Berlin: Abschussentgelte für Einzelabschüsse von Schwarzwild auf null gesenkt

Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hat die Jagdnutzungsvorschrift für die Berliner Forsten geändert: Der Einzelabschuss von Schwarzwild in den Berliner Forsten ist jetzt kostenlos. Die Regelung gilt nicht nur für Begehungsscheininhaber, sondern für alle Jäger, die einen Einzelabschuss für Schwarzwild bei einem Berliner Forstamt beantragen, erläuterte der Berliner Wildtierbeauftragte Derk Ehlert auf Nachfrage von JAWINA. Die entsprechende Änderung der Vorschrift wurde am 10. Januar im Amtsblatt bekannt gemacht und ist am Tag nach der Veröffentlichung in Kraft getreten. Hintergrund des Entgelterlasses ist Ehlert zufolge die drohende Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). „Eines möchte ich betonen“, erklärte Ehlert: „Die Jäger machen ihre Hausaufgaben und zwar mehr als genug.“ Man müsse bedenken, so Ehlert, dass sich die Schwarzwildstrecke in den letzten Jahren verzehnfacht, mancherorts sogar vervierzigfacht habe – und das bei einer ungefähr gleich bleibenden Zahl von Weidfrauen und -männern. „Vor diesem Hintergrund sind Vorwürfe, die Jäger würden zu wenig schießen, einfach absurd.“

Bekanntmachung der Änderung der Berliner Jagdnutzungsvorschrift im Amtsblatt (Screenshot).

Mit dem Verzicht auf die Abschussentgelte wolle man für Berliner Jäger ein weiteres Hindernis bei der Bejagung von Wildschweinen aus dem Weg räumen. Es könne jedoch nicht garantiert werden, sagt Ehlert, dass jeder, der einen Einzelabschuss beantragt, auch zum Zug komme. Schließlich seien in jedem Forstamt der Stadt auch Begehungsscheininhaber aktiv. „Und es können ja nicht zehn Jäger auf einem Hochsitz sitzen.“ SE

Beitragsbild: Erlegtes Wildschwein (Archivbild). Foto: SE

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