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Österreich: Jäger bestreiten Bachen-Abschuss

Erfolg für Jagdgegner: Gatterjagd auf Sauen im Burgenland verboten – Landrätin: „nordkoreanische Verhältnisse“ im Burgenländischen Jagdverband

Jagdgegner hatten den Teilnehmern einer (angeblich stattgefunden habenden) Drückjagd im österreichischen Bundeland Burgenland vorgeworfen, eine hochbeschlagene Bache geschossen zu haben und den Aufbruch inklusive der elf Föten, die das Tier innehatte, im Schnee entsorgt zu haben (JAWINA berichtete).  Jetzt hat sich der Bezirksjägermeister des Burgenlands. Kurt Kanzer, an die Presse gewandt: Es habe „nachweislich keine Wildschweinjagd“ in dem betreffenden Gebiet stattgefunden, erklärte Kanzer, es handele sich um „haltlose Gerüchte“. Das Bild sei „aus dem Zusammenhang gerissen“ und zeige, dass die „vermeintlichen Tierschützer unseriös arbeiteten“.

In der Vergangenheit hatte sich gezeigt, dass die Jagdgegner vom „Verein gegen Tierfabriken“ (VgT) erstaunlich gut über Jagdtermine in den von Alfons Mensdorff-Pouilly betriebenen Gattern informiert waren. So war es in der Vergangenheit immer wieder zu Jagdstörungen gekommen, und es war den Jagdgegnern auch gelungen, tatsächliche und angebliche Verstöße gegen jagd- und tierschutzrechtliche zu dokumentieren und öffentlichkeitswirksam anzuprangern. Die VgT-Kampagnen haben den Jagdgegnern bereits eine Reihe von Erfolgen beschert, in etlichen österreichischen Bundesländern wurden in der Vergangenheit die Regelungen für Gatterjagden und die auch unter Jägern höchst umstrittene Jagd auf ausgesetzte Tiere, wie zum Beispiel Zuchtfasane, verschärft.

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Naturschutzverbände kritisieren geplanten Wolfsabschuss

Die Naturschutzverbände Nabu, WWF und IFAW kritisieren die vom sächsischen Umweltministerium erteilte Abschussgenehmigung (JAWINA berichtete) für einen vermeintlichen Problemwolf in der Umgebung von Görlitz. Das Tier, das als Welpe von Menschen gefüttert worden sein soll, war immer wieder in Ortschaften gesehen worden, wo er beispielsweise an Komposthaufen nach Nahrung suchte. In einer gemeinsamen Stellungnahme der Verbände heißt es: „Uns liegen derzeit keine Hinweise vor, dass der Wolfsrüde eine akute Gefahr für den Menschen darstellt. Auch wurden offenbar die Experten der extra dafür eingerichteten Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes für den Wolf (DBBW) nicht angehört. Die Einschätzung der in Deutschland führenden Wolfsforscher vom LUPUS Institut in Sachsen wurde sogar offensichtlich bewusst ignoriert.

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Challenger Feldtag 2008

Ost-Wolf ängstigt West-Bauern

Immer für einen (vermutlich unfreiwilligen) Lacher gut ist das nordostdeutsche Lokalblatt Nordkurier: Unter der Überschrift „Wolf aus Vorpommern ängstigt West-Bauern“ berichtet das Blatt, dass sich der durch etliche Nutztierrisse bekannten Goldenstedter Wölfin im niedersächsischen Landkreis Diepholz ein Rüde aus der Ueckermünder Heide in Mecklenburg-Vorpommern zugesellt hat. Und dass unter dem schlechten Einfluss der Wessi-Wölfin der Ossi-Wolf als erstes gelernt habe, wie einfach es sei, Nutztiere zu reißen. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) bestätigte die Fakten in einer Pressemitteilung. Darin heißt es unter der Überschrift „Aktuell zwei Wölfe in der Region Diepholz-Oldenburg-Vechta“:

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Sachsen: Problemwolf im Landkreis Görlitz soll entnommen werden

Umweltministerium erteilt Einvernehmen für Ausnahmegenehmigung des Landratsamtes Görlitz

Im Landkreis Görlitz soll ein Wolf aus der Natur entnommen werden, der sich in den letzten Wochen auffällig verhalten hat. Das Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft hat zu der sach- und gesetzkonformen Entscheidung des Landratsamtes Görlitz, nach der eine entsprechende artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung getroffen wurde, das Einvernehmen erteilt.

Das betreffende Tier war in den vergangenen Monaten immer wieder in Siedlungsbereichen des Landkreises Görlitz aufgetaucht und hatte nach Futter gesucht. Durch genetische Untersuchungen von gefundenen Haaren konnte die Identität des Wolfes ermittelt werden. Es handelt sich um einen knapp zweijährigen Wolfsrüden, der aus dem polnischen „Ruszow-Rudel“ stammt, dessen Territorium sich direkt angrenzend an Sachsen etwa auf der Höhe von Rothenburg/O.L. befindet.

