Jagdhundezucht: Weg ins Verderben ?

Ein Gespräch mit Prof. Dr. Jörg T. Epplen, Humangenetiker an der Ruhr-Universität Bochum und Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des VDH, über verbrecherische Zuchtstrategien, die Gefahren der Inzucht,  den Einfluss von Genen, Umwelt und Erziehung auf die Leistung von Hunden und „die hohe Kunst des Züchtens“.

JAWINA: Wenn ich als Züchter oder Zuchtverband einer kleinen Spezialhunderasse diese Rasse durch züchterische Methoden und Entscheidungen möglichst stark schädigen wollte – wie müsste ich da vorgehen?

Prof. Dr. Epplen: Puh. Mit Geschwistern züchten und möglichst nur mit einem Geschwisterpaar. Oder Sie könnten es natürlich auch teuer machen und sagen, ich kloniere bzw. kopiere den Hund, der den Prototyp der Rasse darstellt für jeweils 56.000 Dollar. So ist es durchaus möglich, die Rasse zu Grunde zu richten.

JAWINA: Ähnelt das letztere nicht auf fatale Weise der Zuchtstrategie in manchen Vereinen, wo hochprämierte Rüden besonders häufig zum Zuchteinsatz kommen?

Prof. Dr. Epplen: Ja.

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Bundesagrarminister fordert Abschussquote für Wölfe

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat eine Abschussquote für Wölfe gefordert. In einem Interview mit der Samstagausgabe der Bild-Zeitung erklärte Schmidt, es gehe nicht darum, jeden einzelnen Wolf zu bekämpfen. Er gehöre zu unserem Ökosystem und habe ein Existenzrecht. „Aber wir können nicht warten, bis der Wolf zur Gefahr für  Menschen wird. Wir müssen jetzt handeln“, sagte Schmidt. Erforderlich sei ein Wolfsmanagement, um den Bestand so zu regulieren, dass der Wolf auch langfristig seinen Platz in Deutschland behalten könne.

Schmidt erklärte, „Wir kommen an den Punkt, wo wir im Rahmen der Bestandskontrolle über eine begrenzte Abschussfreigabe für Wölfe reden müssen.“ In anderen Ländern gäbe es bereits Abschussquoten für Wölfe. So etwas brauche Deutschland auch. SE

Beitragsbild: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Quelle: Christian Schmidt

600 km gewandert: Schluchsee-Wolf stammt aus Niedersachsen

Der vor ca. zwei Wochen tot aus dem Schluchsee in Baden-Württemberg geborgene Wolf (JAWINA berichtete) stammt aus Niedersachsen. Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) gab dies bei einer Debatte im Stuttgarter Landtag zum Thema „Wolfsmanagement in Baden-Württemberg“ bekannt. Dem für die DNA-Untersuchung von Wölfen zuständigen Senckenberg-Institut zufolge handelt es sich um einen von drei Welpen, die letztes Jahr im niedersächsischen Schneverdingen gewölft wurden. Das Tier trug die Bezeichnung GW630M. Dass der Wolf erfolgreich die 600 Kilometer Luftlinie zwischen Geburts- und Fundort durchwandert habe, zeigt nach Ansicht von Untersteller, dass es für Wölfe auch in einem so dicht besiedelten Land wie der Bundesrepublik Chancen gebe, zu überleben. Die Ergebnisse der Untersuchung des Wolfs im Berliner Institut für Zoo- und Wildtierforschung liegen noch nicht vor. SE

Beitragsbild: Der später aus dem Schluchsee geborgene Wolf bei Überlingen. Quelle: FVA/privat

Niedersachsen: Wölfe reproduzieren sich erfolgreich

Bei dem Wolfsrudel auf dem Truppenübungsplatz Bergen, dem Rudel im Bereich des Ostenholzer Moores sowie bei dem Rudel im Raum Göhrde konnte mittels Foto- bzw. Filmaufnahmen Reproduktion bestätigt werden. Für das Wolfsrudel auf dem Truppenübungsplatz Bergen wurden so mindestens zwei, für das Rudel im Bereich des Ostenholzer Moores mindestens fünf und für das Rudel im Raum Göhrde mindestens neun Welpen nachgewiesen.

Am 07.07.2017 wurde im Landkreis Heidekreis auf der B209 bei Bispingen eine durch Verkehrsunfall  getötete Fähe aufgefunden (JAWINA berichtete). Da diese laktierend – also milchführend –  war, ist auch hier eine Reproduktion bestätigt. Klarheit ob es sich hierbei um die Fähe des Rudels auf dem Truppenübungsplatz Munster handelt, kann nur eine genetische Analyse liefern. Das Tier befindet sich derzeit im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin zur weiteren Untersuchung.

