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Österreich: Ministerium empfiehlt wolfsfreie Alpen

Herabsetzung des Schutzstatus und ganzjährige Bejagung gefordert

Der vom österreichischen Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) herausgegebene „Grüne Bericht 2016“ spricht sich für einen wolfsfreien Alpenraum aus. Die entsprechende Empfehlung „betreffend Wolf und Almweiden“ der §7-Kommission kam mit qualifizierter Mehrheit zustande, wie es im Grünen Bericht heißt. Die sogenannte §7-Kommission ist mit Vertretern der politischen Parteien und weiterer Institutionen wie der Landwirtschaftskammer, der Wirtschaftskammer, der Bundesarbeitskammer und des österreichischen Gewerkschaftsbundes besetzt. Sie hat u.a. die Aufgabe, an der „Schaffung von Programmen zur Entwicklung des ländlichen Raums“ mitzuwirken und „Empfehlungen an den Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft“ zu erstatten.

In Empfehlung 3 heißt es, man wisse aus den Nachbarländern der Alpenregion, „dass Weidehaltung und Wolf nicht kombinierbar sind.“ In Deutschland, Frankreich, Kroatien, Slowenien, Schweiz und Italien gebe es viele Versuche, ein Miteinander von Wolf und Weidetieren zu gestalten, die alle gescheitert seien. Nicht einmal die Entschädigungsfrage habe in diesen Ländern zufriedenstellend gelöst werden können.

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Montana: Tausende Schneegänse verendet

Tausende Schneegänse sind verendet, nachdem sie auf dem Berkeley Pit, einem mit verseuchtem Wasser gefüllten, ehemaligen Kupfertagebau bei Butte im US-Bundesstaat Montana gelandet sind. Die Schneegänse waren auf ihrem Zug von einem Schneesturm bedrängt worden, woraufhin am 28. November mehrere tausend auf dem vergifteten See gelandet waren. In den folgenden Tagen fanden Anwohner zahlreiche tote Gänse in der Umgebung des ehemaligen Tagebaus. Angestellte des Minenunternehmens hatten versucht, die Gänse zu vertreiben und von der Landung abzuhalten. Seit im Jahr 1994 342 Gänse nach einer Wasserung auf dem See verendet waren, wurden Vorrichtungen installiert, um Gänse und andere Vögel von dem See fernhalten: Scheinwerfer, Schrotschüsse und die elektronische Imitation der Schreie von Fressfeinden der Gänse versagten jedoch in diesem Fall.

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Lothringen erlaubt Wolfsjagd

Durch einen Behördenerlass ist die Jagd auf Wölfe in 60 Gemeinden der französischen Region Grand Est (vormals Departement Meurthe-et-Moselle) ab sofort freigegeben worden. Das berichtet die Saarbrücker Zeitung (SZ). Grund sind die steigenden Schäden durch Übergriffe durch Wölfe auf Haustiere und die infolge steigenden Entschädigungen, die die Gemeinden Zahlen müssen. In 2015 und 2016 seien insgesamt 469 Tiere gerissen worden, so die SZ. Herdenschutzmaßnahmen hätten wenig gebracht. Bisher durften nur Warnschüsse zur Vergrämung von Wölfen abgegeben werden, nun sei eine regelrechte Jagd erlaubt.

Die Jäger und Tierhalter sollen zudem von der Wolfs-Brigade unterstützt werden, einem Team aus erfahrenen Jägern, das dem französischen Amt für Jagd und Wildtiere unterstellt ist und in Regionen mit hohen Wolfsschäden zum Einsatz kommt. Tierschützer haben eine Klage gegen die Freigabe der Wölfe angekündigt. Bereits 2014 war es den Tierschützern gelungen, vor dem Verwaltungsgericht Nancy ein Verbot der Wolfsjagd zu erreichen. Darüberhinaus kündigten die Tierschützer an, die Jagd „mit allen Mitteln“ stören zu wollen. Auch Wolfszählungen durch die französische Forstbehörde wurden der SZ zufolge auf diese Weise von militanten Tierschützern verhindert. SE

Beitragsbild: Gerissene Ziege. Foto: privat

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Dessau-Rosslau: 250 Sauen auf Drückjagden geschossen

O je, wenn das der Peta erfährt: Jäger haben auf Drückjagden in der Umgebung des von Wildschweinen geplagten Stadtgebiets von Dessau-Roßlau eine rekordverdächtige Strecke erzielt: 250 Sauen kamen bei den Jagden am Wochenende zur Strecke, außerdem über 50 Stück Rehwild und 15 Stück Rotwild. Ausführliche Informationen dazu in der Mitteldeutschen Zeitung. Wir wünschen Weidmannsheil! SE

Beitragsbild: Drückjagdstrecke. Foto: SE

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Verband fordert sofortige Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht

Der Brandenburger Landesverband Familienbetriebe Land und Forst (FABLF, vormals Grundbesitzerverband) fordert die sofortige Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht. Der bisherige Umgang mit dem Wolf sei falsch, so der Verband in einer Pressemitteilung.

Die Aufnahme ins Jagdrecht würde es nach Auffassung des FABLF ermöglichen, dass „bei ganzjähriger Unterschutzstellung des Wolfs sogenannte „Problemwölfe“ unproblematisch von örtlichen Jägern geschossen werden“ könnten. Die Abschussregelungen im Brandenburger Wolfsmanagementplan (2013-2017) seien dazu nicht praktikabel. Zweckmäßiger erscheint den Grundbesitzern die Klassifizierung als „Problemwolf“ nach den im Yellowstone-Nationalpark in den USA geltenden Regelungen. Danach wird der Wolf als problematisch angesehen, der sich Menschen, menschlichen Behausungen oder Nutztieren auf weniger als 100 Meter nähert.

