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Konflikte mit Jagdgegnern: „Der Konfrontation besser aus dem Weg gehen“

Regelmäßig schaffen es Konflikte zwischen Jägern und Jagdgegnern oder Jagdstörern in die Presse. Verfolgungsjagden, Vandalismus, verbale oder tätliche Auseinandersetzungen sind keine Seltenheit. Für Jäger steht dabei viel mehr auf dem Spiel, als für ihre Kontrahenten. Wir haben mit dem Anwalt und Justiziar des LJV Brandenburg, Jens Ole Sendke, über das richtige Verhalten im Konfliktfall gesprochen.

JAWINA: Aktuell berichtet die Lokalpresse über die Auseinandersetzung zwischen einem Jagdstörer bei Delitzsch, der nachts mit einer Taschenlampe herumgeleuchtet hat, um so das Wild zu vertreiben. Jetzt behauptet er, von einem Jäger mit der Waffe bedroht worden zu sein. Was steht für den Weidmann auf dem Spiel?

Jens Ole Sendke: Eine Menge. Als Legalwaffenbesitzer geht man bei solchen Auseinandersetzungen ein weitaus höherer Risiko ein, als ein Jagdgegner, der vielleicht schon viermal vorbestraft ist. Es kann durchaus passieren, dass noch am selben Abend die Polizei vor der Haustür steht und „zur Gefahrenabwehr“ die waffenrechtlichen Erlaubnisse des Jägers einzieht und auch seine Jagdwaffen gleich mitnimmt. Zumindest für die Dauer des Ermittlungsverfahrens, das sich einige Zeit hinziehen kann, ist es dann erst einmal nichts mehr mit Jagd. Kommt es zu einer Verurteilung oder auch einer Einstellung des Verfahrens gegen Auflagen, können Jagdschein und WBK für mehrere Jahre futsch sein.

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Neuer Geschäftsführer bei Blaser

Ab dem 1. August 2018 wird Dirk Stöver die Führung der Blaser GmbH übernehmen.

Mit Dirk Stöver (50) wird demnächst erneut ein passionierter Jäger die Geschicke des Allgäuer Herstellers von Premium Jagd- und Sportwaffen leiten. Das teilt das Unternehmen in einer Presseerklärung mit. Darin heißt es weiter: „Bereits 1985 löste der gebürtige Paderborner seinen ersten Jagdschein. „Natürlich ist die Aufgabe für einen Jäger besonders attraktiv“, sagt Stöver, „aber mindestens genauso spannend sind die vielfältigen, betriebswirtschaftlichen Herausforderungen, wenn es darum geht, die Marktführerschaft langfristig zu sichern und auszubauen.“

Das notwendige Rüstzeug dafür bringt Stöver aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung als Geschäftsführer der Remondis-Gruppe mit. Dort hat er zuletzt einen Umsatz von 250 Millionen EUR verantwortet und verfügt als Maschinenbauingenieur über ein solides technisches Wissen. Blaser Group CEO, Michael Lüke freut sich: „Mit Dirk Stöver haben wir einen aktiven Jäger gewonnen, der aufgrund seiner bisherigen Aufgaben alle Voraussetzungen mitbringt, zusätzliche Vertriebspotenziale zu realisieren“. PM

Beitragsbild: Neuer Blaser-GF Dirk Stöver. Quelle: Blaser

Wildtier-Stiftung: Zahl von 100.000 totgemähten Rehen nicht frei erfunden

Deutsche Wildtier Stiftung: Auf 2,3 Millionen Hektar sind 92.000 Kitze bedroht. Bauernbund: Tote Rehkitze beim Mähen nicht zu verhindern

Die Zahl von „100.000 totgemähten Rehen“ ist nicht frei erfunden, sondern nach statistischen Kriterien berechnet; das ist ein großer Unterschied, stellt die Deutsche Wildtier Stiftung klar. Die FAZ hatte berichtet, dass die genannte Zahl „frei erfunden“ sei, andere Medien hatten die Meldung aufgegriffen, darunter die Bild-Zeitung in gewohnt reißerischer Manier. Die Wildtier Stiftung meint, da Landwirte sich nicht selbst anzeigten, wenn sie ein Rehkitz ausgemäht haben, liegen natürlich keine gesicherten Zahlen über den tatsächlichen Verlust von Rehkitzen bei der Grünlandmahd im Frühjahr vor. Also sei man auf Hochrechnungen angewiesen. In Mecklenburg Vorpommern wurden in diesem Frühjahr auf 500 Hektar 40 Rehkitze per Oktokopter gefunden und vor dem Mähtod gerettet. Das bedeutete, dass acht Rehkitze auf 100 Hektar vom Mähtod bedroht waren.

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Sachsen: Jagdstrecke auf Rekordniveau

+++ Tschechien: Wolf reißt Alttier an der Fütterung – Wildkamera zeichnet es auf +++ Sachsen: Aufwandsentschädigung für Jäger bei  ASP-Probenentnahme erhöht +++ NRW: Jäger stellen Wilderer +++ Bayern: Wilderer zerlegt Reh bei Ruhpolding +++ Bayern: Bergwacht rettet BGS +++ Saarland: Wildschwein beendet Kinder-Zeltlager +++

Zwanzig mal mehr Waschbären als vor zehn Jahren erlegt

Sachsens Jägerinnen und Jäger haben in der zurückliegenden Jagdsaison 2017/2018 so viel Wild wie noch nie zuvor erlegt. Mehr als 131 000 Wildtiere sind in den Streckenmeldungen bei den Jagdbehörden verzeichnet. Mit knapp 86 000 Stück Rot-, Dam-, Muffel-, Reh- und Schwarzwild wurde zugleich die höchste jemals im Freistaat Sachsen registrierte Schalenwildstrecke erreicht. Der Anstieg der Jagdstrecke ist insbesondere auf deutlich gestiegene Erlegungszahlen beim Schwarzwild und beim Waschbären zurückzuführen. Die statistische Auswertung der Streckendaten aus dem Sächsischen Wildmonitoring listet für den Zeitraum vom 1. April 2017 bis zum 31. März 2018 unter anderem 45 318 Wildschweine (Vorjahr: 33 258), 3 771 Stück Rotwild (Vorjahr: 4 251) sowie 35 531 Stück Rehwild (Vorjahr: 36 215) auf.

