LJV Hessen fordert mehr Grünbrücken

Der Ausbau von Autobahnen und Bundesstraßen muss mit der Errichtung von Querungshilfen verbunden sein, fordert der Landesjagdverband Hessen (LJVH) in einer Presseerklärung: Der stetig zunehmende Verkehr macht den Aus- und Neubau von Autobahnen und Bundesstraßen erforderlich. Die Hauptverbindungsstränge – in Hessen zählen hierzu die A44 Kassel-Eisenach sowie die A45 und A5 in der Nord-/Südachse – müssen dem erhöhten Verkehrsaufkommen gerecht werden. Zudem nimmt Hessen unter allen Bundesländern eine besondere Position ein: Der Ausbau von Versorgungs- und Transporttrassen, Siedlungs- und Gewerbebau seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990 nimmt zusätzlich viele freie Flächen in Anspruch. Insgesamt durchqueren rund 17.300 Kilometer Straßen das Land. Davon entfallen 1.000 km auf Bundesautobahnen und rund 1.300 km auf Bundesstraßen.

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Sachsen: 765.000 Euro für den Wolf in 2017

+++ Österreich: „Wolf wird Millionen kosten“ +++ Mecklenburg-Vorpommern: Jäger schießt 630-Gramm-Monsterbock +++ USA: Bundesstaat Wyoming erlaubt erstmals nach 44 Jahren Jagd auf Grizzlys +++

Knapp 765.000 Euro hat das Land Sachsen im Jahr 2017 für Entschädigungen und Forschung im Zusammenhang mit dem Wolf sowie die Tätigkeit des Kontaktbüros „Wölfe in Sachsen“ ausgegeben. Das geht aus der Antwort des sächsischen Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums (SMUL) auf eine Kleine Anfrage (Drs.-Nr.: 6/13130) des CDU-Abgeordneten Andreas Heinz hervor. Knapp 258.000 Euro wurden für Präventionsmaßnahmen, also den Schutz von Weidetieren vor Wolfsrissen ausgegeben, 254.000 Euro kosteten wissenschaftliche Begleitung und Wolfsmanagement. Allein an die umstrittene Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung mit Sitz Frankfurt/Main, die die DNA-Analysen bei Wolfsrissen durchführt, überwies der Freistaat Sachsen „2014 144,8 TEuro, 2015: 118,4TEuro, 2016 123,6 TEuro und 2017: 160,2 TEuro.“

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Der DJV geht offensiv gegen Hetze im Netz vor

Dachverband der Jäger macht sich stark für den Schutz seiner Mitglieder und unterstützt das „Waidfräulein“: Beleidigungen und Bedrohungen von Jägerinnen und Jägern sind kein Kavaliersdelikt. Auch nicht in den sozialen Medien.

Eine junge Jägerin postet auf ihrem Facebook-Profil ein Foto mit erlegtem Fuchs und erhält binnen weniger Tage mehrere hundert hasserfüllte Kommentare: Jagdgegner attackierten das „Waidfräulein“  mit wüsten Beleidigungen und Bedrohungen. „Widerliches Stück Dreck, du bekommst noch, was du verdienst“, ist noch eine vergleichsweise harmlose Äußerung. Selbst davor, die Betroffene zu Hause aufzusuchen und einzuschüchtern, schreckten selbsternannte vermeintliche „Tierschützer“ nicht zurück. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat sich unmittelbar nach den Vorfällen eingeschaltet und wird die Betroffene bis zur vollständigen Aufklärung unterstützen. „Es ist ein Phänomen der sozialen Netzwerke, dass völlig natürliche Dinge wie eine Bombe einschlagen können und manche Beteiligte jegliche Benimmregeln vergessen“, so Rechtsanwalt Dr. Heiko Granzin, der mit dem DJV in der Sache zusammenarbeitet.

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Brandenburg: Landesjägertag mit Jägerfest und Landeshegeschau

Am 26. und 27. Mai 2018 findet auf Schloss Diedersdorf der Brandenburger Landesjägertag statt, der als „Jägerfest“ fester Bestandteil im Veranstaltungskalender Brandenburgs ist.
Jagdhornbläsergruppen sorgen für eine besondere Stimmung. Die Jagdhundeschau, angeleitet von der Hundeführerin Alexandra Weibrecht, sowie Greifvogelvorführungen vom Waldhaus Potsdam, begeistern nicht nur die Jägerschaft, sondern lassen auch das Herz des Nicht-Jägers höherschlagen. Bis zu dreißig Kleine Münstlerländer betreten am Sonntag das Festareal, präsentiert von Michael Schmiedel vom Verband für Kleine Münsterländer Vorstehhunde, Landesgruppe Berlin-Brandenburg.

Ein Bühnenprogramm und über dreißig Aussteller bereichern das Jägerfest. Da gibt es erstmals einen Hirschrufer-Wettbewerb und die Kochshow – Wild aus Brandenburg, präsentiert von Daniel Reuner, Flairhotel Reuner. Jagdmaler, Messerschmied, Pfeifendoktor, Holzschnitzer und Präparator zeigen ihr handwerkliches Geschick. Und laden zum Mitmachen ein. Am Sonntag ab 15:30 Uhr heißt es „Vom Hirschfell zum Wildleder – Gerben wie die Indianer“, präsentiert von Elke Eisermann, Wildnisschule Wildpfade.