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Eine Woche – fünf tote Wölfe

In Brandenburg und Sachsen-Anhalt sind innerhalb einer Woche fünf tote Wölfe aufgefunden worden. Vier davon fielen dem Straßenverkehr zum Opfer: Am Montag vergangener Woche erfasste ein Auto einen männlichen Wolf bei Crinitz (Brandenburg, Landkreis Elbe-Elster), am Donnerstag wurde eine Wölfin bei Eichow (Brandenburg, Landkreis Spree-Neiße) totgefahren. Tags darauf erwischte es eine Wölfin, die mit einem erbeuteten Reh im Fang eine Straße bei Jänschwalde überquerte (ebenfalls Landkreis Spree-Neiße). Am vergangen Sonntag überfuhr ein PKW einen jungen Wolfsrüden auf der B189 bei Colbitz in Sachsen-Anhalt (Landkreis Börde).

Ebenfalls am vergangenen Dienstag fand ein Jagdpächter auf einem abgeernteten Acker bei Sergen (Landkreis Spree-Neiße) einen Wolfskadaver, der zur Untersuchung an das Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin geschickt wurde. Die Todesursache steht noch nicht fest. SE

Beitragsbild: Wildunfall (Symbolbild). Foto: SE

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Drückjagd nimmt böses Ende für zwei Jagdhunde

Eine Drückjagd am Samstag im Lebacher Wald im Saarland nahm einen schlimmen Ausgang für zwei beteiligte Jagdhunde: Ein vierläufiger Jagdhelfer wurde von einem Jäger durch einen Schuss versehentlich tödlich getroffen, während der Hund einem Wildschwein nachjagte. Gezielt hatte der Jäger auf das Wildschwein. Ein anderer Jagdhund verursachte auf der B 268 zwischen Lebach und Schmelz einen Verkehrsunfall. Der Hund wurde leicht verletzt. PM Polizei

Beitragsbild: Jagdhund (Symbolbild). Foto: SE

Kinnhaken für Känguru

Ein Jäger hat einem Känguru in Australien einen Kinnhaken verpasst, um seinen Hund zu retten: Das Beuteltier hatte den Hund in den Schwitzkasten genommen. Nachdem sich das Video der Tat im Internet verbreitet hatte, fordern Tierschützer die Bestrafung des Mannes. Der arbeitet nämlich als Tierpfleger in einem Zoo, Tierfreunde fordern seine Entlassung. Der Taronga Western Plains Zoo erklärte als Arbeitgeber des schlagkräftigen Mitarbeiters in einem Statement, dass der Zoo das Schlagen von Tieren wie auch den Einsatz von Hunden bei der Jagd ablehne, da dies nachteilige Auswirkungen für beide beteiligten Spezies haben könne. Das Verhalten des Mitarbeiters habe in den sechs Jahren seiner Beschäftigung jedoch keinen Grund zu Beanstandungen gegeben, so dass seine Weiterbeschäftigung nicht zur Diskussion stünde.

Die Redaktion dankt JAWINA-Leser AH für den Hinweis.

Video: YouTube

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Schon wieder: Peta erstattet Anzeigen gegen Drückjagd-Teilnehmer

Erst vor wenigen Wochen hatte die radikale Tierschutzorganisation Peta Anzeige gegen die Teilnehmer einer Drückjagd in Mecklenburg-Vorpommern erstattet, was Verbände von Bauern und Jagdgenossenschaften dazu brachte, eine Überprüfung des Status der Gemeinnützigkeit der Organisation zu fordern. Jetzt spannen die Tierfreunde erneut die Justiz für ihre Zwecke ein: So ist gegen die Teilnehmer einer Drückjagd bei Wolfsburg Anzeige erstattet worden, wie die Braunschweiger Zeitung berichtet, sowie gegen die Jäger, die sich an einer Drückjagd zwischen Viernheim und Hüttenfeld in Hessen beteiligt hatten, wie die Bürstädter Zeitung schreibt. SE

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Waffenschraenke

Niedersachsen: Grüne wollen Verbot von Waffenaufbewahrung in Privathaushalten

Alles schon mal dagewesen, werden die älteren Bewohner der neueren Bundesländer seufzen, schließlich war es schon zu DDR-Zeiten so, dass Jagdwaffen beim örtlichen Vopo-Depot einzulagern waren: Die Grünen haben auf dem niedersächsischen Landesparteitag, der am Sonnabend in Oldenburg stattfand, tradierten grünen Ritualen folgend weitgehende Verschärfungen des Waffenrechts beschlossen. So wollen die vor allem als Verbotspartei bekannten Grünen mit der Forderung nach einem grundsätzlichen Verbot, Waffen in Privathäusern zu lagern, in den Wahlkampf ziehen, was wohl „nicht jedem der rund 60 000 Jäger in Niedersachsen gefallen“ dürfte, wie die Nordwest-Zeitung dezent untertreibend vermutet. Ausnahmen sollen nur in wenigen, behördlich streng kontrollierten Einzelfällen möglich sein. Immerhin gab es eine Diskussion um diesen Abstimmungspunkt, der grüne Kreistagsabgeordnete Markus Jordan sprach sich gegen das Aufbewahrungsverbot aus und wies dem NDR zufolge auf die bereits bestehende Sicherheitsregelungen und Kontrollen für Jäger hin. SE