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Mecklenburg-Vorpommern: Rothirsch durchschlägt Frontscheibe von Linienbus

Auf der L 20 zwischen Alt Schwerin und Malchow auf Höhe des Affenwaldes (LK Mecklenburgische-Seenplatte) kam es am Sonntag zu einem Unfall zwischen einem Linienbus und einem Hirsch. Trotz eingeleiteter Gefahrenbremsung konnte der 38-jährige Busfahrer den Zusammenstoß nicht verhindern. Das Stück Rotwild flog durch die Frontscheibe und kam im Eingangsbereich zum Liegen. Durch die starke Bremsung verletzte sich eine 68-jährige Passagierin des Busses leicht. Es entstand ein Sachschaden von circa 5.000 EUR. Ein Jagdausübungsberechtigter kümmerte sich um das verendete Wild. PM

Beitragsbild: Rothirsch. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser LS für den Hinweis!

Thüringen: 6jährige durch Schuss schwer verletzt

Jäger unter Verdacht

Update: Projektil gefunden, Abgleich mit sichergestellten Waffen läuft +++ Zustand des getroffenen Mädchens stabil, keine Lebensgefahr mehr +++

Am Samstag, den 14.07.2018, um 18:54 Uhr wurde über Notruf ein offensichtlich durch einen Schuss verletztes 6jähriges Kind in einer Gartenanlage in Großsaara im Landkreis Greiz gemeldet. Bei Eintreffen der Beamten vor Ort vernahmen diese weitere Schüsse im Umfeld der Gartenanlage. Das verletzte Kind transportierten die Beamten unter Begleitung eines Rettungssanitäters sofort nach Gera in ein Krankenhaus. Im Rahmen der sofort eingeleiteten Ermittlungen mit Unterstützung des Polizeihubschraubers konnte am Rande der Gartenanlage eine Jagdgesellschaft bei der Jagd festgestellt werden, welche die Polizei sofort beendete. Die Kriminalpolizei hat die weiteren Ermittlungen zuden genauen Umständen der Verletzung des Kindes übernommen.Sachdienliche Hinweise zum Sachverhalt nimmt die Kriminalpolizeiinspektion Gera unter der Telefonnummer 0365/82340 entgegen. PM

Beitragsbild: Bei der Erntejagd kommt es immer wieder zu schweren Unfällen – Sicherheitsmaßnahmen sind zwingend einzuhalten. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser G. für den Hinweis!

NRW: Schuss auf Taube im Wohngebiet – Jagdschein und WBK weg

+++ Österreich: Weiterer Wolfsriss im Mühlviertel +++ Thüringen: Wolf aus Bayern reißt Mufflon im Ilmkreis +++

Ein Münsteraner Jäger hat im September 2016 eine Taube in seinem Garten geschossen, der Garten liegt in einem dicht besiedelten Wohngebiet. Dies gefiel seinen Nachbarn nicht, es gab eine Anzeige, in der Folge wurden WBK und Jagdschein des Mannes vom Polizeipräsidium Münster widerrufen. Dagegen hat der Jäger geklagt, die Verhandlung fand vergangene Woche am Verwaltungsgericht Münster statt. Während der Jäger behauptete, die Taube habe bei der Schussabgabe an seinem Gartenteich gesessen, es habe mithin ein sicherer Kugelfang bestanden, hatten die Nachbarn ausgesagt, dass der Jäger die Taube von ihrem Dach geschossen hätte. Letztlich spielte das vor Gericht keine Rolle, da der Jäger zur Schussabgabe in dem befriedeten Gebiet so oder so nicht berechtigt gewesen sei. Die Rechtmäßigkeit des Entzugs der waffenrechtlichen Erlaubnisse sei nicht zu bezweifeln, stellte der Richter fest. red.

Beitragsbild: Stadttaube. Autor: Felix Abraham, Quelle: Wikipedia

Versenkter Wolf: Wolfsfreunde setzen 10.000 Euro Belohnung aus

+++ Niedersachsen: Füttern und Fotografieren von Wölfen soll verboten werden +++ NRW: Jäger trifft Autofahrer mit Schrot +++ Brandenburg: Wölfe reißen 14 Stück Damwild im Gatter +++

Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, der einen Wolf illegal geschossen und mit einem Betongewicht beschwert in einem Tagebausee im sächsischen Landkreis Bautzen versenkt hat (JAWINA berichtete), haben zwei Vereine von Wolfsfreunden eine Belohnung von insgesamt 10.000 Euro ausgesetzt. Die ansehnliche Belohnungssumme solle dazu dienen, „Mitwissenden die Zungen zu lockern“, erklärte eine Wolfsfreundin gegenüber Spiegel online. Auch das Landeskriminalamt ermittelt, hat aber Medienberichten zufolge weder Hinweise erhalten noch eine heiße Spur. red.

Beitragsbild: Zungenlockerer Geld. Foto: SE

Hessen: Kopov mit Giftköder getötet

+++ Hessen: Frau auf ihrer Terrasse von Fuchs gebissen +++ Brandenburg/Sachsen-Anhalt: Fünf Wolfswelpen auf Truppenübungsplatz Klietz nachgewiesen +++

Einen qualvollen Tod starb ein Kopov aus Mittenaar-Ballersbach (Lahn-Dill-Kreis), nachdem er, wie die Polizei vermutet, einen illegal ausgelegten Giftköder gefressen hatte. Am 07.07.2018 bemerkte der Besitzer erste Veränderungen an seinem Hund, nachdem dieser im Bereich der Straßen „Am Bornacker“, „Auf der Grabenbach“ und der Herborner Straße kurz unbeaufsichtigt herumlief. Am Abend setzten Durchfall und Trägheit ein. Trotz Hinzuziehung eines Tierarztes verstarb die Kopov-Bracke am nächsten Tag. Die Symptome sprechen nach Ansicht des Veterinärs für eine Vergiftung durch Rattengift. Wo der Hund die Dosis aufnahm, kann derzeit nicht gesagt werden. Die Herborner Polizei ermittelt wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Die Ermittler warnen zum einen Hundebesitzer in dem genannten Bereich aufmerksam zu sein und bitten zum anderen um Hinweise zur Herkunft des Rattengifts. Hinweise nimmt die Polizei unter Tel.: (02772) 47050 entgegen.  PM

Beitragsbild: Kopov (Archivbild). Foto: SE

JAWINA-Leser PH hat auf das falsche Datum in der ursprünglichen Version dieses Beitrags hingewiesen. Wir haben den Fehler korrigiert und danken für den Hinweis!

