Am ersten Tag im Amt: Amerikanischer Innenminister kassiert Verbot von Blei-Munition

Auf der Internetseite der National Rifle Association (NRA), der amerikanischen Bürgerrechtsorganisation, die für das Recht auf Legalwaffenbesitz eintritt, ist eine geradezu hymnische Lobpreisung des Innenministers Ryan Zinke zu lesen: Dieser führe ein „Revival“, eine Wiederbelebung, an: Dank Zinke fühlten sich amerikanische Sportschützen, Jäger und Naturfreunde befreit von den Fesseln einer anmaßenden und übergriffigen Bundesregierung. Dank Zinke würden sie aufs Neue die Freiheit erleben, ihre Jagdgewehre und ihre Ausrüstung zu nehmen, um in Amerikas wilder Natur zu jagen und zu fischen, wie es ihre Väter und Großväter vor ihnen getan hätten. Grund für das überschwängliche Lob: Zinke hat gleich am ersten Tag im Amt als Innenminister den von der Obama-Administration verfügten Bleimunitions-Bann außer Kraft gesetzt. Dieser Bann sei die letzte Ohrfeige in das Gesicht von Jägern und Fischern in ganz Amerika gewesen, so die NRA.

Zinke habe dies getan, schreibt die NRA, weil er begriffen habe, dass Jägern und Anglern eine entscheidende Funktion im Naturschutz zukäme: Sie erhielten das Gleichgewicht in der Natur, sie sorgten dafür, dass Fisch- und Wildbestände in vitalen, nachhaltigen Beständen gedeihen, anstatt die Zerstörung von Nahrungsgrundlagen und Habitaten durch Überpopulation zuzulassen. Er habe überdies verstanden, dass Jäger und Fischer riesige Beträge in die amerikanische Wirtschaft pumpten: 1,1 Milliarden Dollar haben Jäger und Fischer allein im Jahr 2016 an Verbrauchssteuern gezahlt, diese würden von den Wild- und Naturschutzbehörden in 50 Bundesstaaten investiert werden, was jagdbaren wie nicht-jagdbaren Arten zugute käme.

Auch erkenne Zinke die wichtige Rolle an, die Jagen und Fischen als Traditionen in Amerika spielten. Für eine Kindheit in einem Staat wie Kentucky sei es prägend, dass Vater und Sohn sich gemeinsam auf die Jagdsaison vorbereiteten. Wenn sie von der Jagd zurückkehrten brächten sie nicht nur Nahrung für die Familie mit, sondern Geschichten, die Väter und Söhne für den Rest ihres Lebens teilen würden.

Das Verständnis Zinkes für die Bedeutung von Jagd und Fischerei habe auch zu der im August getroffenen Entscheidung geführt, die Möglichkeiten für Angler und Jäger in zehn bedeutenden Naturschutzgebieten Amerikas auszuweiten.

Pressemeldung über die Ausweitung von Jagd- und Angelmöglichkeiten auf der Internetseite des amerikanischen Innenministeriums. (Bildschirmfoto, Ausschnitt) https://www.doi.gov/pressreleases/secretary-zinke-expands-hunting-and-fishing-opportunities-10-national-wildlife-0

Dies werde verantwortliche Naturschutzpraktiken fördern und der amerikanischen Wirtschaft ebenso zugute kommen wie den Traditionen, die die Generationen über die Zeiten miteinander verbänden. SE

5 Gedanken zu „Am ersten Tag im Amt: Amerikanischer Innenminister kassiert Verbot von Blei-Munition

  1. Ralf K.

    Die Jagd ist auch bei uns Teil der Kultur. Auch bei uns ist sie von der Historie seit Menschengedenken bis in die Gegenwart fester Bestandteil, der sich auch in die Zukunft fortsetzen wird.
    Es wird immer Menschen geben, die mit diesem kulturellen Bestandteil nichts anfangen können. Z.B. Blut passt nicht in deren Weltbild. Es gibt derzeit aber auch Menschen, die uns Jägern das Leben auf politischer Ebene schwer machen wollen.
    Ich möchte an dieser Stelle nicht davon anfangen, ob es politisch von einigen Politikern gewollt sein könnte, die Jagd abzuschaffen.
    Dennoch gibt es auch bei uns Bestrebungen, uns das jagdliche Handwerk zu erschweren.

