ASP: 279 Neuinfektionen in Polen von November bis Januar

Tierseuche macht „Sprung“ nach Westen

Zwischen Ende November 2017 und Anfang Januar 2018 hat es einem Bericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) zufolge allein in Polen 279 gemeldete Neuinfektionen mit der Afrikanischen Schweinepest gegeben. Experten schätzten die Lage als dramatisch ein, so die MAZ, Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) habe von einer ernsten Situation für Deutschland gesprochen.

Am 17.11.2017 meldete Polen aus der Provinz Masowien einen Sprung der ASP von etwa 100 Kilometer in westliche Richtung, wie das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelheit (LAVES) mitteilt: Bisher sind dort 170 ASP positive Wildschweine gefunden worden. Das neue Ausbruchsgeschehen habe sich offensichtlich bereits flächenhaft ausgebreitet und erstrecke sich auf mindestens drei Landkreise (Legionowski, Piaseczynski, Warschau West, Nowodworski und Otwocki) sowie die Stadt Warschau.

Weiter heißt es in der Mitteilung des LAVES: „Am 03.01.2018 meldeten die tschechischen Behörden, dass zwischen dem 27.12.2017 und dem 02.01.2018 in einem Gebiet außerhalb des bisherigen Fundgebietes insgesamt sechs ASP positive Wildschweine aufgefunden wurden. Die Fundorte befinden sich südlich der eingezäunten Zone aber noch innerhalb des Hochrisikobereiches im Landkreis Zlin. Der erste Fall der ASP bei Wildschweinen in Tschechien wurde am 27.06.2017 beim internationalen Tierseuchenamt (OIE) gemeldet. Es handelte sich um zwei in der Nähe der Stadt Zlin tot aufgefundene Wildschweine. Die Stadt Zlin befindet sich im Osten des Landes, unweit der Grenze zur Slowakei. Wahrscheinlich wurde die Infektion durch Speiseabfälle aus der Ukraine eingeschleppt. Die ASP hat sich damit ca. 400 km nach Westen ausgebreitet und ist nur noch ca. 300 km von Deutschland entfernt.

In dem dort eingerichteten etwa 50 Quadratkilometer großen Kerngebiet wurden bisher 184 an ASP verendete Wildschweine aufgefunden und 15 ASP infizierte Wildschweine erlegt, in der Hochrisikozone außerhalb des Zaunes wurden bisher sieben an ASP verendete Wildschweine aufgefunden. Insgesamt waren bisher 191 verendete und 15 erlegte Tiere ASP positiv (Tschechischer Veterinärdienst, Stand 8.01.2018). In den umgebenden Gebieten wird sämtliches, im Zuge einer intensivierten Jagd erlegtes Schwarzwild und Fallwild auf ASP untersucht. Bisher wurde hier keine ASP-Infektion nachgewiesen.In tschechischen Hausschweinebeständen wurde bisher kein Ausbruch der ASP festgestellt.

In Rumänien ist am 31.07.2017 erstmals ASP bei Hausschweinen in einem Kleinstbestand in der Region Satu Mare, im Nord-Westen des Landes, festgestellt worden. In einem Kontaktbetrieb (Kleinstbestand) in der Nachbarschaft wurde ebenfalls eine ASP-Infektion diagnostiziert.“

Das Friedrich-Loeffler-Institut veröffentlichte am 12.07.2017 eine aktuelle qualitative Risikobewertung zur Einschleppung der ASP nach Deutschland. Zur Risikobewertung gelangen Sie hier.“ SE/PM

Beitragsbild: Cover der aktualisierten Risikobewertung zur ASP-Einschleppung des FLI (Screenshot).

Ein Gedanke zu „ASP: 279 Neuinfektionen in Polen von November bis Januar

  1. Heinz Bökamp

    Die Manöver der NATO im Baltikum mit kontaminierten Fahrzeugen, Gerätschaften, Ausrüstung etc. beim Austausch der beteiligten Truppen aus vielen verschiedenen Staaten
    sowie die mögliche Übertragung durch Wölfe (Wildschweine gehören zum Nahrungsspektrum) sollte nicht unterschätzt werden.

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