Sound-Check im Wald

Forschungsprojekt der Carl-Zeiss-Stiftung soll klären, wie sich europäische Wälder im Klang unterscheiden

Mit rund 200.000 Euro unterstützt die Carl-Zeiss-Stiftung für zwei Jahre ein Forschungsprojekt an der Universität Freiburg, das den Klang von Wäldern untersucht. Der Klang eines Waldes setzt sich aus Lauten und Geräuschen zusammen, die biologischen, geophysikalischen und menschlichen Ursprungs sind. So sollen 60 Waldbestände in Europa untersucht werden, die sich vor allem in der Baumdichte, der Baumartenzusammensetzung und in der Zahl der dort lebenden Tierarten unterscheiden. Die Forscher wollen wissen, wie sich Veränderungen oder Störungen in diesen Klanglandschaften durch eine Intensivierung der Landnutzung, durch Klimawandel oder durch Artensterben verändern. Vielleicht, so ThüringenForst-Vorstand Volker Gebhardt, können sich akustische Indikatoren zumindest zur ergänzenden ökologischen Bewertung von Wäldern eignen. Die Landesforstanstalt befürwortet Forschungsansätze, die Wald ganzheitlich in Wert setzen.

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Andreas Kieling bei Dunja Hayali: „Tendenziös und journalistisch unsauber“

Den Auftritt des bei Jägern umstrittenen Tierfilmers Andras Kieling in der Sendung Dunja Hayali am 9. August im ZDF hat JAWINA-Leser Jörn S. als „leider sehr tendenziös und journalistisch sehr unsauber und höchst emotional“, in einem Wort: „Furchtbar“, erlebt. Jörn S. hat „ein paar Fragen“ an die Dunja-Hayali-Redaktion gerichtet, die – ebenso wie Antwort des Senders darauf – wir den JAWINA-Lesern nicht vorenthalten wollen. S. schreibt in seiner Mail vom 11.08.: „Bisher war mir Ihre Sendung in folgender Konstellation in Erinnerung: Diskussion von zwei bis drei Themen, zumeist mit je drei Gästen. Hiervon sind Sie am Mittwoch erheblich abgewichen. Zum Ende der Sendung war Herr Andreas Kieling Ihr Gast, ein Tierfilmer und gelernter Berufsjäger. In diesem Beitrag ging es um den sich wieder ansiedelnden Wolf in Deutschland.

Hierzu möchte ich einige Fragen an Sie los werden:

  • Wo waren die sonst üblichen, weiteren Gesprächsgäste, die nicht als „Wolfsfan“ wie Herr Kieling bekannt sind, z. Bsp. Bürgermeister von Gemeinden in Niedersachsen oder Brandenburg, dort, wo Wölfe teilweise schon bei Tageslicht in Orten gesehen wurden?
  • Aus welchem Grund wurde kein Jäger/Jagdfunktionär eingeladen z. Bsp. vom Dt. Jagdverband?
  • Warum war kein Nutztierhalter zu Gast, der trotz staatlich geförderter Schutzmaßnahmen Schafe etc. nachweislich durch Wolfsrisse verloren hat?
  • Warum waren Politiker aus Land und Bund nicht zu Gast?
  • Warum lassen Sie als Journalistin eines seriösen Mediums Begrifflichkeiten zu wie z. Bsp. „Fotofalle“, „Schlaraffenland“ im Zusammenhang mit möglicherweise unzureichenden Sicherungsmaßnahmen eines Landwirtes, Wolfsbegegnungen als „Geschenk“ im Filmgespräch von Herrn Kieling, des Wolfsberaters und der Hundebesitzerin?
  • Warum ermöglichen Sie Herrn Kieling, die Jäger als „Züchter von Rehwild, Rotwild, Schwarzwild“ zu diffamieren?
  • Warum darf Herr Kieling in Ihrer Sendung Werbung für seine ZDFSendung Terra X machen?

Ich würde mich freuen, in dieser Sache von Ihnen persönlich eine Antwort zu bekommen.

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„Massive Einschränkungen in der Landwirtschaft, im Tourismus und in der Lebensqualität unserer ländlichen Bevölkerung“

„Schutzstatus überprüfen und anpassen“: Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land übergibt Brandbrief zum Wolf an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks

Die Verbandsbürgermeisterin Steffi Friedebold hat einen von ihr und Wolfgang Gehrke, dem Vorsitzenden des Verbandsgemeinderates, an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks übergeben, in dem ein anderer Umgang mit dem Wolf angemahnt wird. In dem in der Volksstimme vollständig wiedergegebenen Schreiben heißt es:

„Seit geraumer Zeit breiten sich Wolfsrudel im Bundesgebiet aus. Der Artenschutz führt zu enormen Zuwachsraten im Wolfsbestand, so auch im Gebiet der Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land. Hohe Populationsdichten des Wolfes in unserer Region bewirken schon heute massive Einschränkungen in der Landwirtschaft, im Tourismus und in der Lebensqualität unserer ländlichen Bevölkerung.