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Sachsen: 80-jähriger Rentner entwaffnet

Und wieder ist Deutschland ein Stückchen sicherer geworden: Weil er im Februar 2017 seine Schreckschusspistole nach einer Reparatur auf einem vermeintlich menschenleeren Parkplatz im sächsischen Erzgebirgskreis ausprobierte, ist ein 80 Jahre alter Rentner wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz zu einer Geldauflage in Höhe von 500 Euro verurteilt worden. Außerdem wird die Waffe eingezogen. Ursprünglich sollten es sogar 600 Euro sein, aber der Angeklagte hielt dem Richter erfolgreich vor, dass seine konfiszierte Schreckschusswaffe schließlich auch Geld gekostet habe. Ein Bauhof-Mitarbeiter hatte den alten Mann dabei beobachtet, wie er ordentlich die Hülsen der verschossenen Platzpatronen aufsammelte und einer hiesigen Tradition folgend die Polizei verständigt. Der Besitz einer Gas- oder Schreckschusspistole ist in Deutschland Personen ab 18 Jahr zwar erlaubt, für das Führen außerhalb des eigenen Grundstücks ist seit 2003 ein sogenannter Kleiner Waffenschein erforderlich. Dies war dem Rentner wohl entgangen.

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Sachsen-Anhalt: Kein einziger Antrag auf Förderung von Herdenschutzhunden

+++ Tschechien: Wölfe reißen 19 Schafe im Böhmerwald an der bayerischen Grenze +++

Offenbar wurde wieder einmal ein bürokratisches Monster erschaffen: Vor dem Hintergrund der auch in Sachsen-Anhalt zunehmenden Angriffe von Wölfen auf Nutztiere, wurde im April 2017 ein Programm zur Förderung von Herdenschutzhunden „mit großem Tamtam“ gestartet worden, wie der MDR schreibt. Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) versprach sich viel von dem von ihr initiierten Projekt: „Wir fördern nicht mehr nur Zäune und Gehege, sondern auch Helfer auf vier Pfoten, die den nötigen Schutz bieten. Ich habe große Erwartungen in die Herdenschutzhunde“, sagte die grüne Ministerin dem Sender. Doch die erhoffte Resonanz blieb aus: Wie das Umweltministerium auf Anfrage des MDR Sachsen-Anhalt einräumte, sei bisher kein einziger Antrag auf Förderung von Herdenschutzhunden eingegangen. Die Antragsfrist sei daher bis September 2017 verlängert worden. Wirklich erstaunlich ist das Debakel allerdings nicht, denn die bürokratischen Anforderungen für die Förderung sind hoch.

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Bayern: Jagdhunde aus überhitztem Auto befreit

Tierschutzbeauftragte: Hunde bei Temperaturen von mehr als 20 Grad auch nicht für kurze Zeit im Auto lassen

In der Nähe des Dokumentationszentrums Obersalzberg im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land musste die Polizei zwei Jagdhunde aus einem überhitzten Auto befreien. Ein Passantin hatte einen Hund in SUV bemerkt, der schon bedenklich hechelte. Die Polizei stellte fest, dass sich in dem Auto ein größerer Zwinger mit zwei Jagdhunden befand.  Der Wagen stand voll in der Sonne und nur das hinterste Fenster war auf der Beifahrerseite ein Stück aufgeschoben. Da es sich um ein auswärtiges Fahrzeug handelte, bestand durchaus die Möglichkeit, dass der Fahrer mit dem Bus auf den Kehlstein gefahren ist, vermutete die Polizei. Da sich für die Tiere auch kein Wasser im Zwinger befand, musste seitens der eingesetzten Beamten gehandelt werden. Mit Hilfe eines Schraubendrehers und eines Hebeleisens konnte der Zwinger so weit geöffnet werden, dass die Hunde aus ihrem stark aufgeheizten Verließ befreit und durch das Fenster ins Freie gebracht werden konnten. Dort wurde ihnen mit Hilfe eines freundlichen Passanten sofort eine Schüssel mit Wasser gereicht. Der gedankenlose Hundehalter muss sich nun mit Ermittlungen nach dem Tierschutzgesetz auseinandersetzten, die Hunde wurden vorerst zur Dienststelle verbracht, von wo aus sie wieder abgeholt werden dürfen. Auf die Ausrede des Hundehalters warten die eingesetzten Beamten mit Spannung.

Die niedersächsische Landesbeauftragte für Tierschutz, Michaela Dämmrich, weist aus gegebenem Anlass auf die Problematik hin: Auch in Braunschweig passiert mussten drei Hunde überhitzt und erschöpft von der Polizei aus einem PKW befreit werden. Anlässlich der hohen Temperaturen fordert die niedersächsische Landesbeauftragte für Tierschutz alle Hundehalterinnen und Hundehalter auf, ab einer Außentemperatur von 20 Grad Hunde selbst für kurze Zeit nicht im Auto zu lassen.

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Sachsen-Anhalt: Schonzeit für Schmalrehe und Rehböcke verkürzt

In Sachsen-Anhalt ist die Schonzeit für Schmalrehe und Rehböcke verkürzt worden. In der gestern im Amtsblatt veröffentlichten „Verordnung des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt über die Aufhebung von Schonzeiten des Rehwildes“ (S. 96) wird die Maßnahme mit hohen Wildschäden und Wildunfällen begründet. Die Jagdzeit für Böcke und Schmalrehe beginnt jetzt bereits am 15. April, Rehböcke können bis zum 31. Januar bejagt werden.

