Bauernverband fordert Abschuss von 70 Prozent aller Wildschweine

Sachsen-Anhalt: Schweinezüchter sponsern Trichinen-Untersuchungen für Jäger

Jetzt brechen alle Dämme: Der Bauernverband hat Medienberichten zufolge den Abschuss von 70 Prozent der deutschen Schwarzwildpopulation gefordert, um einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vorzubeugen. Auch der Abschuss von „Muttertieren und Frischlingen“ müsse erlaubt werden, forderte der Vizepräsident des Bauernverbandes, Werner Schwarz, in der Rheinischen Post. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) unterstützt die Forderung der Bauern nach Schonzeitaufhebungen für Wildschweine. Denn bei einem Ausbruch der ASP werde über ganz Deutschland eine Exportsperre für Schweinefleisch verhängt, wodurch der Schweinefleischpreis um bis zu 30 Prozent fallen könnte und „Milliardenverluste für die Fleischindustrie“ entstünden. Das Tierleid bei einer Jagd sei deutlich geringer als durch die ASP, tröstete Bauern-Vize Schwarz laut RP-online: Durch die Schweinepest würden die Schweine „elendig verenden“.

Derweil haben Schweinezuchtbetriebe im Landkreis Jerichower Land (Sachsen-Anhalt) einen „Finanzfonds zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest“ gegründet: „Um das Risiko eines Ausbruches der Afrikanischen Schweinepest zu verringern, haben sich private Schweinezuchtbetriebe aus dem Jerichower Land zusammengeschlossen und einen bedeutenden privaten Finanzfonds aufgelegt“, teilt der Landkreis mit. „Aus diesem Fonds sollen Mittel an die Jägerschaft im Kreis fließen, um den Schwarzwildbestand signifikant zu dezimieren und so eine mögliche Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern. Ab 10. Januar 2018 bekommen Jäger die Kosten für die notwendige Trichinenuntersuchung nach dem Erlegen eines Wildschweins ersetzt. Diese Untersuchung ist nötig, um das Fleisch bedenkenlos in die Verbraucherkette einzubringen.“ PM/SE

Beitragsbild: Erlegtes Wildschwein. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser JE für den Hinweis!

3 Gedanken zu „Bauernverband fordert Abschuss von 70 Prozent aller Wildschweine

  1. Hans-Dieter Pfannenstiel

    Die Solidarität der Bauern mit den Jägern kennt ja nun offenbar keine Grenzen. Wie schön wäre es, wenn die Landwirte uns bei der Bejagung der Sauen durch Jagdschneisen etc. auch helfen würden bzw. uns früher geholfen hätten. Im Übrigen ist unbarmherzige Sauenbejagung im Hinblick auf einen Ausbruch der ASP bei uns völlig unangebracht. Infizierte Wildschweine sind wohl noch ortstreuer als gesunde. Auch manche Vorschläge aus der Ministerialbürokratie und auch aus der Jägerschaft schießen wohl weit über das Ziel hinaus.
    Die Ausbreitung der Seuche durch Kontakt von Wildsau zu Wildsau geht extrem langsam von statten, wobei zugegebenermaßen eine geringe Individuendichte verlangsamend wirkt. Immer wenn die Seuche größere Entfernungen überbrückt hat, war der Mensch Vektor! Was würden die Bauern wohl sagen, wenn man die Reduktion der Hausschweine um 70 Prozent forderte? Und das Gejammere wegen der durch ASP drohenden Milliardenverluste kann man auch kaum noch ertragen. Am Ende wird wie immer der Steuerzahler dafür gerade stehen müssen!

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  2. Harzjäger

    Die Bauern sollten sich wieder besinnen was Sie einmal gelernt haben. Es ist schon immer so gewesen das Monokultur (Massentierzucht) immer von der Natur bestraft wird. Nur der Mensch glaubt er ist bschlauer. Arschhkarte gezogen.

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  3. Grimbart

    Antibiotika, die so gerne in der Massentierhaltung eingesetzt werden, helfen nun mal nicht gegen Viren. Der Ansatz helfen zu wollen ist ja schön und gut, kommt aber reichlich spät. Hilfe beim Absatz wäre schön. Wenn ich die Sauen eigentlich nur verklappen kann, weil es so gut wie nichts mehr dafür gibt, kann nicht in meinem Sinne und der Jägerschaft sein.

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