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Italien: Wolf reißt Eselfohlen

Am Pordoijoch in der italienischen Provinz Belluno haben Wölfe ein Eselfohlen gerissen. „Das Raubtier ließ von Maggie nicht viel übrig“, berichtet das Südtiroler Nachrichtenmagazin stol.it. Bereits vor zwanzig Tagen soll eine weitere Eselin von dem Hof spurlos verschwunden sein. In Schafherden integrierte Esel werden oft als wirksamer Schutz vor Wolfsrissen ausgegeben. SE

Beitragsbild: Der verlinkte Beitrag auf stol.it (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

Bayern: Staupefall bei Fuchs in Wolfratshausen

Im Stadtgebiet von Wolfratshausen (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) musste ein Jäger Ende Juli einen Fuchs mit zentralnervösen Störungen erlegen, wie das Landratsamt Wolfratshausen mitteilt. Bei dem Kadaver, der ans Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) eingeschickt wurde, ist Staupe festgestellt worden. Hundebesitzer sollten die Impfpässe ihrer Hunde überprüfen. Die Staupe ist eine Viruserkrankung, an der vor allem Hunde, aber auch Füchse und andere Fleischfresser wie Frettchen und Waschbären erkranken. Katzen können den Erreger aufnehmen, erkranken jedoch nicht. Eine Infektion erfolgt über das Maul oder über die Luftwege durch Exkrete und Sekrete. Die Staupe kann sich an verschiedenen Organen manifestieren, sodass folgende Symptome auftreten können: Zentralnervöse Störungen, katarrhalische Form mit Augen- und Nasenausfluss, Lungenentzündung, Durchfall und Erbrechen oder die Veränderung der Hautform mit Verhärtung der Ballen (Hard Pad Disease).

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„Grüne unterstellen Schießwütigkeit“

Der baden-württembergische FDP-Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Rülke kritisiert im Focus den illegalen Abschuss der Schluchsee-Wolfs (JAWINA berichtete). Er stellt aber auch die überfällige „Frage nach der politischen Verantwortung für ein Klima, in dem ein Täter oder eine Täterin meinte, die Frage nach dem Umgang mit der Rückkehr des Wolfes im Alleingang klären zu müssen.“

Rülke kritisiert den Umgang mit dem Thema in der von Grünen und Wolfsfreunden dominierten Auseinandersetzung mit dem Wolf, bei der abweichende Meinungen mit demagogischen Methoden abgewertet würden: „Ein Blick nach Ostdeutschland oder ins benachbarte Frankreich zeigt, diese Bedenken sind keineswegs aus der Luft gegriffen. Allein im Jahr 2015 wurden in Frankreich 8935 Nutztiere vom Wolf gerissen. […] Vor diesem Hintergrund gilt es, eine ehrliche und offene Diskussion darüber zu führen, welchen Raum wir dem Wolf in einer dicht besiedelten Kulturlandschaft bieten können. […] Doch was tut die grün-geführte Landesregierung? Sie schickt einen Hinterbänkler aus ihren eigenen Parlamentarierreihen als „NABU-Wolfsbotschafter“ durch das Land,  um die Leute mit warmen Worten über das „faszinierende Raubtier“ abzuspeisen, und verweist auf einen „Handlungsleitfaden Wolf“. Wer mit konkreten Vorschlägen für ein praktikables Wolfsmanagement aufwartet, wird von den Grünen umgehend in die Ecke der Naturfeinde gestellt.“ Leseempfehlung! SE

Beitragsbild: Der aus dem Schluchsee geborgene Wolf bei Überlingen. Quelle: FVA/privat

 

 

Weidmannsheil: Jäger groundet Flugdrohne

Ein Jäger in Hermagor, einem Bezirk des österreichischen Bundeslandes Kärnten hat eine Flugdrohne abgeschossen, die ihn offenbar genervt hat. Nach dem Schuss des Jägers fiel das Flugobjekt „wie ein Stein vom Himmel“, berichtet die KronenZeitung. Der Vorfall soll sich bei einem Freiluftfest ereignet haben. Die Bezirkshauptmannschaft, laut KronenZeitung die gemäß Luftfahrtgesetz zuständige Behörde, hat Ermittlungen aufgenommen. Die Beteiligten schweigen zu dem Vorfall. Man wolle nicht, dass der Vorfall für noch mehr Aufregung sorge, als er bereits tue. SE

Beitragsbild: Flugdrohne. Copyright: Schekinov Alexey Victorovich, Quelle: Wikipedia. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported Lizenz.

Waffenrecht: Waffenverbotszonen in Sachsen beschlossen

Sachsen kann künftig Waffenverbotszonen einrichten – Kabinett beschließt neue Verordnung zum Waffengesetz – Ein weiteres Beispiel für sinnlose Symbolpolitik durch Waffenrechtsverschärfungen

Das sächsische Kabinett hat gestern eine neue Verordnung der Sächsischen Staatsregierung zur Durchführung des Waffengesetzes (Sächsische Waffengesetzdurchführungsverordnung – Sächs-WaffGDVO) beschlossen. Demnach ist es im Freistaat künftig möglich, sogenannte Waffenverbotszonen an Kriminalitätsschwerpunkten einzurichten. Dabei geht es insbesondere um Bereiche, in denen gehäuft Straftaten unter Einsatz von Waffen begangen werden, wie Raub, Körperverletzungen, Bedrohungen und Sexualdelikte. Die zuständigen Sicherheitsbehörden und die betroffenen Kommunen stimmen sich darüber ab, ob und wo Waffenverbotszonen eingerichtet werden, welchen Umfang die Verbote haben und ob es zeitliche Einschränkungen gibt. Es wird Aufgabe der Polizei sein, in solchen Zonen nach Polizeirecht zu kontrollieren, gegebenenfalls auch nach Waffen zu durchsuchen. Außerdem drohen empfindliche Geldbußen. Je nach Schwere und Häufigkeit der Ordnungswidrigkeiten sind Bußgelder bis zu 10.000 Euro möglich. Für private Sicherheitsdienste, Handwerker, Gastronomen und Anwohner gelten unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen.