Zur Begründung führt der Verordnungstext aus:

„Hohe Rehwildbestände führen nach wie vor, vor allem in der Forstwirtschaft, zu hohen Wildschäden. Die Forderung des Landeswaldgesetzes Sachsen-Anhalt, dass die natürliche Verjüngung des Waldes sowie die Entwicklung der typischen Bodenvegetation ohne Zaunschutz möglich seien soll, ist derzeit nicht umsetzbar. In den vergangenen 25 Jahren ist die Klimaerwärmung auch durch eine Vorverlagerung des Vegetationsverlaufes deutlich spürbar geworden. Auf Feldflächen mit Wintersaaten und Raps ist das Rehwild bereits zum 1. Mai kaum noch sichtbar und in den Waldflächen wird durch den zeitigeren Laubaustrieb die Jagdausübung schwieriger. In den letzten drei Jahren sind die Wildunfallzahlen ständig angestiegen. An über 70 % der Wildunfälle ist das Rehwild beteiligt.

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Goldschakal in der Schweiz nachgewiesen

Ein Ornithologe hat an einem See im Linthgebiet im Schweizer Kanton St. Gallen einen Goldschakal beobachten und fotografieren können. Das erstmals 2011 in der Schweiz nachgewiesene Tier tauchte nach dem misslungenen Angriff eines Fuchs auf eine Ente aus dem Schilf auf, wie das Onlineportal blick.ch berichtet. Die letzte Sichtung eines Goldschakals in der Schweiz erfolgte im März 2016 im Kanton Schwyz. Der eigentlich bislang nur im Süden Europas beheimatete Goldschakal dehnt sein Verbreitungsgebiet zur Zeit aus. So wurden bereits Sichtungen in Deutschland aus Hessen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gemeldet. SE

Beitragsbild: Goldschakal. Autor: tontantravel, Quelle: flickr/wikipedia, veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic Lizenz.

BH schützt vor Schussverletzung – Verfahren gegen Jäger eingestellt

Das Verfahren gegen einen Jäger, der im August 2015 einen Schuss auf ein Wildschwein abgab, wobei durch einen Querschläger eine Radfahrerin im Brustbereich verletzt wurde (JAWINA berichtete), ist vom Amtsgericht Wismar gegen eine Geldauflage eingestellt worden. Der Metallbügel in dem BH, den die Radlerin trug, bewahrte sie damals vor schlimmeren Verletzungen. Der 54 Jahre alte Jäger hat die vom Gericht im Rahmen des Täter-Opfer-Ausgleichs verhängte Geldauflage in Höhe von mehreren hundert Euro bereits an die Geschädigte gezahlt. Damit seien die beschädigte Kleidung und ein Schmerzensgeld für die Radfahrerin berücksichtigt worden, erklärte eine Gerichtssprecher. Dem Jäger war vom Gericht vorgehalten worden, den Schuss ohne ausreichenden Kugelfang abgegeben zu haben. Er hätte auch die Gefahr durch Querschläger berücksichtigen müssen. SE

Beitragsbild: Bustier, Autor: Tranquil Garden, Quelle: Wikipedia, verööfentlicht nach Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.5 generisch“

Mecklenburg-Vorpommern: Förderbescheid über 930.000 Euro für Bibermanagement übergeben

Über einen Förderbescheid in Höhe von 930.000 Euro kann sich die UmweltPlan GmbH in Stralsund freuen: Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt in McPom hat diese Mittel bis 2019 für Monitoring, Öffentlichkeitsarbeit sowie Konfliktmanagement in Sachen Biber zur Verfügung gestellt. Der Förderbescheid wurde heute übergeben. Zusammen mit der Gesellschaft für Naturschutz und Landschaftsökologie Kratzeburg soll die UmweltPlan GmbH das Bibermanagement in allen Landkreisen steuern und begleiten (JAWINA berichtete).

Geeignete Handlungsoptionen im Konfliktfall seien unter anderem der Einbau von Dammdrainagen („Bibertäuscher“), der Rückbau (auf definierte Höhen) oder Abtrag von Biberdämmen, der Einsatz von Verbissschutzmitteln, die Zäunung gefährdeter (Forst-)Kulturen, die Anlage/ Förderung von Gewässerrandstreifen mit Weichhölzern, der Einbau von Untergrabschutz in Deichen/ Dämmen und in Einzelfällen die Entnahme von Bibern.

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Mecklenburg-Vorpommern: Kormoranbestand steigt weiter an

Schon 15.473 Brutpaare in MV

Im Jahr 2016 wurden in Mecklenburg-Vorpommern 15.473 Brutpaare des Kormorans in insgesamt 19 Kolonien gezählt. Der Brutbestand ist somit gegenüber dem Vorjahr um etwa 8,5 % angewachsen und lag damit etwas über dem bisherigen Maximum des Jahres 2008. „Die Veränderungen betrafen Küste und Binnenland gleichermaßen. Die Zunahme ist im Zusammenhang mit den vorangegangenen milden Wintern, der einer der mildesten seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen war, zu sehen“, erklärt Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt. „Wir befinden uns hier in einem schwierigen Spannungsfeld. Schließlich ist der Kormoran besonders geschützt. Gleichwohl beklagen die Fischer in Mecklenburg-Vorpommern alljährlich Verluste durch den Kormoran“, sagte er weiter.