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FAZ-Redakteur fordert Katzensteuer

„Gewaltiger ökologischer Fußabdruck“

Der FAZ-Redakteur Jörg Albrecht fordert in der Online-Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine Katzensteuer. Er weist auf die durch diverse wissenschaftliche Studien hinlänglich erwiesenen katastrophalen Auswirkungen allzu vieler streunender und verwilderter Hauskatzen hin. Selbst bei vorsichtiger Interpretation der Zahlen fände „dort draußen ein beängstigendes Gemetzel“ statt, schreibt Albrecht. Doch er bietet auch Lösungsvorschläge an, die von einer Chip- und Registrierungspflicht über vorgeschriebene Sterilisation mit Eintritt der Geschlechtsreife bis zur gewagten Idee reichen, „man könnte damit aufhören, den Holocaust zu beschwören, wenn sich ein Tierheim dazu entschließt, überzählige Katzen einzuschläfern.“ Man könne sogar versuchen, wagt der den Shitstorm offenbar nicht fürchtende Journalist anzuregen, „dem Elend der verwilderten Katzen vorzubeugen, indem man die Jägerschaft ohne Anpöbeleien ihrer Aufgabe nachgehen lässt.“ Hört, hört…

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Fuchs ruht sich auf Sofa aus

Am Dienstag, stattete ein Fuchs einem Mann aus Merzhausen (Baden-Württemberg, Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) am Nachmittag einen kleinen Besuch in dessen Wohnung ab. Durch ein offen stehendes Fenster gelangte der offensichtlich zahme Fuchs in das Wohnzimmer des 56-jährigen Mannes. Dort ließ er sich auf der Couch nieder und zeigte sich insgesamt völlig unbeeindruckt von dieser für ihn fremden Umgebung. Nach einem kleinen Snack in Form eines Hausschuhs, den der Fuchs genüsslich benagte, verzog sich Reineke unter die Heizung. Dort konnten ihn Polizeibeamte des Polizeireviers Freiburg-Süd mit einer Tierschlinge einfangen. Die herzlosen Beamten brachten in zurück in die Kälte. Ein spontaner aufregender Besuch mit gutem Ende, meint die Polizei. PM Polizei

Beitragsbild: Ganz eigene Vorstellungen von artgerechter Haltung legt dieser Fuchs an den Tag. Foto: Polizei

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Unermüdlich: Jäger liefern Jagdgegnern Munition

Gleich zwei echte Knaller aus der Rubrik „gelebte Öffentlichkeitsarbeit“ gibt es leider am heutigen Tag zu vermelden: In der Westfalenpost berichten drei Frauen von einem „Sonntagsspaziergang, der zu einem Alptraum“ wurde. Die Damen gingen in der Nähe von Sporke (Kreis Olpe, NRW) spazieren, als ihnen zwei Männer begegneten, gekleidet in lodengrün und signalorange. Laut riefen sie nach einem Hund. Und da war er auch schon: Ein Deutsch-Drahthaar mit Signalweste, ein Stück Rehwild hetzend. Das Reh flüchtet in eine Schonung, die ringsum eingezäunt ist – und sitzt in der Falle. Der DD greift das jämmerlich klagende Stück in die Keule. Die Frauen versuchen erfolglos, Hund und Reh zu trennen, erst den Jägern gelingt das. Sie töten das verletzte Reh. Und erklären den schockierten Frauen laut Darstellung der Westfalenpost, so sei das halt auf der Jagd, der Vorfall sei „normales Jagdgeschehen“, das gehöre nun mal dazu. WMH!

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Niedersachsen: Anhörung zur Novellierung des Landesjagdgesetzes

LJN: Landesjägerschaft gesprächsbereit – rechtliche Ausgestaltung muss stimmen

Am heutigen Mittwoch findet im Niedersächsischen Landtag die Anhörung zu einer kleinen Novellierung des Niedersächsischen Jagdgesetzes statt. Im Kern soll es bei der Novellierung um die Aufhebung des Verbots von Schallminderen, die Einführung eines Schießübungsnachweises sowie die verpflichtende Einführung von bleifreier Munition gehen. Die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) ist zu diesen Punkten gesprächsbereit, wenn die rechtlichen  Ausgestaltungen stimmen, sieht aber auch verfassungsrechtliche Probleme. Der erste Punkt der geplanten Novellierung, die Aufhebung des Verbots von Schallminderen im Niedersächsischen Jagdgesetz, ist Ländersache und diesen Vorstoß begrüßt die Landesjägerschaft ausdrücklich. Hintergrund dieser geplanten Änderung sind Aspekte des Gesundheitsschutzes: Der Mündungsknall am Gewehr soll so bei Schussabgabe minimiert werden. Entscheidend sei hier, dass die Aufhebung des Verbots dann auch für alle  gelte. „Gesundheitsschutz ist unteilbar. Folglich darf die Verwendung von Schallminderen auch nicht auf bestimmte Personenkreise wie Förster oder  Berufsjäger beschränkt sein“, so der Justitiar der Landesjägerschaft Clemens Hons. Eine Bedarfsprüfung im Einzelfall zu Lasten der Jäger, dürfe das Gesetz nicht vorsehen.

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Netzwerk Lebensraum Feldflur fordert Änderung des GAK-Rahmenplans

Agrarumweltmaßnahmen in der Biomasseproduktion – weg von den Mais-Monokulturen

Niedersachsen ist das Bundesland mit der höchsten installierten Biogas-Leistung in Deutschland. Die Zentren der Biogasanlagen sind aber auch die Hochburgen der Geflügel- und Schweinehaltung in der Nordwestdeutschen Tiefebene. Durch diese Formen der Landnutzung dominiert der Maisanbau mit zum Teil über 60 % der Ackerfläche das Landschaftsbild. Das Land Niedersachsen bietet gleichzeitig eine Vielzahl attraktiver Agrarumweltmaßnahmen. Allerdings: Keine der 15 zur Auswahl stehenden Fördermaßnahmen auf Ackerland ist dazu geeignet, auch nur einen Hektar Mais durch ein alternatives Substrat für die Biogaserzeugung zu ersetzen.

