M-V: Jäger während Drückjagd bestohlen

Während einer Drückjagd bei Neu Pudagla auf der Insel Usedom (Landkreis Vorpommern-Greifswald) sind die Jadgteilnehmer bestohlen worden. Wie die Polizei mitteilte, nutzten der oder die unbekannten Täter die Abwesenheit der Jagdgesellschaft, um am Freitag Vormittag vier am Bahnübergang geparkte Pkw aufzubrechen. Nach einer ersten Übersicht wurden Portemonnaies und Ferngläser geklaut. Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass keine Waffen gestohlen wurden. PM

Beitragsbild: Verblasen der Strecke auf einer Drückjagd (Archivbild). Foto: SE

Niedersachsen: Umwelt- und Landwirtschaftsministerium wollen beim Thema Wolf stärker zusammenarbeiten

+++ Frankfurt: Stadt wertet umstrittene Nilgänsejagd in Freibad als Erfolg +++ Niedersachsen: Rehe in die Flucht geschlagen – Jäger beobachtet vier Wölfe im Landkreis Oldenburg +++ Österreich: Jäger bitten um Rücksicht auf an Gamsblindheit erkrankte Gämsen +++ Niedersachsen: Wolf reißt Schafe in Kindergarten-Nähe +++ Bayern: 100-Kilo-Keiler spaziert durch Kreisstadt +++

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies und Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast haben sich in einem Gespräch darauf verständigt, beim Thema Wolf in Zukunft stärker zusammenarbeiten zu wollen. „Wir brauchen unbedingt eine weitere Professionalisierung im Umgang mit dem Wolf“, sagte Minister Olaf Lies nach dem Treffen im Umweltministerium in Hannover. „Im Klartext heißt das: Wir müssen unsere Informationspolitik verbessern, den Herdenschutz massiv ausbauen und eine schnellere Schadensregulierung bei Wolfsrissen erreichen. Darüber hinaus müssen wir aber auch noch mehr erfahren über den Wolf und sein Verhalten. Wir stehen zum Schutz des Wolfs als Art in Niedersachen. Aber wir brauchen dringend klare Leitlinien im Umgang mit dem Wolf. Die Sicherheit der Menschen hat dabei oberste Priorität.

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Sachsen: Polizei nimmt illegalen Jagdhunde-Welpentransport hoch

Beamte der Bundespolizei haben am Donnerstag Abend einen illegalen Welpentransport auf der A4 bei Görlitz gestoppt. In einem in Nordrhein Westfalen zugelassenen VW Sharan stellten die Bundespolizisten insgesamt 13 Welpen sicher. Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt des Landkreises Görlitz ordnete umgehend Quarantäne für die Hundewelpen an.

Die zwölf Labradore und ein Beagle befanden sich in zwei Holzkisten im hinteren Teil des Fahrzeuges. Der 30jährige Fahrer erklärte, er transportiere die Hunde im Auftrag einer Bekannten nach Oer-Erkenschwick. Weil insbesondere die Bedingungen des Transportes nicht den Vorschriften entsprachen, wurde der zuständige Amtstierarzt verständigt. Dessen Überprüfung ergab, dass im konkreten Fall von einem gemeinschaftlichen Verbringen von Hundewelpen zu gewerblichen Zwecken auszugehen war.

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CIC und DJV suchen Koordinator für Internationale Jagdangelegenheiten

Jagdscheininhaber, abgeschlossenes Hochschulstudium oder vergleichbarer Abschluss und bereit zu Dienstreisen ins Ausland? Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) suchen ab März Unterstützung in der Berliner Geschäftsstelle.

DJV und CIC suchen ab März 2018 einen Koordinator (m/w) für Internationale Jagdangelegenheiten und Naturschutz. Arbeitsplatz ist die Geschäftsstelle des DJV in Berlin. Die Projektstelle ist zunächst auf zwei Jahre befristet und umfasst 40 Stunden pro Woche. Angesiedelt ist die Position an der Schnittstelle zwischen der „Federation of Associations for Hunting and Conversation of the EU“ (FACE), dem CIC Budapest, der deutschen Delegation des CIC und dem DJV. Dazu gehört die Kommunikation und Kontaktpflege zu sämtlichen jagd- und naturschutzrelevanten nationalen und internationalen politischen Gremien, Institutionen und Verbänden. Themenfelder sind unter anderem Artenschutz, internationaler Handel mit Wildprodukten sowie die Auslands- und Trophäenjagd. Somit gehören auch Dienstreisen ins In- und Ausland zum Aufgabenfeld.

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Slowakei: Jäger erschießt zwei Menschen nach Kneipen-Rauswurf

In der slowakischen Kleinstadt Hurbanovo hat ein Jäger Freitag Nacht zwei Menschen erschossen, nachdem er wegen fortgeschrittener Trunkenheit aus einer Bar herausgeworfen worden war. Einige Stunde nach dem Lokalverweis kehrte der 61jährige wieder, bewaffnet mit einer Pistole und einem Gewehr. Nachdem er einige Schüsse auf die 21 Jahre alte Kellnerin des Etablissements abgefeuert hatte, schoss er den 29 Jahre alten Freund der Kellnerin, der ihr helfen wollte ins Bein und tötete ihn anschließend mit einem Kopfschuss aus der Kurzwaffe, Danach richtete der Mann sich selbst. Die Kellnerin schwebte einem Bericht der Stuttgarter Nachrichten zufolge am folgenden Tag noch in Lebensgefahr. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags in den Stuttgarter Nachrichten (Screenshot)