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NRW: Ursula Heinen-Esser neue Umweltministerin

Neun Tage nach dem Rücktritt von Christina Schulze Föcking steht die neue NRW-Umweltministerin fest. Ursula Heinen-Esser (CDU) ist Diplom-Volkswirtin, sie gehörte dem Bundestag von 1998 bis 2013 an und war ab 2007 parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, ab 2009 im Bundesumweltministerium. Seit 2016 ist sie zudem Vorsitzende der Geschäftsführung in der Bundesgesellschaft für Endlagerung. Der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen (LJV NRW) begrüßte die Personalie: „Ministerpräsident Armin Laschet zeigt zügig Handlungsfähigkeit und hat eine erfahrene Landwirtschafts- und Umweltpolitikerin für das Amt gewonnen, mit der wir möglichst schnell zu einem ersten Gespräch zusammenkommen und die vertrauensvolle Zusammenarbeit gern fortsetzen wollen“, sagte LJV-Präsident Ralph Müller-Schallenberg.

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Brandenburg: Landkreis Teltow-Fläming schafft Gebühren für Trichinenuntersuchung ab

Der Brandenburger Landkreis Teltow-Fläming hat eine gebührenfreie Trichinenuntersuchung von Wildschweinproben ermöglicht. Das teilt der Landkreis mit.  Grund dafür sei das besondere öffentliche Interesse an der Verringerung der Wildschweinbestände. Dies sei wichtig, um der Gefahr der Verschleppung der Afrikanischen Schweinepest in die Region zu begegnen. „Das Verfahren ist aber an Bürokratismus und Mehrarbeit der Verwaltung kaum zu überbieten“, merkt ein betroffener Jäger an. Vom Landkreis TF heißt es dazu: „Die Befreiung von Gebühren erfolgt auf Antrag. […]

Voraussetzungen für die Gebührenbefreiung

Eine Gewährung der Gebührenbefreiung kann erfolgen, wenn die Trichinenprobe das Veterinäramt oder eine der drei externen Untersuchungsstellen zusammen mit folgenden Dokumenten erreicht:

– dem Antrag auf Gebührenbefreiung,
– dem vollständig ausgefüllten Wildursprungsschein (Original und ein Durchschlag),
– der unterschriebenen Datenschutzerklärung,
– einem frankierten und adressierten Rückumschlag.

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Blaser Group: Neue Unternehmensstruktur, neuer Name, neuer Geschäftsführer

Ab dem 1. Juli 2018 firmiert die Dachgesellschaft der Marken Blaser, Mauser, Sauer & Sohn, Rigby, Diana und Minox sowie der Firma GSO, unter dem Namen Blaser Group GmbH. Auch in der Unternehmensführung ergeben sich Änderungen.

Die Blaser Group wird zukünftig von insgesamt drei Geschäftsführern geleitet. Der bereits seit 2017 tätige Technische Geschäftsführer, Thomas Seeger (43), erhält ab dem 1. August 2018 mit Stefan Glaser (50) als Kaufmännischen Geschäftsführer weitere Unterstützung. Der gebürtige Dinkelsbühler war bislang als Finanzvorstand bei Analytik Jena tätig. Inhaber Michael Lüke wird weiterhin als CEO die Geschicke der Gruppe leiten.

Bei Blaser Jagdwaffen wird zukünftig ein neuer Geschäftsführer mit dem Schwerpunkt Vertrieb tätig werden. „Wir möchten weiterhin die einzelnen Marken der Blaser Group stärken und deren individuelle Produkte für unsere Kunden differenzierbar aufstellen“, sagt Lüke und ergänzt: „Die Weichen für die Blaser Group sind für die Zukunft auf Wachstum gestellt.“

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Saarland: Sau in Discounter erschossen

In Püttlingen (Landkreis Regionalverband Saarbrücken) hat sich eine Rotte Sauen in die Innenstadt verirrt. Verschreckt durch das Gehupe eines Autofahrers, dem die Rotte vors Auto lief, trennte sich eine etwa 40 Kilogramm schwere Bache von der Rotte. Sie rannte zunächst in eine Boutique. Von dort flüchtete sie weiter in den gegenüberliegenden Tedi-Markt. Polizei und städtische Mitarbeiter konnten sie dort festsetzen. Nachdem es nicht gelang, das Tier zu fangen und/oder zu betäuben, wurde sie, wie die Polizei mitteilt, von einem beauftragten Jäger weidgerecht im Geschäft erlegt. PM

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Bayern: Jäger zu Bewährungsstrafe verurteilt

„Paar auffe Fresse“ keine Option für Legalwaffenbesitzer

Ein Musterbeispiel jagdlicher Kameradschaft wurde vor dem Schöffengericht Altötting verhandelt: Es begann damit, dass ein 30 Jahre alter Jäger und Revierpächter seine Jagdwaffe dem Vater seiner Freundin in die Hand gedrückt hatte, der allerdings kein Jagdscheininhaber und damit nicht berechtigt ist, eine Schusswaffe zu führen – auch nicht kurz. Dummerweise wurde die Handreichung von der Wildkamera eines Mitjägers aufgezeichnet, der, einer alten deutschen Tradition folgend, auch gleich Anzeige gegen den Jäger erstattete und das Beweismaterial mitlieferte. Bei der daraufhin anberaumten Hausdurchsuchung fand die Polizei bei dem Jäger eine Signalpistole, Kriegswaffenmunition, Übungshandgranaten und ein verbotenes Butterfly-Messer, wie der Alt-Neuöttinger Anzeiger berichtet. Der Jagdschein des Mannes wurde bei der Gelegenheit gleich beschlagnahmt. Für so viel Ungemach revanchierte sich der Angezeigte, indem er bei einer Jagdversammlung dem Anzeiger einen Faustschlag verpasste. Rückblickend wohl keine gute Idee:

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30-Euro-Beefer im Test

Einfach Holzkohle anzünden, ein Rost darüber legen und Fleisch (was sonst) darauf braten, reicht anscheinend nicht. Der neueste Trend sind Hochleistungs-Gasgrills, die das Grillsteak in wenigen Sekunden gar kriegen – und in ein paar Sekunden mehr zu Holzkohle verbrennen. Man kann für derartige Geräte viel Geld ausgeben, muss aber nicht. Wir haben uns bei JAWINA-Leser BF zu einem Testessen eingeladen, bei dem ein selbst gebauter Hochtemperatur-Grill zum Einsatz kam.

Testmaterial. Fotos: SE

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Italien: Südtirol kündigt eigenes Wolfsgesetz an

+++ Brandenburg: Landkreis Dahme-Spreewals führt Pürzelprämie ein +++

Da weder bei der EU, noch in der italienischen Landespolitik „eine Lösung der Wolfsproblematik“ in Sicht sei, kündigt die italienische Provinz Südtirol ein eigenes Wolfsgesetz an. Das berichtet die Neue Südtiroler Tageszeitung (NST). Südtiroler Politiker äußerten Unverständnis über die Äußerungen des für die Wolfsfrage zuständigen EU-Kommissars Karmenu Vella, der der NST zufolge dazu aufforderte, „den Wolf auch als Wirtschaftsfaktor zu sehen“ und erklärte, er habe „bei einer Veranstaltung in Trient habe er selbst sehen können, wie gut das Zusammenleben von Wolf und Mensch funktioniere.“ In der EU sei die Stimme derjenigen zu stark vertreten, für die selbst die „Entnahme auch nur eines einzigen Wolfes ein Sakrileg wäre, schlussfolgerten Südtiroler Politiker. Dabei sei nicht vom Aussterben bedroht, „sondern gehöre neben dem Raben mittlerweile zum am meisten verbreiteten Tier auf der nördlichen Erdhalbkugel“, so Herbert Dorfmann, Mitglied des EU-Parlaments und Bezirksobmann der Südtiroler Volkspartei.

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Alpensteinböcke: Selektion durch Trophäenjagd beeinträchtigt Vitalität der Tiere nicht

Dass Jäger Steinböcke mit überdurchschnittlich langen Hörnern bevorzugt erlegen, ist kaum überraschend. Erstaunlicher ist, dass der Abschuss von starken Böcken die Bestände der verbleibenden Kolonien nicht beeinträchtigt, wie nun eine internationale Studie unter Beteiligung der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) zeigt.

Eine im „Journal of Animal Ecology“ veröffentlichte Studie zeigt, dass für Steinböcke mit überdurchschnittlich langen Hörnern eine grössere Wahrscheinlichkeit besteht, früher geschossen zu werden als gleichalte Böcke mit kürzeren Hörnern. So war das Horn bei den 13-jährigen und älteren Böcken bis zu 5 cm länger als die in 13 und mehr Jahren gebildete Hornlänge von Tieren, die in höherem Alter erlegt wurden. Vorschriften setzen den Jägern allerdings Grenzen, denn innerhalb einer mehrere Jahre umfassenden Altersklasse dürfen Jäger nur eine bestimmte Anzahl Tiere schiessen. Die Zahlen belegen, dass Jäger auf Nummer sicher gehen. Sie schiessen innerhalb einer Klasse tendenziell eher Böcke mit überdurchschnittlich langen Hörnern. Gleichzeitig versuchen sie, die Wahrscheinlichkeit eines Regelverstosses zu minimieren, indem sie an der unteren und oberen Altersklassengrenzen möglichst wenig Tiere mit minimaler bzw. maximaler Hornlänge schiessen.

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Was Jagd ist und was nicht

Rezension Antje Joel: Jagd

In dem Buch von Antja Joel mit dem schlichten Titel „Jagd“ geht es, wie ich in anderem Zusammenhang schon mal äußerte, eigentlich weniger um die Jagd als solche, sondern eher darum, was man in der Jagd sucht und nicht findet. Freiheit schon mal nicht: „Jagd in Deutschland ist nicht Freiheit. Es ist ein exklusives, streng limitiertes und reglementiertes „Vergnügen“. Stocksteif und starr wie Magda.“ Magda ist die protofaschistische Ausbilderin in dem von Gruppenzwang und Konformitäts- und Zugehörigkeitsritualen geprägten Jungjägerkurs, den Joel seinerzeit besucht hat – eine Schilderung, die viele für authentisch halten dürften, da sie ähnliches erlebt haben. Seit sie vor ca. 20 Jahren die Jägerprüfung bestand, hat sie kein Stück Wild geschossen: „Ich bin kein Jäger. Ich war seit Ewigkeiten auf der Jagd. Hatte schon vor Jahren scheinbar jedes Interesse an ihr verloren. Meine Waffen verkauft. Vorbei. Ich dachte, das lag daran, dass die Jagd, so wie ich sie in braven deutschen Wäldern erlebt hatte, nicht meinen Vorstellungen von ihr entsprach. Nicht: lebhaft, natürlich, erfrischend. Sondern: behäbig, steril und altbacken. Ich dachte, es lag daran, dass ich mit den Jägern, wie ich sie in ernüchternder Überzahl kennengelernt hatte, nichts gemeinsam hatte.“