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Brandenburg: Querelen um Personalentscheidungen im Naturschutz

Naturnutzer-Verbände begrüßen Personalie – Veränderungen führen zu besserer Zusammenarbeit

Der brandenburgische Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) hat mit einer Reihe von Personalentscheidungen im Naturschutzbereich die Naturschutzverbände gegen sich aufgebracht. Unter Vogelsänger mussten bereits einige den einschlägigen Verbänden notorisch nahe stehende führende Beamte ihre Posten räumen. Zuletzt wurde der bisherige Abteilungsleiter Naturschutz, Axel Steffen, in den Bereich Immissionsschutz versetzt. Nach der Landtagswahl 2014 hatte Vogelsänger den damaligen Präsidenten des Landesumweltamtes, Matthias Freude, seines Postens enthoben. Auch der Leiter des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin, Martin Flade, wurde versetzt, gewann jedoch einen Arbeitsgerichtsprozess, in dem er sich gegen die Versetzung zur Wehr gesetzt hatte, wie die Märkische Oder-Zeitung (MOZ) berichtet. Der MOZ zufolge protestierte der Nabu „in scharfer Form“ gegen die jüngste Personalie: Der Naturschutz in Brandenburg“ verliere seinen führenden Kopf“, so der Nabu-Landesvorsitzende Friedhelm Schmitz-Jersch. Der Bereich Naturschutz werde „mit beispielloser Rigorosität erledigt.“

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Verbände fordern: Freiwillige Anlage von Schon-, Blüh- und Bejagungsstreifen fördern

BAGJE, DBV und DJV mit Stellungnahme zur Agrarzahlungen-Verpflichtungenverordnung

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE), der Deutsche Bauernverband (DBV) und der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßen die vorgeschlagenen Ansätze der Bundesregierung, wonach die freiwillige Anlage von Schon- und Blühstreifen sowie Bejagungsschneisen und ähnlichen, dem Erhalt der biologischen Vielfalt dienenden Flächen auch außerhalb von Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen in einzelnen Vorgaben erleichtert werden soll.

Im Hinblick auf die Amtschefkonferenz der Agrarministerien von Bund und Ländern und die Ausschussberatungen im Bundesrat in dieser Woche weisen BAGJE, DBV und DJV aber auch darauf hin, dass die Änderungsvorschläge zur Agrarzahlungen-Verpflichtungenverordnung insgesamt nicht weit genug gehen, um den freiwilligen landwirtschaftlichen Beitrag für den Erhalt der Biodiversität tatsächlich zu begünstigen und deren Attraktivität für Landwirte und Jäger zu fördern. Vielmehr müsse durch konkreten Bürokratieabbau praxistauglich nachgebessert werden. So müsste die freiwillige Anlage von stillgelegten Streifen und Flächen wie Schon- und Blühstreifen sowie Bejagungsschneisen im Sinne des landwirtschaftlichen Beitrags für den Erhalt der Biodiversität begünstigt und deren Attraktivität für Landwirte und Jäger gefördert werden.

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Sachsen: 71 gemeldete Nutztierrisse in 2016, Wölfe auf Futtersuche im Siedlungsgebiet

Das „Kontaktbüro Wölfe in Sachsen“ (vorm. Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz“, s.u.) hat einen Jahresrückblick zur Verbreitung der Wölfe in Sachsen herausgegeben. Demnach wurden im Monitoringjahr (MJ) 2015/2016 im Freistaat Sachsen 15 Rudel, 3 Paare und ein territoriales Einzeltier nachgewiesen (siehe Karte). Von diesen 19 Territorien konnten bisher 17 auch im laufenden Monitoringjahr bestätigt werden. Vom Cunewalde Rudel gibt es aktuell keine Nachweise mehr. Im Raum Spremberg ist es im aktuellen Monitoringjahr zu Verschiebungen zwischen angrenzenden Wolfsterritorien gekommen. Derzeit wird versucht über das Monitoring abzuklären, welche Wölfe im Gebiet zwischen Schleife und Spremberg unterwegs sind und ob das Spremberger Rudel noch existiert. Der Status in den Territorien Cunewalde und Spremberg ist derzeit unklar.

Im Raum Bernsdorf wurde im letzten Monitoringjahr ein markierendes Paar nachgewiesen. Der Rüde wurde im Oktober bei Kamenz tot aufgefunden. Einige Tage später wurde bei Bernsdorf ein Welpe angefahren und auf Grund seiner Verletzungen eingeschläfert. Die Vermutung, dass er ein Nachkomme des Bernsdorfer Wolfspaares sein könnte, bestätigte sich nicht. Bei der genetischen Untersuchung konnte der Welpe keinen genetisch bekannten Wölfen zugeordnet werden. Da in diesem Gebiet aktuell erneut ein Wolfspaar bestätigt wurde, muss es hier zu einem Wechsel gekommen sein. Aktuell wird versucht über genetische Untersuchungen festzustellen, ob der tote Welpe dem neuen Wolfspaar zuzuordnen ist und ob es sich bei diesem um dieselben Tiere handelt, die auch im Gebiet um Senftenberg (Brandenburg) nachgewiesen wurden.

