Ausnahmegenehmigung für Manipulation von Nandu-Eiern erteilt

Nandus gelten in ihrem ursprünglichen Habitat in der südamerikanischen Pampa als gering gefährdet, in der norddeutschen Tiefebene stellen sie ohne Zweifel einen Faunenverfälschung dar. Unternommen wurde dagegen bislang – nichts. Ein aufschlussreicher Hinweis darauf, wie ernst die Bekämpfung invasiver Arten hierzulande genommen wird.

Nun hat das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe als Untere Naturschutzbehörde für das UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee  dem Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg auf Antrag die Ausnahmegenehmigung erteilt, Nandueier im Biosphärenreservat Schaalsee durch das Anbohren zu manipulieren. Das teilt das Landwirtschaftsministerium in einer Presseerklärung mit. Darin heißt es: Ihre natürliche Verbreitung haben Nandus in Südamerika. In Deutschland gelten die Vögel als Neozoen. Der Nandubestand im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee geht auf einige wenige Tiere zurück, die im Jahr 1999 aus einem Gehege in Groß Grönau entlaufen sind. Das Anbohren der Eier, mit dem Ziel der Verhinderung der Reproduktion, ist nach aktueller Beurteilung das mildeste Mittel eines Eingriffs, um dem weiteren Anwachsen und der weiteren Ausbreitung der Nandupopulation und den damit einhergehenden Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen entgegen zu wirken.

Vorausgegangen war eine gemeinsam mit dem Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg, dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern, Vertretern der Jägerschaft und dem Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe durchgeführte Auswertung der Entwicklung der Nandupopulation und der damit zusammenhängenden Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen. Die Auswertung ergab, dass der Bestand in den letzten Jahren auf 220 Tiere angestiegen ist. Die Population hält sich in diesem Jahr im nördlichen Biosphärenreservat Schaalsee, insbesondere zwischen Utecht und Schattin, auf. Es zeigt sich, dass sich die überwinternden Gruppen deutlich vergrößert haben und bis zu 60 Tiere keine Seltenheit darstellen. Diese ernähren sich insbesondere von landwirtschaftlichen Kulturen, wie Raps, Rüben und Weizen. Die Schäden an den landwirtschaftlichen Kulturen haben zugenommen. Beispielsweise mussten im Frühjahr 2017 ca. 15 ha Raps umgebrochen und mit anderen Kulturen bestellt werden.

Versuche der Vergrämung sowie andere Maßnahmen zur Minimierung der Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen waren bisher erfolglos.

Hintergrund:

Seit 2000 wird der Nandubestand zweimal jährlich im Hauptverbreitungsgebiet im Landkreis Nordwestmecklenburg erfasst. Von März 2016 bis zum März 2017 vergrößerte sich die Population um 60 Tiere, von 160 auf 220. PM/SE

Beitragsbild: Nandu-Ei. Autoren: Klaus Rassinger und Gerhard Cammerer, Museum Wiesbaden, Quelle, Wikipedia, veröffentlicht unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert

2 Gedanken zu „Ausnahmegenehmigung für Manipulation von Nandu-Eiern erteilt

  1. Anko

    „Das Anbohren der Eier, mit dem Ziel der Verhinderung der Reproduktion, ist nach aktueller Beurteilung das mildeste Mittel eines Eingriffs, um dem weiteren Anwachsen und der weiteren Ausbreitung der Nandupopulation und den damit einhergehenden Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen entgegen zu wirken.“

    Sind die so unterbeschäftigt? Die Freigabe zur Verwertung dieser Tiere wäre das naheliegenste und kullinarisch sinnvollste Mittel, nicht nur „dem Anwachsen und der weiteren Ausbreitung der Nandupopulation“ entgegenzuwirken, sondern deren Bestand – eben der ist das Problem – ein schnelles Ende zu setzen.

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  2. AHE

    Dem ist nichts hinzuzufügen. Die örtlichen Jäger könnten sich für kurze Zeit bis zur Ausrottung etwas ordentliches auf den Teller packen.

    Aber wahrscheinlich gibts schon eine NABU Abteilung die sich „wissenschaftlich“ mit der Einbürgerung beschäftigt. Anders kann ich mir den Quatsch mit dem Loch im EI nicht erklären. Wenn dann den Vogel direkt auf dem Feld oder Gehege erlegen, dann werden die Eier auch nix. Oder haben die Nandus jetzt auch schon wieder Rechte während der Brut und Setzzeit?

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