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Brandenburg: Weiterer Wolf erschossen

+++ Namibia: Elefant tötet Großwildjäger +++

Ein bereits im Juni bei Ratzdorf (Landkreis Oder-Spree) von einem Angler tot aufgefundener Wolf ist erschossen worden, wie der rbb unter Berufung auf eine Mitteilung des Landesumweltamtes berichtet. DIes habe die Untersuchung des Kadavers durch das Berliner Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) ergeben. Da die Wölfin am Oderufer gefunden wurde, könne es auch sein, dass sie in Polen geschossen worden sei und dann auf die deutsche Seite getrieben sei. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. SE

Beitragsbild: Deich an der Oder (Symbolbild). Foto: SE

NRW: Verbraucherschutzministerium übernimmt Kosten für Trichinenuntersuchung von Frischlingen

Im Rahmen eines Pilotprojekts übernimmt das NRW-Verbraucherschutzministerium einen Großteil der Kosten für die Trichinenschau bei Frischlingen. Dieses Projekt soll in der Jägerschaft den Anreiz erhöhen, den Bestand an Schwarzwild in NRW zu verringern. Dies ist eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen gegen die afrikanische Schweinepest (ASP), die auch über die Wildschweinpopulation eingeschleppt und verbreitet werden kann. Für die Trichinenuntersuchung bei den Kommunen anfallende Gebühren werden mit maximal zehn Euro gestützt. Mit dem Projekt soll geprüft werden, inwieweit durch eine Gebührenreduzierung wirksame Anreize geschaffen werden können, um eine intensivere Bejagung bei Frischlingen zu erreichen. Ein entsprechender Erlass ist bereits gestern (Montag, 14. August 2017) an die zuständigen Behörden versandt worden.

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DJV gibt Hinweise zur Sicherheit bei der Erntejagd

Wenn Landwirte auf den Feldern die Ernte einholen, bietet sich Jägern die Chance, vor allem Wildschweine zu bejagen. In der sonst dicht bewachsenen Feldflur ist die Erntejagd eine effektive Methode. Dabei steht die Sicherheit ganz vorn, Hinweise gibt der DJV.

Die Getreide- und Rapsernte bietet Jägern die Möglichkeit zur sogenannten Erntejagd. Nachdem die dicht bewachsenen Felder bisher wenig Chancen auf Jagderfolg boten, besteht von Juli bis Oktober die Gelegenheit, vor allem Wildschweine zu bejagen. Das ist wichtig, da die Schwarzwild-Population dank idealer Lebensbedingungen in der Feldflur stark wächst. Das Eingreifen in die Bestände ist auch aufgrund des Risikos der Afrikanischen Schweinepest notwendig, eine Seuche, die sich von Ost- nach Mitteleuropa ausbreitet und auch Hausschweine bedroht.

Sicherheit geht jedoch vor Jagderfolg: Jäger und Landwirte sollten Erntejagden eng abstimmen und sorgsam vorbereiten. Alle beteiligten Personen sollten aus Sicherheitsgründen gut und weithin sichtbar sein – idealerweise durch das Tragen von Warnwesten. Zur Planung gehört auch, Warnschilder an Straßen aufzustellen und an das Jagdgebiet angrenzende Pferde- oder Viehhalter zu informieren.

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Projektil in Schluchsee-Wolf gefunden

Illegale Abschüsse sind mit hohem Risiko verbunden

In der Leber des tot aus dem Schluchsee geborgenen Wolfs ist ein Projektil geborgen worden, wie das Umweltministerium Baden-Württemberg mitteilte: „Der tote Wolf weist Verletzungen im Brustbereich auf. Diese stammen von einem Projektil, das in der Leber des Wolfes gefunden wurde. Nähere Informationen zum möglichen Tathergang können aus ermittlungstaktischen Gründen zum jetzigen Zeitpunkt nicht mitgeteilt werden.“ Je nach Zustand des aufgefundenen Geschosses könnte es möglich sein, nicht nur Art und Hersteller der verwendeten Munition sowie das Kaliber der Waffe zu bestimmen, sondern das Projektil einer bestimmten Waffe eindeutig zuzuordnen. Die Bild-Zeitung fragt demgemäß auch schon, ob jetzt „alle Jäger zur Waffenprobe“ müssten. Die Fahnder nähmen die „örtlichen Jagdreviere ins Visier.“

Der Fall verdeutlicht das hohe Risiko, das mit illegalen Wolfs-Abschüssen verbunden ist. Der Red. ist zwar bisher nur ein Fall aus dem Jahr 2008 bekannt, in dem es zu einer Verurteilung kam. Damals hatten mehrere Jäger bei einer Jagd im Wendland auf einen Wolf geschossen, der zuvor bereits von einem unbekannten Schützen einen Schuss erhalten hatte. Sie wollten das Tier von seinen Qualen erlösen und wurden zu hohen Geldstrafen verurteilt. Ein Prozessbeobachter hatte seinerzeit resümiert, dass sich im Gerichtssaal mehr Gutachter, Zeugen und Ermittler befanden, als in manchem Mordprozess. Dies verdeutlicht den Aufwand, den Polizei und Gerichte treiben, um den Tätern bei illegalen Wolfsabschüssen auf die Spur zu kommen. Und es kann kein Zweifel daran bestehen, dass die Justiz geneigt sein wird, am Nächsten, der sich erwischen lässt, mit einem abschreckenden Urteil ein Exempel zu statuieren, um diese Form von Selbstjustiz zu unterbinden.