Bayern: Polizei schnappt falschen Jäger

Hessen: Jäger ohne Jagschein verurteilt

Bei Zusmarshausen (Landkreis Augsburg) hat ein Jäger bei einer Kontrolle durch die Polizei einen offensichtlich gefälschten Jagdschein vorgezeigt. Bei der daraufhin erfolgtem Durchsuchung der Wohnung des 54jährigen fand die Polizei neben Waffen und Munition einen Vorrat an Blanko-Jagdscheinen sowie weitere Unterlagen, die den Verdacht erhärteten, dass der Mann seinen Jagdschein gefälscht habe. Da der falsche Jäger auch keinen Führerschein besitzt, wurde Anzeige wegen diverser Delikte wie Jagdwilderei, Fahren ohne Führerschein, Urkundenfälschung sowie Verstöße gegen das Waffengesetz erstattet. Die Polizei prüft, ob und wo der Mann gewildert hat.

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Niedersachsen: Betriebserlaubnis für Schießstand Ahlhorn erloschen

Die Genehmigung nach dem Immissionsschutzgesetz und damit die Betriebserlaubnis für den Schießstand Ahlhorn (Landkreis Oldenbrug) ist erloschen. Die Jägerschaften Cloppenburg und Vechta haben nach der Genehmigung des Schießstands durch den Kreis die zweijährige Frist für die Aufnahme des Schießbetriebs verstreichen lassen und auch keinen Antrag auf Verlängerung gestellt, wie das Verwaltungsgericht Oldenburg anlässlich der Klage eines Anwohners gegen den Schießstand feststellte. Dies bedeutet einem Bericht von NWZonline zufolge, dass die Jägerschaften die Schießanlage aufgrund der rechtskräftig erteilten Baugenehmigung zwar errichten, aber nicht in Betrieb nehmen dürften. SE

Niedersachsen: Ausführungsbestimmungen zur Intervalljagd aufgehoben

Das niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MELV) hat die Ausführungsbestimmungen zur Einführung der Intervalljagd mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Das teilt das MELV in einem Schreiben an die Jagdbehörden mit. Mit der jetzt aufgehobenen Verordnung waren die Jagdbehörden Niedersachsens ermächtigt worden, in dem Monaten Oktober bis November die Intervalljagd in Jagdbezirken anzuordnen, die in Vogelschutzgebieten liegen. Ziel war der Schutz rastender nordischer Enten- und Gänsearten. SE

Beitragsbild: Schreiben des MELV an die Jagdbehörden Niedersachsens.

Die Red. dankt JAWINA-Leser AM für den Hinweis!

228.500 Wildunfälle in Deutschland im Jagdjahr 2016/17

Aktuelle DJV-Statistik: Knapp 228.500 Wildunfälle im Jagdjahr 2016/17 / Experten diskutieren auf einer Fachtagung von ADAC und DJV in Hannover über die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen.

Laut aktueller Statistik des Deutschen Jagdverbands (DJV) gab es im vergangenen Jagdjahr – die Zeit vom 1. April 2016 bis 31. März 2017 – knapp 228.500 Wildunfälle. Während das im Vergleich zum Vorjahr eine Stagnation bedeutet, ist es gemessen am Schnitt der vorangegangenen fünf Jahre eine Steigerung um fünf Prozent. Hauptverursacher ist das Reh (86 Prozent), gefolgt vom Wildschwein (12 Prozent).

Diese aktuellen Zahlen hat der DJV heute anlässlich der Fachtagung „Reflektoren wirken/nicht“ zur Wildunfallprävention vorgestellt, die der Verband gemeinsam mit dem ADAC in Hannover veranstaltet. Gut 200 Experten aus Wissenschaft, Straßenbau, Politik und Polizei diskutieren kontrovers über die Wirksamkeit von Wildwarnreflektoren, die häufig an Straßenleitpfosten angebracht werden. Vorgestellt werden unter anderem die Forschungsergebnisse eines Langzeitprojektes, das ADAC, DJV und regionale Partner in Schleswig-Holstein durchgeführt haben.

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Digital Detox im Pamir

Auf dem Beitragsbild, aufgenommen von der Treppe unserer Hütte im Camp aus, ist ein Ausschnitt der Aussicht zu sehen, die ich in den letzten Tagen genießen durfte. Auf der linken Seite vom Grenzfluss Panj ist Tadschikistan, auf der rechten Seite Afghanistan. Der Pamir Highway M41 führt auf tadschikischer Seite direkt am Fluss entlang. Über Anlass und Ertrag dieser kleinen abenteuerlichen Unternehmung werde ich natürlich demnächst auf dieser Seite ausführlich berichten. Vom Camp aus war es leider nicht möglich, Kommentare freizuschalten, Mails zu beantworten, weil das in Aussicht gestellte WLAN mit 3G-Geschwindigkeit meist gar nicht vorhanden war, und wenn es überhaupt Telefonnetz oder mobiles Internet gab, dann so langsam, dass damit wenig bis nichts anzufangen war – unfreiwilliges Digital Detox war angesagt.