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Niedersachsen: Cuxhavener Wolfsrudel wird besendert

+++ Brandenburg: Frauendorfer Agrargenossenschaft will nach Kälberrissen Antrag auf Wolfsentnahme stellen +++

Umweltminister Olaf Lies hat gestern (Freitag) die Besenderung von Wölfen im Cuxhavener Raum zu Managementzwecken angeordnet. Die Durchführung erfolgt durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Zusammenarbeit mit wildbiologischen Fachleuten. In den letzten Wochen ist es vermehrt zu Nutztierrissen im Landkreis Cuxhaven gekommen. Insgesamt wurden in den letzen Tagen acht Nutztierschadensfälle aus dem Landkreis Cuxhaven gemeldet. In zwei Fällen kam ein Rind und in den anderen Fällen Schafe zu Tode.

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Bauernbund Brandenburg: Tötung von Wolf in Notwehr straffrei?

Bauernbund plant Musterprozess

Wölfe, die ein Weidetier von besonderem materiellen oder ideellen Wert angreifen, dürfen als letzte Möglichkeit in Notwehr getötet werden. Das ist das Ergebnis eines Rechtsgutachtens, das die Kanzlei Kubicki & Schöler für den Bauernbund Brandenburg angefertigt hat (www.wolfsfreiezone.de/images/Rechtsgutachten_Wolf.pdf). „Wer zum Beispiel ein wertvolles Zuchttier verteidigt, geht nach unserer Rechtsauffassung straffrei aus“, sagte Bauernbund-Geschäftsführer Reinhard Jung auf einer Pressekonferenz in Leibsch im Spreewald und kündigte an, dass der Bauernbund den ersten Landwirt oder Jäger, der deswegen angeklagt werden sollte, die Prozesskosten bezahlen wird.

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Schrotmunition: Problematische Alternativen

Studie zu Metallionenfreisetzung aus Schrotmunition in Gewässern – Munition mit Risiken und Nebenwirkungen

Das war wohl abzusehen: Wegen der Vergiftungsgefahr für Vögel und Umwelt ist die Jagd mit Bleischrot inzwischen in vielen Ländern stark eingeschränkt oder ganz verboten. Doch muss alternative Munition nicht unbedenklich sein, belegt ein Team der Technischen Universität München (TUM) in einer aktuellen Studie.

Aufgrund ihrer ballistischen Eigenschaften galten Bleischrote bislang als optimale Munition für die Jagd auf Wasservögel. In die Kritik geriet dieses Material, als Bleivergiftungen bei Enten und Seeadlern beobachtet wurden, die die Schrotkugeln beim Gründeln oder mit der Beute aufgenommen hatten.

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Wildgalgen und Bergehilfe: Kopfunter Aufbrechen im Revier

Aus Thüringen kommt eine Kombilösung zum Bergen schweren Wildes und dessen Aufbrechen kopfunter hängend – Bergehilfe und Wildgalgen in einem.

Ein Beitrag von Frank Martini

Die vor einer Dekade neu in Kraft getretenen Hygieneregeln für die Jagd haben zu einem Bewusstseinswandel geführt. Statt wie früher unsere Beute am Boden liegend aufzubrechen, sollen wir sie heute dazu kopfunter aufhängen. Und dabei vom bildhaften „Aufbrechen“ zugunsten einer älteren Technik, dem Ringeln, auf ein Öffnen des Schlosses möglichst verzichten. Beides bringt – abgesehen von unseren auch nicht jünger werdenden Bandscheiben – für die hygienische Wildbretgewinnung tatsächlich auch handfeste Vorteile: Was ich nicht öffne, kann auch kaum mit Keimen kontaminiert werden. Und beim Aufhängen des Stücks mit dem Kopf nach unten verlagert die Schwerkraft das Gescheide Richtung Kammer – das Risiko eines ungewollten Schnitts oder Stichs in die Verdauungsorgane wird so ebenfalls erheblich minimiert. Hinzu kommt die vom Gesetzgeber geforderte weitgehende Ausblutung des Wildkörpers in dieser Lage. Auch ohne dass man dazu kontaminationsträchtig mit der Messerspitze an den Brandadern herum schneidet, wie früher propagiert.

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Bundesjägertag 2018 in Bremen

Rund 400 Delegierte und Gäste aus ganz Deutschland kommen Mitte Juni nach Bremen zum Bundesjägertag. Gastgeber sind der DJV und die Landesjägerschaft Bremen. Wolf, Afrikanische Schweinepest, Artenschutz in der Kulturlandschaft – kontroverse Themen sind Inhalt einer Podiumsdiskussion. Ebenfalls auf dem Programm: eine Exkursion zu einem vorbildlichen Artenschutzprojekt.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) und die Landesjägerschaft Bremen laden am 14. und 15. Juni zum Bundesjägertag in das Kongresszentrum Bremen ein. Etwa 400 Gäste aus ganz Deutschland werden erwartet – darunter Delegierte der Landesjagdverbände, Landes- und Bundespolitiker sowie Vertreter von Verbänden und Unternehmen. Unter dem Motto „Die Marke Jagd auf neuen Wegen“ stehen unter anderem Felle aus heimischer Jagd als nachhaltige Ressource im Fokus.