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Wolfskacke suchen mit Laura und Maple

Wissenschaft ganz unten bzw. ganz hinten: Das Senckenberg-Institut im hessischen Gelnhausen setzt bei der Suche nach Losungsproben von Wolf, Wildkatze und Luchs im Rahmen von Wildtiermonitoring und Naturschutzforschung auf die Nasenleistung von Spürhunden. Die Verhaltensforscherin Laura Hollerbach schreibt ihre Promotion über „Einsatz von Suchhunden für Wildtierforschung und -Monitoring“. Unverzichtbare Mitarbeiterin ist ihre Labrador-Hündin  Maple, die auf das Finden von Wolfs- und Luchslosung konditioniert wurde. Mit Erfolg: Während menschliche Probanden in einem 176 Quadratkilometer großen Untersuchungsgebiet gerade einmal zehn Proben sammelten, kamen Laura und Maple auf über 50. Mit Hilfe von DNA-Untersuchungen des aufgefunden Materials können einzelne Individuen identifiziert und wieder erkannt werden, was Aussagen über deren genetische Herkunft, Rudelzugehörigkeit oder Wanderbewegungen wie bei den Lausitzwölfen ermöglicht.

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NRW-Umweltministerium: UJBen sollen Schonzeiten für Überläufer aufheben

Mit dem Erlass zur Reduzierung der überhöhten Schwarzwildbestände und Verringerung des Risikos einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) vom heutigen Tag, bittet das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MUNLV) die unteren Jagdbehörden in ihrem Zuständigkeitsbereich die Schonzeit für Überläufer gemäß § 24 Absatz 2 LJG-NRW mit sofortiger Wirkung bis zum 31.03.2018 aufzuheben. Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW wird gebeten, auf die Erhebung von Entgelten für die Bejagung von Frischlingen und Überläufern zu verzichten. Der Landesjagdverband NRW wird sich zusätzlich dafür einsetzen, dass die Untersuchungsgebühren für gestreifte Frischlinge landesweit gesenkt oder aufgehoben werden. PM

Beitragsbild: Erlass des Umweltministeriums NRW zur Schonzeitaufhebung für Überläufer wegen ASP-Gefahr. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

Sachsen: Wolf im Landkreis Bautzen überfahren

Wölfin soll zuvor mit Schrot beschossen worden sein

Am frühen Morgen des 05.07.2017 wurde auf der B156 zwischen Bluno und Sabrodt (Landkreis Bautzen) eine junge Wölfin (Jährlingsfähe) überfahren. Der Unfallort liegt im Territorium des Seenland Rudels. Ob es sich bei dem ca. einjährigen Tier um einen weiblichen Nachwuchs dieses Rudels handelt wird mittels der genetischen Untersuchung abgeklärt.

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Sachsen: Büffel blockiert Bundesstraße

Ein ca. 800 Kilo schwerer Wasserbüffel namens Obi, der am Sonntag Nachmittag aus seiner Koppel ausgebrochen war, sorgte für eine Sperrung der Bundesstraße 186 zwischen Zwenkau und Leipzig. Zwischenzeitlich schlug er sich in die Büsche und versteckte sich im Wald. Am Zwenkauer See trieb er einige Angler in den See, die daraufhin Notrufe von ihren Mobiltelefonen absetzten. Fünf Polizeibeamte und die Besitzerin des Büffels versuchten, das Tier in ein provisorischen Gatter zu treiben, aus dem der Koloss jedoch bald wieder ausbrach. Mittlerweile hatte die Polizei einen Jäger angefordert, der das Tier notfalls erschießen sollte. Aus dem Weidmannsheil auf Büffel an einer Landstraße bei Leipzig wurde dann aber nichts: Beim letzten Versuch gelang es den Polizisten und der Büffelbesitzerin, Obi in den Pferch zu treiben. Es soll jetzt untersucht werden, wie der Büffelbulle den Stromzaun, der seine heimische Koppel umgibt, überwinden konnte. SE

Beitragsbild: Wasserbüffel. Foto: SE

Anticyon-Kampagne: Wer war das?

Wer oder was das war, wollte eine Nachbarin wissen, als Jäger kennen Sie sich doch aus mit sowas: Vorwurfsvoll zeigt sie auf ein Vogelnest, das neben dem Wacholderbaum in ihrem Garten auf dem Boden lag. „Da haben so zwei zierliche Vögel drin gebrütet, von einer Sorte, die ich hier noch nicht gesehen habe: So grau mit etwas Rosa an der Brust. Jetzt sind sie weg.“ Es ist ziemlich schnell klar, das hier nur ein Täter in Frage kommt. Um an das Vogelnest zu gelangen, hat er einen beeindruckenden Tunnel durch den stacheligen Wacholder gefräst. So kann nur einer klettern: Waschbären. „Meinen Komposthaufen und den Grasschnitt daneben haben sie auch durchwühlt“, klagt die Nachbarin.

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Deutschland: Dramatischer Insektenschwund

Seit 1982 hat sich der Bestand von Insekten in Deutschland um 80 Prozent verringert. Das geht aus einer Antwort des Bundesumweltministeriums (BMUB) auf eine Anfrage der Grünen hervor, wie die FAZ berichtet. Ursache für den Insektenschwund ist dem BMUB zufolge die intensive Landwirtschaft: Es würden zu viele Pestizide eingesetzt und gebe zu wenig Blühstreifen und Hecken, erklärte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Da sich keine Änderung der Situation abzeichne, werde sich die Bestandsabnahme fortsetzen. Besonders gefährdet seien Falter, Heuschrecken und Schwebfliegen, einige Arten seien vom Aussterben bedroht. Das BMUB wies auf die dramatischen Konsequenzen des Insektenschwunds hin, durch den auch die Nahrungsgrundlage vieler Vögel und Fledermäuse gefährdet sei.