NRW: Wolfssichtung auf Truppenübungsplatz Senne bestätigt

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt die Sichtung und den Nachweis eines Wolfes mit Hilfe von Fotos auf dem Truppenübungsplatz Senne. Am 8. Juli 2018 konnte ein Mitarbeiter des Bundesforstbetriebs Rhein-Weser auf dem für die Öffentlichkeit gesperrten Teil des Truppenübungsplatzes den Wolf fotografieren. In Abstimmung mit der Dokumentations- und Bewertungsstelle des Bundes (DBBW) wurde festgestellt, dass diese Fotos einen Wolf zeigen. Beim Landesumweltamt (LANUV) können Hinweise auf Wölfe unter der Telefonnummer 02361-305-0 gemeldet werden. Außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende in der Nachrichtenbereitschaftszentrale des LANUV: 0201-714488.

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Sachsen: Mit Betongewicht beschwert – illegal geschossener Wolf gefunden

Am 10.06.2018 wurde von Spaziergängern am Tagebausee Mortka (Landkreis Bautzen) ein an der Wasseroberfläche treibender Kadaver eines Wolfes in Ufernähe entdeckt. Das teilt das „Kontaktbüro Wölfe in Sachsen“ mit. Bei der Bergung des Kadavers wurde festgestellt, dass der Brustraum des Wolfes Löcher aufwies und um den Bauch des toten Wolfes ein Strick gebunden war. Am anderen Ende des Strickes war ein Betongewicht befestigt, mit dem der Kadaver im Tagebausee versenkt wurde. Auf Grund des Verdachts auf eine illegale Tötung wurde die Polizei bei der Bergung hinzugezogen.

Eine am 12.06.2018 im Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin durchgeführte Untersuchung des Kadavers ergab, dass es sich um eine einjährige Wölfin handelt, die durch Beschuss getötet wurde.

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Rotwildbejagung im Sachsenforst: An ihren Taten sollt ihr sie erkennen

Wenige Tage nachdem ein Gutachter harsche Kritik an der Bejagungsstrategie im Sachsenforst geäußert hatte und der Leiter des Forstamts Neudorf der Hegegemeinschaft Erzgebirge eine Zusammenarbeit angeboten und Entgegenkommen signalisiert hatte (JAWINA berichtete), wird bekannt, dass der Forst die Eskalationsschraube wieder einige Windungen weitergedreht hat: Mit Schreiben vom 26.06. informiert der Sachsenforst die Hegegemeinschaft, dass der Forstbetrieb einen Antrag auf „Abschussplanerhöhung für Rotwild im Planungszeitraum 2016 bis 2019“ um 500 Stück gestellt hat. Die Mitteilung erfolgt gem. § 21, Ziffer 5 des Sächsischen Landesjagdgesetzes zwecks „Herstellung des Benehmens“. In dem Schreiben von Sachsenforst heißt es dazu: „[…] der Forstbezirk Neudorf hat für Rotwild eine Erhöhung des Gruppenabschussplans in Höhe von 500 Stück beantragt. Der Antrag betrifft in wesentlichen Teilen angrenzend den Wirkungsbereich der Hegegemeinschaft Erzgebirge.“

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Reinhold Messner: Wölfe gezielt abschießen

+++ Brandenburg: Wölfe reißen zahlreiche Tiere in Damwildgatter +++ Niedersachsen: Gelebte Öffentlichkeitsarbeit – Jäger schießt Katze vor den Augen der Besitzer +++ Österreich: 80jähriger Jäger schießt 25jährigen an – Geldstrafe +++

Der Extrembergsteiger und Umweltaktivist Reinhold Messner warnt im Interview mit ÖSTERREICH (Sonntagsausgabe) vor falscher Romantik im Umgang mit Wölfen. Messner: „Ich warne seit Jahren, dass sich Wölfe in die Nähe von Städten wagen werden. Man muss endlich wieder ein Gleichgewicht herstellen. Wölfe müssen wieder Angst vor Menschen haben, das haben sie verloren. Das geht aber nur, wenn jene Wölfe, die Schafe töten, vom Menschen entnommen werden.“ Auf die Frage, ob das den Abschuss von Wölfen bedeuten würde, antwortet Messner: „Ja, gezielt abschießen, aber die EU verbietet das ja. Man kann sie nicht einfangen und in einen Tierpark bringen, das funktioniert nicht. Auch können wir die Schafe nicht ständig hinter doppelte Zäune sperren. Die Wölfe sind Jäger. Sie richten ihre Opfer fürchterlich her, bringen auch zehn um, nur um die Innereien von einem Schaf zu fressen.“

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ASP: BJV protestiert gegen Änderungen von Tiergesundheits- und Bundesjagdgesetz

Überjagen von Hunden muss geduldet werden – Schießnachweis für Drückjagdteilnahme gefordert

Der Bundesrat hat gestern (06.07) einem Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Tiergesundheitsgesetzes und des Bundesjagdgesetzes zugestimmt. „Mit den beabsichtigten Änderungen des Tiergesundheits- und Bundesjagdgesetzes möchte die Bundesregierung Behörden in die Lage versetzen, schneller zu reagieren, wenn die Tierseuche eingeschleppt wird und ausbricht. So soll es unter anderem leichter möglich sein, ein Gebiet absperren zu lassen und den Personen- und Fahrzeugverkehr örtlich zu begrenzen. Auch die Verhängung eines landwirtschaftlichen Nutzungsverbots von Flächen wird vereinfacht, wenn es das Ziel verfolgt, die Auswanderung von Wildschweinen zu vermeiden. Zudem sollen Behörden schneller eine vermehrte Suche nach toten Wildschweinen anordnen und die Bejagung durch andere Personen als den Jagdausübungsberechtigten verstärken können, um Infektionen gesunder Tiere zu verhindern“, teilt der Bundesrat mit.