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Brandenburg: Trunkenheitsfahrt brauchtumsgerecht

Eine geniale Verteidigungsstrategie nach der Devise „Jagdrecht bricht Verkehrsrecht“ brachte ein alkoholisierter 80-jähriger vor, nachdem ihn die Polizei bei Vielietz (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) mit 1,42 Promille im Blut gestoppt habe: Er habe nach erfolgreicher Jagd das erlegte Stück tottrinken müssen, das jagdliche Brauchtum verlange das. Deshalb sei der jagdrechtlich nicht nur legitimierte, sondern zwingend vorgeschriebene Alkohol auch „beim Autofahren unschädlich.“ Er habe das schon öfters so gemacht und noch nie Probleme gehabt. Sich im Recht fühlend verweigerte der Weidmann die Mitwirkung an der angeordneten Blutentnahme auf dem Polizeirevier, die dann gegen seinen Willen durchgeführt wurde. Die Polizei beschlagnahmte den Führerschein des Mannes, untersagte ihm die Fortsetzung seiner Fahrt und erstattete Anzeige wegen der brauchtumsbedingten Trunkenheitsfahrt. SE

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Kärnten bereitet Fischotter-Bejagung vor

Das österreichische Bundesland Kärnten hat eine Zählung des Fischotterbestands angeordnet. Hintergrund sind die massiven Rückgänge bei geschützten und im Bestand bedrohten Fischarten wie Bachforelle und Äsche in vielen Fließgewässern des Landes. Dies berichtet der Kurier. Waren in Kärnten im Jahr 2004 nur etwa 20 Fischotter aktiv, so wird der diesjährige Bestand auf ca. 600 Individuen geschätzt. Die Bestandsermittlung soll eine Abschätzung auf wissenschaftlicher Basis ermöglichen, ob und in welchem Umfang eine Bejagung des ebenfalls unter Schutz stehenden Otters vertretbar und angebracht ist. Zu diesem Zweck werden DNA-Analysen eingesammelter Otterkotproben durchgeführt, was dem Kurier zufolge 70.000 Euro kostet. Der Kärntner Fischereiverband beziffert die Schäden durch den Otter auf drei Millionen Euro und hat Klagen auf Schadensersatz angekündigt, falls die Politik nicht aktiv wird.

Beitragsbild: Fischotter. Autor: Matthias Kabel, Quelle: Wikipedia. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic Lizenz.

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Niedersachsen: LJN befremdet über Schuldzuweisungen durch Umweltminister

Irritiert und befremdet zeigt sich die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) über jüngste Äußerungen aus dem Umweltministerium zum Thema Wolf und den zunehmend auftretenden Konfliktsituationen. Zwar ist es zu begrüßen, dass nun auch Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel bekundet, einen pragmatischeren Umgang mit dem Thema Wolf einschlagen zu wollen, seine Situationsanalyse offenbart allerdings nach wie vor eine deutliche Verkennung der Sachlage.

„Wer lange Zeit den Sorgen und Nöten von Nutztierhaltern und Bevölkerung nur mit Worthülsen begegnet und dann –  wenn es brennt – versucht für die eigenen Versäumnisse Nutztierhalter und Jäger in Mithaftung zu nehmen, wirkt nicht nur hilflos sondern gefährdet auch sein eigenes Wolfsmanagement“, so Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen mit Blick auf jüngste Äußerungen aus dem Umweltministerium.

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Urteil: Abschussentgelt kein Maßstab für Bußgeld bei Überschießen des Abschussplans

In einem Urteil vom 1. Juni 2016 hat das Amtsgericht Gelnhausen (Az. 44 OWi – 2250 Js 368/16) befunden, dass das Bußgeld für den fahrlässigen Abschuss eines Rothirschs von der Jagdbehörde sich nicht nach dem Preis richten darf, der im Staatsforst für den Abschuss eines entsprechenden Hirschs aufgerufen wird. Das Bußgeld wurde deutlich herabgesetzt. Die zuständige Behörde hatte nach dem Abschuss eines Rothirschs der Klasse 1 (Hirsche ab 10 Jahre gem. hessischer Schalenwildrichtlinie) außerhalb des Abschussplans das Bußgeld als „fiktives Abschussentgelt“ gemäß der Jagdnutzungsanweisung der HessenForst bemessen.

In der Urteilsbegründung heißt es dazu: „Den Erwägungen der Bußgeldbehörde, welche im Bußgeldbescheid eine Geldbuße von 3.195 Euro festgesetzt hat und dabei das Abschussentgelt für den gestreckten Hirsch zu Grunde gelegt hat, ist nicht zu folgen. Diese verstoßen gegen das Doppelverwertungsverbot.

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NRW: Umstrittenes Landesjagdgesetz am 18. Januar erneut im Landtag

Nach erfolgreicher Volksinitiative muss das Parlament wieder über das Remmel-Werk beraten – am Mittwoch erstmals Fachberatung beim parlamentarischen Verfahren

Der nordrhein-westfälische Landtag muss sich in der kommenden Woche nach der erfolgreichen Volksinitiative erneut mit dem umstrittenen Landesjagdgesetz befassen. Der Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unter Vorsitz des Abgeordneten Friedhelm Ortgies (CDU) wird am Mittwoch (18. Januar) um 15.30 Uhr im Düsseldorfer Landesparlament unter dem ersten Tagesordnungspunkt über das Anliegen der Volksinitiative für ein ideologiefreies, praxisgerechtes Jagdrecht beraten. Danach muss das Vorhaben erneut ins Landtagsplenum.

