Brandenburg: „Kleine Kugel“ auf Frischlinge erlaubt

Die Oberste Jagdbehörde (OJB) des Landes Brandenburg hat in einer Allgemeinverfügung vom 04.02.2016 das Verbot, auf Schalenwild mit einem Kaliber unter 6,5 mm zu schießen eingeschränkt. Künftig soll es erlaubt sein, Frischlinge mit einem Lebendkörpergewicht unter 20 Kilogramm mit einer zur Rehwildbejagung zugelassenen Munition zu erlegen. Rehwildtauglich ist eine Büchsenpatrone gem. Bundesjagdgesetz (BJagdG) § 19, 2, wenn ihre Auftreffenergie auf 100 Meter mindestens 1000 Joule beträgt.

Die Verfügung ist befristet vom 01.04.2016 bis zum 31.03.2017. Jagdausübunsgberechtigte, die von der Regelung Gebrauch machen sollen, sind verpflichtet, einen von den Jagdbehörden bereitgestellten Fragebogen auszufüllen und von ihren Erfahrungen zu berichten.

Die Allgemeinverfügung geht auf einen Beschluss des Brandenburger Landtags vom 17. Dezember 2015 zurück, der auf Antrag der CDU gefasst wurde. In der 21. Sitzung des Landtags wurde unter TOP 14: „Unterstützende Maßnahmen zum Schutz vor der Afrikanischen Schweinepest umsetzen“ die Landesregierung u.a. aufgefordert, die Landkreise und kreisfreien Städte auf die Möglichkeiten hinzuweisen, Gebühren für Trichinenproben „jägerfreundlich“ zu gestalten und eben die Vor- und Nachteile der „Kleinen Kugel“ für die Frischlingsbejagung zu überprüfen. Die OJB ist überzeugt, dass es mit rehwildtauglichen Kalibern möglich ist, Frischlinge tierschutzgerecht zu erlegen. SE

Beitragsbild: Frischling – nach Ansicht der OJB Brandenburg auch mit „kleiner Kugel“ tierschutzgerecht zu strecken. Copyright: SE

Ein Gedanke zu „Brandenburg: „Kleine Kugel“ auf Frischlinge erlaubt

  1. RK

    Es wäre mittelfristig nicht schlecht, die Vorgabe „6,5mm“ insgesamt zu überdenken und statt der Kaliber/Durchmesservorgabe konkrete Mindest-Leistungsdaten von Geschossen zu fordern.

    Antworten

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