Da sich diese Entwicklung erst seit 1982 abzeichnet, stellt sie für die Politik vermutlich noch „Neuland“ dar, vermutlich fehlte bisher schlicht die Zeit, etwas daran zu ändern, schließlich kann niemand erwarten, dass unser riesiger und Unsummen verschlingender Apparat von Politik- und Verwaltungskräften innerhalb so weniger Jahrzehnte geeignete Maßnahmen umsetzt, wie etwa die Vergabe der vielen Milliarden an Agrarsubventionen nach ökologischen Kriterien auszurichten… SE

Beitragsbild: Falter. Foto: SE

Mecklenburg-Vorpommern: 310.000 Euro im Jahr für landesweites Bibermanagement

Das landesweite Bibermanagement in Mecklenburg- Vorpommern kann beginnen, jubelt das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburg-Vorpommern (LUMV) in einer aktuellen Pressemeldung: Durch die Kombination der Wasser- und Naturschutzförderrichtlinien sei es in Mecklenburg- Vorpommern erstmals möglich, sowohl die landesweite konzeptionelle Vorbereitung als auch die Maßnahmenumsetzung zu unterstützen. Mit den Mitarbeitern des Planungsbüros Umweltplan GmbH Stralsund sowie der Gesellschaft für Naturschutz und Landschaftsökologie Kratzeburg stünden „Spezialisten für eine kompetente Bearbeitung“ zur Verfügung. Dafür stehen jährlich rund 310.000 € im Rahmen der Wasserförderrichtlinie des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums (ELER) zur Verfügung.

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Bayern: Jagdverband fordert staatliche Übernahme von Gebühren

Vor dem Hintergrund der Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Tschechien (JAWINA berichtete), fordert der Bayerische Jagdverband (BJV) seine Mitglieder auf, die Jagd auf Wildschweine weiter zu intensivieren und forderte eine staatliche Übernahme der Gebühren, die im Zusammenhang mit der Schwarzwildbejagung anfallen. BJV-Vizepräsident Dr. Günther Baumer erklärte, eine Kostenübernahme bei der Trichinenuntersuchung, der Konfiskatentsorgung sowie bei der Verkehrssicherung im Rahmen von revierübergreifenden Drückjagden sei zwingend notwendig, um die Motivation der Jägerinnen und Jäger aufrecht zu erhalten. Das Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz kündigte eine Prüfung dieser Forderungen aus gegebenem Anlass an.

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DJV und CIC kritisieren „Trophäenjägerjäger“-Kampagne des Zolls

Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Internationale Rat zur Erhaltung der Jagd und des Wildes (CIC) würdigen die wichtige Rolle des Zolls bei der Bekämpfung von Artenschutzkriminalität. Immer wieder beschlagnahmen Behörden geschützte Tier- und Pflanzenarten, die illegal eingeführt werden. Ein neues Werbeplakat sorgt allerdings für Unverständnis.  Aktuell wirbt der Zoll um neue Nachwuchskräfte mit dem Werbeslogan: „Trophäenjägerjäger gesucht“ – und stößt damit die Jägerschaft vor den Kopf. Der Slogan pauschalisiert und bedient Jagdgegner-Klischees von der Auslandsjagd, die schlecht sei für den Artenschutz. In der Realität sind es allerdings Urlauber, die Einfuhrvergehen begehen: Mehr als 90 Prozent geschützter Tier- und Pflanzenarten, die vom Zoll beschlagnahmt wurden, sind Souvenirs, die Touristen von Auslandsreisen mit nach Deutschland bringen. Gelegentliche Beanstandungen bei Jägern sind in aller Regel harmlose Formfehler, etwa wenn ein Einfuhrdokument in Kopie und nicht als Original vorgelegt wird. Darauf weisen der Deutsche Jagdverband (DJV) und die deutsche Delegation des Internationalen Rats zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) hin. Im Jahr 2000 hat die Internationale Weltnaturschutzunion IUCN nachhaltige Jagd als eine Form des Natur- und Artenschutzes anerkannt.

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Behörden bereiten sich auf ASP-Ausbruch vor

Maßnahmen-Katalog des FLI veröffentlicht – Jagdverbote und Totalabschuss der Wildschweinpopulation vorgesehen

In einem Rundschreiben an die Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter des Landes Brandenburg sowie diverse Verbände warnt das Ministerium der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz (MdJEV) vor einem möglichen Ausbruch der ASP in Deutschland. In Anbetracht des erhöhten Risikos (JAWINA berichtete) käme der Früherkennung der ASP eine herausragende Bedeutung zu, so das MdJEV. Das Ministerium weist auf die Schweinepest-Monitoring-Verordnung „und insbesondere auf die Beprobung tot aufgefundener Wildschweine einschließlich Unfallwild und krank erlegter Tiere“ hin. Die Anzahl der bisher eingegangenen Proben sei für eine Früherkennung der ASP nicht ausreichend.

