Bayern: Deutsche Wildtier-Stiftung startet Gamsprojekt

Die Gams ist ein Bayer, behauptet die Deutsche Wildtier-Stiftung in einer aktuellen Pressemitteilung: Müsste sich die Wildart für ein Bundesland entscheiden, wäre es demnach wohl der Freistaat. Denn vor allem in Bayern findet Gamswild den Lebensraum, in dem es sich am liebsten aufhält: Felsige Regionen für den Sommer und Wälder für den Winter. Doch das Verhältnis der Bayern zu ihrer Gams ist von Auseinandersetzungen um den Lebensraum getrübt. „Gamswild wird in Bayern gerade in öffentlichen Wäldern sehr intensiv gejagt, weil es durch seine Fraßeinwirkungen die sogenannte Schutzwaldsanierung gefährdet “, sagt Dr. Andreas Kinser, Referent für Forst- und Jagdpolitik bei der Deutschen Wildtier Stiftung.

Nach europäischem Recht darf Gamswild aber erst gejagt werden, wenn seine Population stabil ist. „Der Populationszustand der Gams wird derzeit am grünen Tisch beurteilt“, kritisiert Kinser. Darum hat die Deutsche Wildtier-Stiftung jetzt ein Projekt zur Beurteilung der aktuellen Gams-Population im Bayerischen Alpenraum begonnen. Denn erst, wenn Zahlen zum Zustand der Art in Bayern vorliegen, dürfen Entscheidungen über vernünftige Jagd- und Schutzwaldkonzepte getroffen werden.

Im Rahmen des Projektes sollen Alter, Geschlecht und Gewicht aller im Rahmen eines Jagdjahres erlegten Gams genau erfasst werden, um aus diesen Daten Rückschlüsse auf die lebende Population zu ziehen. Dafür bieten sich die gesetzlich vorgeschriebenen Hegeschauen an, bei denen die körperliche Verfassung des Wildes und die strukturelle Entwicklung der Wildbestände als Information für die Öffentlichkeit dargestellt werden muss. Partner für das Projekt der Deutschen Wildtier Stiftung sind das Büro für Wildbiologie in Bayern und die Universität für Bodenkultur in Wien. PM Deutsche Wildtier-Stiftung

Beitragsbild: Gamswild. Autor: Rudi Hauptvogel, Quelle: Deutsche Wildtier-Stiftung.

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