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Thüringen: Windrädern shreddern bevorzugt Rotmilane und Mäusebussarde

Über die Hälfte der im Umfeld von Windkraftanlagen in Thüringen tot aufgefundenen Vögel sind Rotmilane und Mäusebussarde, wie die Ostthüringer Zeitung (OTZ) berichtet. Das ergab der Zeitung zufolge eine Anfrage der Thüringer CDU-Landtagsfraktion bei der Vogelschlag-Erfassungsstelle am Umweltamt in Brandenburg, die Vogelschläge in ganz Deutschland statistisch auswertet. Auch Turmfalken und Uhus bildeten „größere Opfergruppen“, heißt es. Erfasst werden nur zufällig aufgefundene Tiere, weshalb von einer deutlich höheren Dunkelziffer auszugehen sei. Auf der vom Landesumweltamt Brandenburg veröffentlichten Aufstellung von Windrädern getöteter Vögel finden sich darüber hinaus zahlreiche weitere seltene und streng geschützte Arten vom Fisch- und Seeadler über Korn- und Wiesenweihe bis zu Schwarzstorch, Grünsprecht, Rohrdommel und Großem Brachvogel. Der Nabu sieht einen Zusammenhang zwischen dem Rückgang des Rotmilans und Deutschland und der zunehmenden Zahl von Windrädern. Auch Fälle, in denen Nester geschützter Arten vermutlich im Auftrag von WIndkraftprofiteuren entfernt würden, weil diese eine Verspargelung im Umfeld verhindern würden, nehmen der OTZ zufolge zu. SE

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NRW: Streckenrückgang um 97.000 Stück Wild

Umweltministerium legt aktuelle Jagd-Bilanz für Nordrhein-Westfalen vor – Mehr als 879.000 Tiere wurden im Jagdjahr 2015/2016 in NRW erlegt

In Nordrhein-Westfalen sind im letzten Jagdjahr 2015/2016 mehr als 879.000 Tiere von Jägerinnen und Jägern erlegt worden. Dies geht aus der aktuellen Bilanz des NRW-Umweltministeriums zur abgelaufenen Jagdsaison hervor, die auf Grundlage von Meldungen der Unteren Jagdbehörden erstellt wurde. Damit sind rund 97.000 wild lebende Tiere (ohne Berücksichtigung von Katzen, wildernden Hunden, Sumpfbiber, Bisam) weniger als im Jagdjahr 2014/2015 geschossen worden.

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Hasspostings vom Nabu

Von Nabu-Doktrin abweichende Auffassung zu vertreten soll Unzuverlässigkeit begründen

Ein weiteres Mal stellen die Hobby- und Freizeit-Naturschützer vom Nabu ihre Unfähigkeit zu einem konstruktiven Dialog mit Andersdenkenden und eine bedenkliche Geringschätzung demokratischer Grundprinzipien unter Beweis: Auf der Facebook-Seite des Hobby-Naturschutzprojekts Felis Lupus fordern die Hobby-Wolfsfreunde, dass Jäger, die sich für eine Regulierung des Wolfs einsetzen, ihre Jagd einbüßen sowie „Jagd, Waffenschein und Waffen abgeben müssen.“ Wer „Forderungen nach „Regulierung“ und Bejagung von Wolf & Co. aufmache, stelle sich offenkundig gegen geltendes Artenschutz- und Bundesnaturschutzgesetz und erweise sich damit im Sinne des Zuverlässigkeitsprinzips als Unzuverlässig [sic]: „Solchen Jägern sind allein schon deshalb Jagd-, Waffenschein und Waffen durch die zuständigen Behörden abzunehmen.“ Hier seien „Staat und Behörden gefordert,“ hetzen die Hobby-Artenschützer weiter, „im Sinne des Gemeinwohls, der öffentlichen Ordnung und der Sicherheit zu arbeiten.“ Es sei „nicht hinnehmbar, dass Freizeitjäger ihre subjektiven und dazu wissenschaftlichen Erkenntnissen i.d.R. entgegenstehende Ansichten mit Waffengewalt im öffentlich zugänglichen Raum (Wald und Feld) vertreten.“

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Falknerei in Deutschland ist Immaterielles Kulturerbe der UNESCO

3.500 Jahre alte Tradition durch insgesamt 18 Länder gemeinsam nominiert

Der Zwischenstaatliche Ausschuss zum Immateriellen Kulturerbe hat am 1. Dezember in Addis Abeba die Falknerei in Deutschland in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Gemeinsam mit Italien, Kasachstan, Pakistan und Portugal hatte Deutschland eine Erweiterung des Eintrags der Tradition der Falknerei vorgeschlagen. Bereits im Jahr 2010 waren Belgien, Frankreich, Katar, Marokko, Mongolei, Saudi-Arabien, Spanien, Südkorea, Syrien, Tschechien und die Vereinigten Arabischen Emirate mit der gemeinsamen Nominierung ihrer jeweiligen Falknerei-Traditionen erfolgreich, 2013 folgten Österreich und Ungarn. Die Jagd mit abgerichteten Greifvögeln auf freilebendes Wild in seinem natürlichen Lebensraum ist eine jahrtausendealte Kulturform, die nun durch 18 Staaten weltweit gemeinsam auf der Repräsentativen Liste der UNESCO eingetragen ist.