Inzwischen ist der Maßnahmen-Katalog des FLI an die Veterinärämter und andere Behörden versandt worden. Das Dokument liegt der Red. vor. Vorgesehen sind unter anderem die Einrichtung von Sperrbezirken bei einem ASP-Ausbruch unter Wildschweinen, in dem ein mehrwöchiges totales Jagdverbot für alle Tierarten angeordnet wird. Anschließend sollen 80 bis 90 Prozent der gesamten Wildschweinpopulation in dem betroffenen Bezirk erlegt werden.

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„Ein Recht einer freien und demokratischen Gesellschaft“

Deutschland hat mit das strengste Waffenrecht der Welt. Dennoch wird es turnusmäßig verschärft, auch wenn die Verschärfungen keinen echten Sicherheitszugewinn bringen. Unser Nachbarland Tschechien geht einen anderen, geradezu entgegengesetzten Weg: Das Recht auf Waffenbesitz wurde in der Verfassung verankert. Wir haben mit der tschechischen Europa-Parlaments-Abgeordneten Dita Charanzová darüber gesprochen, wie diese Unterschiede zu erklären sind.

JAWINA: In Deutschland scheinen viele Bürger und Politiker Legalwaffenbesitzer als eine Art von Bedrohung und Gefahr für die öffentliche Sicherheit anzusehen. Im Gegensatz dazu hat das tschechische Parlament gerade mit großer Mehrheit dafür gestimmt, das Recht auf Waffenbesitz in die Verfassung aufzunehmen. Wie erklären Sie sich diese Unterschiede, liegt der Unterschied in einer spezifisch tschechischen Kultur oder Tradition?

Dita Charanzová: Ich bin nicht sicher, ob ich die deutsche Situation kommentieren kann. Da kenne ich mich definitiv nicht aus. Was den tschechischen Kontext angeht, so gibt es da in der Tat eine lange Tradition der Jagd als Bestandteil des sozialen Lebens in den Gemeinden, aber auch des Sportschießens. Sie müssen auch bedenken, dass der private Besitz von Feuerwaffen während der kommunistischen Ära vollkommen verboten war und deshalb jetzt als eines der Rechte angesehen wird, das erlangt wurde, als die Tschechen eine freie und demokratische Gesellschaft wurden. Ich denke, dass all diese Faktoren zu der unterschiedlichen Sichtweise in unseren zwei Ländern beitragen. Andererseits muss ich sagen, dass einige meiner deutschen Kollegen im Europaparlament der geplanten Verschärfung der europäischen Feuerwaffen-Direktive sehr kritisch gegenüber standen und zuletzt auch dagegen gestimmt haben.

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A Right of a Free and Democratic Society

Germany has one of the strictest gun laws in the world. Nevertheless it is tightened on a regular basis, even if that does not bring any real safety gains. Our neighbouring Country, the Czech Republic, takes a different approach: The right to possess firearms was established as a constitutional right. We talked with the Czech MEP Dita Charanzová about these differences.

JAWINA: While in Germany many people and politicians regard owners of legal firearms as a kind of threat and danger, the Czech parliament just voted with a vast majority for a constitutional right to possess guns. How do you explain this difference? Does the difference lie in a specific Czech culture or tradition?

Dita Charanzová: I am not sure I can comment on the German situation, I am definitely not an expert. When it comes to the Czech context, yes, indeed, there is a long tradition of hunting as part of community life, but also sport shooting. You should consider as well the fact that private ownership of firearms was fully prohibited during the Communist era and it is now, therefore, considered as one the rights gained when the Czechs became a free and democratic society. I think that all these factors contribute to a certain difference between our two countries. On the other hand, I have to say that some of my German colleagues in the European Parliament were very critical to the proposal of the revised firearms Directive and voted, in the end, against it.

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Brandenburg: Wolf reißt 18 Schafe im Spreewald

In Klein Wasserburg, einem Ortsteil der Gemeinde Münchehofe (Landkreis Dahme-Spreewald), sind in der Nacht auf Mittwoch vier Mutterschafe und 14 Lämmer bei einem Rissvorfall getötet worden. Die toten Schafe wiesen die für Wolfsangriffe typischen Kehlbisse auf, auf einigen sandigen Stellen der Weide haben die Angreifer beeindruckend große Pfotenabdrücke hinterlassen. Der zuständige Rissgutachter wollte sich weisungsgemäß nicht gegenüber der Presse äußern, hatte dem betroffenen Schäfer, Roland Rocher aus Storkow, jedoch bereits signalisiert, dass er Wölfe als Verursacher „für sehr, sehr wahrscheinlich“ halte. Der Rissgutachter nahm zahlreiche DNA-Proben, die in einem Speziallabor auf Spuren wölfischen Erbmaterials untersucht werden.

Warnung: Drastisches Bildmaterial!

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BMEL bestätigt: ASP bei 29 Wildschweinen in Tschechien nachgewiesen

Wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft soeben auf Nachfrage von JAWINA bestätigte, ist der Erreger der Afrikanischen Schweinepest ASP) bereits bei 29 Wildschweinen nachgewiesen worden. Die Tierseuche scheint sich rasant auszubreiten. Aus diesem Grund schätzt das Friedrich-Löffler-Institut die Gefahr, dass die ASP nach Deutschland eingeschleppt wird, jetzt als hoch ein (JAWINA berichtete). Das FLI warnt in einer aktuellen Pressemitteilung:

Erhöhte Wachsamkeit ist nicht nur für Schweinehalter, Jäger und Tierärzte, sondern allgemein angezeigt. Tot aufgefundene Wildschweine sind den zuständigen Behörden zu melden, die eine Untersuchung sowie die unschädliche Beseitigung der Kadaver veranlassen. Höchste Priorität hat die Verhinderung eines Ausbruchs der ASP in Deutschland. Sollte es dennoch zur Einschleppung in die Wildschweinbestände in Deutschland kommen, so muss dies so früh wie möglich erkannt werden. Nur dann besteht die Möglichkeit der erfolgreichen Seuchenkontrolle.

