Bayern: Polizei überprüft Hundegehorsam in Wald und Feld

Hunde und ihre Halter auf dem Prüfstand – Obernburger Polizei überwacht sicheren Umgang mit den Tieren beim Gassi gehen

Nachdem bereits über 50 Hundebesitzer mit ihren Tieren bei Außenkontrollen überprüft worden sind, gibt es durchweg positive Resonanz, behauptet die Polizei Obernburg: Im Fokus der Aktion stünden die Umgangssicherheit der Halter mit ihren Vierbeinern in freier Natur, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei: Seit Anfang April führt die Obernburger Polizei gezielt in Uniform und auch Zivil Kontrollen von Gassi-Gehern in den Wäldern und Mainauen ihres Dienstbereiches durch. Hierbei steht neben der Überwachung der steuerrechtlichen Erfassung der Tiere aber vor allem deren sichere Führung im Vordergrund. Hunde, die in der freien Natur nicht angeleint sind, müssten auf Anweisungen ihrer Besitzer unverzüglich reagieren. Um dies zu überprüfen hätten die Tiere vor Ort erfolgreich eine sogenannte Impulskontrolle zu überstehen, die von der fachkundigen Polizeihauptmeisterin Tina Schmitt, die bei der Polizeiinspektion Obernburg als Beauftragte für Arten-/Naturschutz und Jagdrecht eingesetzt ist, geleitet wird.

Nach Auskunft der Beamtin bestanden bislang über ein Fünftel der Tiere dieses  Prozedere nicht mit einer ausreichenden Bewertung. Das heißt, hier wäre eigentlich ein Ausführen an der Leine unumgänglich gewesen. Die verantwortlichen Hundebesitzer laufen nach solch einer Verfehlung Gefahr, dass gegen sie ein Bußgeldverfahren wegen eines Verstoßes gegen das Bayerische Jagdgesetz eingeleitet wird. In den festgestellten Fällen wurde jedoch auf eine Verfahrenseröffnung verzichtet und stattdessen auf eine eingehende Zurechtweisung und Information gesetzt. Zwei Hundehaltungen mussten allerdings beanstandet werden, da die Tiere nicht ordnungsgemäß bei der Wohnortgemeinde zur Versteuerung angemeldet waren. Hier wurden Bußgeldbescheide auf den Weg gebracht.

Ziel der Aktion, die noch zumindest bis zum Ende der derzeitigen Brut- und Setzzeiten der Wildtiere läuft, ist, das Bewusstsein der Hundehalter zu wecken und den ein oder anderen noch bestehenden Mangel an der Erziehung der Tiere aufzuzeigen. Die Kontrollierten erhielten im Rahmen der Überprüfung einen, durch den Bayerischen Jagdverband erstellten Informationsflyer ‚Mit meinem Hund in der Natur‘ zum Nachlesen. Die Betroffenen bewerteten das Zusammentreffen mit der Polizei verständnisvoll und letztlich als äußerst positiv. Auch der ein oder andere Vierbeiner freute sich bei dem Anlass, so kam man doch an ein unvorhergesehenes Leckerli beim Spazierengehen. Denn auch diese teilten die Beamten aus.
Die Weiterführung der Aktion, die in enger Kooperation mit dem Landratsamt Miltenberg läuft, wurde durchwegs befürwortet. Der ursächliche Hintergrund der Überprüfungen waren vermehrte Feststellungen von Wildrissen, die die jeweiligen Jäger aus der Region bei einem der regelmäßigen Treffen mit der Polizei Obernburg beklagten. Außer Kontrolle geratene Hunde sind in der Lage bei Wildtieren wie Rehen, Hasen oder Füchsen erhebliche Verletzungen hervorzurufen. Die verletzten Tiere schleifen sich oft tagelang unter starken Schmerzen durch die Natur und verenden letztlich qualvoll. PM

Beitragsbild: Von Hund gerissenes Reh (Archivbild). Foto: SE

Ein Gedanke zu „Bayern: Polizei überprüft Hundegehorsam in Wald und Feld

  1. MH

    Bei Wikipedia steht über den niedersächsischen Wesenstest für Hunde: „Der … Wesenstest hat folgende Merkmale: Durchführung durch einen Tierarzt mit vorgeschriebener Mindestdauer der Fortbildung in Hundeverhaltenslehre“.

    Gibt es in Bayern vergleichbare Vorschriften? Wenn ja, erfüllen die eingesetzten Beamten die Voraussetzungen, um eine Überprüfung der Hunde durchführen zu können?

    Bei allem Ärger über das, was man bei Hundespaziergängern manchmal erlebt, muß man auch die Konsequenzen eines nicht fachgerecht durchgeführten „Wesenstests“ bedenken.

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