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Einigkeit beim Wolf auf der Umweltministerkonferenz

 Bund und Länder definieren günstigen Erhaltungszustand

Der Umweltminister Mecklenburg-Vorpommerns,  Dr. Till Backhaus (SPD) erhielt auf der heutigen Umweltministerkonferenz (UMK) in Berlin am Ende einer intensiven Debatte Unterstützung für seinen Antrag „Definition des Erhaltungszustandes des Wolfes“. Das teilt das Umweltministerium MV in einer Presseerklärung mit. Damit sei der Bund nun aufgefordert, populationsbezogene Betrachtungen zum Erhaltungszustand der Art Wolf vorzunehmen und klar zu definieren, ab wann ein „günstiger Erhaltungszustand“ dieser streng geschützten Art vorliegt.

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Jagdbericht Niedersachsen: Schalenwildarten und Neozoen nehmen stetig zu

Bestände von Niederwildarten bereiten weiter Sorge – Landwirtschaftsministerium und Landesjägerschaft stellen Jagdbericht vor

Die Bestände bei Niederwildarten wie Fasan und Rebhuhn geben in Niedersachsen weiterhin Anlass zur Sorge. Gleichzeitig nehmen Schalenwildarten wie das Reh-, Rot- und Schwarzwild sowie die eingewanderten Arten Nutria und Waschbär weiter zu und werden daher verstärkt bejagt. Dies sind einige der Schwerpunktthemen im Landesjagdbericht 2015/2016, der gemeinsam vom Landwirtschaftsministerium und der Landesjägerschaft Niedersachsen (LJN) vorgestellt wird. Auch der 14. Landesjagdbericht gibt detailliert Auskunft über die regional aufgeschlüsselte Entwicklung der einzelnen Jagdstrecken.

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Brandenburg will Schwarzwild dezimieren

Abschussprämien, Bachenabschuss und mehr Drückjagden gefordert

Möglichkeiten zur Intensivierung der Schwarzwildbejagung hat Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger in einem Gespräch mit Vertretern der beiden im Land wirkenden Jagdverbänden sowie den Kommunalvertretern aus Uckermark, Barnim, Oder-Spree, Märkisch-Oderland, Spree-Neiße, Frankfurt (Oder) und Cottbus erörtert. Im Agrar- und Umweltministerium wurde ein Maßnahmenpaket entwickelt, um durch Wildschweine verursachte Schäden an Hochwasserschutzanlagen einzugrenzen.

Folgende Maßnahmen sind – zunächst befristet auf zwei Jahre – vorgesehen:

Nationalpark Unteres Odertal

Im besonders betroffenen Nationalpark Unteres Odertal sind neben passiven Schutzmaßnahmen wie der Bau von Elektrozäunen an Schadschwerpunkten, die Einrichtung von Kirrungen sowie die Errichtung von mobilen Ansitzeinrichtungen an gefährdeten Deichabschnitten vorgesehen. Außerdem soll die Bejagung der Wildschweine im Poldergebiet mittels kleinerer Drück- und Stöberjagden weiter intensiviert werden. Die Nationalpark-Verwaltung und die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Uckermark haben den Zeitraum für die Durchführung größerer Drückjagden verlängert. Um die Erfolgschancen bei der Bejagung zu vergrößern, können im Einzelfall Schussschneisen in Röhrichten und Seggenrieden angelegt werden.

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„Es gibt keinen Grund, Blei in Jagdgeschossen zu verbieten“

Ein Kommentar von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel, ursprünglich veröffentlicht als Leserkommentar zum JAWINA-Betrag über die Novellierung des niedersächsischen Landesjagdgesetzes.

Es gibt keinen einzigen vernünftigen Grund, Blei in Jagdgeschossen zu verbieten!

1. Obwohl jedes Jahr einige Seeadler an Bleivergiftung sterben, haben wir in Deutschland mehr Brutpaare als je zuvor (über 600), und das von den Vögeln aufgenommene Blei stammt keineswegs immer aus Jagdmunition.

2. Die EFSA (European Food Safety Authority – Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) hat Zahlen zur Herkunft des Bleis veröffentlicht, das wir Menschen täglich aufnehmen. Nur 0,04% der Bleiaufnahme beim Menschen stammt aus Wildbret!

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Grafik: HDP, Quelle: EFSA

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Niedersachsen: Rot-grüne Regierung legt Entwurf für Jagdgesetz-Novelle vor

Verbot von Bleimuntion und Schießnachweis gefordert, Schalldämpfer für Jagdwaffen sollen genehmigt werden

Die rot-grüne Regierungskoalition in Niedersachsen hat gestern (30.11.) einen Entwurf für eine Novellierung des Landesjagdgesetzes vorgelegt. Der Entwurf ist nicht öffentlich. Aus Reaktionen der Opposition lässt sich jedoch auf wesentliche geplante Neuregelungen schließen. So scheint ein Verbot bleihaltiger Munition vorgesehen sowie ein verbindlicher jährlicher Schießnachweis. Dafür soll wohl wie in anderen Bundesländern die Möglichkeit geschaffen werden, Schalldämpfer für Jagdwaffen auf Antrag genehmigt zu bekommen. Dies ergibt sich aus einer Pressemitteilung der CDU-Opposition, in der es heißt: „Grundsätzlich steht die CDU-Fraktion Änderungen im Jagdgesetz hinsichtlich der Verwendung bleifreier Munition und Schalldämpfern sowie einem jährlichen Schießnachweis von Jägern aufgeschlossen gegenüber. Vor einer Novellierung des Jagdgesetzes müssen allerdings wichtige Detailfragen, die SPD und Grüne bislang offen gelassen haben, geklärt werden.“

So forderte der CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Hans-Joachim Deneke-Jöhrens eine Übergangsfrist vor dem verbindlichen Bleiausstieg: „Vor einem Verbot bleihaltiger Munition muss es solange eine Übergangsregelung geben, wie alternative Munition bei der tierschutzgerechten Tötung noch die bekannten, erheblichen Defizite hat“, erklärt Denke-Jöhrens. Die CDU habe für die Anhörung den Verband der Berufsjäger benannt, der in dieser Frage aussagekräftiges Datenmaterial aus der Jagdpraxis liefern werde.