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Wer hat Hasel gesehen?

Am 9. Mai dieses Jahres verließ die acht Jahre alte DW-Hündin Hasel gegen Abend unerlaubt das Grundstück in der Gemeinde Münchehofe zwischen Märkisch-Buchholz und Neu-Lübbenau im Brandenburger Landkreis Dahme-Spreewald. Sie hatte ihren zehn Monate alten Sohn dabei. Dieser kam nach ca. 3 Stunden zurück, doch Hasel blieb verschwunden. Auch die tagelange Suche in der Umgebung durch die ganze Familie blieb ohne Erfolg. Es wurden alle anliegenden Landesforstdienststellen, Tierärzte, Tierheime, Ämter aller Art informiert. Auch TASSO, wo Hasels Chip registriert ist, wurde in die Suche einbezogen. Diese Organisation hat Suchplakate zur Verfügung gestellt, die in allen umliegenden Orten, Anschlagtafeln, Geschäften angebracht wurden. Leider hat sich kein Hinweis auf den Verbleib oder das Schicksal der Wachtelhündin ergeben, ihre Besitzer sind ziemlich verzweifelt. Deshalb die dringende Bitte an alle Leser in der Umgebung, die Augen offen zu halten und ggf. mit Hinweisen zu helfen.

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Mecklenburg-Vorpommern: Wolf auf dem Darß

Im Darßwald im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft hält sich ein Wolf auf. Der sichere Nachweis dafür konnte anhand einer am 10. Juli 2017 entstandenen Fotografie eines Privatmanns geführt werden. Bereits seit längerer Zeit wurde die zumindest zeitweise Anwesenheit eines Wolfes vermutet. Sichtungen von Urlaubern und das Verhalten von Wildtieren ließen auf die Anwesenheit schließen. „Bei der Populationsdynamik des Wolfes ist es nicht überraschend, dass Einzelindividuen jetzt auch den Nationalpark an der Ostseeküste erreicht haben. Insbesondere die großen zusammenhängenden Kernzonenbereiche des Ostzingst bieten dem Wolf Rückzugsbereiche“, so Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus. Der Wolf zeigte ein arttypisches Fluchtverhalten, nachdem er die Witterung des Fotografen aufgenommen hatte. „Ich bitte die Besucher des Nationalparks um Vorsicht und Aufmerksamkeit. Bei Sichtung des Tieres ist der Nationalpark oder das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie zu informieren“, sagte Backhaus weiter.

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Risikobewertung geändert: FLI sieht hohes Risiko für Einschleppung der ASP nach Deutschland

Update: BMEL bestätigt: Bereits 29 infizierte Wildschweine in Tschechien – FLI: Hygienemaßnahmen bei der Jagd kommt besondere Bedeutung zu

Ende Juni meldete die Tschechische Republik erste Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen im Osten des Landes (JAWINA berichtet). Hierdurch ändert sich die Risikobewertung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) für den Eintrag der ASP durch direkten Kontakt zwischen Wildschweinen von gering auf mäßig. Außerdem nahmen in den letzten Wochen die Ausbrüche bei Hausschweinen in Polen zu. Daher bewertet das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) das Risiko einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland insgesamt als hoch und ruft zur erhöhten Wachsamkeit auf. Wie das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auf Nachfrage von JAWINA bestätigt, sind in Tschechien bereits 29 mit ASP infizierte Wildschweine nachgewiesen worden.

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Berlin: Stadtschweine stehen auf Naturkost

Städtische Wildschweine bevorzugen natürliche Nahrung – anders als vermutet kommen Wildschweine nicht nach Berlin, um dort Mülleimer zu plündern oder andere Nahrungsquellen aus menschlicher Herkunft zu nutzen. Im Gegenteil, auch Stadtschweine ernähren sich vorzugsweise von natürlichen Ressourcen. Das ist das überraschende Ergebnis einer Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), die von National Geographic und der Stiftung Naturschutz Berlin unterstützt wurde. Die ForscherInnen untersuchten Mägen von 247 Wildschweinen aus Berlin und dem Umland. Die Forschungsergebnisse wurden jetzt in der wissenschaftlichen Zeitschrift „PLOS ONE“ veröffentlicht.

Immer mehr Wildtiere leben in Städten, auch in Berlin, das als „Hauptstadt der Wildschweine“ bekannt ist. Aufgeteilt in vier Forstgebiete sind 20 % des Berliner Stadtgebiets von großflächigen Wäldern bedeckt, ideal für Wildtiere aller Art. Allerdings leben Berliner Wildschweine nicht nur in diesen Stadtwäldern, sondern werden auch regelmäßig in innerstädtischen Parks oder Gärten gesichtet und bringen dort sogar Frischlinge auf die Welt.