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Jagen für Landlust-Leser

Rezension Pauline de Bok: Beute

Pauline de Bok hat mit „Beute“ etwas geschafft, was viele für unwahrscheinlich bis unmöglich gehalten hätten. Mit einem Jagdbuch – einem Pro-Jagd-Buch, genauer gesagt – auf die Bestsellerlisten zu gelangen. Ich muss sagen, so hundertprozentig erschließt sich mir bei der Lektüre nicht, was den erstaunlichen Erfolg dieses Buchs ausmacht. Es ist ohne Frage gut geschrieben und liest sich leicht und locker, streckenweise durchaus genussvoll, weg. In fachlicher Hinsicht bietet es erfahrenen Weidmännern und -frauen wenig, das ist aber auch nicht der Anspruch des Buchs, das stellenweise erstaunlich konventionelle Jagdprosa und Naturschilderungen der sattsam belkannten Sorte – „Die Sonne versinkt hinter der doppelten Baumreihe in der Ferne, wo ein überwucherter Hohlweg verläuft…“ – aufbietet. Manche Kapitel könnten Überschriften-Klassiker tragen wie „Mein erster Rehbock“ oder „Meine erste Drückjagd“. Tun sie aber nicht, zum Glück. Jäger und Nichtjäger werden aber – möglicherweise mit einer Prise Neid – die Schilderungen der ländlichen Idylle lesen, die sich de Bok mit ihrem ausgebauten Kuhstall in Mecklenburg-Vorpommern geschaffen hat.

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EU-Kommission lehnt Änderung des Schutzstatus von Wölfen ab

Obwohl die europäische Wolfspopulation stark anwächst und sich Nutztierrisse häufen, lehnt die EU-Kommission eine Änderung des Schutzstatus von Wölfen, was eine geregelte Bejagung ermöglichen könnte, weiterhin ab. Der maltesische EU-Umweltkommissar Karmenu Vella erklärte der Tiroler Tageszeitung (tt) zufolge, es gehe um „die Wahrung des Naturerbes.“ Wir bräuchten die Koexistenz von Mensch und Wolf. Die Koexistenz funktioniere nicht, widersprach ein Schafzüchter laut tt.

Vella forderte „effizientere Schutzmaßnahmen: Elektrozäune, modernes Weidenmanagement und Schulungen für Landwirte.“ Wenn das alles nichts helfe, müsse es finanzielle Kompensation für den Verlust von Nutztieren geben. Die Kommission sei bereit, solche Maßnahmen zu unterstützen. Es gebe diverse Fördertöpfe für solche Zwecke. red.

Beitragsbild: Headline des zitierten Beitrags in der Tiroler Tageszeitung (Screenshot).

Brandenburg: Landkreis oder-Spree fördert Schwarzwild-Vermarktung

Ankauf von Schwarzwild durch Wildhändler wird unter bestimmten Voraussetzungen subventioniert

Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Oder-Spree arbeitet intensiv daran, mit umfangreichen vorbeugenden Maßnahmen, die Risiken für ein Übergrei-fen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aus dem Osten Europas zu minimieren. Die Afrikanische Schweinepest ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, von der Haus- und Wildschweine betroffen sind. Für den Menschen ist das Virus nicht gefährlich.

Eine Schlüsselrolle bei der Minimierung der Infektionsgefahr nimmt die Reduzierung der hohen Wildschweinbestände ein. „Wir haben in den vergangenen Monaten sehr konstruktive Gespräche mit den Jägern des Landkreises geführt, die letztlich in zwei ganz konkrete Maßnahmen münden, mit denen wir die Jäger motivieren wollen, die Abschusszahlen von Schwarzwild spürbar zu erhöhen“, erläutert Petra Senger, Amtstierärztin des Landkreises Oder-Spree. Der Landkreis werde es nicht bei Appellen belassen, sondern hat selbst zwei Programme aufgelegt, die im Kreishaushalt finanziell untersetzt sind.

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Wolf: Kanton Wallis will Wolfshybriden abschießen lassen

Das Parlament des Schweizer Kantons Wallis hat am 15. Mai zwei Postulate gutgeheißen, die sich mit Wolfshybriden beschäftigen: In dem Postulat „Werden die Wolfshybriden entnommen?“ geht es um  genetische Untersuchungen der Wolfspopulation in Frankreich: Bei Medienkonferenz am 22. November 2017 in Grenoble präsentierte die französische Landwirtschaftskammer demnach die Resultate von DNA-Analysen, die das deutsche Institut für forensische Genetik und Rechtsmedizin ForGen durchgeführt hatte. Von den entnommenen Proben konnten 60% ausgewertet werden. Es seien bei den verwertbaren Resultaten ausschliesslich Wolfs-Hunde-Mischlinge festgestellt worden, so der Text des Postulats.