Der Bundesrat bittet desweiteren darum, „im weiteren Gesetzgebungsverfahren eine Regelung in das Bundesjagdgesetz aufzunehmen, nach der die Länder die Teilnahme an einer Bewegungsjagd vom Nachweis der Teilnahme an einem Übungsschießen abhängig machen können. Dieser Nachweis soll entsprechend in allen Ländern gelten.“

Der Bayerische Jagdverband (BJV) protestiert energisch gegen den Entwurf: Die Behörden „können dem Revierinhaber vorschreiben, wie oft und auf welche Art er sein Revier bejagt. Das heißt, die Behörde kann verlangen, dass der Revierinhaber mehr erlegt als bisher oder Drückjagden anordnen. Völlig fremde Personen – also weder der Revierinhaber noch seine Jäger – können mit der Bejagung des Reviers beauftragt werden“, so der BJV: „Das kommt einer Enteignung gleich!“

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Südafrika: Löwen fressen mutmassliche Wilderer

Löwen haben auf dem Gelände eines Wildreservats in Südafrika mindestens drei mutmaßliche Wilderer gefressen. Wie das Sibuya Game Reserve in einer Presseerklärung auf Facebook mitteilt, ereignete sich der Vorfall in der Nacht vom 1. auf den 2. Juli. Die Wilderer waren unter anderem mit einem großkalibrigen Gewehr mit Schalldämpfer, einer Axt, Drahtschneidern und Vorräten für mehrere Tage ausgerüstet. Dies seien die typischen Kennzeichen von Nashornwilderern, die ein Rhino töten und das Horn abschlagen wollen. Gegen 4.30 nachts habe einer der Anti-Wilderer-Hunde seinen Hundeführer geweckt. Es seien tumultartige Geräusche von den Löwen zu hören gewesen. Da der Hundeführer annahm, dass die nicht ungewöhnliche Unruhe bei den Löwen der Grund für den vermeintlichen Fehlalarm des Hundes gewesen sei, legte er dem Vorfall keine weitere Bedeutung bei. Am dritten Juli entdeckte jedoch einer der Guides menschliche Überreste und andere Dinge in unmittelbarer Nähe der Löwen und verständigte die Anti-Wilderer-Einheit.

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RLP: 14jährige soll Reh „aus Versehen“ mit Armbrust getötet haben

Das bei Olsbrücken (Landkreis Kaiserslautern) am Mittwoch mit einem Armbrust-Pfeil gewilderte Reh (JAWINA berichtete) ist vermutlich von einer 14-Jährigen erlegt worden. Das teilt die Polizei mit. Demnach meldeten sich die Eltern der mutmaßlichen Schützin am Mittwochabend bei der Polizei. Vater und Tochter gaben an, auf einem Privatgrundstück einen Sportbogen eingeschossen beziehungsweise justiert zu haben. Hierzu habe man eine andere „Spitze“ auf den Pfeil montiert. Wie berichtet befand sich anstelle der üblichen Pfeilspitze ein massiver, kugelförmiger Kopf am Pfeil. Plötzlich sei das Reh über das Grundstück und in die Schusslinie gelaufen, so der Vater. Es sei alles fürchterlich schnell gegangen. Das Reh sprang davon und sei nicht mehr auffindbar gewesen. Die Polizei ermittelt. PM

Beitragsbild: Der Armbrust-Pfeil, mit dem das Reh getötet wurde. Foto: Polizei

Die Red. dankt JAWINA-Leser Fex für den Hinweis!

Brandenburg: Das Schlaubetal wird verspargelt

Wer die bislang noch malerische Natur und Kulturlandschaft im Schlaubetal noch halbwegs intakt erleben will, sollte sich beeilen: SPD, Linke und Grüne (!) haben im Brandenburger Landtag einen Antrag der Freien Wähler abgelehnt, den rücksichtslosen Ausbau der Windkraft in Brandenburg zu beschränken und unter Beachtung neuer wissenschaftlicher Studien zu überprüfen. Konkret ging es den Freien Wählern unter anderem um die Errichtung eines Windparks im Schlaubetal: „Wir glauben, dass gewachsene Kulturlandschaften geschützt werden müssen. Insbesondere im ländlichen Raum muss darauf geachtet werden, dass die Tier- und Pflanzenwelt erhalten bleibt und nicht durch riesige Windkraftanlagen verdrängt wird. Hinzukommt, dass der geplante Windpark auch für die touristische Attraktivität des Schlaubetals von Nachteil ist“, erklären die Freien Wähler.

Schon heute hat Deutschland die höchsten Strompreise Europas, nicht benötigter Ökostrom wird ins Ausland nicht nur verschenkt, es werden Jahr für Jahr dreistellige Millionenbeträge für die Abnahme bezahlt, die Kosten für Netzeingriffe stiegen von 660 Millionen im Jahr 2016 auf knapp eine Milliarde in 2017, trotz Subventionierung energieintensiver Branchen auf Kosten der Verbraucher droht eine Abwanderung ganzer Industrien. Trotzdem scheint es für viele Politiker nur ein „Weiter so“ beim Ökostrom-Ausbau zu geben, die Probleme werden ignoriert.