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Bundesumweltministerin: „Wolfsjagd hilft nicht gegen Nutztierrisse“

+++ Indien: 15 Menschen getötet – 50 Mann starkes Wildhüter-Team tötet aggressiven Elefanten +++ CDU-Politiker werben für Bündnis mit den Grünen +++

Nachdem Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sich bereits mit der Forderung nach einer Abschussquote für Wölfe (JAWINA berichtete) hervorgewagt hat, denkt angesichts wachsender Wolfs-Skepsis in der Bevölkerung nun auch der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) über eine Bejagung von Wölfen nach, wie die Schwäbische Zeitung berichtet. Demgegenüber erteilt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) der Forderung nach einer Bejagung der Wölfe weiterhin eine klare Absage: Im Interview mit NWZonline erklärte sie, die Forderung nach einer Bejagung sei „rechtlich nicht haltbar.“ Zudem helfe „die Jagd nun einmal nicht, Risse bei Nutztieren zu vermeiden“.  Das Ausmaß der Schäden an Nutztieren sei weder von der Größe des Wolfsbestandes noch von der Anzahl der Nutztiere in einem Gebiet abhängig. Entscheidend sei vielmehr, wie gut oder schlecht die Nutztiere geschützt seien. Außerdem kritisierte Hendricks die illegale Tötung des tot aus dem Schluchsee geborgenen Wolfs (JAWINA berichtete): Der illegale Abschuss eines Wolfs sei eine Straftat, […], es gehe nicht, „dass sich Menschen über das Gesetz erheben und damit nach Wild-West-Manier handeln.“

Abgesehen davon, dass es doch zunehmend drollig wirkt, wenn Vertreter einer Bundesregierung, die sich z.B., in der Euro- und Flüchtlingskrise seit Jahren leichthändig über geltendes Recht und geschlossene Verträge hinwegsetzt (und somit durchaus als Vorreiter und Vorbild im Handeln nach Wild-West-Manier gelten kann), an die Rechtstreue der Bevölkerung appelliert, abgesehen auch davon, dass Hendricks‘ Behauptung, dass die Jagd auf Wölfe Nutztierrisse nicht vermeide, klar kontrafaktisch ist – schließlich hat die lokale Ausrottung des Wolfs in Deutschland die Anzahl der Nutztierrisse durch diese Art nachweislich auf null gesenkt – abgesehen davon bleibt die Frage bestehen, warum die Bejagung der Wölfe gegen Nutztierrisse nicht helfen soll.

Die Begründung dafür bleibt Hendricks schuldig, weshalb wir hier eine wissenschaftlich fundierte Begründung nachliefern – und damit zugleich ein schönes Beispiel für die Nutzbarmachung sorgsam selektierter wissenschaftlicher Erkenntnisse im politischen Tagesgeschäft bringen.

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Brandenburg: Mehr als zwanzig Vogelarten durch Windkraft bedroht

Neben Schreiadler, Rotmilan und Mäusebussard sind mehr als zwanzig weitere Vogelarten durch WIndkraftanlagen in ihrem Bestand bedroht, wie eine jüngst aktualisierte Studie der Vogelschutzwarte Brandenburg belegt. Allein in Brandenburg fallen jährlich etwa 300 Rotmilane den Rotoren der Windkraftanlagen zum Opfer, ca. 1500 Rotmilane sterben jährlich in deutschen Windparks. Hinzu kommen Verluste durch Horstzerstörungen krimineller Windkraftprofiteure.  Da mehr als 50 Prozent des weltweiten Rotmilanbestands in Deutschland heimisch sind, trägt Deutschland eine besondere Verantwortung für Schutz und Erhaltung dieser Art.

Den stark gefährdeten Schreiadler betreffend resümiert die Studie der Vorgelschutzwarte: „Kaum systematische Totfundsuche an problematischen Standorten. Im deutschen Verbreitungsgebiet der Art existierten Ende 2015 etwa 1.700 WEA [Windenergieanlagen], von denen die Masse noch nie systematisch untersucht wurde (LANGGEMACH 2017). Aktuell ist nur noch ein geringer Anteil der Brutplätze weiter als 6 km vom nächsten WP [Windpark] entfernt, und über 30 Brutplätze (von derzeit ca. 110) haben sogar WEA im 3-km-Radius (BELLEBAUM et al. 2016). Mit hohem Kollisionsrisiko ist zu rechnen, wodurch das Risiko eine für die Population verkraftbare Schwelle von 1 bis 2 Altvogelverlusten pro Jahr (alle Todesursachen kumulativ!) zu überschreiten, steigt.“ SE

Beitragsbild: Toter Mäusebussard vor Windrad. Foto: SE

Die Red. dankt JAWINA-Leser JG für den Hinweis!

Mecklenburg-Vorpommern: Rotwild verursacht tödlichen Verkehrsunfall

Ein Rudel Rotwild hat in der Schwinzer Heide zwischen Bossow und Alt Schwinz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) einen folgenschweren Wildunfall verursacht. Ein 52-jähriger Kradfahrer befuhr zusammen mit anderen Kradfahrern die Kreisstraße aus Bossow kommend in Richtung Dobbertin. Auf Höhe der Unfallstelle wechselte ein Rudel Rotwild von rechts nach links über die Fahrbahn. Ein Hirsch lief unmittelbar in den Geschädigten. Dieser stürzte daraufhin und wurde lebensbedrohlich verletzt. Unter ständigen Reanimationsmaßnahmen wurde der Motorradfahrer mit einem Rettungswagen in die Klinik nach Plau am See verbracht. Trotz aller durchgeführten Rettungsmaßnahmen verstarb der verunfallte Kradfahrer wenig später im Krankenhaus. PM

Beitragsbild: Wildunfall (Symbolbild). Foto: SE

Zwei tote Wolfswelpen auf Truppenübungsplatz Munster

+++ Niedersachsen: „Aktionsbündnis aktives Wolfsmanagement“ gegründet +++ Baden-Württemberg: Rotmilan klaut Grillgut +++ Hessen: Wildschwein nach Ausflug in Wiesbaden erschossen +++ Sachsen: Wildschwein verursacht Unfall auf der A4 +++