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Niedersachsen: Wolfsbüro meldet zweiten illegal getöteten Wolf 2018

Brandenburg: Das dritte in vier Wochen – Lindenauer Wolf reißt weiteres Kalb +++

Sechster illegal getöteter Wolf seit 2003 in Niedersachsen

Dem Wolfsbüro des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) wurde eine weitere illegale Tötung eines Wolfs bestätigt. Bei einem bereits am 7. März gemeldeten und auf einem Feld im Landkreis Celle, in der Nähe von Bonstorf, gefundenen toten Wolf bestand der Verdacht auf einen illegalen Abschuss. Allerdings befand sich der Kadaver in einem Zustand, bei dem nicht eindeutig festgestellt werden konnte, ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelt. Endgültig klären konnte das nur eine Untersuchung des Kadavers im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin und eine DNA-Analyse im Senckenberg-Institut in Gelnhausen bei Frankfurt, dem nationalen Referenzlabor für Wolfsgenetik. Denn das tote Tier muss bereits länger gelegen haben und wurde von anderen Wildtieren angefressen. Demzufolge befand sich der Kadaver bereits in einem Zustand fortgeschrittener Verwesung und Teilskelettierung.

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NRW: Christina Schulze Föcking tritt zurück

Update: Statement von Helmut Dammann-Tamke zum Rücktritt von Christina Schulze Föcking

+++ USA: Pilzsammler findet zweiköpfiges Hirschkalb +++ Rheinland-Pfalz: Unbekannte lassen Gehege-Damwild frei +++ Niedersachsen: Touristiker widersprechen Ministerin: Wolf schreckt Urlauber nicht ab +++ Niedersachsen: Wolf auf A23 überfahren +++ Rheinland-Pfalz: Soldaten sollen Umgang mit Wolf auf Truppenübungsplätzen lernen +++

Der Druck ist zu groß geworden: NRW-Umweltministerin Christina Schulze Föcking hat heute in Düsseldorf ihren Rücktritt erklärt. Schulze Föcking war seit ihrem Amtsantritt massiv von der militanten Tierschutzszene attackiert worden. Illegal entstandene Videoaufnahmen in einem Schweinemastbetrieb der Familie hatten für Anfeindungen gesorgt. Ermittlungsbehörden hatten jedoch keine Hinweise auf Tierquälerei gefunden. Schulze Föcking sagte, sie stehe auch heute zu allen inhaltlichen Entscheidungen, die sie in diesem Amt getroffen habe. In den vergangenen Monaten und Wochen habe sei sie jedoch „in anonymen Briefen und im Internet Drohungen gegen meine Person, meine Gesundheit und mein Leben erfahren, die ich nie für möglich gehalten hätte und die das Maß des menschlich Zumutbaren weit überschritten haben“. Die Aggressivität der Angriffe habe sie in ständige Anspannung versetzt : „Und nicht nur mich: Der Preis meines politischen Amtes für meine Familie ist zu hoch.“ red.

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Angebliche Wolfskirrung: Peta zeigt Jäger an

Die militante Tieschutzorganisation Peta hat zwei Brandenburger Jäger aus Baruth (Landkreis Teltow-Fläming) angezeigt, weil sie angeblich eine Schafweide absichtlich schlecht gesichert hätten. Peta unterstellt, die Jäger hätten Wölfe so zu einem Schafsriss verführen wollen, um sie nach der Brandenburger Wolfsverordnung erlegen zu können. Die Jäger bestreiten die Vorwürfe: Die Koppel sei ordnungsgemäß gesichert, der zuständige Amtstierarzt habe die Schafweide „als vorbildlich gelobt“, berichtet die Bild-Zeitung. red.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags in der Bild-Zeitung (Screenshot).

Die Red. dankt den JAWINA-Lesern Nos und HW für die Hinweise!

 

Der Anwalt der Hirsche

+++ Niederlande: Im Wildpark ausgestiegen – Geparde jagen Familie +++ „Lex Schweiz“: Tschechien verklagt Schweiz wegen Ausnahme im EU-Waffenrecht +++ Thüringen: Schäfer halten Wolfs-Mahnwachen +++

Fütterungen von Wildtieren sind umstritten: Verantwortungsloses Heranhegen überhöhter Bestände oder notwendige Artenschutzmaßnahme, weil etwa beim Rotwild in Bergregionen Lebensraumverluste durch Bebauung und geändertes Freizeitverhalten die natürlichen Wanderungen der Tiere und damit die Futtersuche im Winter unmöglich machen? Auf salzburg24 stellt ein überzeugter Fütterer und „Anwalt der Hirsche“ seine Motivation für die Fütterung der Tiere dar.

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags auf salzburg24 (Screenshot)

Bayern: Polizei überprüft Hundegehorsam in Wald und Feld

Hunde und ihre Halter auf dem Prüfstand – Obernburger Polizei überwacht sicheren Umgang mit den Tieren beim Gassi gehen

Nachdem bereits über 50 Hundebesitzer mit ihren Tieren bei Außenkontrollen überprüft worden sind, gibt es durchweg positive Resonanz, behauptet die Polizei Obernburg: Im Fokus der Aktion stünden die Umgangssicherheit der Halter mit ihren Vierbeinern in freier Natur, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei: Seit Anfang April führt die Obernburger Polizei gezielt in Uniform und auch Zivil Kontrollen von Gassi-Gehern in den Wäldern und Mainauen ihres Dienstbereiches durch. Hierbei steht neben der Überwachung der steuerrechtlichen Erfassung der Tiere aber vor allem deren sichere Führung im Vordergrund. Hunde, die in der freien Natur nicht angeleint sind, müssten auf Anweisungen ihrer Besitzer unverzüglich reagieren. Um dies zu überprüfen hätten die Tiere vor Ort erfolgreich eine sogenannte Impulskontrolle zu überstehen, die von der fachkundigen Polizeihauptmeisterin Tina Schmitt, die bei der Polizeiinspektion Obernburg als Beauftragte für Arten-/Naturschutz und Jagdrecht eingesetzt ist, geleitet wird.