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Bayern: Rothirsch angeblich von zwei Hunden gehetzt – Tierschutzverein erstattet Anzeige

Bei einer Drückjagd der Bayerischen Staatsforsten im Forstbetrieb Schliersee (Landkreis Miesbach) sollen zwei Hunde eine Rothirsch über die Reviergrenze hinaus bis in besiedeltes Gebiet gejagt haben. Der Hirsch kam bei dem Vorfall jedoch weder zur Strecke, noch zu Schaden, wie der Merkur berichtet. Dennoch nahm die Vorsitzende des Tierschutzvereins Tegernseer Tal den Vorfall zum Anlass, Anzeige gegen die Verantwortlichen der Jagd zu erstatten. Der Polizei lag die Anzeige dem Merkur zufolge noch nicht vor. Forstbetriebsleiter Jörg Meyer erklärte gegenüber der Zeitung, dass es sich nicht um eine „böswillige Hetzjagd“ gehandelt habe. Es sei nicht im Interesse des Forsts, dass Hunde überjagten und Wild in besiedelte Gebiete trieben. Ein Berufsjäger habe den Bereich abgesucht, um sicherzustellen, dass der gehetzte Hirsch sich nicht im Wald niedergetan habe. red.

Beitragsbild: Erlegter Rothirsch. Foto: SE

M-V: Keiler im Schlaf von Baum erschlagen

Beim Aufräumen der Schäden, die das Sturmtief Xavier in den Wäldern um Rogeez (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) hinterlassen hat, brachten Waldarbeiter einen Keiler auf ungewöhnliche Weise zur Strecke: Als sie eine Baum fällten, bemerkten die Männer, dass sich die Krone beim Aufprall auf den Waldboden „seltsam bewegte“, wie der Nordkurier berichtet. Als sie nachschauten, entdeckten sie im Brombeergestrüpp, in das der gefällte Baum gefallen war, ein totes Wildschwein. Offenbar hatte der Keiler den Lärm der Motorsägen – im Prinzip durchaus zutreffend – als ungefährlich eingeordnet und in seinem vermeintlich sicheren Versteck friedlich weitergeschlummert. Ein echtes Pechschwein. red.

Beitragsbild: Sturmschäden im Wald. Foto: SE

EU-Kommission lehnt Senkung des Schutzstatus für Wölfe ab

Die EU-Kommission lehnt die Senkung des Schutzstatus für Wölfe ab. Dies teilte EU-Agrarkommissar Phil Hogan auf Anfrage Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) mit. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hatte sich ebenso wie der Umwelt- und Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Till Backhaus (SPD) für eine Absenkung des Schutzstatus eingesetzt. Dies hätte es zukünftig ermöglicht, die immer weiter anwachsende Wolfspopulation mit jagdlichen Mitteln zu regulieren. Auch die Entnahme von Problemwölfen wäre mit geringerem bürokratischen Aufwand möglich. Hogan begründete seine Ablehnung des Vorstoßes der NOZ zufolge damit, dass in weiten Teilen der EU nach wie vor eine gefährdete Art sei. Eine Erhebung der NOZ ergab, dass Wölfe seit ihrer Rückkehr nach Deutschland mehr als 3500 Nutztiere gerissen haben. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags in der NOZ. (Screenshot)

M-V.: Ab morgen Aufwandsentschädigung für jedes erlegte Wildschwein

Jäger in Mecklenburg-Vorpommern erhalten für jedes im Zeitraum vom 1. Dezember 2017 bis zum 31. März 2019 erlegte Wildschwein auf Antrag eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 25 Euro. Die Zahlung ist Bestandteil des Sofortprogramms zur Reduzierung der Schwarzwildbestände im Land, das Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus Mitte Oktober 2017 auf den Weg gebracht hatte.

Darüber hinaus sieht die neue Vorschrift vor, beim Zusammenschluss benachbarter Jagdbezirksinhaber für eine revierübergreifende Drückjagd den beteiligten Jagdhundeführern ebenfalls eine Aufwandsentschädigung in Höhe von jeweils 25 Euro für jeden eingesetzten Jagdhund zu gewähren. „Schließlich ist der Einsatz ausgebildeter Jagdhunde nicht selbstverständlich, aber die revierübergreifende Zusammenarbeit in dieser Situation unverzichtbar“, sagte Minister Dr. Backhaus.

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Wolfsindustrie: 100 Mitarbeiter für 60 Wölfe

Der Bürgermeister von Eichstedt in Sachsen-Anhalt (Landkreis Stendal), Karlheinz Schwerin, hat in einer Ausschussitzung den Aufwand für den Wolf mit dem Betreuungsschlüssel in den staatlichen Kindertagesstätten des Landes verglichen: Während in den Kitas Sachsen-Anhalts eine Erzieherin für zwölf Kinder zuständig sei, seien für die ungefähr 60 Wölfe in Sachsen-Anhalt in Behörden, Ministerien und Institutionen zirka 100 Leute angestellt.Eine „verwunderliche Diskrepanz“, befand der Bürgermeister laut az-online. Mit seiner Meinung dürfte der „für seine offene Art bekannte“ Bürgermeister vielen Altmärkern aus dem Herzen sprechen, vermutet die Zeitung. SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten Artikels auf az-online. (Screenshot)

 