Am 8. August wurden dem NLWKN-Wolfsbüro Hannover zwei im Bereich des Truppenübungsplatz Munster Nord tot aufgefundene Welpen gemeldet. Diese wurden durch Mitarbeiter des Wolfsbüros abgeholt und für weitere Untersuchungen zum Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) nach Berlin geschickt, um unter anderem die Todesursache zu klären. Außerdem werden genetische Proben an das Senckenberg-Institut in Gelnhausen geschickt, um die Herkunft der beiden Welpen zu klären. Über die Ergebnisse wird das Wolfsbüro informieren. Ob die Anfang Juli bei Bispingen tot aufgefundene Wölfin (JAWINA berichtete) das Muttertier der beiden Welpen ist, kann noch nicht geklärt werden. PM

Beitragsbild: NLWKN-Internetseite mit der Welpen-Meldung. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

Flinte weg

Wenn es noch eines weiteren Beleges dafür bedürfte, dass Waffenbesitzer vor deutschen Gerichten nicht mit Gnade, Entgegenkommen oder Milde rechnen dürften – das Amtsgericht Schwelm (NRW, Ennepe-Ruhr-Kreis), hätte ihn erbracht: Das Gericht verhandelte am 25.07. über die Folgen eines Waffengeschäfts zwischen einem Österreicher und einem Deutschen: Der Österreicher hatte von dem Deutschen eine Bockflinte der Marke Winchester im Wert von 3500 Euro erworben. Beide sind im Besitz eines gültigen Jagdscheins und somit berechtigt, eine solche Waffe zu erwerben bzw. an Berechtigte zu veräußern – allerdings nur in ihren jeweiligen Heimatländern. Der Waffenverkauf an einen berechtigten Ausländer ist nicht unmöglich, allerdings müssen vorher die erforderlichen behördlichen Genehmigungen eingeholt werden, alternativ kann das Geschäft über einen entsprechend lizensierten Händler abgewickelt werden. Dies war in diesem Fall unterblieben, weshalb es zu einem Verfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz kam. Es spricht einiges dafür, dass die an dem Waffenkauf Beteiligten sich keines Verstoßes gegen das Waffenrecht bewusst waren, denn der Verkäufer zeigte den Verkauf der Waffe ordnungsgemäß innerhalb der Zwei-Wochen-Frist bei der Waffenbehörde an.

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Jagdschein weg

Der Kläger, ein Jäger, ist Inhaber einer Waffenbesitzkarte, in der eine halbautomatische Pistole, ein Revolver, drei Repetierbüchsen und eine Doppelflinte eingetragen sind. Er wurde wegen vorsätzlicher Nachstellung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt, weil er zusammen mit einem Mittäter ein Ehepaar über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr mit Telefonanrufen unter Verwendung eines „Lachsacks“ auch in der Nacht terrorisiert hatte. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Daraufhin widerrief der Landkreis Birkenfeld die waffenrechtlichen Erlaubnisse, zog den Jagdschein ein und verlangte ferner unter anderem die Rückgabe der Waffenbesitzkarte und des Jagdscheins. Nach Durchführung eines erfolglosen Widerspruchsverfahrens suchte der Kläger beim Verwaltungsgericht um Rechtsschutz nach.

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Groteske Anschuldigung gegen Jäger: „Alte und kranke Hunde auf Wildschweine gehetzt“

+++ Mecklenburg-Vorpommern: Wölfe reißen jungen Ochsen +++ Mecklenburg-Vorpommern: Wölfe reißen Schafe auf dem Darß +++ Niedersachsen: Tödlicher Wildunfall – Mann stirbt nach Kollision mit Fuchs +++ Brandenburg: Elche bei Golzow (Landkreis Märkisch-Oderland gesichtet +++

Die Tageszeitung Trierischer Volksfreund (TV) setzt sich mit lügnerischen Anschuldigungen gegen Jäger auseinander, die im Zusammenhang mit Erntejagden bei Wallscheid (Rheinland-Pfalz, Landkreis Bernkastel-Wittlich) erhoben wurden: Angeblich setzten Jäger dort „rücksichtslos alte und kranke Hunde ein, die auf Wildschweine losgelassen würden und danach erschöpft und orientierungslos von den Freiwilligen Helfern der Feuerwehr eingefangen werden müssten.“ Den Anlass für diese grotesken Unterstellungen lieferte ein Einsatz von Stöberhunden in einem Maisfeld. Offenbar waren mehrere der Hunde dabei in der Umgebung gesehen worden und als freilaufende Hunde Polizei und Feuerwehr gemeldet worden.

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Tschechien klagt gegen EU-Waffenrecht

Tschechien hat, wie angekündigt (JAWINA berichtete), Klage gegen die Verschärfung des EU-Waffenrechts vor dem EU-Gerichtshof in Luxemburg eingereicht. „Eine derart massive Bestrafung anständiger Waffenschein-Besitzer ist für uns inakzeptabel“, sagte der Innenminister Milan Chovanec gegenüber dem ORF. Konkret geht es um die Regelung, dass Legalwaffenbesitzer künftig keine halbautomatischen Waffen mit mehr als 20 Patronen Magazinkapazität bei Kurzwaffen und mehr als zehn Patronen bei Langwaffen besitzen dürfen. Die schärfere Reglementierung von Legalwaffenbesitzern war von der EU als eine Reaktion auf die Pariser Terroranschläge beschlossen worden – eine Argumentation und Vorgehensweise, die für viele Legalwaffenbesitzer wie Jäger, Sportschützen oder Sammler eine Zumutung und einen Akt verzweifelter Symbolpolitik darstellt. Der ORF unterstellt Tschechien wirtschaftliche Interessen, da das Land über eine bedeutende Sport- und Jagdwaffenindustrie verfügt – wie Deutschland übrigens auch. SE