Der Landesjagdverband hält das im April 2015 verabschiedete Landesjagdgesetz für teilweise verfassungswidrig, eigentumsschädlich und ideologisch geprägt. Es richte sich gegen bewährte jagdliche Praxis und gegen den Einsatz der Jagd für Artenvielfalt und ungeteilten Tierschutz, so NRW-Jägerpräsident Ralph Müller-Schallenberg. Der Landesjagdverband hatte mit der Volksinitiative fast doppelt so viele Unterschriften wie erforderlich zusammenbekommen. Erfasst und im Oktober 2016 dem Landtag übergeben wurden 117.601 von den kommunalen Behörden bestätigte Unterschriften in über 20.000 Listen.

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Eingefrorenen Fuchs aus dem Eis gesägt

Jäger finden gefrorene Leiche

Ein Jäger hat einen eingefrorenen Fuchs aus der Donau bei Fridingen (Baden-Württemberg, Landkreis Tuttlingen) gesägt. Dem Tier war offenbar die dünne, noch nicht tragfähige Eisdecke zum Verhängnis geworden. Dies berichtet die Schwäbische Zeitung, die auch ein Foto der „Eisskulptur“ bringt. Der Jäger sagte dem Blatt, er werde den Fuchs entsorgen, wenn er aufgetaucht sei. Nach so langer Zeit sei dessen Fell nicht mehr zu verwerten.

Bei Neuhof (Hessen, Landkreis Fulda) hat eine Gruppe von Jägern einen gefrorenen, mit Schnee bedeckten menschlichen Leichnam im Wald entdeckt. Die Polizei konnte den Toten identifizieren: Demnach handelt es sich um einen 32-jährigen Rumänen, der seit dem 21. Dezember als vermisst gemeldet war. Der Mann war erst vor kurzem zum Arbeiten nach Deutschland gekommen und war laut Obduktionsbericht schwer betrunken, als er starb. Er ist vermutlich eingeschlafen und erfroren. SE

Beitragsbild: Winterfuchs. Foto: SE

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Bericht des LJV Sachsen zum Rotwild im Erzgebirge

Mit der Situation des Rotwilds im Erzgebirge setzt sich der Bericht des Präsidiums des Landesjagdverbands Sachsen (LJVSN) auseinander. Die von der Interessengemeinschaft südsächsischer Hegegemeinschaften und der Hegegemeinschaft Erzgebirge gestartete Petition „Rotwild im Erzgebirge braucht Deine Hilfe“ (JAWINA berichtete) hat derweil erst etwas über 1000 Unterschriften sammeln können. Im Präsidiumsbericht des LJVSN heißt es zum Thema:

4. Thema Rotwild

„Mit der Verabschiedung des neuen Jagdgesetzes hat ein damals übermächtiger Staatsbetrieb Sachsenforst den Erlass des Gesetzes nach seinem Gutdünken maßgeblich beeinflusst. Böse Zungen behaupten, dass es sich gar um ein Ermächtigungsgesetz handelt. Unser LJVSN muss sich hier zurechnen lassen, nicht genug getan zu haben um ein Gesetz zu schaffen, welches Wald und Wild gleichermaßen wichtet.

In diesem Jahr hat nun der SBSF harte Fakten geschaffen um mit fremden Know-How hohe Strecken erzielt! Nicht nur wir Jäger, nein auch große Teile der Bevölkerung, eingeschlossen die Naturschutzverbände, fragen nach einer Begründung für den massiven Eingriff. Es liegt nahe, dass die sozialen Strukturen des Wildes zerstört sind und der Schaden nur schwer zu reparieren ist. Der SBSF begründet den starken Abschuss mit erheblichen Verbiss-und Schälschäden.

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Wölfe reißen weiteres Stück Damwild im Wildpark Johannismühle

Nachdem bereits am vergangenen Samstag (JAWINA berichtete) ein Stück Damwild im Wildpark Johannismühle bei Baruth (Brandenburg, Landkreis Teltow-Flämin,) gerissen wurde, haben die Wölfe erneut zugeschlagen: Am gestrigen Donnerstag wurden Haupt und Knochen eines gerissenen Damtiers im Gehege gefunden. Wurde für den Riss vom Samstag eine einzelne läufige Wölfin verantwortlich gemacht, so waren diesmal drei Wölfe an dem Angriff beteiligt. Sie drangen auch an einer anderen Stelle in das Gelände des Wildparks ein, als die läufige Wölfin. Die Einfriedung des Wildparks soll jetzt verstärkt und mit einem Stromzaun versehen werden. Der Geschäftsführer des Wildparks erklärte Medien gegenüber, dass man dafür auf die Hilfe des Landes angewiesen sei. SE

Beitragsbild: Das am Samstag gerissene Stück Damwild. Quelle: Wildpark Johannismühle

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Sozialversicherung: Jäger wollen mitreden!

Viele Revierinhaber sind unzufrieden mit der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG). Der Austritt aus der SVLFG ist weiterhin Ziel der Jagdverbände. Daneben wollen der Deutsche Jagdverband e. V. (DJV) und der Bayerische Jagdverband e. V. (BJV) auch innerhalb der Berufsgenossenschaft einige Punkte zum Wohl der Jäger verändern. Gelegenheit dazu bietet die Wahl der Vertreterversammlung der SVLFG, kurz Sozialwahl. DJV und BJV beteiligen sich mit einer eigenen Liste an der Sozialwahl 2017. Die Revierinhaber werden jetzt von der SVLFG angeschrieben, um die Wahlen vorzubereiten. Die Rückmeldung an die SVLFG ist Voraussetzung für die Teilnahme an der Wahl und daher enorm wichtig!