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Sachsen: „Keinesfalls zu viel Rotwild, aber falsche Bejagung“

Prof. Herzog: „Wenn wir so weitermachen wie bisher, jagen wir in 20 Jahren nicht mehr.“

Ein Gutachten des Wildökologen Prof. Dr. Dr. Sven Herzog von der TU Dresden stützt einem Bericht der Freien Presse (FP)  zufolge die von der Hegegemeinschaft Erzgebirge gegen den Sachsenforst erhobenen Vorwürfe. Demnach gebe es „keinesfalls zu viel Rotwild“ in den Wäldern Sachsens, es werde jedoch falsch bejagt. Herzog kritisiere zu hohen Jagddruck, heißt es in der FP, durch Drückjagden im Januar und die Jagd in Wiesengebieten werde das Rotwild überhaupt erst aus seinem Lebensraum in den Wald gedrängt. Schälschäden seien die Folge einer falschen Bejagung. Der Sachsenforst steht auch wegen weiterer fragwürdiger Jagdmethoden in der Kritik, so wurden 2017 Anzeigen wegen angeblicher Drückjagden erstattet (JAWINA berichtete). Sachsenforst und das Landratsamt haben sich der Mitarbeit an der Herzog-Studie der FP zufolge verweigert, was massive Zweifel an der Bereitschaft der Forstpartie aufkommen lässt, Fakten und wissenschaftliche Erkenntnisse überhaupt zur Kenntnis zu nehmen und eine mit zäher Borniertheit verteidigte Jagdideologie zu überdenken.

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Bayern: Schwarzwild-Erlegerprämie im Landkreis Erding beschlossen

+++ Rumänien: ASP-Ausbruch in Großbetrieb mit 45.000 Schweinen +++ Kalifornien: Bär im Whirlpool +++ Brandenburg: Lahmender Wolf bei Strausberg gefilmt +++ Österreich: Aufregung wegen Wolfsriss nahe Wien +++

Die ArGe Schwarzwild im Landkreis Erding hat Maßnahmen zur Eindämmung der ASP-Gefahr beschlossen, wozu beispielsweise der Beschluss des Kreisausschusses vom 02. Juli gehört, demzufolge die Jäger eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro pro erlegtem Schwarzwild erhalten. Mit der vom Land Bayern gezahlten Prämie summiert sich das Abschussentgelt auf 40 Euro. Die Aufwandsentschädigung ist eine freiwillige Leistung des Landkreises und eine von mehreren angedachten Maßnahmen, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Deutschland zu verhindern. Die Zahlung der Entschädigung wird zunächst auf zwei Jahre beschränkt, um evaluieren zu können, ob sie Erfolg hat, bevor über eine Weiterführung entschieden wird.

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RLP: Reh mit Armbrust gewildert

Die Polizei ermittelt derzeit in Olsbrücken (Landkreis Kaiserslautern) wegen des Verdachts der Jagdwilderei und benötigt dringend Zeugenhinweise. Ein Jagdpächter verständigte am Mittwochnachmittag die Polizei Kaiserslautern, weil er ein getötetes Reh vorgefunden hat. Das Tier wurde vermutlich mit einer Armbrust erschossen. Anstelle der üblichen Pfeilspitze befand sich ein massiver, kugelförmiger Kopf. Haben Sie im Zeitraum zwischen Dienstag, 14:45 Uhr, und Mittwoch, 14:45 Uhr, etwas Auffälliges in Olsbrücken beobachten können? Dann melden Sie sich bitte bei der Polizei Kaiserslautern unter der Telefonnummer: 0631/ 369-2150.

Beitragsbild: Der Pfeil, mit dem das Reh getötet wurde. Quelle: Polizei

Österreich: Fuchs erlegt, Balkontür durchschossen

Ein 50-jähriger Mann zeigte am 27. Juni 2018 um 6:40 Uhr bei der Polizei Sankt Georgen im Attergau (Oberösterreich) an, dass jemand in der Nacht mit einer Schusswaffe durch die Balkontür in sein Schlafzimmer im ersten Stock eines Mehrfamilienhauses in Sankt Georgen im Attergau geschossen haben muss. Er sei nachts gegen 1:30 Uhr aufgewacht, zum Zimmerfenster gegangen und habe von dort aus eine unbekannte, männliche Person mit Stirnlampe in der Wiese vor dem Wohnobjekt erspäht, die gerade die Wiese absuchte. Anschließend fuhr die Person mit einem Auto davon. Als der 50-Jährige gegen 5:45 Uhr erneut aufstand, bemerkte er die Scherben der Balkontür. Weiters wies die Balkontür ein Einschussloch auf.

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Namibia verbietet Veröffentlichung von Erlegerbildern im Internet

In einem Memorandum richtet sich der Namibische Umwelt- und Tourismusminister Pohamba Shifeta an Gastjäger und Einheimische. Er verbietet den Inhabern von Namibischen Jagdlizenzen, Bilder von erlegtem Wild in den sozialen Netzwerken zu posten. Die deutsche Delegation des Internationalen Rates zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) und der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßen diesen Vorstoß. 

In einem gestern veröffentlichten Schreiben verweist der Namibische Minister für Umwelt und Tourismus auf das künftige Verbot, Fotos von erlegtem Wild in den sozialen Netzwerken einzustellen und zu verbreiten. Diese Bilder sind aus der Sicht von Minister Shifeta unethisch und werfen „ein schlechtes Licht auf das Ansehen der gut regulierten Jagd“ in seinem Land. In Zukunft ist das Verbot Bedingung zur Erteilung einer Jagderlaubnis. Es ist verboten, sogenannte „Erlegerbilder“ in anderer Form als zu rein privaten Zwecken zu nutzen.

Auf diesen Vorstoß aus Namibia reagiert der CIC erfreut: „Fragwürdige Erlegerfotos gehören nicht in die sozialen Medien. Wir haben häufig genug erlebt, welchen Schaden sie anrichten“, so Dr. Wilhelm von Trott zu Solz, Leiter der Deutschen Delegation des CIC. „Erst am vergangenen Wochenende haben würdelose Bilder einer US-Amerikanerin mit einer in Südafrika erlegten Giraffe für massive Irritationen in den Medien gesorgt. Ich habe für solche Bilder kein Verständnis.“

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Österreich: Bejagung von Rabenvögeln in Kärnten kann fortgesetzt werden

LR Gruber: Neue Verordnung zur Verkürzung der Schonzeit beschlossen – Ziel ist Reduktion der Population auf eine tragbare Zahl für die Landwirtschaft

Aaskrähen, Eichelhäher und Elster – die so genannten Rabenvögel – zählen laut Kärntner Jagdgesetz zu den ganzjährig geschonten Tierarten. Aufgrund der andauernd hohen Schäden, die durch sie vor allem in der Landwirtschaft verursacht wurden, hat das Land Kärnten 2010 damit begonnen, die Schonzeit für die Rabenvögel zu verkürzen. Das teilt die Landesregierung Kärnten mit. Auf der Internetseite der Landesregierung heißt es dazu weiter: „Mittels Verordnungen, die jeweils auf die Dauer von zwei Jahren beschränkt waren, wurde die Bejagung ermöglicht, um die Bestände deutlich zu reduzieren. Mit 15. Juli 2018 tritt die aktuell geltende Verordnung nun außer Kraft, weshalb eine gesetzliche Neuregelung notwendig wurde.