    Eine Bestrebung ist auch bei uns das Politikum um ein Verbot bleifreier Munition.
    Jäger, die den Unterschied zwischen bleifrei und bleihaltig kennen, wissen um den Unterschied der Todefluchtstrecke. Diese ist auch nach meinen Erfahrungen bei identischen Treffpunktlagen bei bleifreier Munition deutlich länger. Ist dies nun tierschutzgerechter?
    Kann es im Interesse der Menschheit sein, dass man das beschossene Tier, das mit bleihaltiger Munition „im Feuer“ lag nun mit bleifreier Munition erst bei der Nachsuche am nächsten Morgen findet und verwerfen muss? Ich bitte um ein Umdenken.

    Der Fischadler wurde anfangs herangezogen, da dieser mit seinen scharfen Magensäften das Blei aufnehmen kann. Das mag so sein. In den Gebieten mit Fischadlervorkommen könnte man jedoch die Jäger auch verpflichten, den Aufbruch zu vergraben. Es gibt Mittel und Wege- wenn man denn will.

    Das Blei, sollte es in den menschlichen oder auch tierischen Magen gelangen, geht abgesehen vom Fischadler, einfach durch. Abgesehen davon kommt der Bereich des Schusskanal in keiner Form in den menschlichen Verzehr. Jeder Apfel soll mehr Blei enthalten, als das Wildfleisch, dass im Magen landet.

    Ich hatte vor ein paar Jahren ein Gespräch mit einer Frau, die auf die 90 Lebensjahre zuging. Wir unterhielten uns über Jagd und auch über bleifreie Munition. Diese Frau, deren Vater Förster gewesen sei und die davon berichtete, dass sie oft mit bleihaltiger Munition geschossenes Wild gegessen habe, wunderte sich über diese Munitions-Diskussion. Sie erklärte, sie lebe nach wie vor gut und man habe auch keine Bleivergiftung bei ihr diagnostiziert.

    Ich fordere unsere Politiker hiermit eindringlich auf, Bestrebungen bezüglich weiterer Verbote der Verwendung bleihaltiger Munition zu überdenken und auch die in Deutschland noch vorhandenen Verbote bleihaltiger Munition zurückzunehmen.

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    1. admin Beitragsautor

      Ich finde auch, dass sich das auf hiesige Verhältnisse übertragen lässt. Leider haben wir keinen Innenminister Zinke… SE

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    2. MH

      Das Thema „Bleifrei“ ist durch die Erfahrungen in den Ländern, die es ausprobiert und wieder zurückgenommen haben, eigentlich durch. Wer jetzt noch weiter darauf beharrt, hat entweder keine Ahnung oder eine klare Absicht. Und wenn später die langen Fluchstrecken, das elende Verenden und das verluderte Wild in den Vordergrund gerückt werden, dann sind es die Jäger und nicht die unsinnigen Vorschriften, die angeprangert werden.

      Der Fischadler hat inzwischen bei uns ein Rekordvorkommen. Mir konnte bisher auch noch niemand erklären, wie so ein kleiner Vogel so eine Menge an Aufbruch zu sich nehmen kann (schießen die Jäger alle nur weich?), daß es tatsächlich zu einer Vergiftung kommt.

      Fazit: Hier wird sich eines Instruments zur Drangsalierung der Jäger bedient, um ihnen die Jagd zu erschweren und sie als Ewiggestrige zu verunglimpfen.

      PS: Auch bei E10-Sprit weiß man ja, daß er mehr schadet als nützt. Aber zurück wird nicht gerudert. Wenn Bio draufsteht, muß das einfach gut sein. Wie bei Biogas auch…

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  2. Ronbi

    Die Entscheidung von Herrn Zinke ist wohl eher folkloristischer Natur.
    Bleihaltige Munition schadet einer Vielzahl von Tiern.
    Schwäne, Gänse, Enten, ganz besonders Seeadler, Fischadler
    weitere Aasfresser und Beutegreifer
    Und in Bezug auf Zugvögel, gehen die Opferzahlen, die nicht durch direkte Jagdeinwirkung verenden in die Zehntausende.
    Die Fachhochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde konnte anhand von 11 000 Abschussberichten keine signifikanten Unterschiede im Bezug auf die tierschutzgerechte Tötungswirkung von bleifreier Munition feststellen.
    Es ist wohl Zeit, alte Zöpfe abzuschneiden.

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