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Bauern und Jäger wehren sich gegen PETA

Überprüfung des Status der Gemeinnützigkeit gefordert

Nachdem die militante Tierschutzorganisation PETA ein weiteres Mal Anzeige gegen die Teilnehmer einer Drückjagd in Mecklenburg-Vorpommern erstattet hat, ohne konkrete Verfehlungen benennen zu können, schlagen Jäger und Bauern nun zurück: Wie der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern berichtet, fordern der Verband und der Arbeitskreis der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden „eine dringende Überprüfung des Gemeinnützigkeitsstatus der Vereinigung PETA.“

In der Pressemeldung des Bauernverbands heißt es weiter: „Mit ihrer haltlosen und pauschalen Kriminalisierung von Landwirten, Anglern und nun aktuell von Jägern zeigt PETA wiederholt, für welche Werte sie wahrhaftig steht. Es hat derzeit System, Jäger öffentlich anzuprangern. Die konkreten Umstände der jeweiligen Jagd spielen für PETA dabei keine Rolle. Stattdessen missbraucht die Organisation ihren Gemeinnützigkeitsstatus, beschäftigt mittlerweile in guter Regelmäßigkeit die Strafverfolgungsbehörden auf Kosten des Steuerzahlers und vergisst dabei nicht, kräftig für Spendengelder zu werben.

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EU plant Waffenrechtsverschärfung

Ungeachtet der auch von Experten wiederholt bekräftigten Einschätzung, dass Legalwaffen nicht deliktsrelevant sind, plant die EU-Kommission offenbar weitere Verschärfungen des Waffenrechts auf EU-Ebene. Das geht aus einem Report der EU-Kommission, betreffend eine „effektive und wahrhaftige Sicherheits-Union“, hervor. Der Report soll offenbar auf der EU-Innenminister-Konferenz (Western Balkans Justice and Home Affairs Ministers‘ Conference] am 15./16. Dezember als Beschlussvorlage dienen. Gefordert wird (auf Seite 2 des Reports) ein Verbot aller AK47- und AR15-Klone für den Zivilgebrauch, da diese für militärische Zwecke entwickelt worden seien (wie auch der 98er, Anm. SE). Außerdem fordert die Kommission ein Verbot von Magazinen für Kurz- und Langwaffen mit einer Kapazität von mehr als zehn Schuss. Davon wären vor allem die Besitzer moderner Pistolen betroffen, die üblicherweise eine wesentlich höhere Magazinkapazität aufweisen.

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DJV: Kein Plus an Sicherheit durch Waffenrechtsverschärfung

Das Forum Waffenrecht lehnt weitere Verschärfungen des Waffenrechts ab, da sie die öffentliche Sicherheit nicht verbessern. Experten bekräftigen dies in der Bundestagsanhörung. Angemahnt werden ein verbesserter Vollzug bestehender Vorschriften sowie eine effektive Bekämpfung des illegalen Waffenhandels.

Handlungsbedarf im Waffenrecht für mehr öffentliche Sicherheit? Auf Betreiben von Bündnis 90/Die Grünen fand gestern eine Öffentliche Anhörung vor dem Innenausschuss des Deutschen Bundestages statt. Die Allianz der im Forum Waffenrecht zusammengeschlossenen Verbände von Bund der Militär- und Polizeischützen (BdMP), Bund Deutscher Sportschützen (BDS), Deutscher Jagdverband (DJV), Deutsche Schießsport Union (DSU), Verband der Hersteller von Jagd-, Sportwaffen und Munition (JSM) und Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB) sowie der Deutsche Schützenbund (DSB), die etwa 2,5 Millionen rechtschaffene Bürgerinnen und Bürger vertreten, lehnen Verschärfungen des geltenden Rechts ab, weil damit die öffentliche Sicherheit keineswegs verbessert werden kann. Das Bundeslagebild Waffenkriminalität 2015 zeigt bereits deutlich: Nur 0,1 Prozent aller Straftaten wurden mit Schusswaffen verübt. „Sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch in der Langzeitbetrachtung waren die erfassten Straftaten unter Verwendung von Schusswaffen in Deutschland rückläufig“, so ein Fazit des Berichts.  In seiner Stellungnahme zur Anhörung betonte Oberstaatsanwalt Rainer Hofius: Die wenigen Verfahren gegen legale Waffenbesitzer seien als für die Sicherheit der Bevölkerung kaum bedeutsame Formalverstöße einzuordnen.