LJV Niederösterreich: Erstmals Frau an der Spitze

Der niederösterreichische Landesjagdverband (NÖLJV) stellt sich personell neu auf: Mit der 36-jährigen Mag. Sylvia Scherhaufer wird ab 1. Jänner 2018 eine erfahrene Juristin aus den Bereichen Jagd- und Umweltrecht neue Generalsekretärin. Gleichzeitig wird der Wildtierökologe und gelernte Berufsjäger Leopold Obermair, MSc, Generalsekretärin-Stellvertreter. Das wurde heute, Mittwoch, in Wien im Rahmen einer außerordentlichen Ausschusssitzung des NÖLJV beschlossen. „Mit dieser Entscheidung ist uns eine perfekte Kombination aus gesellschaftspolitischer, juristischer und wildbiologischer Kompetenz gelungen, die eine hervorragende Grundlage der zeitgemäßen Weiterentwicklung des Landesjagdverbandes sein wird“, so Josef Pröll, Landesjägermeister von Niederösterreich. Eine zentrale Herausforderung der Jägerschaft, so Pröll weiter, sei der fachlich fundierte Dialog mit der Öffentlichkeit. „Wir werden uns offensiv und gewinnend weiter für eine traditionsbewusste, aber auch zeitgemäße und nachhaltige Jagd stark machen und selbstbewusst auch einen kritischen Dialog mit allen Formen des ideologischen Populismus aufnehmen“, so Pröll. Die heutigen Personalentscheidungen waren notwendig geworden, nachdem der bisherige Generalsekretär Peter Lebersorger sich krankheitsbedingt und auf eigenen Wunsch mit Ende Oktober aus seiner Funktion zurückgezogen hatte.

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Brandenburg: Ab morgen darf Schwarzwild mit Taschenlampe gejagt werden

Die Allgemeinverfügung des MLUL, die das Verbot künstlicher Lichtquellen bei der Bejagung von Schwarzwild aufhebt (JAWINA berichtete), ist heute im Amtsblatt des Landes veröffentlicht worden. Da die Allgemeinverfügung am Tag nach der Bekanntmachung wirksam wird, kann ab morgen mit der Taschenlampe auf Schwarzkittel geweidwerkt werden. SE

Beitragsbild: Allgemeinverfügung im Amtsblatt (Screenshot)

Brandenburg schreibt Werkvertrag für staatlichen Wolfsjäger aus

Auf dem Vergabeportal des Landes Brandenburg ist ein Werkvertrag ausgeschrieben, die im Rahmen des Vertrags zu erbringenden Leistungen sind mit „Ermittlung und Bewertung verhaltensauffälliger Wölfe und Vergrämung, Fang und Entnahme verhaltensauffälliger Wölfe im Land Brandenburg“ etwas sperrig beschrieben. Das LfU bestätigte gegenüber JAWINA die Authentizität der Ausschreibung. Unter dem Punkt „Vertragsgegenstand“ heißt es in der (der JAWINA-Redaktion vorliegenden) Ausschreibung: „Der Vertrag beinhaltet die Ermittlung und Bewertung von vermehrten Kontakten des Wolfes zum Menschen sowie die Erarbeitung eines gutachterlichen Vorschlags zum Umgang mit solchen Tieren. Auf dieser Grundlage entscheidet die Fachbehörde für Naturschutz über den weiteren Umgang mit solchen Tieren. Fällt die Entscheidung zur Vergrämung, zum Fang oder zur sonstigen Entnahme aus der Natur, wird der Auftragnehmer in die weiteren Maßnahmen mit eingebunden. Der Vertrag wird als Rahmenvertrag (01.12.2017 bis 30.11.2020) geschlossen und nach tatsächlich erbrachter Leistung abgerechnet.“

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Niedersachsen: Autofahrer stirbt bei Wildunfall mit Reh

+++ Sachsen-Anhalt: Wolf reißt acht hochträchtige Schafe in Photovoltaik-Anlage +++ NRW: Staupe im Rhein-Erft-Kreis +++

Bei einem Wildunfall mit einem Reh wurde gestern gegen 17.30 Uhr ein Pkw-Fahrer tödlich verletzt. Ein Wagen befuhr die B 239 (Diepholzer Straße) in der Gegenrichtung, als in Höhe Bokeler Schweiz plötzlich ein Rehbock auf die Fahrbahn sprang. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Rehbock in den Gegenverkehr geschleudert. Das Tier prallte gegen die Windschutzscheibe des entgegen kommenden Ford Focus, durchschlug die Scheibe und erfasste den Fahrer. Der 62-jährige Fahrer geriet von der Fahrbahn ab, fuhr ca. 200 Meter über eine Grünfläche und prallte dann gegen einen Baum. Der aus Wagenfeld stammende Fahrer wurde so schwer verletzt, dass er noch am Unfallort verstarb. Die B 239 wurde für die Unfallaufnahme und ersten Ermittlungen der Polizei halbseitig gesperrt. PM

Beitragsbild: Wildunfall (Symbolbild). Foto: SE

Forum Natur: Enttäuschung über Brandenburgische Wolfsverordnung

Nach der gestrigen Informationsveranstaltung des Ministeriums für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MLUL) haben sich die betroffenen Verbände des ländlichen Raumes enttäuscht über den aktuellen Stand der Brandenburgischen Wolfsverordnung (BbgWolfV) gezeigt: Der Entwurf erfülle die in die Wolfsverordnung gesetzten Erwartungen nicht. Mit dem rasanten Anwachsen des Wolfsbestandes wachse auch die Zahl der Situationen, in denen zum Schutz von Menschen oder Weidetieren schnell und effektiv gehandelt werden müsse.