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DSB und DJV wollen Zusammenarbeit intensivieren

Am 7. Mai kam es in Berlin zu einem (überfälligen) Treffen zwischen Vertretern des Deutschen Schützenbundes (DSB) und des Deutschen Jagdverbands (DJV). An dem Treffen nahmen DSB-Präsident Hans-Heinrich von Schönfels und DJV-Präsident Hartwig Fischer teil, sowie die Geschäftsführer der beiden Verbände, Jörg Brokamp und Andreas Leppmann. Im Vordergrund standen „das gegenseitige Kennenlernen sowie der Austausch und die Abstimmung aktueller Themen“, so der DSB auf seiner Homepage. Die „traditionell gute Zusammenarbeit zwischen Schützen und Jägern“ solle weiter intensiviert werden, heißt es beim DSB weiter. Es gebe einige Gemeinsamkeiten, erwähnt wurden die Nutzung der Wurfscheiben- und Schießstand-Anlagen oder das Waffenrecht. Auch die Umsetzung der europäischen Feuerwaffenrichtlinie in das deutsche Waffengesetz sei ein Schwerpunkt bei dem Treffen gewesen.

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Brandenburg: Erneut Wolfsriss im Kuhstall

Bereits zum zweiten Mal hat ein Wolf ein ca. 60 Kilogramm schweres Kalb in einem Kuhstall der Agrargenossenschaft in Lindenau (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) gerissen. Wenige Wochen zuvor war bereits ein Kalb im Stall der Lindenauer Agrargenossenschaft gerissen worden, Ende April wurde ein 100 Kilo-Kalb von Wölfen aus einem Stall der Agrargenossenschaft Trebitz – Klein Muckrow bei Lieberose (Landkreis Dahme-Spreewald) gezerrt. Bei dem aktuellen Vorfall wurde ein frisch geborenes Kalb in einem Stall mit 100 Mutterkühen gerissen, berichtet die Lausitzer Rundschau (LR). Damit hätten sich „die schlimmsten Befürchtungen und Ängste der Frauendorfer Tierwirte erfüllt“, so die LR. Mittlerweile ist durch DNA-Untersuchungen zweifelsfrei bewiesen, dass ein Wolf der Verursacher des ersten Rissvorfalls in Lindenau war. Die Landwirte haben bereist Konsequenzen aus dem Wolfsriss gezogen: Früher waren die Mutterkühe schon im April auf der Weide, jetzt müssen sie im Stall bleiben. Weil Nachtwachen nicht finanzierbar sind, wird erwogen, die Ställe nachts „gänzlich dicht zu machen“, so die LR. Dies vertrage sich aber nicht mit artgerechter Tierhaltung.

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„Staatliche Erpressung“: Hornady stellte Belieferung New Yorker Behörden ein

Die Verwaltung des US-Bundesstaats New York hat Unternehmen aus dem Finanz- und Versicherungssektor dazu gedrängt, ihre geschäftlichen Beziehungen zur NRA, der amerikanischen Interessenvertretung von Legalwaffenbesitzern und der Waffen- und Munitionsindustrie zu überdenken. Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo (Demokratische Partei) gilt als eifriger Verfechter strengerer Waffengesetze. Cuomo hat eine Vereinigung von Bundesstaaten mit dem Zweck strengerer Reglementierung des Waffenbesitzes („States for Gun Safety“) geschmiedet und rühmt sich damit, dass unter seiner Führung „New York die strengsten Waffengesetze Amerikas“ verabschiedet habe („Under Governor Cuomo, New York has passed the strongest gun control laws in the nation.“, offizielles Statement auf der Internetseite des Staates New York). Auf Veranlassung Cuomos hat der Chef der New Yorker Pensionskasse Thomas DiNapoli ein Schreiben an Kreditkartenunternehmen verfasst, in dem diese gedrängt werden, Waffenkäufe mit Kreditkarten zu unterbinden („urging them to crack down on gun purchases“), wie New York Daily News berichtet.

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„Mir leuchten die üblichen Vorbehalte gegen Jäger nicht ein.“

„Wer kein Veganer oder Vegetarier ist, hat kein Recht, Jagd zu verurteilen. Das Nutztier ist unter oft elenden Bedingungen eingesperrt, das Wildtier lebt frei und stirbt schnell und fast schmerzlos. Warum sollen Schweine oder Kälbchen, die massenhaft getötet werden, weniger wert sein als Rehe?“

In der taz ist ein sehr lesenswertes Interview mit der Regisseurin Alice Agneskirchner erschienen, deren Dokumentarfilm über die Jagd „Auf der Jagd – Wem gehört die Natur?“ gerade in den Kinos angelaufen ist. Leseempfehlung! SE

Beitragsbild: Headline des Interviews mit Alice Agneskirchner in der taz (Screenshot).