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Wildschwein-Wellness in Weser-Therme

Am Donnerstag sind zwei Wildschweine in die Weser-Therme in Bad Karlshafen (Hessen, Landkreis Kassel) eingedrungen. Vermutlich wollten sie einer im Solling stattfindenden Drückjagd weiträumig ausweichen. Sie durchschwammen die Weser und gelangten so in den Garten der Therme. Während ein Wildschwein sich unter die Becken verirrte, wie es auf der Internetseite der Therme heißt, fand das andere den Weg in die Thermenwelt. Dort suchte es nach einem Bad in einem der Schwimmbecken, wobei es Badegäste in Panik versetzte, zielstrebig den Gastronomiebereich auf, wo es durch Mitarbeiter der Therme „festgesetzt werden konnte.“ Die Thermenwelt wurde derweil „aus Sicherheitsgründen geräumt und die Gäste in das Saunaland sowie den Umkleidebereich geschickt“, so die Meldung der Therme. Beherzte Thermen-Mitarbeiter trieben das Wildschwein dann durch einen Hinterausgang hinaus, dabei verletzte sich ein Techniker leicht am Unterarm. Die Sau floh über den Parkplatz zurück durch die Weser in den Solling. Die Polizei kontrollierte daraufhin noch einmal den Thermengarten, um auszuschließen, dass das zweite Wildschwein keine weitere Gefahr für die Badegäste darstellt.

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Waffenschraenke

Polizei fordert Gesinnungsüberprüfung für Legalwaffenbesitzer

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat sich der Forderung von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) nach einer Überprüfung von Legalwaffenbesitzern mittels einer Regelanfrage beim Verfassungsschutz angeschlossen. Das berichtet die FAZ. Waffen hätten weder in den Händen von sogenannten Reichsbürgern, noch von Links- oder Rechtsextremisten etwas verloren, sagte Wendt im Deutschlandfunk. Die Zeitung zitiert Maas mit der Aussage, man müsse „Vorkehrungen schaffen, dass „solche Menschen“ gar nicht erst in den Besitz von Waffen kommen können. Auch der hessische Innenminister Peter Beuth (CD) und sein nordrhein-westfälischer Amtskollege Ralf Jäger (SPD) befürworten entsprechende Verschärfungen des Waffenrechts. Eine obligatorische Regelüberprüfung durch den Verfassungsschutz soll nach dem Willen der genannten Parteien und Politiker vorgeschrieben werden, bevor waffenrechtliche Erlaubnisse erteilt oder verlängert werden.

Dass sich der Vollzug des Waffenrechts damit zumindest in einen Grenz- und Graubereich rechtsstaatlichen Handelns begibt, ficht die Herren offenbar nicht an: So ist nicht nur die Überwachung und Registrierung durch den Verfassungsschutz alles andere als ein transparentes Verfahren – möglicherweise reicht dafür bereits eine (unzutreffende) Diffamierung, eine Namensverwechslung oder der Besuch oder auch nur die zufällige Anwesenheit bei der falschen Demo aus. Wird einem Legalwaffenbesitzer die WBK wegen Bedenken des Verfassungsschutzes entzogen, so würden ihm die konkreten Gründe dafür vermutlich nicht mitgeteilt werden, der Betroffene erhielte auch keine Akteneinsicht und damit keine Möglichkeit auf dem Klageweg dagegen vorzugehen – DDR 2.0 ist da wirklich keine Übertreibung mehr. Es ist bedauerlich, dass rechtsstaatliche Prinzipen so leichtfertig über Bord geworfen werden, um eine winzige Minderheit, die im Zweifelsfall vermutlich ohnehin eher auf illegale Waffen zurückgreift, angeblich besser kontrollieren zu können. Zumal die bestehenden Instrumente des Waffenrechts bei konsequenter Anwendung allemal ausreichen dürften, um Reichsbürgern und Extremisten den Zugang zu Legalwaffen zu verwehren. SE

Beitragsbild: Waffenschrank (Symbolbild). Foto: SE

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Neuwelt-Schraubenwurmfliege befällt seltene Hirschart in Amerika

Im US-Bundesstaat ist ein Befall mit der Neuwelt-Schraubenwurmfliege bei den sehr seltenen Key-Hirschen (Key Deer, Odocoileus virginianus clavium) festgestellt worden, wie das Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten (United States Department of Agriculture, USDA) bestätigte. Einem Bericht der New York Times zufolge „taumeln die Hirsche verwirrt umher, brüllend vor Schmerz, mit schrecklich entstellten Häuptern, als ob sie lebendig aufgefressen würden.“ Letzteres ist auch buchstäblich der Fall: Die Neuwelt-Schraubenwurmfliege legt ihre Eier bevorzugt an oder in Wunden ab, wie sie sich beispielsweise Hirsche in der Brunftzeit bei Kämpfen zufügen. Es können aber auch gesunde Körperpartien wie beispielsweise die Augenwinkel befallen werden. Die Larven fressen sich unter der Haut durch Gewebe und Muskeln, bis sie schließlich abfallen und sich im Boden verpuppen.

Die ursprünglich aus Südamerika stammende Neuwelt-Schraubenwurmfliege galt in Nordamerika seit den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts als ausgerottet. Ein von der New York Times zitierter Mitarbeiter der Landwirtschaftsbehörde Floridas sieht in der Wiederkehr des Parasiten „ein weiteres Beispiel für das Versagen, Menschen, Landwirtschaft und Umwelt“ vor den Auswirkungen der Globalisierung zu schützen. Millionen Frachtcontainer und Reisende brächten unerwünschte Parasiten und Krankheitserreger mit. Sollte die Neuwelt-Schraubenwurmfliege landwirtschaftliche Viehhaltungen befallen, so werden Schäden in Milliardenhöhe befürchtet.

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Verbändegespräch zum Wolf

Jäger, Landwirte und Schafzüchter lehnen illegale Abschüsse strikt ab und suchen den konstruktiven Dialog mit dem NABU zum Umgang mit dem Wolf. Die Verbände legen einen Fragenkatalog vor: Zielkonflikte dürfen kein Tabu sein und müssen offen diskutiert werden.