Aus Angst vor Klagen seitens anerkannter Naturschutzverbände, so das Forum Natur Brandenburg (FNB), wurden die Regelungen der Wolfsverordnung sehr zurückhaltend und widersprüchlich formuliert. Zudem soll die Verordnung nur außerhalb der zahlreichen und großflächigen europäischen Naturschutzgebiete gelten, womit mehr als ein Viertel der Landesfläche Brandenburgs vom Geltungsbereich ausgenommen ist. Dies sei insbesondere für betroffene Weidetierhalter innerhalb dieser Schutzgebiete eine nicht akzeptable Lösung.

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Hessen: Nach Wolfsriss im Odenwald sollen Schäfer Zäune verstärken

Nachdem mittels DNA-Untersuchungen der Beweis erbracht wurde, dass Wölfe am 16. November in Hesseneck-Kailbach (Odenwaldkreis) acht Schafe gerissen und fünf weitere verletzt haben, ruft die hessische Umweltministeriin Priska Hinz (Grüne) die hessischen Schäfer dazu auf, die Weidezäune zu verstärken. „Hessen ist schon seit einiger Zeit ein Wolfserwartungsland. Das gilt natürlich auch für den Odenwald als wenig besiedeltes Gebiet mit großen landschaftlichen Freiflächen. Für Schäferinnen und Schäfer und alle anderen Tierhalter bedeutet das, dass sie alle Instrumente nutzen müssen, um ihre Herden auch wirksam zu schützen. Dazu gehören zu allererst Elektrozäune, aber auch Herdenschutztiere“, sagte Umweltministerin Priska Hinz gestern in Wiesbaden.

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Neues Buch von Wolfsexpertin Elli

Die Lektüre der Spiegel-Bestsellerlisten ruft unweigerlich kulturpessimistische Anwandlungen hervor: Ist es nicht zutiefst deprimierend, welchen Schund die lieben Mitbürger durch Kauf und Konsum zu Verkaufserfolgen werden lassen? Bei den Sachbüchern ist Baumversteher Peter Wohlleben gleich zweimal vertreten neben Titeln wie „Für immer zuckerfrei“ oder „Tag für Tag jünger“, bei der Belletristik liegt ein Schmöker von Bastei-Lübbe auf Platz 1, bei den Belletristik-Taschenbüchern das seichte Geschwurbel von Peta-Aktivistin Charlotte Link, deren Gesamtauflage erschütternderweise im zweistelligen Millionenbereich liegt. Irgendjemand sagte einmal, die heutigen Deutschen hätten es ja nicht mehr so mit dem Dichten und Denken, stattdessen mehr mit Bier, Bratwurst und Fußball – die Spiegel-Bestsellerlisten stützen diesen Befund leider sehr nachdrücklich.

Auch auf dem neuen Titel von Elli H. Radinger, „Die Weisheit der Wölfe“, ist das Spiegel-Bestseller-Signet aufgedruckt – möglicherweise ja als Warnhinweis: „Erstaunliches über das Tier, das dem Menschen am ähnlichsten ist“, soll es laut Eigenwerbung auf der Internetseite der Autorin in dem fundierten Werk zu lesen geben, das „inspirierende Buch über die Weisheit der Wölfe und die Kraft der Natur“ gewähre einen „verblüffenden Einblick in die Intelligenz einer oft missverstandenen Tierart.“ Da der Titel „Wolfsexperte bzw. -expertin“ zunehmend inflationär verwendet wird, hat sich Elli H. Radinger ganz ohne falsche Bescheidenheit gleich zur „renommiertesten Wolfsexpertin Deutschlands“ befördert: „Liebe deine Familie, sorge für die, die dir anvertraut sind, gib niemals auf und hör nie auf zu spielen – das sind die Prinzipien der Wölfe“, hat Deutschlands renommierteste Wolfsexpertin erkannt.

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Sachsen: Wildschweinrotte in Innenstadt von Meißen

Am späten Samstagabend rückte die Meißner Feuerwehr zu einer ungewöhnlichen Hilfeleistung aus: Eine Rotte Wildschweine hatte sich im Stadtgebiet verirrt, wobei die Bache von einigen ihrer Jungtiere getrennt. wurde Zur Unterstützung der Polizei leuchtete die Feuerwehr das Grundstück, in dem sich die Wildschweine befanden aus und lokalisierte diese mittels Wärmebildkamera. Feuerwehr und die Polizei sicherten die Ausgänge. Nachdem zwei Jäger die Tiere in die Enge getrieben hatten konnten diese „fachgerecht“, so die Feuerwehr, erlegt werden. Mehr dazu in der Sächsischen Zeitung, ein ausführlicher Bericht eines beteiligten Jägers findet sich auf der Internetseite des KJV Meißen. PM

Beitragsbild: WMH in der Meißner Innenstadt. Foto: Feuerwehr

Ethische Jagd: Berufsjägervereinigung kritisiert südafrikanische Kollegen scharf

+++ Sachsen: Schalldämpfer und Saufänge sollen genehmigt werden +++ Österreich: Jäger durch abprallende Schrote am Auge verletzt +++ Schweiz: Jäger im Kanton Zug tödlich verunglückt +++