DNA-Analyse bestätigt: 44 Schafe in Bad Wildbad von Wolf gerissen

Schafe wurden vom selben Wolf gerissen, der schon im November 2017 in der Region nachgewiesen werden konnte

Die Wolfsattacke auf eine Schafherde in Bad Wildbad (JAWINA berichtete) Ende April ist vom selben Tier verübt worden, das bereits mehrmals in der Region um Bad Wildbad nachgewiesen werden konnte. Das teilt das Umweltministerium Baden-Württemberg mit. Bei der Attacke waren 44 Schafe getötet worden. Bei dem Wolf handelt es sich um ein männliches Einzeltier, das aus Norddeutschland nach Baden-Württemberg gekommen ist und unter dem Kürzel GW 852m geführt wird. Erstmals wurde er im Nordschwarzwald Ende November 2017 nachgewiesen.

„Nachdem dieser Wolf jetzt über fast ein halbes Jahr die Region offenbar nicht verlassen hat, müssen wir davon ausgehen, dass er hier sesshaft geworden ist“, sagte Umweltminister Franz Untersteller gestern in Stuttgart. Daraus folge, dass in Kürze um die bekannten Rissstellen des Wolfes herum ein Gebiet mit einem Durchmesser von rund 60 Kilometern ausgewiesen werde, in dem erhöhte Anforderungen für den Herdenschutz gelten. Deren fachgerechte Erfüllung sei dann Voraussetzung, um bei einem Wolfsangriff Entschädigungszahlungen für gerissene Nutztiere zu erhalten.

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Niedersachsen: Wolfsangriff? Panische Pferde durchbrechen Koppelzaun

Bei Selsingen (Landkreis Rotenburg) sind am Dienstag Abend 28 Pferde vermutlich durch einen Wolfsangriff in Panik versetzt worden. Die Tiere durchbrachen den Koppelzaun und stürmten davon. Die Polizei sicherte die nahe gelegene Bundesstraße B71 und stellte Warnschilder auf, auch im Verkehrsfunk wurde vor der Gefahr durch freilaufende Pferde gewarnt. Bis zum Einbruch der Dunkelheit waren Pferdehalter und Helfer beschäftigt, die entflohenen Pferde wieder einzufangen. Doch die Tiere waren derart verängstigt, dass sie nicht auf der Weide bleiben wollten und gleich wieder ausbrachen. Dem Online-Portal nord24 zufolge hat ein Jäger beobachtet, wie Wölfe aus dem angrenzenden Wald auf die Weide liefen und „regelrecht Jagd auf die Pferde“ machten. Der Vorfall habe Verunsicherung bei den Pferdehaltern in der Region ausgelöst, berichtet nord24. Es sei schwierig, die weitläufigen Koppeln wolfssicher einzuzäunen. Dem zuständigen Wolfsberater ist es gelungen, einige Fellreste sicherzustellen. Durch DNA-Analysen soll nun ermittelt werden, ob es sich bei den Angreifern tatsächlich um Wölfe handelte. red.

Beitragsbild: Pferde (Archivbild). Foto: privat

NRW: Kabinett verabschiedet Eckpunkte für eine Novelle des Jagdrechts

Entwurf zur Überarbeitung des Landesjagdgesetzes geht in die Verbändeanhörung

Noch vor der Sommerpause sollen eine Novelle des Landesjagdrechts und eine neue Kormoranverordnung im nordrhein-westfälischen Landtag beraten werden. Das Kabinett hat in seiner heutigen Sitzung die Eckpunkte für die Überarbeitung des Landesjagdgesetzes verabschiedet und damit den Weg für die Verbändeanhörung und das parlamentarische Verfahren freigemacht. Mit der Novellierung soll das Jagdrecht in Nordrhein-Westfalen wieder stärker an bundesrechtliche Vorgaben angepasst werden.

Über 90.000 Jägerinnen und Jäger kümmern sich in Nordrhein-Westfalen um das Wild und seine Lebensräume. „Mit Hege- und Pflegemaßnahmen sichern Jägerinnen und Jäger die Artenvielfalt und sorgen für funktionierende Ökosysteme. Sie vermitteln Know How über die Natur an folgende Generationen, zum Beispiel mit rollenden Waldschulen oder Projekten zum Nistkastenbau. Darüber hinaus ist die Jagd auch ein Teil unserer Tradition und Kultur“, sagt Umweltministerin Christina Schulze Föcking.

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„Grenzgänger Schwein“ – WWF warnt vor Schweinezaun an dänisch-deutscher Grenze

In einem gemeinsamen, offenen Brief an Politiker in Dänemark und Deutschland warnen die nationalen WWF-Organisationen der betreffenden Länder vor dem geplanten Schweinezaun an der Grenze. Um eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern, prüft Dänemark derzeit den Bau einer solchen Anlage. So sollen Wildschweine am Grenzübertritt gehindert werden. Der WWF bezweifelt nicht nur die Wirksamkeit dieses Vorhabens, sondern warnt zugleich vor einer gravierenden Barriere für andere Wildtiere und einer Zerschneidung von Schutzgebieten.

„Es kann als wahrscheinlicher angesehen werden, dass die Schweinepest durch menschliche Nachlässigkeit in Zuchtbetriebe gelangt, als durch Wildschweine. Der Zaun wäre lediglich eine Barriere, die mitten durch zahlreiche Naturschutzgebiete führt – inklusive des Wattenmeers, das als UNESCO-Welterbe von internationaler Bedeutung ist. Vom Feldhasen bis zum Rotwild wären zudem zahlreiche Tierarten davon betroffen“, kritisiert Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland und einer der Unterzeichner des Briefes, der auch an Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck geschickt wurde.

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