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Österreich: Jäger wegen Drahtfalle für Mountainbiker verurteilt

Ein 47 Jahre alter Jäger ist vom Landesgericht Ried in Oberösterreich zu einer Geldstrafe in Höhe von 200 Euro und einer bedingten (also zur Bewährung ausgesetzten) Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt worden. Jagdschein und Waffenbesitzkarte des Jägers wurden bereits eingezogen. Der Mann hatte in seinem Revier einen Draht über einen Waldweg gespannt, weil er sich über Mountainbiker und Mopedfahrer ärgerte, die das Wild verscheuchten. An der Falle hatte er eine Wildkamera aufgehängt, vor und hinter dem Draht waren Äste aufgeschichtet worden, wie der Angeklagte vor Gericht ausführte. Dies sollte die Fahrer zum Anhalten zwingen, damit die Fotos gelingen. Eine Mountainbikerin hatte die Falle entdeckt und die Polizei verständigt. Der Täter zeigte sich vor Gericht reumütig und räumte ein, dass die Idee mit der Drahtfalle dumm war. Der Staatsanwalt wies darauf hin, dass die Sache tödlich hätte ausgehen können und forderte eine abschreckende Strafe. Der Verteidiger des Jäger plädierte für eine milde Strafe, da sein Mandant unbescholten und geständig sei. Das Urteil ist rechtskräftig. red.

Beitragsbild. Crosskarre – rücksichtslose Biker sind ein Ärgernis in vielen Revieren. Foto: SE

Jagdzeitungen als „moralisches Desaster“

In der Berliner Zeitung setzt sich die Tierrechtlerin Hilal Sezgin mit dem moralischen Wert des Zeitschriftenangebots an Bahnhofskiosken auseinander, was sicher verdienstvoll und überfällig ist. Leider verabsäumt es die Autorin, das breite Angebot an Frauen-, Männer-, Bastel-, Koch-, Society- und weiteren Special-Interest-Blättern einer Analyse auf deren sittlichen Gehalt zu unterziehen. Stattdessen beschränkt sie sich allein auf Jagdzeitschriften, was wieder einmal beweist, dass Jagd auf Jagdgegner eine unwiderstehliche, ja geradezu pathologische Anziehungskraft ausübt. Angesichts der in den untersuchten Jagdzeitschriften gezeigten Bildern von toten, blutenden Wildschweinen oder mehr oder minder brauchbarer Praxistipps zum Abkochen von Trophäen oder Abbalgen von Raubwild zeigt sich Sezgin angewidert und schockiert. Was natürlich die Frage aufwirft, ob sie nicht wusste bzw. hätte wissen können oder müssen, worauf sie sich einlässt und was sie erwartet. Und woran es liegen könnte, wenn sie es tatsächlich nicht wusste. Oder was sie bezweckt, wenn sie es sehr wohl weiß, sich dem aber trotzdem aussetzt. Egal.

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RLP: Obere Jagdbehörde erlaubt „kleine Kugel“ auf gestreifte Frischlinge

In Rheinland-Pfalz ist per Allgemeinverfügung eine Maßnahme verfügt worden, die sich in Brandenburg bereits als wirkungslos erwiesen hat: Ab sofort dürfen Jäger mit Geschossen ab einem Kaliber von „.22 Hornet“ auf gestreifte Frischlinge Jagd machen. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) begrüßt ausdrücklich die Entscheidung. Zahlenmäßig stellen Frischlinge den größten Anteil einer Wildschweinpopulation dar. Aus diesem Grund hat die Jagd auf diese Altersklasse höchste Priorität“, erklärt LJV-Präsident Mahr. „Der LJV begrüßt daher die Entscheidung der oberen Jagdbehörde ausdrücklich – zumal sie einer Forderung aus unserem Positionspapier zur Afrikanischen Schweinepest (ASP) folgt“; so Mahr. Frischlinge besitzen bis zum vierten Lebensmonat gelb-weiße Längstreifen auf ihrer Schwarte, wie Jäger das Fell der Wildschweine nennen.

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NRW: Streckenrekord beim Schwarzwild

NRW-Jäger erlegten im Jagdjahr 2017/18 mehr als 60 000 Wildschweine. Das sind über 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Jägerpräsident Müller-Schallenberg: „Mit einem besseren  Im Jagdjahr 2017/18 (1. April ´17 bis 31. März´18) haben die nordrhein-westfälischen Jäger weit über 60 000 Wildschweine erlegt und so einen Allzeitrekord für NRW aufgestellt. Im Vergleich zum Vorjahr (38 954 Wildschweine) konnte die Jahresstrecke um über 50 Prozent gesteigert werden. Ausschlaggebend für den hohen Jagderfolg seien die kurzfristig nach dem Regierungswechsel 2017 von der damaligen NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking herbeigeführten jagdrechtlichen Verbesserungen gewesen, erklärte Müller-Schallenberg und fügte hinzu: „Die rot-grüne Jagdrechtsnovelle im Jahr 2015 führte zu zahlreichen Verschlechterungen. Die ordnungsgemäße Jagd wird dadurch behindert und nicht gefördert. Jagdgegner beschwichtigten bisher mit dem Hinweis, die Jagdstrecke sei ja nicht gesunken – ein völlig falscher Ansatz. Die richtige Frage lautet: Wie viele Wildschweine hätten wir bei einem besseren Jagdgesetz erlegen können?“