Der Vereinigung der Berufsjäger Namibias (Namibia Professional Hunting Association, NAPHA) kritisiert den südafrikanischen Berufsjägerverband (Professional Hunting Association of South Africa, PHASA) scharf. Anlass ist, dass die PHASA auf ihrer Hauptversammlung am 22. November eine Neudefinition „ethischen Jagens“ in ihre Satzung aufgenommen hat. Nach der neuen Definition sind unter „ethischem Jagen alle Arten von Jagd zu verstehen, die gesetzlich zulässig sind.“ (Ethical hunting shall mean all types of hunting permissible by law.) Damit würden Praktiken erlaubt, die den Zielen und Grundsätzen ethischen Jagens widersprechen, erklärt NAPHA-Präsidentin Danene van der Westhuyzen im Namibia Economist. Die Neudefinition öffne ein Tor für Missbrauch und Ausbeutung durch diejenigen, die sich um die Zukunft der Jagd in Afrika nicht scherten. Auch stelle die Formulierung einen Verstoß gegen den Afrikanischen Jagdethik-Kodex dar (Code of Ethical Sport Hunting Conduct for Africa), der 1997 u.a. von dem damaligen PHASA-Präsidenten Basie Maartens unterzeichnet wurde. Van der Westhuyzen weist darauf hin, dass nur ein Drittel der PHASA-Mitglieder über die Satzungsänderung abstimmte – und dass es einen gravierenden Unterschied zwischen „legal“ und „ethisch vertretbar“ gebe. So gebe es in Afrika beispielsweise kein Gesetz, dass es ausdrücklich verbiete, ein führendes Tier zu schießen, was aber die Mehrheit der Jäger und Nichtjäger als unethisch ablehnten. Auch ermögliche die Neuformulierung den Abschuss von Löwen, die für die Jagd gezüchtet würden, was im Widerspruch zur Auffassung der NAPHA und anderen Organisationen von fairer und ethisch akzeptabler Jagd stünde. SE

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags im Namibia Economist (Screenshot)

„Klassisches Gammelfleisch“ – so lecker ist Wildbret vom Discounter

In einer Verbrauchersendung vom NDR wurde Wildbret aus dem Discounter getestet und der Stern berichtet darüber. Die verkosteten Proben kamen aus Neuseeland, Australien und den USA, das Zeug wird also einmal um den ganzen Erdball gekarrt. Die Erzeugnisse sind mitunter doppelt so teuer wie Wild aus heimischen Wäldern direkt vom Jäger. Dafür bekommen die Schnäppchen-Käufer aber auch wirklich etwas Feines auf den Festtagstisch: Die Hirschsteaks riechen schlecht und sehen auch so aus und wurden schon vor anderthalb Jahren eingefroren, Prädikat ungenießbar. Hmmm! Das Wildschwein aus Australien könnte auch von verwilderten Hausschweinen stammen und verwöhnt mit feinherbem Fäkaliengeschmack. Lecker! Das Rehfleisch ist nach dem Braten appetitlich grau gefärbt, der vor einem Jahr frisch eingefrorene Hase verliert beim Braten Flüssigkeit, wie man es von Industriefleisch gewohnt ist, wird dadurch schön trocken und schmeckt lebrig. Guten Appetit!

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Erfahrungsbericht: BMW X5 3.0d als All-in-one-Lösung für Alltag und Revier

JAWINA-Leser JG hat einen BMW X5 3.0d, erste Baureihe E53, EZ 2001 – noch mit fester Kraftverteilung zwischen Vorder- Hinterachse und somit ohne „XDrive“, sieben Jahre lang als Fahrzeug für Revier und Straße gefahren. Auf Wunsch der Red. hat er seine Erfahrungen mit dem luxuriösen Allradler für uns aufgeschrieben.

Allgemein:

Angenehmes Reisen, Platz, Raumgefühl, gute Zuladungsmöglichkeiten, starker, ruhig laufender Motor, angenehmes Automatikgetriebe, Fahrverhalten, Langstreckeneignung und Verbrauch lassen keine Wünsche offen.

Schon auf den ersten Blick weniger gut: die schlechte Übersichtlichkeit nach hinten. Dies und den etwas üppigen Wendekreis können andere 4×4-Fahrzeuge dieser Leistungs-/ Größenklasse besser.

Ärgerlich: Die mit dem Gewicht des Fahrzeugs besonders bei Schlechtwegeeinsatz überforderten Fahrwerkskomponenten, Querlenker, Stabistäbe, irgendwelche ausgeschlagenen Teile am Fahrwerk stellen sich schnell und regelmäßig ein. Arbeitszeitaufwand und Ersatzteilpreise liegen auf teils absurd hohem Niveau.

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Rehe zu Tode gehetzt? Reviernachbar zeigt Münchner Forstverwaltung an

Bei einer von der Münchner Forstverwaltung Anfang November veranstalteten Drückjagd sollen in der Meute jagende Hunde wiederholt Rehe gegriffen und niedergezogen haben. Dies behauptet der tz zufolge ein Fürstenfeldbrucker Reviernachbar, der Anzeige bei der Polizei erstattet hat. Der Jäger äußerte der Zeitung gegenüber auch seinen Unmut darüber, dass die im Forst eingesetzten Hunde mehrfach die Reviergrenze überjagt hätten. Er habe mit ansehen müssen, wie die Hunde in seinem Revier die Rehe rissen und haben diese dann erlösen müssen. Das 160 Hektar große Forstrevier bei Jesenwang sei für Drückjagden zu klein.