Beitragsbild: Jagdliche Halbautomaten. Foto: SE

Mecklenburg-Vorpommern: Jungrind von Wölfen gerissen

Auf einer Weide bei Niendorf an der Rögnitz (Landkreis Ludwigslust-Parchim) wurde gestern ein getötetes Jungrind gefunden. Der umgehend hinzugezogene Rissgutachter des Landes fand eine Reihe von Hinweisen, die auf einen oder mehrere Wölfe als Verursacher verweisen. Zur weiteren veterinärpathologischen Untersuchung wurde das Tier in das zuständige Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) gebracht. Zudem wurden Proben für eine genetische Untersuchung genommen. Der betroffene Tierhalter kann aus der Förderrichtlinie Wolf Kompensationszahlungen für das tote Rind erhalten.

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Wildschadensfälle abwickeln und Biotope gestalten: 20 Revierjäger bestehen Abschlussprüfung

„Jetzt ist es an der Zeit das Erlernte und die gemachten Erfahrungen weiterzugeben,“ so der Tenor aus dem Prüfungsausschuss im Ausbildungsberuf „Revierjäger/in“. Nach anstrengenden Prüfungstagen haben 20 Auszubildende, darunter eine junge Kollegin, ihre dreijährige Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen. Sie dürfen nun offiziell die Berufsbezeichnung „Revierjäger bzw. Revierjägerin tragen. Prüfungsbester des Jahrganges ist Christian Rühle aus Niddetal (Hessen), der seine Ausbildung bei Wildmeister Karsten Strehl und in der Jagdschule Emsland bei Ausbilder Wildmeister Hans Hillebrand absolvierte.

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„Stichwort Obergrenze“

Das im Auftrag von WLV und VJE von Prof. Dr. Pfannenstiel erstellte Wolfsgutachten – jetzt zum Download auf JAWINA

Das von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel im Auftrag des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) und des Verbands der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe (VJE) erstellte Gutachten „Der Wolf (Canis lupus L. 1758) Stellungnahme zum Umgang mit dieser Tierart in der Kulturlandschaft Deutschlands“ steht nun zum Download auf JAWINA bereit. Die Lektüre dieses fundierten Gutachtens sei hiermit jedem Jäger und jedem Naturinteressierten nachdrücklich ans Herz gelegt.

Aus dem Gutachten (S. 5f.)

„Wenn der Wolf in absehbarer Zeit regulär bejagt werden wird, gebietet es die Rationalität, das in unserem Land langjährig erprobte und in der Mehrheit der Fälle gut funktionierende System zur Regelung der Bejagung zu nutzen und daneben kein weiteres außerhalb des Rechtskreises Jagd aufzubauen. Fachliche Unterstützung der Jagdbehörden bei der Überwachung des Populationszustandes und bei der Festsetzung von Abschussplänen für den Wolf könnten unabhängige Institutionen der Bundesländer bzw. ein Bundesinstitut zusätzlich geben.

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Mecklenburg-Vorpommern: Vier Wolfswelpen in der Lübtheener Heide

Für das erste der drei in Mecklenburg-Vorpommern bekannten Wolfsrudel wurde der diesjährige Nachwuchs dokumentiert: Auf der Naturerbe-Bundesfläche Lübtheener Heide bestätigen Fotofallenbilder 4 Welpen. Das Lübtheener Wolfsrudel hat seit 2014 jährlich Nachkommen aufgezogen. Das Wolfsmonitoring mit Fotofallen wird vom Bundesforstbetrieb Trave der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) durchgeführt.
Für das Kalißer Wolfsrudel (seit 2016) und das Ueckermünder Wolfsrudel (seit 2014) stehen die aktuellen Welpennachweise noch aus. Im Bereich der Brohmer Berge hat sich ein Wolfspaar angesiedelt: die Fähe ist ein Nachkomme aus dem östlich angrenzenden Ueckermünder Rudel, der Rüde stammt aus dem Rudel im Raum Möckern (Sachsen-Anhalt). Ob es dort bereits Nachwuchs gegeben hat, ist derzeit noch offen und wird weiter untersucht.

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Müller-Schallenberg: Wolf nicht ins Jagdrecht überführen!

Nabu: Unnötige Debatte

NRW-Jägerpräsident Ralph Müller-Schallenberg hat zu einem Wolfsgutachten Stellung genommen, das der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband e.V. (WLV) und der Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe (VJE) gestern vorgelegt haben. Die angestoßene Debatte über den Wolf in NRW sei richtig und wichtig, meinte Schallenberg. Die Position des Landesjagdverbandes NRW zum Wolf sei davon unabhängig und orientiere sich zu 100 Prozent an jener des Deutschen Jagdverbandes, die auf dem Bundesjägertag 2015 verabschiedet wurde. Ralph Müller-Schallenberg: „Mit Blick auf die gesellschaftliche Diskussion und die Sicherheit unserer eigenen Mitglieder ist es ausdrücklich keine Forderung des Landesjagdverbandes, den Wolf ins Jagdrecht zu überführen.“ Vielmehr seien Probleme mit Wölfen ordnungsrechtliche Probleme und müssten auch ordnungsrechtlich behandelt werden.

