dann nur etwas davon in die Kanalisation gelangt, gibt es ebenfalls eine Strafanzeige – und das ist dann keine Havarie,.
        Würden Veganer gegen Schlachtungen öffentlich demonstrieren und Tierkörperteile, die nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, vom Schlachthof holen und zur Abschreckung/Stimmungsmache „ausstellen“ oder Jagdgegner demonstrieren mit einem gehäuteten Fuchs …. die Vorgehensweise der Polizei wäre wahrscheinlich vergleichbar.
        Es gibt noch die Störung des öffentlichen Friedens, ob das aber eine Straftat ist?

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