Kontaktbüro bestätigt: Bracke wurde von Wolf getötet

Das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ bestätigt in einer soeben erschienenen Pressemitteilung, dass der „Jagdhund auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz von einem Wolf getötet“ wurde. In der PM heißt es weiter: Der Jagdhund, der am 30.01.2018 auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz tot aufgefunden wurde (JAWINA berichtete), wurde von einem Wolf getötet. Die genetische Untersuchung des am toten Hund genommenen Probenmaterials konnte nun einen aufgrund der Auffindesituation vermuteten Wolfsübergriff auf den Hund bestätigen. Der Hund wurde vom Rüden des Daubitzer Rudels getötet. Ein Zusammenhang zwischen diesem Vorfall und den in der Region zuvor aufgetretenen Übergriffen auf Hunde, Katzen und Kaninchen durch den am 02.02.2018 legal geschossenen Wolfsrüden GW701m, der nicht zum Daubitzer Rudel gehörte, besteht somit nachweislich nicht. Der nicht angeleinte Jagdhund hatte sich bei einem Waldaufenthalt von seinem Hundeführer entfernt, Wild verfolgt und war nicht mehr zurückgekehrt. Aufgrund eines am Halsband befestigten GPS-Senders konnte der Hund aufgefunden werden, der zu diesem Zeitpunkt bereits tot war.“

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DJV: Empfängnisverhütung für Wildschweine ist keine Alternative zur Jagd

Tierrechtler schlagen eine vermeintliche Alternative zur Wildschweinjagd vor: Eine Kastration per Impfung. Der DJV erklärt, warum diese Idee nicht funktionieren wird.

Bei Hausschweinen wird es bereits als Verhütungsmittel verwendet: Das Medikament Improvac soll nach Forderungen von Tierrechtlern nun auch bei Wildschweinen zum Einsatz kommen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hält diesen Vorschlag für realitätsfern und stellt klar: Impfen ist keine Alternative zur Jagd um den Bestand zu reduzieren. Improvac ist ein Impfstoff. Das Problem: Er kann nur gespritzt werden. Er regt im Körper die Produktion von Antikörpern an. Diese Stoffe verhindern, dass Sexualhormone im Körper gebildet werden. Ohne diese Hormone schrumpfen die Hoden, die Tiere können sich nicht erfolgreich fortpflanzen. Damit Improvac wirkt, sind sogar zwei Spritzen nötig. Auf Wildschweine übertragen hieße dies, dass jedes männliche Tier zweimal zur Impfung eingefangen werden müsse. Ach ja, nach acht Wochen müsste die Impfung aufgefrischt werden, damit die Tiere unfruchtbar bleiben.

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Schleswig-Holstein: Keine „Befriedung“ für juristische Personen

Mitwirkungspflicht für Landwirte bei der Wildschadensverhütung eingeführt

Der Landesjagdverband Schleswig-Holstein (LJV SH) weist darauf hin, dass im Zusammenhang mit den Haushaltsberatungen am 21. Februar 2018 im Landtag in einem Artikelgesetz­ mit den Stimmen der Jamaika-Koalition auch das Landesjagdgesetz Schleswig-Holstein (LJagdG) geändert wurde. Eine der wichtigsten Änderungen ist, dass die Möglichkeit der sog. „Befriedung“ von Flächen aus ethisch-moralischen Gründen für juristische Personen, also zum Beispiel Naturschutzverbände, gestrichen wurde. Außerdem, so der der LJV SH, werde eine Öffnungsklausel zum Schutz des Wildes vor Wildseuchen neu eingeführt. Diese ermögliche es den Jagdbehörden, „Ausnahmen von den Verboten in § 19 Absatz 1 Bundesjagdgesetz und in § 29 Absatz 5 zulassen und abweichend von § 27 Bundesjagdgesetz Anordnungen nach dieser Bestimmung auch zur Vorbeugung und Bekämpfung von Wildseuchen zu erlassen. So können Schonzeiten abgekürzt oder aufgehoben werden oder Jagdschutzberechtigte zur Mithilfe bei der Seuchenbekämpfung verpflichtet werden.