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Nachsuche am Hochzeitstag

Eine Jagdgeschichte von JAWINA-Leser TB

Vor einigen Jahren, an einem schönen warmen Juniabend gegen halb acht, bestieg ich mit meiner lieben Sippe den Wagen, um in unserem Lieblingsrestaurant unseren Hochzeitstag zu feiern. Frau, Tochter, deren Freund , unser DD und ich – ausnahmsweise im feinen Zwirn.
Kaum auf dem Weg, bekam ich einen Anruf. Am anderen Ende der Leitung war der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft eines Nachbardorfes, in dem ich damals jagte. Neben ihm stünde ein Jäger, der gegen 17:30 Uhr ein Schmalreh beschossen hat und es nun nicht finden kann. Es wird dringend ein Hund zur Nachsuche gebraucht. Darauf ließ ich mir vom Schützen selbst die Situation beschreiben. Er erklärte mir, dass der Anschuß 80 bis 90 Meter westlich der Kanzel lag und er diesen ordnungsgemäß an einer kleinen Kiefer verbrochen hätte. Bei der Nachsuche könne er nicht helfen, da er schon auf dem Heimweg sei. Da es für uns nur ein kleiner Umweg war, sagte ich in meinem jugendlichen Leichtsinn zu.

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Kracks! Britzel! Schmor! Wolfsschutzweste für Hunde mit Hochspannung

Die schwedische Firma Wolfproof bietet Hundeschutzwesten an, die Hunde in Wolfsgebieten mittels Hochspannung vor Angriffen des Raubtiers schützen soll. Die von dem Erfinder Thure Sundqvist entwickelte Schutzweste besteht aus der eigentlichen Weste, die in Nacken, Rücken, Hinterteil und Brust mit flexiblen Leiterbahnen durchzogen ist. Die gegen Nässe und Schmutz gekapselte Steuerelektronik und der Akku sitzen in einem Kunststoffgehäuse, das oben mittig in einer Tasche auf der Weste untergebracht ist. Es ist lt. Hersteller leicht von außen feststellbar, ob die Weste eingeschaltet ist, ob sie aufgeladen ist oder ein Stromschlag abgegeben wurde. Der Stromstoß soll nur durch den starken, punktuellen Druck eines Wolfszahns ausgelöst werden, ansonsten sei die Weste für Hund und Halter gefahrlos zu tragen, auch wenn sie nass ist, verspricht Wolfsproof.

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Umweltministerin lehnt „beschränkte Abschussfreigabe“ von Wölfen ab

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat auf die Forderung des Bundesagrarministers Christian Schmidt (CSU) nach einer beschränkten Abschussfreigabe für Wölfe (JAWINA berichtete) reagiert. Gegenüber den Ruhr-Nachrichten erklärte die Umweltexpertin (Hendricks studierte Geschichte und Sozialwissenschaften auf Lehramt und promovierte über die Entwicklung der Margarineindustrie am unteren Niederrhein), die zuletzt mit Forderungen nach einer Elektroauto-Quote und Fahrverboten für Diesel-Fahrzeuge in Erscheinung getreten war, dass die Entnahme einzelner Wölfe, die immer wieder Nutztiere rissen oder sich Menschen gegenüber auffällig verhielten, „ja bereits erlaubt“ sei. Die geltende Rechtslage reiche daher völlig aus, eine „wie auch immer beschränkte Abschussfreigabe“ sei nicht erforderlich. SE

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DJV verteilt Jungjägerpakete

Ein Rucksack [gefüllt mit Werbegimmicks, Anm. SE] soll frischgebackene Jägerinnen und Jäger auf ihren ersten Jagdabenteuern begleiten. Das DJV-Jungjägerpaket erleichtert den Einstieg und informiert über die Vorteile einer Verbandsmitgliedschaft.

Auf der Website www.jungjaegerpaket.de können Jungjäger einen Jagducksack mit vielen praktischen Begleitern für die ersten Jagderlebnisse bestellen. Dafür haben zwölf Premium-Hersteller der Jagdbranche hochwertige Artikel zur Verfügung gestellt. Zudem umfasst das Paket ein Gutscheinheft mit vielfältigen Vorteilen sowie Informationsmaterialien des jeweiligen Landesjagdverbandes (LJV). Die Idee eines bundesweiten Jungjägerpakets kommt gut an: In weniger als vier Wochen haben Jagdschüler bereits über 1.000 Rucksäcke geordert. Die erste Auflage ist limitiert. Jedes Paket wird personalisiert zusammengestellt: Es enthält passende Infos zur regionalen Verbandsarbeit und informiert über die Vorteile einer LJV-Mitgliedschaft.

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Brandenburg: Wolfsriss im Wildpark

Im Wildpark Johannismühle bei Baruth (Landkreis Teltow-Fläming) ist am Samstag Morgen ein Stück Damwild von einem Wolf gerissen worden. Am Tag danach hielt sich der Wolf nach Aussage des Geschäftsführers des Wildparks, Julian Dorsch, noch zwischen dem inneren und äußeren Zaun des Parks auf. Obwohl für Menschen keine Gefahr bestehe, sei der Bereich für Besucher gesperrt worden, außerhalb sei im Außenzaun eine Öffnung angelegt worden, die dem Wolf das Entweichen erleichtern soll. Es soll sich bei dem Wolf um ein weibliches, läufiges Tier handeln: Darauf deuten Blutstropfen in der Fährte der Wölfin hin. Die Läufigkeit ist nach Ansicht von Dorsch auch der Grund dafür, dass sich die Wölfin in den Wildpark gewagt hat, der ja das Revier der dort gehaltenen Wölfe sei. Gegenüber JAWINA betonte Dorsch, dass „es nicht die Wölfe seien, die Probleme verursachen, sondern das Land Brandenburg, welches durch ein unzureichendes und nicht transparentes Wolfsmanagement fährt.“ SE

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Der Weg zum Jagdschein

Die Zahl der Jäger wächst seit Jahren. Wer dazu gehören will muss eine anspruchsvolle Prüfung bestehen. Viele Informationen zum Erwerb des Jagdscheins hält eine neue DJV-Broschüre bereit.