Wie kann ein möglichst konfliktfreies Zusammenleben von Mensch, Wolf und Nutztier in Deutschland funktionieren? Die Geschäftsführer des Deutschen Bauernverbandes (DBV), des Deutschen Jagdverbandes (DJV) und der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) treffen sich am 5. Dezember 2016 mit dem NABU-Geschäftsführer, um darüber zu diskutieren. Bereits im Vorfeld haben die drei Verbände illegale Abschüsse strikt abgelehnt.

Die drei Nutzerverbände unterstrichen ihre Bereitschaft zum konstruktiven Dialog. Im ersten Schritt müsse der NABU jedoch bestehende und sich anbahnende Zielkonflikte anerkennen, sonst könne es keine praxisrelevanten Lösungen geben.

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Niedersachsen: Neuntes Wolfsrudel nachgewiesen

Wölfe im Raum Visselhövede – Fotofallenbilder belegen Präsenz von fünf Wölfen

Im Raum Visselhövede im Landkreis Rotenburg (Wümme) konnte nun mittels Fotofallenbildern die Präsenz von fünf Wölfen nachgewiesen werden. Der Nachweis gelang durch eine Serie von Bildern, die hintereinander fünf Wölfe aufgenommen haben. „Wir gehen von einem neuen Rudel aus – es wäre aktuell das neunte in Niedersachsen“, so Raoul Reding, Wolfsbeauftragter der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. Allerdings sei behördlicherseits unter Berücksichtigung der nationalen Monitoringstandards  noch ein eindeutiger genetischer Nachweis zu erbringen. Die Landesjägerschaft Niedersachsen führt neben dem landesweiten, passiven Wolfsmonitoring bei unklaren Situationen im Rahmen ihrer Möglichkeiten und in Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Wolfsberatern und den Jägern vor Ort auch aktive Monitoringmaßnahmen durch. In der Vergangenheit konnten mithilfe dieser aktiven Maßnahmen so bereits die Rudel im Raum Gartow, im LK Cuxhaven sowie bei Wietzendorf bestätigt werden.

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Brandenburg: Rechtliche Klarstellung zur Lappjagd

Auch wenn eine Straße (angeblich) nur zum Zweck der Verkehrssicherung abgelappt wird, ist das Lappjagdverbot des Bundesjagdgesetzes zu beachten, wie die Oberste Jagdbehörde klarstellt.

Immer mehr Landesforstbetriebe sind in der Vergangenheit dazu übergegangen, bei Drückjagden an Straßen Lappen auszubringen. Verantwortliche hatten JAWINA gegenüber betont, dass dies ausschließlich geschehe, um der Verkehrssicherungspflicht zu genügen (siehe dazu: Lappjagd im Landesforst). Die Oberste Jagdbehörde (OJB) des Landes weist nun in einem Schreiben an verschiedene Verbände darauf hin, dass der Tatbestand einer Lappjagd auch dann erfüllt sein kann, wenn eine Straße zur Verkehrssicherung abgelappt wird. Die Lappjagd ist laut Bundesjagdgesetz (BJagdG) nicht grundsätzlich verboten, darf jedoch nicht in einer Zone von 300 Metern zur Jagdbezirksgrenze ausgeübt werden.

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Jagdverbände mit eigener Liste bei den Sozialwahlen 2017

Der Deutsche Jagdverband und der Bayerische Jagdverband haben eine Liste mit mehr als 3.000 Unterstützerunterschriften eingereicht. Transparenz und angemessene Beiträge sind zentrale Forderungen.

Der Deutsche Jagdverband und der Bayerische Jagdverband treten bei der Sozialwahl 2017 mit einer gemeinsamen Liste für die Wahl zur Vertreterversammlung der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) an. Die Liste wurde mit den erforderlichen Unterlagen beim Wahlausschuss der SVLFG eingereicht. Unter anderem waren 1000 Unterschriften von wahlberechtigten Unterstützern der Liste einzureichen – mit über 3000 Unterschriften wurde das Quorum deutlich übertroffen. Die Vertreterversammlung ist das Selbstverwaltungsorgan der SVLFG, das die Versicherten repräsentiert und maßgebliche Entscheidungen – etwa zum Beitrag und zu Satzungsfragen trifft. Revierinhaber gelten in der Sozialversicherung als „Unternehmer“ und sind deswegen Pflichtmitglieder in der Berufsgenossenschaft, der gesetzlichen Unfallversicherung.

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Österreich: Jäger findet Panzerfaust

Ein Jäger fand am 19. November 2016 in einem Waldstück im Gemeindegebiet von St. Gilgen im österreichischen Bundesland Salzburg eine stark korrodierte Panzerfaust, Type P60. Der der Fundort war schwer zugänglich und an einer abgelegenen Stelle in einem Steilhang. Nach der Anzeige sperrten Polizeibeamte die Örtlichkeit großräumig. Zeitgleich wurden sprengstoffkundige Beamte des Entminungsdienstes verständigt. Diese bargen die intakte Panzerfaust am 22. November 2016 und entschärften sie noch vor Ort.
Zum Fundort: Im Weiler Mühlbachsau sollen sich in den letzten Kriegstagen im Mai 1945 zurückziehende Verbände der deutschen Waffen-SS mit nachrückenden Einheiten der amerikanischen Streitkräfte noch einzelne Feuergefechte geliefert haben. Die gefundene Panzerfaust dürfte bei diesen Gefechten zurückgeblieben sein.
Bei einer Suche im Nahebereich zum Fundort konnten vorerst keine weiteren Kriegsrelikte gefunden werden. PM