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Wolfsangriff auf Bracke: Chronik eines Hundetodes

Chronologie der letzten Jagd der Deutschen Bracke „Ajax von der Muskauer Heide“, getötet durch einen Wolf am 30.01.2018 auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz

Am 30.01.2018 um 14:25 Uhr wurde die Deutsche Bracke „Ajax von der Muskauer Heide“ zur Suche nach Wild geschnallt. Der Hund suchte bis ca. 15:00 Uhr im Nahbereich um den Führer (bis zu 300 m) nach Wild. Er wurde zwischenzeitlich auch mal laut, kehrte aber mehrmals zum Führer zurück. Gegen 15:05 Uhr findet der Hund Rotwild und entfernt sich Richtung Süd-West vom Führer mit dem Wild. Der Führer kennt die Wechsel und macht sich bereit, das Wild eventuell zu erlegen, wenn es den Rückwechsel annimmt.

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Sachsen-Anhalt: Elch im Fläming

Anfang der vergangenen Woche wurde im Waldgebiet nördlich von Coswig (Landkreis Wittenberg) ein Elch nachgewiesen. Der Nachweis stammt von einer Wildkamera des Landesamtes für Umweltschutz, die in Zusammenarbeit mit einem ehrenamtlichen Mitarbeiter betrieben wird und in erster Linie dem Monitoring streng geschützter Wildtiere wie der Wildkatze dient. Die automatisch arbeitende Kamera registrierte in diesem Fall zufällig den vorbeiziehenden Elch. Der Elch gilt in Sachsen-Anhalt und Deutschland seit langem als ausgestorben. Gelegentlich wandern jedoch Elche aus Polen nach Deutschland ein, wo sie dann vor allem in Brandenburg und Sachsen, aber auch weiter westlich wie in Hessen, Niedersachsen oder Bayern festgestellt wurden. In den letzten Jahren nahmen die Sichtungen in Deutschland zu. Die letzte Meldung aus Sachsen-Anhalt gab es im Sommer 2016 östlich von Wittenberg.

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NRW: Wolfssichtung im Kreis Kleve bestätigt

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) bestätigt, dass am 19. Februar 2018 bei Rees im Kreis Kleve ein Wolf gesichtet wurde. Ein Landwirt hatte den Wolf an einem Rheindeich fotografiert, die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) hat das Foto überprüft und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich bei dem Tier um einen Wolf handelt. Der Beobachtungsort wurde vom zuständigen Wolfsberater ebenfalls bestätigt und auf weitere Spuren untersucht. Weitere Angaben zur Herkunft des Tieres, zum Alter oder Geschlecht können anhand der Sichtung und des Fotos nicht gemacht werden.

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LJV Hessen: „Fangjagd für den Artenschutz wichtiger denn je“

In wenigen Wochen beginnt die Brutzeit von selten gewordenen Bodenbrütern wie dem Kiebitz oder dem Rebhuhn. Damit die scheuen Tiere eine Überlebenschance haben, ist eine Verbesserung des Lebensraumes, der Nahrungsverfügbarkeit aber auch der Schutz vor natürlichen Fressfeinden zwingend notwendig. In der vergangenen Woche lud die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen zu einem Fachgespräch zum Thema „Passen Haustierabschuss und Fallenjagd noch in die heutige Zeit?“ nach Wiesbaden ein. Die dortigen Vorträge stehen dem Artenschutz von wildlebenden Tieren diametral entgegen. „Die Diskussion wurde leider sehr emotional und nicht wissensbasiert geführt“, betont Alexander Michel, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes Hessen. „Wichtige Fakten wurden unterschlagen und völlig aus der Luft gegriffene Zahlen präsentiert.“

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Frankreich: 40 Wölfe zum Abschuss freigegeben

Frankreich hat 40 Wölfe zum Abschuss freigegeben. Insgesamt ist jedoch geplant, die Wolfspopulation bis 2023 auf 500 Tiere anwachsen zu lassen, wie verschiedene französische Medien wie z.B. Le Télégramme berichten. Der jährlich festzusetzende Abschuss solle auf regulär zehn Prozent der Population festgesetzt werden, bei schwer wiegenden Schäden könne er auf zwölf Prozent erhöht werden. Der aktuelle Bestand wird auf 265 bis 402 Tiere geschätzt. Während Tierfreunde die Abschüsse kritisierten, hatten Schäfer mehr Abschüsse gefordert. SE

Beitragsbild: Meldung über geplanten Wolfsabschuss auf Le Télégramme (Screenshot)