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Test: Jagdhose Deerhunter Rogaland

Es soll Leute geben, die der Meinung sind, dass eine normale Jagdhose (also eine ohne Spezialfunktionen wie Thermo oder Sauenschutz) keinen dreistelligen Betrag kosten muss, ja, nicht kosten darf. Begründet wird diese Auffassung üblicherweise mit der Schlichtheit, die die Jagdhose als Erzeugnis kennzeichnet und einen höheren Preis nicht wirklich rechtfertigt und der aus Erfahrung gewonnenen Einsicht, dass man jede Jagdhose, ob teuer oder billig, im Jagdeinsatz früher oder später kaputt kriegt. Irgendwann kommt schon das Dornengestrüpp oder der Stacheldraht, der das gute Stück in Fetzen gehen lässt, weshalb die Sparsamkeit gebietet, keine übertriebenen Summen dafür auszugeben. Die Anhänger dieser Auffassung pflegten lange auf die Bundeswehrhose zu setzen, die anscheinend jedoch den Weg der Jeanshose gegangen ist: Begleitete eine Jeans einen früher durch ganze Lebensabschnitte, mit jeder Wäsche unmerklich ausbleichend und lange Zeit durch Alterung nur ansehnlicher werdend, so ist daraus heute ein schon beim Kauf künstlich gealtertes Verschleißteil geworden, dass nach ein, zwei Saisons verbraucht und abgenutzt in die Altkleidersammlung wandert.

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Schweiz: Deutscher Rentner vom Vorwurf der Wolfswilderei freigesprochen

Schuldsprüche jedoch wegen mehrfacher Verstöße gegen Jagd- und Waffenrecht

Am 7. März 2016 ist bei Raron im Schweizer Kanton Wallis der bereits stark verweste Kadaver eines männlichen Wolfs gefunden worden, der durch DNA-Analysen als M63 identifiziert wurde. Am Freitag musste sich ein deutscher Rentner, der seit Jahren in der Region wohnt, vor dem Bezirksgericht Brig wegen des Verdachts auf illegalen Abschuss dieses Wolfs verantworten. Das Gericht sah die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe jedoch nicht als erwiesen an. So ließ sich das in dem Kadaver gefundene Geschoss nicht eindeutig einem bestimmten Gewehr zuordnen. Außerdem sei nicht bewiesen worden, dass sich M63 zum Tatzeitpunkt tatsächlich in dem Gebiet aufgehalten habe, in dem der Beschuldigte der Fuchsjagd nachging. Das Gericht sprach den Angeklagten daher vom Vorwurf des illegalen Wolfsabschusses frei. Des weiteren wurde er auch vom Vorwurf unrechtmäßiger Abschüsse eines Wildschweins, eines Rotwildkalbs und eines Rotspießers sowie diverser weiterer Verstöße gegen das Waffengesetz freigesprochen.

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Arge Alp fordert Absenkung des Schutzstatus von Wölfen

Die Regierungschefs der Arbeitsgemeinschaft der Alpenländer (Arge Alp) haben auf der 49. Regierungschefkonferenz der Arge, die  am 29.06. in Scuol (Schweiz, Kanton Graubünden) stattfand, eine dritte Resolution zum Thema Regulierung der Wolfspopulation im Alpenraum verabschiedet. In der Resolution stellt die Arge Alp fest, dass sich der „europäische Wolfsbestand […] rasant im Steigen“ befinde: Der Alpenraum zähle mittlerweile mehr als 100 Wolfsrudel, rund die Hälfte davon im italienischen Alpenanteil. Davon abgeleitet ergebe sich aus Muttertieren, weiteren Rudelmitgliedern und abwandernden Einzelwölfen eine Gesamtpopulation von rund 600 Individuen.“

Die Zunahme der Wolfspopulation führe in den Alpen zu Konflikten, die Bewirtschaftung von Berghöfen und Almen werde infrage gestellt. Dies könne auch durch Unterstützung von Herdenschutzmaßnahmen nicht gänzlich verhindert werden. Die Regierungschefs der Alpenländer fordern daher „zum Schutz der Berglandwirtschaft und für den Erhalt eines lebendigen ländlichen Raums“ die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen auf europäischer Ebene. Die Arge Alp weist außerdem darauf hin, „dass in Teilen des Alpengebiets für den Wolf ein günstiger Erhaltungszustand gegeben ist und fordert die EU-Ebene auf, den Schutzstatus des Wolfes für diese Gebiete durch folgende Maßnahme zu senken: die Übertragung des Wolfes aus dem Anhang 4 der Richtlinie 92/43/EWG (höchster Schutzstatus), in den Anhang 5.“

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Genehmigung von Nachtzielgeräten für Jäger: „Rechtlich äusserst zweifelhaft“

In Bayern und Baden-Württemberg genehmigen Behörden Nachtziel-Vorsatzgeräte für Jäger. Begründet wird dies mit dem Risiko eines ASP-Ausbruchs und der Notwendigkeit, die Wildschweinbestände zu reduzieren. Doch viele Juristen halten die Genehmigungspraxis für rechtswidrig – der Schwarze Peter wird dem gutgläubigen Jäger zugeschoben. Wir haben mit Friedrich von Massow, dem Justiziar des Deutschen Jagdverbands (DJV) über das Problem gesprochen.

JAWINA: Herr von Massow, wie beurteilen Sie die Rechtslage und das Vorgehen der Behörden aus juristischer Sicht?

Friedrich von Massow: Die in Bayern und Baden-Württemberg praktizierte „Genehmigung“ halten wir rechtlich für äußerst zweifelhaft. Es handelt sich genau genommen auch nicht um Genehmigungen (das wäre ein Fall von § 40 Abs. 4 WaffG – solche Genehmigungen erteilt das BKA aber nicht). Eine solche Beauftragung (nach § 40 Abs. 2 WaffG) ist aber für die Schwarzwildjagd (ausgenommen allenfalls in einem eng begrenzten Modellprojekt) nicht möglich. Eine dennoch erfolgende „Beauftragung“ wäre rechtswidrig.