Der Pressesprecher der Städtischen Forstverwaltung München verteidigte sich gegenüber der tz auf aufschlussreiche Weise: „Bei uns gilt Wald vor Wild“, sagte Pressesprecher Bernd Plank, es gehe „um den Erhalt des Waldes.“ Daher müssten aus Zeitgründen neben der Ansitzjagd auch Drückjagden stattfinden. Die Hälfte der Rehe würde auf dem Ansitz erlegt, die Hälfte auf Drückjagden. Die zum Einsatz kommenden Hunde seien dafür ausgebildet. Die Abschussquoten müssten erfüllt werden, dies sei nur durch eine Kombination beider Jagdarten zu gewährleisten. red.

Beitragsbild: Erlegte Forstschädlinge. Foto: SE

Schluchsee-Wolf: Mehrere Gebäude durchsucht

Am Mittwochabend haben Beamte des Polizeipräsidiums Freiburg mit Einverständnis der Berechtigten verschiedene Objekte in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Waldshut-Tiengen überprüft. Die einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Freiburg und des Polizeipräsidiums Freiburg zufolge freiwilligen Durchsuchungen hatten das Ziel, die Tatwaffe zu finden, mit welcher der Wolf erschossen wurde, der am 8.7.2017 an der Schleuse im Schluchsee (JAWINA berichtete) tot aufgefunden worden war.

Im Rahmen der bisherigen Ermittlungen ergaben sich Hinweise auf die mögliche Tatörtlichkeit. Bei der Spurensicherung konnte darüber hinaus ein Geschossteil aufgefunden worden, welches inzwischen soweit kriminaltechnisch untersucht werden konnte, dass es Rückschlüsse auf die verwendete Waffe zulässt. Ziel der Aktion war es, diese zu finden, so die Polizei.

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M-V: Nandu-Population breitet sich nach Osten und Norden aus

Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern (LU) verkündet einen tollen neuen Artenschutz-Erfolg: Die Nandu-Population in dem norddeutschen Bundesland wächst und gedeiht: Aktuell beläuft sich die Größe der Population freilebender Nandus in Nordwestmecklenburg auf 244 Tiere. Darunter sind, so das LU, 148 Altvögel, 33 in diesem Jahr geschlüpfte Jungvögel und 63 weitere Tiere, bei denen sich Alter und Geschlecht aufgrund der Entfernung nicht sicher feststellen ließen. Das ergab die Herbstzählung des Biosphärenreservats Schaalsee-Elbe in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Nandumonitoring vom 3. November 2017. Im Vergleich dazu waren im November 2016 insgesamt 266 Tiere gezählt worden, darunter 155 Alt- und 91 Jungvögel sowie 20 weitere, die sich nicht sicher bestimmen ließen.

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EuGH verbietet Polen weitere Abholzung in Białowieża

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat unter Androhung eines Zwangsgeldes in Höhe von „mindestens 100.000 Euro pro Tag“ angeordnet, dass Polen die aktive Bewirtschaftung des Waldes von Białowieża unverzüglich einzustellen hat. Der Wald von Białowieża ist einer der besterhaltenen Naturwälder Europas, der durch große Mengen von Totholz und eine Vielzahl alter Bäume, die zum Teil über hundert Jahre alt sind, charakterisiert ist, so der EuGH. Im Jahr 2016 genehmigte der polnische Umweltminister eine Reihe von Maßnahmen, die vorgeblich der Bekämpfung des Buchdruckers, eines Forstschädlings galten. So wurden laut EuGH „eine Ausweitung der Holzgewinnung im Forstgebiet Białowieża und Maßnahmen der aktiven Waldbewirtschaftung in Gebieten [genehmigt], die bis dahin von Interventionen ausgenommen waren, wie Sanitärschnitte, Aufforstung und Verjüngungsschnitte. Daraufhin wurde mit der Beseitigung trockener und vom Buchdrucker befallener Bäume auf einer Fläche von etwa 34.000 Hektar des sich über 63.147 Hektar erstreckenden Gebiets Natura 2000 Puszcza Białowieska begonnen. Die EU-Kommission hat deshalb am 20. Juli 2017 eine Vertragsverletzungsklage erhoben, mit der sie beantragt, festzustellen, dass Polen gegen seine Verpflichtungen aus der Habitat- und der Vogelschutzrichtlinie verstoßen habe.

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60 offizielle Wolfsrudel in Deutschland

BfN: Nach wie vor ungünstiger Erhaltungszustand wegen Straßenverkehr und illegalen Abschüssen

Aktuell sind in Deutschland 60 Wolfsrudel bestätigt. Das geht aus einer neuen Erhebung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) und der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Wolf (DBBW) hervor. Die Wolfs-Vorkommen konzentrieren sich derzeit weiterhin vor allem auf das norddeutsche Tiefland, das sich von der sächsischen Lausitz in nordwestlicher Richtung über Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen bis nach Niedersachsen erstreckt.

Die Zahl der 60 von den Bundesländern bestätigten Rudel des aktuellen Monitoringjahres 2016/2017 in Deutschland ist im Vergleich zum vorherigen um 13 gestiegen. Allerdings ist die Zahl der Wolfspaare im selben Zeitraum von 21 auf 13 und die Zahl der sesshaften Einzelwölfe ist von vier auf drei gesunken. Die meisten Tiere leben heute in Brandenburg und in Sachsen, wo im Jahr 2000 erstmals nach der Ausrottung der Art in Deutschland vor 150 Jahren ein Wolfspaar aus Polen zugewandert ist.