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Duemmer, Duemmer See, Niedersachsen, Deutschland

Geflügelpest: Was Jäger wissen müssen

In vielen Teilen Deutschlands ist das Geflügelpest-Virus H5N8 bei verendeten Wildvögeln nachgewiesen worden. Zur Verhinderung der Einschleppung des Virus in Geflügelbestände sollten im Anschluss von Wasserfederwildjagden grundsätzlich keine Geflügelbetriebe aufgesucht werden bzw. die entsprechenden Hygienevorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Jäger unterstützen in Seuchenfällen bundesweit die Veterinärbehörden. Im DJV-Interview gibt das Friedrich-Loeffler-Institut wichtige Hinweise, wie Monitoring oder Probenahme korrekt durchzuführen sind.

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Gipfel der Dreistigkeit

Ein Kommentar von Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel, ursprünglich veröffentlicht als Leserkommentar zum Beitrag „Nabu: Energiepflanzen-Anbau gefährdet Artenvielfalt„, der auf einer Pressemitteilung des Nabu beruht.

Das ist ja der Gipfel der Dreistigkeit!

Wer hat denn vor gut 25 Jahren dafür gesorgt, dass es ein Erneuerbare-Energien-Gesetz gibt? Wer hat dieses Gesetz denn vor 16 Jahren so verändert, dass als Folge die Biogasanlagen auf Maisbasis tatsächlich wie die Pilze aus dem Boden schossen? 1960 wurden in ganz Deutschland keine 60.000 Hektar Mais angebaut, heute sind es jedes Jahr so etwa 2,5 Millionen Hektar! Dazu kommen noch ca. 1,5 Millionen Hektar Raps. Im Jahr 2012 musste Deutschland Brotgetreide importieren!!!

Damals wurden alle Bedenken, auch die lautstark von Jägerseite geäußerten, hinsichtlich der dramatisch negativen Folgen dieser riesigen Monokulturen für die Biodiversität  einfach ignoriert. Selbst ein Expertengutachten von 2007, das aus guten Gründen dafür plädiert,  Mais  nicht als Gärsubstrat zu verwenden, verschwand in den Schubladen der Ministerialbürokratie. Heute ist die Bescherung da, und nun beklagen sich die Brandstifter, weil es brennt.

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Slowakei: Wolfsjagd eröffnet

Das slowakische Landwirtschaftsministerium in Bratislava hat die diesjährige Wolfsjagd-Saison eröffnet. 70 der schätzungsweise 200 bis 400 slowakischen Wölfe sind zum Abschuss freigegeben. Im Vorjahr waren noch 90 Wölfe freigegeben worden. Neu ist, dass dieses Jahr auch die Wolfsjagd im Rahmen einer Drückjagd mit ca. 30 Schützen genehmigt wurde, wie der ORF berichtet. Sonst sei nur die Einzeljagd auf den Wolf gestattet. Tierschützer protestieren gegen die Wolfsjagd und fordern, den Wolf auch in der Slowakei unter Schutz zu stellen. SE

Beitragsbild: Ansitzjagd (Symbolbild). Foto: SE

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Nabu: Energiepflanzen-Anbau gefährdet Artenvielfalt

„Deutschland ist Teil des Problems“

Der Anbau von Energiepflanzen befördert den Verlust wertvoller Lebensräume für Tiere und Pflanzen nicht nur in den Regenwäldern Indonesiens, sondern auch hier in Europa. Dies zeigt das heute vom Nabu-Dachverband BirdLife International und der Umweltorganisation Transport & Environment in Brüssel vorgelegte Schwarzbuch Bioenergie, wie es in einer Pressemitteilung des Nabu heißt. Anhand von acht weltweiten Beispielen, darunter sechs aus Europa, dokumentiert das Buch das enorme Ausmaß der Zerstörung. Beispiele von gerodeten Urwäldern in Finnland oder Kahlschlägen in der Slowakei belegen, dass der Energiepflanzen-Anbau selbst vor Schutzgebieten keinen Halt macht. Auch Deutschland nimmt bei den dargestellten Negativ-Beispielen einen unrühmlichen Platz ein. Im Fokus der Kritik steht der regional dramatische Zuwachs an Maisäckern für die Biogasproduktion. Wie negativ die Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland verlaufen ist, zeigen konkrete Beispiele aus Niedersachsen. Das Bundesland ist besonders reich an Mooren, Feuchtwiesen und Grünland. Mittlerweile gibt es dort Landstriche, in denen Jahr für Jahr auf 60 bis 75 Prozent der Ackerfläche Mais in Intensivkultur wächst.

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Brandenburg: Jäger und Waldbesitzer einigen sich auf Verfahren zur Bewertung von Wildschäden

Nach schwierigen Verhandlungen haben sich Jäger und Waldbesitzer in Brandenburg auf ein einheitliches Verfahren zur Bewertung von Wildschäden im Wald geeinigt. Der Wildschadensfall und seine monetäre Bewertung sind dabei nur die letzte aller Möglichkeiten, heißt es in einer Pressemitteilung des Landesjagdverbands Brandenburg (LJVB). Am Mittwoch, den 23. November, soll der errungene Kompromiss in Eberswalde in Anwesenheit von Vertretern des Umweltministeriums, des LJVB und der Forstbehörde der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

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