– Es gibt mehrere Gutachten, die zum gleichen Ergebnis kommen (natürlich mit deutlich ausführlicherer Begründung), u.a. vom Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages (https://www.bundestag.de/blob/556764/3aa9a9129908cc8c4b115f69715c13f5/wd-3-070-18-pdf-data.pdf ), ein Gutachten, das der Bayerische Jagdverband in Auftrag gegeben hat, sowie einen Aufsatz von Dietlein/Hermes.

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Schleswig-Holstein: Schalldämpfer für Jäger freigegeben

Jägerinnen und Jäger in Schleswig-Holstein dürfen jetzt Schalldämpfer verwenden – Innenminister Grote: „Wichtiger Beitrag für Gesundheitsschutz“

Die Landesregierung macht den Weg für einen besseren Gesundheitsschutz von Jägern in Schleswig-Holstein frei, so das Innenministerium Schleswig-Holstein in einer Pressemitteilung: Wie im Koalitionsvertrag angekündigt, können Jägerinnen und Jäger im Land jetzt Schalldämpfer bei Langwaffen, also Jagdgewehren verwenden. In Abstimmung mit dem Umweltministerium hat das zuständige Innenministerium einen entsprechenden Erlass herausgegeben.

Nach Ansicht von Innenminister Hans-Joachim Grote ist dieser Schritt wichtig für einen besseren Schutz der Jägerinnen und Jäger in Schleswig-Holstein: „“Sie leisten einen entscheidenden Beitrag zum Schutz unserer Wälder. Nachhaltiges Jagen ist unerlässlich für den Erhalt des Wildbestandes. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir mit diesem Erlass jetzt den Gesundheitsschutz der Jägerinnen und Jäger erhöhen.““

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Bundestag stimmt für bundesweit abgestimmtes Wolfsmanagement

Der Bundestag hat am Donnerstag, 28. Juni 2018, einen von CDU/CSU und SPD vorgelegten Antrag (19/2981) für ein bundesweit abgestimmtes Wolfsmanagement angenommen. Das teilt der Online-Dienst des Deutschen Bundestages mit. CDU/CSU und SPD stimmten für ihren Antrag, AfD und FDP dagegen, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen enthielten sich. Die Grünen hatten dafür plädiert, diesen Antrag zur federführenden Beratung an den Umweltausschuss zu überweisen, waren aber von der Koalition und der FDP überstimmt worden.

Oppositionsantrag abgelehnt

In namentlicher Abstimmung lehnte das Parlament einen gemeinsamen Antrag der Linken und von Bündnis 90/Die Grünen ab, in dem sich die Fraktionen für eine Weidetierprämie für Schafe und Ziegen eingesetzt hatten (19/1691). 444 Abgeordnete stimmten gegen den Antrag, 186 befürworteten ihn, es gab zwei Enthaltungen. Dazu hatte der Landwirtschaftsausschuss eine Beschlussempfehlung (19/2749) vorgelegt.

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Polnischer Jagdverband bestätigt Wolfsvorfall mit Kindern

Der Polnische Jagdverband bestätigte heute gegenüber dem Deutschen Jagdverband (DJV), dass ein Wolf am Dienstag in Polen zwei Kinder gebissen hat, (JAWINA berichtete). Das teilt der DJV in einer aktuellen Presseerklärung mit. Darin heißt es weiter: „Der Vorfall soll sich im Karpatenvorland im Dorf Przynslup nahe der slowakischen Grenze ereignet haben. Der Wolf soll zuerst ein 8-jähriges Mädchen verletzt haben, kurze Zeit später wenige hundert Meter entfernt einen 10-jährigen Jungen. Die Verletzungen seien nicht lebensgefährlich. Beide Kinder werden polnischen Medien zufolge derzeit im Krankenhaus behandelt. Polnische Medien berichten jetzt, dass vermutlich derselbe Wolf wenige Wochen zuvor bereits eine Frau auf einem Campingplatz gebissen haben soll.

Ein Jäger wurde nach der Beißattacke auf die Kinder beauftragt, das Tier zu töten, was ihm nach Medienberichten am selben Tag mit Unterstützung der Polizei gelang. Veterinäre sollen den Tierkörper nun auf Tollwut untersuchen und anhand der DNA eine mögliche Hybridisierung prüfen. „Wir müssen die Untersuchungen abwarten, um eindeutig festzustellen, ob es tatsächlich ein Wolf war. In Deutschland muss es unabhängig davon möglich sein, Einzeltiere oder ganze Rudel unverzüglich zu töten, wenn sie verhaltensauffällig sind“, sagte Helmut Dammann-Tamke, zuständig für den Wolf im DJV-Präsidium. Eine natürliche Scheu vor dem Menschen besitze der Wolf nicht, er müsse lernen, sich vom Menschen und seinen Nutztieren fernzuhalten, so Dammann-Tamke weiter. Anders als das Bundesamt für Naturschutz bewertet der DJV es bereits als verhaltensauffällig, wenn sich Wölfe mehrfach tagsüber Siedlungen nähern oder nachts queren.“ PM

Beitragsbild: In Ostpolen soll ein Wolf am Dienstag zwei Kinder angegriffen haben. Unmittelbar nach dem Übergriff sei der Wolf erschossen worden. Foto: Rolfes/DJV

Tracker Hunter for iPhone und iPad

Tracker Hundeortung jetzt als native App für Apple iOS

Die neue Tracker Hunter® 4 App für iPhone und iPad steht ab sofort im AppStore zum Download bereit. Tracker Hunter® 4 wurde speziell für das Apple-Betriebssystem iOS entwickelt und läuft daher noch schneller, stabiler und zuverlässiger. Mit der neuen App hat Tracker Kundenwünsche nach einer intuitiven Bedienung konsequent umgesetzt: Die wichtigsten Buttons liegen immer im Blickfeld, Anwender müssen kaum noch Einstellungen vornehmen. Beim Starten der App landet der Kunde direkt auf der Karte, es ist kein manueller Login mehr nötig.

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