In der Natur aktiv sein, Beute machen und gesundes Fleisch essen – immer mehr Menschen interessieren sich für die Jagd. Die neue DJV-Broschüre „Der Weg zum Jagdschein“ liefert grundlegende Informationen zu Voraussetzungen, Ablauf und Inhalten der Jägerausbildung. Unterschiedliche Kursformen werden ebenso erläutert wie die benötigte Erstausstattung für Jäger.

Die 28-seitige Broschüre im DIN-A6-Format wird auf der Grünen Woche 2017 vorgestellt. Sie kann ab Mitte Januar 2017 kostenlos im DJV-Shop bestellt werden. PM DJV

Beitragsbild: Die neue Broschüre ,,Der Weg zum Jagdschein“ ist ab Mitte Januar im Shop der DJV-Service GmbH erhältlich. (Quelle: DJV)

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Kataster für mehr Tierschutz

Das Tierfund-Kataster soll erstmals in Deutschland eine bundesweite Datenerhebung von Wildunfällen ermöglichen. Die neue DJV-Projekt-Broschüre zeigt, wie jeder mithelfen kann, Straßen für Mensch und Tier sicherer zu machen.

Wildunfälle passieren in Deutschland etwa alle zweieinhalb Minuten. Dies zeigen Statistiken des Deutschen Jagdverbandes (DJV) der letzten Jahre. Das digitale Tierfund-Kataster soll durch eine bundesweite Datenerhebung, Straßen und Wege wildtierfreundlicher machen. Wie das funktioniert, erklärt eine 12-seitige Broschüre (DIN-A5-Format) des Verbandes, die Mitte Januar kostenfrei im Shop der DJV-Service GmbH erhältlich ist. Der Dachverband ruft alle Verkehrsteilnehmer und Naturfreunde zur aktiven Mithilfe auf. Über eine App können Unfallzeugen Daten sogar direkt über das Smartphone eingeben. Im Internet werden diese systematisch erfasst und weisen auf Konfliktstellen im Straßennetz hin. Langfristig stellen diese Daten eine Grundlage für Behörden und Wissenschaftler bei Entscheidungsprozessen dar, etwa in den Bereichen Straßenbau, Versicherungswesen und Artenschutz.

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Jäger in der Defensive

Eine Jagdgesellschaft, die kurz vor dem Jahreswechsel eine Niederwildstreife bei Neuötting (Bayern, Landkreis Altötting) durchführte, erlebte bei der Rückkehr zu ihren Fahrzeugen eine unliebsame Überraschung: Jagdgegner hatten bei fünf der Fahrzeuge die Luft aus den Reifen abgelassen. Die Jäger werten den Vorfall einem Bericht des Alt-Neuöttinger Anzeigers zufolge als Beleg dafür, dass die Aggressivität ihnen gegenüber zunehme. Man habe sich ja schon daran gewöhnt, dass man „draußen mal blöd angeredet wird“, zitiert das Blatt einen der betroffenen Jäger, aber es werde immer schlimmer: „Umgeworfene Jagdkanzeln, mutwillige Beschädigungen, Beschimpfungen. Er kenne Jäger, die sich draußen „fast schon verstecken.“ Er wolle sich jedoch weder noch schämen.

Mit einer anderen Form der Gegnerschaft müssen sich Jäger bei Hückeswagen (NRW, Oberbergischer Kreis) auseinandersetzen:

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Bundesagrarminister für „beschränkte Abschussfreigabe“ von Wölfen

Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) hat sich gegenüber der Passauer Neuen Presse (PNP) für eine beschränkte Abschussfreigabe von Wölfen in Deutschland ausgesprochen. Der Wolf sei kein jagdbares Wild, erklärte Schmidt, eine Regulierung des Bestandes müsse jedoch möglich sein. Verschiedenen Medienberichten verwies Schmidt auf Regulierungsmöglichkeiten in anderen Ländern und sagte, dergleichen sei auch in Deutschland erforderlich. In einem derart dicht besiedelten Land müssten der Ausbreitung des Wolfs Grenzen gesetzt werden. Die niedersächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann warnte im Donaukurier: Wenn das Märchen vom bösen Wolf zur Wirklichkeit werde, breche die Akzeptanz für Wölfe in der Bevölkerung weg. Man dürfe nicht abwarten, bis ein Mensch zu Schaden kommt. Der Abschuss von Wölfen dürfe kein Tabu sein. SE

Beitragsbild: Wolf, Copyright: Bernard Landgraf, Quelle: Wikipedia. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported Lizenz.