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EU-Kommission stimmt der schleswig-holsteinischen Wolfsrichtlinie zu

Nutztierhalter in Schleswig-Holstein werden in Zukunft bei Wolfsrissen ohne eine betriebliche Gesamtobergrenze entschädigt. Dazu fällt die sogenannte De-minimis-Regelung weg, die Entschädigungszahlungen bislang aufgrund des EU-Wettbewerbsrechts auf maximal 15.000 Euro pro Betrieb innerhalb von drei Jahren beschränkte. Eine entsprechende Änderung der Wolfsrichtlinie durch das Land wird in den kommenden Tagen im Amtsblatt veröffentlicht, nachdem nun die EU-Kommission dafür grünes Licht gegeben hat.

Im Rahmen des schleswig-holsteinischen Wolfsmanagements war durch das Landwirtschafts- und Umweltministerium eine Richtlinie erlassen worden, die die Finanzierung verschiedenster Maßnahmen zur Sicherung des Bestandes zu- und durchwandernder Wölfe regelte. In der Vergangenheit wurden auf der Grundlage dieser Richtlinie durch Wölfe verursachte Nutztierschäden finanziell ausgeglichen und im bislang einzigen schleswig-holsteinischen Wolfsgebiet wurden vorbeugende Schutzmaßnahmen – vor allem die wolfssichere Ausgestaltung von Weidezäunen – mit einem Fördersatz von 80 Prozent finanziell gefördert, so das grüne Umweltministerium in einer Pressemitteilung.

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Brandenburg: Verbot von künstlichen Lichtquellen soll ausgesetzt werden

Das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL) hat den Entwurf einer Allgemeinverfügung vorgelegt, mit dem das Verbot der Verwendung künstlicher Lichtquellen bei der Bejagung von Schwarzwild zeitweise außer Kraft gesetzt werden soll. Einen entsprechenden Schritt gab das Ministerium am 6. November bekannt. In dem Entwurf der Verfügung heißt es: „Zur Erlegung von Schwarzwild wird gemäß § 26 Absatz 2 des Jagdgesetzes für das Land Brandenburg (BbgJagdG) eine Ausnahme vom Verbot der Verwendung von künstlichen Lichtquellen (allgemein gebräuchlichen Taschenlampen oder [Hand-]Scheinwerfern) gemäß § 19 Absatz 1 Nummer 5a des Bundesjagd-gesetzes (BJagdG) für alle Jagdbezirke in Brandenburg zugelassen.“

Die Verfügung soll zunächst bis 31. März 2021 befristet sein. Anlass ist die drohende Gefahr eines ASP-Ausbruchs. Die Allgemeinverfügung wird voraussichtlich am 29. November 2017 im Amtsblatt für Brandenburg veröffentlicht werden.

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Früheste Darstellungen von (Jagd)Hunden entdeckt

Forscher vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte haben in der Wüste Saudi-Arabiens die bislang ältesten Darstellungen von Menschen und Hunden entdeckt – und es sind Jagdszenen, die bei Jubbah und Shuwaymis in den Fels geritzt wurden. Die Felsenkunst in der arabischen Ha’il-Region ist Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes. Die Darstellungen sind nach Schätzungen zirka 8000 bis 9000 Jahre alt und entstanden somit, bevor der Mensch Ackerbau und Viehzucht betrieb und sesshaft wurde, wie Maria Guagnina, Angela R.Perrib, Michael D.Petragliaa in der Studie „Pre-Neolithic evidence for dog-assisted hunting strategies in Arabia“ schreiben. 147 untersuchte Szenen zeigen Menschen und Hunde in einer Vielzahl von je nach Umweltbedingungen und Topografie unterschiedlichen Jagdszenarien. Die Menschen jagen mit Pfeil und Bogen auf Gazellen und Steinböcke, unterstützt von Hunden. Erstaunlich sei, dass auf einigen der Felsbilder eindeutig Hunde an Leinen zu erkennen seien. Es sind die ersten Abbildungen von Hunden, die an der Leine geführt werden.

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Nach WWF-Klage: Wolfsjagd in Norwegen ausgesetzt

+++ Brandenburg: Joggerin will Wolf in Park gesichtet haben +++ Angeblicher Wolf auf Supermarktparkplatz: Der Wolf war Wolfgang +++

Die Wolfsjagd in Norwegen ist zeitweise ausgesetzt worden, weil der WWF den norwegischen Staat vor einem Gerichtshof in Oslo verklagt hat. In dem Verfahren solle die Rechtmäßigkeit der Wolfsjagd gerichtlich überprüft werden. Während des Verfahrens ruht die Jagd mit sofortiger Wirkung in den Provinzen Østfold, Oslo, Akershus and Hedmark, wie das Gericht am gestrigen Dienstag verkündete. Während der WWF den Jagdstopp als einen „wichtigen Schritt“ begrüßte, betonte das Gericht, dass es sich lediglich um eine temporäre Maßnahme handle. In der bereits angelaufenen Wolfsjagd-Saison waren bereits fünf Wölfe außerhalb der Wolfsschutzzonen erlegt worden. Das Gericht soll entscheiden, ob die norwegische Praxis der Wolfsjagd einen Bruch norwegischer und internationaler Gesetzgebung darstellt. Auch in Norwegen steht der Wolf unter strengem Schutz und ist in der Liste gefährdeter Arten aufgeführt. Die Wolfspopulation in Norwegen hat sich im Vergleich zum Vorjahr jedoch nahezu verdoppelt.

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