Österreich: Jagdterrier wütet in Hühnerstall – Bauer schlägt ihn tot

Im niederösterreichischen St. Christophen ist ein auf einer Jagd entlaufener Jagdterrier (DJT) in den Hühnerstall eines Bauern eingedrungen, wo er „13 Hendl zerbiss“, wie NÖN.at berichtet. Weitere Hühner liefen in Panik davon, von denen einige auch gestorben sein dürften. Der Landwirt, der in einem Stall arbeitete, bemerkte den „Aufruhr“ bei den Hühnern und wollte den Eindringling verscheuchen. Dies gelang nicht, stattdessen zeigte der DJT rassetypisches Verhalten und ging auf den Bauern los. Daraufhin zog ihm der Bauer ein Werkzeug über den Schädel, der Hund starb. Es täte ihm leid, dass der Hund gestorben sei, sagte der Bauer gegenüber NÖN.at, aber beißen lassen müsse er sich auch nicht. Der Hundebesitzer äußerte sein Unverständnis und erstattete Anzeige bei der Polizei. Die toten Hühner wären ein Versicherungsfall gewesen. Der Jäger will den Kadaver seines Hundes untersuchen lassen, um so festzustellen, wie oft der Bauer zugeschlagen hat.

Beitragsbild: Hühner – gegen einen DJT chancenlos. Foto: SE

Niedersachsen: Zwei weitere Wölfe totgefahren

In der vergangenen Woche wurden zwei Wölfe an der Autobahn A7 tot aufgefunden, wie der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) meldet. Am Donnerstag, dem 15. Februar, hat die Einsatzzentrale den Fund eines toten Rüden auf der Autobahn A7 bei Großburgwedel in der Region Hannover gemeldet. Am Samstag, dem 17. Februar, wurde dem regionalen Wolfsberater im Bereich der Abfahrt Westenholz ebenfalls ein toter männlicher Wolf gemeldet. Das Wolfsbüro des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) koordinierte den Transport der beiden Kadaver zum Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin. Das IZW untersucht die toten Wölfe, stellt den Allgemeinzustand der Tiere fest, ermittelt die genaue Todesursache und schickt außerdem Gewebeproben zur Feststellung der genetischen Fingerabdrücke an das Senckenberg-Institut in Gelnhausen bei Frankfurt. Das Ergebnis der DNA-Analyse gestattet eventuell Aussagen zur Rudelzugehörigkeit.

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Von Gutmenschen und Schmuddelkindern

Gefährliche Tendenz: Wie die Legalwaffenbranche diskriminiert wird

Jungjäger Kevin B. [Name geändert] wollte sich etwas gönnen: Bei einem bekannten Büchsenmacher im norddeutschen Raum hatte er sich seine Traumwaffe zusammengestellt: Ein Repetierer eines deutschen Premiumherstellers, eine hochwertige Montage, ein Zielfernrohr der Spitzenklasse. Da kommt ein hübsches Sümmchen zusammen, und eigentlich kann Kevin sich das gar nicht leisten. Das stört ihn aber nicht, denn der Büchsenmacher bietet eine günstige Finanzierung ohne Anzahlung an: Nach nur 48 bequemen Monatsraten wird die neue Jagdwaffe endlich ihm gehören. Doch daraus wird vorerst nichts: Der Kreditantrag ist ausgefüllt, der Verkäufer verschwindet im Hinterzimmer, um den Antrag dem Kreditfinanzierer des Jagdausstatters zu übermitteln. Nach einigen Minuten tritt der Verkäufer mit verstörtem Gesicht wieder hinter den Verkaufstresen: „Äh, es ist mir wirklich sehr peinlich, aber können Sie die Waffe vielleicht doch bar bezahlen? Unsere Kreditbank hat uns gekündigt.“ Der Traum vom auf Pump gekauften Luxus-Repetierer ist für Kevin B. vorläufig geplatzt.

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ASP: Sachsen-Anhalt beschafft Kadaverbehälter

Zur Vorbereitung auf einen möglichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Sachsen-Anhalt hat das Bundesland 30 Container für die Zwischenlagerung von Wildschweinkadavern beschafft. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des AfD-Abgeordneten Hannes Loth hervor. In den Behältern können Kadaver infizierter Tiere gelagert und zur Tierkörperbeseitigungsanstalt (TBA) transportiert werden, ohne dass sich der Erreger weiter verbreitet. 30 Behälter, die jeweils 1.100 Liter fassen, wurden bestellt, zehn bereits geliefert. Offenbar ist vorgesehen, dass im Fall eines ASP-Ausbruchs die Container an die „Seuchenausbruchsgebiete“ verbracht werden, um die verendeten Tier vor Ort aufzuladen. red.