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Brandenburg: Wölfe als Schülerlotsen

Im Jüterboger Ortsteil Markendorf (Landkreis Teltow-Fläming) ist mehrfach ein Wolf auf dem Schulweg gesichtet worden. Einige Kinder aus dem Dorf müssen durch ein Waldgebiet zum Schulbus laufen, berichtet die MAZ, die Eltern seien in Sorge. Der Ortsvorsteher hat die örtlichen Jäger aufgefordert, jede Wolfssichtung in eine Karte einzutragen und statistisch zu erfassen, damit auf diese Weise „Druck auf die Behörden“ aufgebaut werden könne. Der Jüterboger Ortsbürgermeister spricht in der MAZ von „massiven Gefahren“ durch den Wolf, sieht aber die Landesregierung in der Pflicht, die die Verantwortung für das europaweit geschützte Tier jedoch an die EU weiterreicht. SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten und zitierten Beitrags in der MAZ (Bildschirmfoto, Ausschnitt).

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DJV befragt Jungjäger

Welche Motive und Wünsche haben angehende Jäger in Deutschland? Eine groß angelegte Umfrage soll Aufschluss darüber geben. Der DJV startet nach 2011 die zweite Erhebung.

Das ,,Grüne Abitur“ steht hoch im Kurs: Die Zahl der Prüflinge steigt von 9600 (2009) auf 14.400 (2015). Wer sind diese Frauen und Männer, die in den Jägerschulen die Schulbank drücken? Was treibt sie an, was sind ihre Wünsche an eine zukünftige Jagdkultur in Deutschland? Der DJV will zusammen mit dem IfA Marktforschungsinstitut Bremer & Partner genau dies herausfinden.

Für eine möglichst repräsentative Befragung sollen 1.500 Antwortbögen ausgewertet werden. Deshalb ruft der Dachverband der deutschen Jäger alle Kursleiter auf, die Aktion zu unterstützen. Bei der DJV-Service GmbH kann der Fragebogen inklusive frankiertem Rückumschlag kostenlos angefordert werden. Wer es vorzieht diesen am Computer auszufüllen, findet auf der DJV-Website einen Link zum Herunterladen. Die Umfrage nimmt etwa 10 Minuten in Anspruch und ist noch bis zum 15. September 2017 möglich.

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Spanien: Bogenjäger gegen Stadtschweine

55 Bogenjäger bekämpfen im Auftrag des städtischen „Dienstes für die Kontrolle wild lebender Arten durch den Bogen“ (Servicio de Controladores con Arco de Especies Silvestres) Wildschweine im Umland der spanischen Hauptstadt Madrid, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Die rasante Vermehrung der Sauen führt nicht nur zu einer drastischen Zunahme von Wildschäden, die Wildschweine verursachen Verkehrsunfälle, haben gelernt, sich ihr Futter im Müll zu suchen und vereinzelt bereits Menschen angegriffen. Bereits 2011 sei von den Behörden Madrids beschlossen worden, Bogenjäger gegen die schätzungsweise 35.000 Wildsauen im Umland Madrids einzusetzen. Der Bogen ist eine lautlose Waffe, weshalb es zu keiner Belästigung und Beunruhigung der Bevölkerung kommt, zudem ist die Gefahr durch Abpraller und verirrte Geschosse im Vergleich zum Einsatz einer Kugelwaffe in städtischem Bericht deutlich geringer. Dennoch kritisieren Tierschützer den Einsatz von Pfeil und Bogen massiv: Insbesondere bei nicht optimalen Schüssen müssten die Tiere einen langen Todeskampf erleiden. SE

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Bayern: Betrunkener Jäger schießt Hund

Mal wieder was aus der Abteilung „gelebte Öffentlichkeitsarbeit“: Ein nach Angaben der Polizei „nicht unerheblich alkoholisierter Jäger“ hat im Gemeindejagdrevier Schwaig (Landkreis Kelheim) einen elf Monate alten Mischlingshund erschossen, den er für einen Fuchs gehalten haben will. Als der 38 Jahre alte Hundehalter den 29-jährigen Jäger zur Rede stellte, kam es dann auch noch zu Handgreiflichkeiten. Die Polizei stellte die Jagdwaffe sicher und ordnete eine Blutalkoholkontrolle an. Es wurde Anzeige erstattet wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und diverse jagdrechtliche Bestimmungen sowie wegen Trunkenheit im Straßenverkehr – der 29-jährige war mit dem Auto zur Jagd gefahren. Ihm drohen der Verlust des Führerscheins und des Jagdscheins sowie die Einziehung seiner Jagdwaffen. SE

Beitragsbild: Fuchs. Foto: SE

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Kleintiere gerissen: Jagdhund als „gefährlicher Hund“ eingestuft

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat einen Jagdhund der Rasse Deutsch-Drahthaar zum „gefährlichen Hund“ deklariert, weil dieser bei zwei Vorfällen im Mai und August 2016 insgesamt 17 Meerschweinchen und Kaninchen gerissen hat. Der Hund war seinem Besitzer, einem 56 Jahre alten Jäger aus Solingen, bei Apportierübungen davon gelaufen. Bei den folgenden ungenehmigten Ausflügen drang er einmal in einen Kaninchenstall , dann in den Kleintierzwinger einer privaten Pflegestation ein, wo er mehrere Kaninchen und Meerschweinchen riss und das eine oder andere auch forttrug. Ob er letztere ordnungsgemäß apportierte und ausgab, ist nicht bekannt. Die Richter bestätigten mit ihrem im Eilverfahren ergangenen Urteil eine entsprechende, zuvor von der Stadt Solingen verhängte Ordnungsverfügung. Die Tötung der Kleintiere durch den Jagdhund – die Richter sprechen tatsächlich von einem „Kleintiermassaker“ – rechtfertigt nach Ansicht des Gerichts die Feststellung der Gefährlichkeit laut Landeshundegesetz. Alle Erkenntnisse sprächen für ein „Fehlverhalten des Hundes“.

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