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Hessen: Wolf im Reinhardswald gesichtet

Hessische Forstbeamte und Jäger haben am 3. und 4. August 2017 im Südteil des Reinhardswaldes zwischen Holzhausen, Gahrenberg, Hann. Münden und Wilhelmshausen ein frei laufendes wolfsähnliches Tier in der Größe eines Schäferhundes gesichtet. Zwar wurden mehrere Fotos des Tieres mit einer Handykamera aufgenommen. Leider sind diese aber zu unscharf, um eine eindeutige Bestimmung zuzulassen. Von der Naturschutzverwaltung  eingeschaltete Wolfssachverständige konnten lediglich bestätigen, dass es sich möglicherweise um einen Wolf gehandelt haben könnte. Wissenschaftlich eindeutige Belege liegen momentan nicht vor. Es bleibt abzuwarten, ob weitere Hinweise gefunden werden.

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Toter Wolf im Schluchsee: LJV verurteilt illegale Tötung

Am 8. Juli 2017 wurde im Schluchsee ein toter Wolf gefunden. Wie nun das Umweltministerium Baden-Württemberg mitteilt, wurde der Rüde erschossen. Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann und sein Stellvertreter Wolf Riedl, gleichzeitig Kreisjägermeister im Hochschwarzwald, sind entsetzt.  „Wir verurteilen diese Tat. Der Abschuss ist für unsere Bemühungen um einen sachlichen und zielorientierten Umgang mit Wolf und Luchs ein herber Rückschlag“, erklärte Dr. Friedmann. Als Interessensvertretung der Jägerinnen und Jäger im Land und als anerkannte Naturschutzorganisation fordert der LJV eine konsequente Strafverfolgung.

Der LJV ist über die Tat auch deshalb verärgert, weil er sich seit Langem in Sachen Wolf einsetzt: Wir haben – gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland – bereits 2008 die Erstellung eines Handlungsleitfadens initiiert. Darin geht es um den Umgang mit zuwandernden Wölfen und einen Entschädigungsfonds für Nutztierrisse. Außerdem unterstützt der LJV seit 2010 mit rund 30 speziell geschulten wolfskundigen Jägerinnen und Jägern das Monitoring von in Baden-Württemberg auftretenden Wölfen.

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Jagdpächter Wobke – ganz allein auf sich gestellt

Eine wahre Geschichte

„Heute könnte es was werden“, freut sich Jagdpächter Wobke. Die Erntemaschinen haben breite Schneisen in das Roggenfeld gedroschen, dazwischen, wo der Boden nach den ausgiebigen Regenfällen der letzten Zeit zu feucht war und die schweren Häcksler stecken zu bleiben drohten, stehen noch große Flächen des Deckung und Äsung bietenden Getreidemeers. Aber auf dem Weg zum Wassergraben müssten die Sauen an irgendeiner Stelle Schneisen queren, die gutes Schussfeld bieten. Wobke hat den Hochsitz an der Schonung bezogen, direkt an der Waldkante, mit gutem Blick über die rechte Seite des großen Getreideschlages. Die linke Seite hat Mitpächter Friese im Blick, der auf der hohen Leiter an der Grabenkante sitzt. Jetzt müssen die Sauen nur noch kommen.

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Von Spatzen und Katzen

Ausgesetzte Haustiere richten in der Tierwelt oft erheblichen Schaden an. Der DJV appelliert zum Internationalen Tag der Katze am 8. August 2017 an das Verantwortungsbewusstsein von Haustierhaltern.

Etwa 2 Millionen streunende, besitzerlose Katzen gibt es in Deutschland nach Angaben von Tierschutzverbänden. In der Urlaubszeit landen besonders viele Haustiere auf der Straße. Teilweise müssen diese dann unter erbärmlichen und tierschutzwidrigen Umständen in freier Wildbahn ihr Leben fristen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) betont, dass nicht nur die Haustiere selbst leiden, sondern auch die heimische Tierwelt: Nach Hochrechnungen auf Basis mehrerer Studien fallen mindestens 14 Millionen Singvögel in Deutschland verwilderten Hauskatzen zum Opfer. Diese machen nur ein Viertel der Beute aus; hinzu kommen 70 Prozent kleine Säuger und zahlreiche Reptilien.

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Die Einsamkeit des Öko-Jägers

Johann B. (62) ist der einzige Öko-Jäger – das einzige Mitglied im sogenannten Ökologischen Jagdverband (ÖJV) – im niedersächsischen Landkreis Diepholz. Eine Jagdgelegenheit hat er auch nicht. Wenn man den Bericht über ihn auf kreiszeitung.de gelesen hat, ahnt man auch, warum. SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten Artikels auf kreiszeitung.de (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

Wolfswelpen im Bayerischen Wald nachgewiesen

Bei der aktuellen routinemäßigen Auswertung einer Fotofalle im Nationalpark Bayerischer Wald wurden drei Jungtiere bestätigt. Die Aufnahme stammt vom 28.07.2017. Es handelt sich damit um den ersten Nachweis von Jungwölfen bei freilebenden Tieren in Bayern seit rund 150 Jahren. Die Behörden, Interessenverbände und Vertreter von Nutztierhaltern vor Ort wurden informiert, so das Landesamt für Umwelt in einer Pressemitteilung. Seit 2006 werden in Bayern immer wieder einzelne Wölfe nachgewiesen. Es handelt sich in der Regel um durchziehende Jungtiere, die entweder aus der südwestlichen Alpenpopulation oder nordosteuropäischen Tieflandpopulation stammen. Standorttreue Wölfe, d. h. Wölfe, die länger als ein halbes Jahr in einer Region nachgewiesen werden können, gibt es derzeit im Nationalpark Bayerischer Wald und auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Dort wurde seit Ende 2016 jeweils ein Wolfs-Paar bestätigt.

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Zerwirk-Zubehör: Gut zerwirkt ist halb verkauft

Ein Beitrag von Frank Martini

Bio und Premium – die Attribute, die wir Jäger Wildfleisch zuschreiben, treffen auf gleichklingende Bedürfnisse beim Verbraucher. Die muss man nur zu bedienen wissen!