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Rumänien: Ceausescus Jagdgewehr versteigert

Das Lieblings-Jagdgewehr des ehemaligen rumänischen Diktators Nicolae Ceausescu ist von dem Auktionshaus Artmark versteigert worden. Die ursprünglich für den rumänischen König Carol II bei Holland & Holland gefertigte Waffe ging für fast das Dreifache des Startpreises von 12.000 Euro für 32.500 Euro an einen anonymen Online-Bieter. Das Gebot sorgte für Applaus beim Publikum im Cesianu-Racovita Palast in Bukarest, wo die Auktion stattfand. Die Waffe im Kaliber 240 Apex ist ein reich mit Gold verziertes Sondermodell aus der Serie 505 von Holland & Holland. Nach der Abdankung des Königs konfiszierten die neuen kommunistischen Machthaber das Gewehr. Jahrzehnte später gelangte es in den Besitz von Ceausescu, für den es modifiziert wurde. Unter anderem wurde am Hinterschaft eine goldene Plakette angebracht, in die der Name des Machthabers eingraviert war. Ceausescu galt als leidenschaftlicher Jäger, jedoch schlechter Schütze, so dass üblicherweise sein Begleitpersonal seine Beute streckte. SE

Beitragsbild: Ceausescus Jagdgewehr auf der Internetseite des Auktionshauses Artmark. (Bildschirmfoto, Ausschnitt)

DJV klärt Fragen zum neuen Waffenrecht

Ein DJV-Interview mit Frank Göpper, dem Geschäftsführer des Forums Waffenrecht, hat einige Fragen aufgeworfen. Auch JAWINA-Leser haben Ungereimtheiten in den Ausführungen Göppers kritisiert. Auf die Bitte der Redaktion, dazu Stellung zu nehmen, hat Göpper nicht reagiert. Dafür bringt der Deutsche Jagdverband (DJV) jetzt Göppers Antworten auf diverse Fragen, die zum neuen Waffenrecht eingegangen sind.

Wie schnell muss eine Waffe nach Erwerb gemäß §13 WaffG bei den Behörden gemeldet werden?

Jäger müssen den Erwerb einer Waffe – egal ob auf Jagdschein oder Waffenbesitzkarte (WBK) – innerhalb von zwei Wochen bei den Behörden melden.

Welche Änderungen ergeben sich für die Aufbewahrung von Schusswaffen?

Der Neukauf von Schränken der Stufe A und B nach VDMA-Bauartbeschreibung für die Aufbewahrung von erlaubnispflichtigen Schusswaffen – also auch Jagdwaffen – ist ab dem 6. Juli 2017 nicht mehr zulässig. Ab dann können Jäger für die Aufbewahrung ihrer Schusswaffen bei der Behörde nur noch Waffenschränke registrieren lassen, die mindestens der Norm DIN/EN 1143-1, Widerstandsgrad 0, entsprechen.

Für Waffenschränke ab Stufe 0 und höher gilt weiterhin: Waffen und Munition müssen nicht getrennt aufbewahrt werden. Der Gesetzgeber hat nun klargestellt, dass Waffen nur ungeladen gelagert werden dürfen, eine Reaktion auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichtes.

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Prag: Wildschwein blockiert Rollbahn

+++ News: Acht Schafe in Thüringen gerissen +++ Der von vier Schweizer Kantonen zum Abschuss freigegebene Wolf M75 konnte in der festgelegten Frist nicht erlegt werden +++ Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört: Nabu und Landesforst Brandenburg gründen gemeinsamen Forstbetrieb +++ Anzeige: Jäger in Oberösterreich schießt Füchse im Scheinwerferlicht +++

Ein Wildschwein auf der Rollbahn des Prager Flughafens hat am Montag eine Passagiermaschine der russischen Fluggesellschaft Aeroflot am Start gehindert. Wie das Wildschwein in den Sperrbereich des Flughafens gelangen konnte, ist nicht bekannt. Da es der Polizei nicht gelang, den Schwarzkittel zu vertreiben, wurde er erschossen. Die Maschine startete mit einer Verspätung von 20 Minuten. SE

Beitragsbild: Bache (Symbolbild). Foto: SE

Baden-Württemberg: Toter Wolf aus dem Schluchsee geborgen

Am vergangenen Samstag Nachmittag (08.07.) wurde im Schluchsee ein totes Tier entdeckt, das einem Wolf ähnelt. Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Freiburg hat das Tier untersucht und bestätigt, dass es sich tatsächlich um einen Wolf handelt. Den Erkenntnissen der FVA zufolge ist es möglich, dass es sich um das Tier handelt, das am 21. Juni zuerst in der Gegend von Überlingen gesehen worden war (JAWINA berichtete). Danach war der Wolf auch in der Nähe von Stockach, bei Bad Dürrheim sowie zuletzt, vor knapp einer Woche, auch bei Breitnau im Hochschwarzwald gesichtet worden. Der tote Wolf weist Verletzungen im Brustbereich auf. Woher diese Verletzungen stammen und die genaue Todesursache werden noch untersucht. Da die Untersuchungen aufwändig sind, werden die Ergebnisse voraussichtlich erst in etwa vierzehn Tagen vorliegen. PM

Beitragsbild: Wolf bei Überlingen. Quelle: FVA/privat