Hand aufs Herz: Wie viele Menschen außerhalb Ihres jagdlichen Umfeldes kennen Sie noch, denen Sie mit einem frisch erlegten Hasen von der ersten Treibjagd leuchtende Augen bereiten würden? So ursprünglich tierische Nahrung noch aussehen mag, aber wo noch Augen rausgucken und noch Haare drauf sind, erregen wir mit unserem Beuteangebot bei der weiten Mehrheit der Verbraucher günstigstenfalls Ratlosigkeit, schlimmstenfalls sogar Abscheu. Dabei würden mit keiner dieser Reaktionen Zweifel an der lukullischen wie ernährungsphysiologischen Qualität unseres Angebots zum Ausdruck kommen, sondern schlicht Ratlosigkeit.

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Erster ASP-Ausbruch in Rumänien

In dem rumänischen Kreis Satu Mare im Nordwesten des Landes an der Grenze zu Ungarn und der Ukraine, ist der erste Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) gemeldet worden. Wie die Weltorganisation für Tiergesundheit (World Organisation for Animal Health, OIE) bestätigt, waren waren vier Hausschweine betroffen, die in einem Hinterhof gehalten wurden. Eines der Schweine starb, die übrigen wurden geschlachtet und sicher entsorgt. Die Infektionsquelle ist noch unbekannt, die Nachforschungen dauern an. Nach ASP-Fällen in Moldawien waren verschiedene Regionen Rumäniens, darunter Satu Mare, bereits als Risikogebiete für ASP identifiziert worden. Um das Infektionsgebiet wird ein Sperrgebiet errichtet, in dem verschiedene Maßnahmen angeordnet werden, um die weitere Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Dazu gehören die Kontrolle der örtlichen Wildschweinpopulation, die Desinfektion von Fahrzeugen und die Vernichtung von Kadavern und möglicherweise belasteten landwirtschaftlichen Erzeugnisse durch offizielle staatliche Stellen. SE

Beitragsbild: Meldung der ASP-Erstinfektion aus Rumänien auf der Internetseite der OIE. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

Verein Hirschmann wildert in fremden Revieren

Erstaunliches lässt der Verein Hirschmann (VH) verlauten: In der aktuellen Ausgabe des Hirschmannbriefs von 2016 heißt es auf S. 36: „Unsere Hundeführer werden älter (wie die Vorstandsmitglieder auch), die „Masse“ der nachdrängenden jungen Nachwuchsführer ist durchaus überschaubar und der jährliche Bedarf an Welpen orientiert sich eher an dieser Entwicklung als an der Notwendigkeit, dass es besser wäre, anstatt 60 eben 80 Welpen [Hört, hört!, Anm. d. Red.] zu züchten. Wie kann man diese Zahlen sinnvoll beeinflussen?

Es wäre gut, auf fähige junge Leute zurückzugreifen, auch wenn diese zur Zeit einen Jagdhund anderer Rasse führen. Wichtig ist es meines Erachtens, gute und leistungsfähige Hundeführer (übrigens auch im SHVD) zu identifizieren, die gut in unsere Reihen passen würden und mit denen schon heute vor Ort eine gute Zusammenarbeit gepflegt wird.

Sie sind alle aufgerufen, insbesondere aber unsere Nachsuchenführer in allen Regionen Deutschlands, die Führer zu identifizieren, namhaft zu machen, zu benennen, zu überzeugen und ihnen den Weg in den VH und zu einem Welpen zu eröffnen.“

Da drängen sich doch Fragen auf: Hat der VH so große Nachwuchssorgen (wie war das mit der „Masse“ der nachdrängenden Nachwuchsführer und dem alternden Verein?), dass er es nötig hat, seine Mitglieder in der offiziellen Vereinspostille aufzufordern, anderen Vereinen die Mitglieder abzuwerben? Und dann beim SHVD – dem Gottseibeiuns, dem Dissidentenverein, den angeblichen Schwarzzüchtern? Haben die Verantwortlichen beim VH nicht die Befürchtung, dass das selbst von den eigenen Mitgliedern als grob unsportliches Verhalten aufgefasst werden würde? Oder verbirgt sich in dem Eingeständnis, dass mit den Hundeführern vom SHVD „vor Ort eine gute Zusammenarbeit gepflegt wird“, zwischen den Zeiler eine Anerkennung der Hunde und Hundeführer des SHVD und damit dessen Zucht und Vereinsarbeit?

Wir haben den VH und den SHVD um Stellungnahme gebeten…

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Bayern: Ohne Führerschein gefahren – Jagdschein weg

Ein 55 Jahre alter Jäger aus dem Allgäu, der mehrfach ohne Führerschein Auto gefahren ist, muss Jagdschein und WBK und in der Folge seine Jagdwaffen nebst Munition abgeben. Wie das Onlineportal all-in.de berichtet, hatte das Landratsamt Ostallgäu als zuständige Waffenbehörde dem Mann wegen der wiederholten Fahrten ohne Führerschein die waffenrechtliche Zuverlässigkeit aberkannt. Da er der Aufforderung, Waffen und Munition abzugeben, nicht nachkam, beschlagnahmte das Landratsamt diese dem Bericht zufolge. Das führte zu einem Verfahren vor dem Amtsgericht Kaufbeuren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Da der 55jährige mehrfach wegen der Fahrten ohne Fahrerlaubnis verurteilt worden war, verhängte das Gericht all-in.de zufolge eine Freiheitsstrafe von elf Monaten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. SE

Beitragsbild: Schneller weg, als man denkt – der Jagdschein. Foto: SE