Beitragsbild: Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage KA 7/1365 (Screenshot).

Lernort Natur auf der Bildungsmesse didacta

Jägerinnen und Jäger zeigen auf der Bildungsmesse didacta in Hannover die faszinierende Vielfalt der Naturpädagogik. Es darf gestaunt und mitgewerkelt werden.

Es gibt etwas zu erleben, wenn Jägerinnen und Jäger vom Deutschen Jagdverband (DJV) mit der Initiative Lernort Natur auf die Bildungsmesse didacta kommen: Vom 20. bis 24. Februar zeigen sie in Hannover, wie mit jagdlicher Naturpädagogik ein fächerübergreifender Unterricht lebendig und spannend gestaltet werden kann. Lernort Natur ist Partner der landwirtschaftlichen Gemeinschaftsschau „Landwirtschaft und Ernährung erleben lernen“ in Halle 11, Stand A 36. Die ehrenamtlich aktiven Jägerinnen und Jäger sind fachlich und pädagogisch geschult. Die Naturpädagogen Wolfgang Ritzke aus Goslar und Yvonne Scheffel-Schulz aus Jaderberg demonstrieren die Arbeit mit Naturmaterialien: Sie zeigen, was mit einfachen Mitteln alles hergestellt werden und wie man damit Unterricht machen kann.

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Ökumenisches Anschuss-Seminar

Das hat Vorbild-Charakter: Die Jagdschule des Brandenburger Jagdverbands König-Wusterhausen veranstaltet im Rahmen der Jungjägerausbildung jeweils ein Anschuss-Seminar, in dem die Jagdscheinaspiranten mit den Grundlagen des Nachsuchewesens vertraut gemacht werden. Die Veranstaltung beginnt mit einem Vortrag, in dem die Jagdschüler alles Wesentliche über Grundlagen, rechtliche Rahmenbedingungen und die Hundearbeit erfahren, aber zum Beispiel auch, wie man Nachsucheführer in seiner Umgebung ausfindig macht und erreicht oder wie man sich am Anschuss und während einer Nachsuche verhält. Das alles aus erster Hand und von wirklich erfahrenen Praktikern.

Dann geht es auch schon direkt in die Praxis: Einem bei einem Verkehrsunfall getöteten Frischling werden post mortem verschiedene Schüsse beigebracht: Gebrechschuss, Laufschuss, Weidwundschuss. Hinter dem auf einem eigens konstruierten Gestell aufgehangenen Frischling ist weiße Folie ausgelegt, damit die Jagdschüler die verschiedenen Pirschzeichen bei unterschiedlichen Trefferlagen studieren können.

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Niedersachsen: Landesjagdbericht 2016/17 veröffentlicht

Otte-Kinast dankt Jägerschaft für Einsatz – Streckenzuwachs um 111 Prozent bei Nutria

Die Nutria, auch Biberratte, wird in Niedersachsen stark bejagt. Das geht aus dem aktuellen Landesjagdbericht 2016/17 hervor, der nun veröffentlicht wurde. „Das Engagement der Jäger ist im Hinblick auf den Deichschutz sowie die drohende Afrikanische Schweinepest ausgesprochen wichtig“, sagte Jagdministerin Barbara Otte-Kinast. Bei den Wildschweinen konnte in der vergangenen Jagdsaison mit 56.185 Tieren die zweithöchste Jahresjagdstrecke seit 60 Jahren erzielt werden. Der neu erschienene Landesjagdbericht schildert die Situation der Jagd und der einzelnen Wildarten in Niedersachsen und informiert unter anderem über die Wildbiologie und über die Jagdstrecken der einzelnen Arten. Ausführlich werden in dieser Ausgabe die Neozoen, also eingeschleppte Arten, thematisiert.

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ASP: Keine Produkte aus Seuchengebieten im Handel

Seit heute bietet der Lebensmittel-Discounter Lidl Rohwurst aus Polen an. Kann so die Afrikanische Schweinepest nach Deutschland eingeschleppt werden? Das Friedrich-Loeffler-Institut gibt in einer Stellungnahme gegenüber dem DJV Entwarnung.

„ASP-Risiko: Lidl verkauft polnische Rohwurst“, titelt die Fachzeitschrift top agrar auf ihrer Internetseite und bezieht sich auf das aktuelle Werbeprospekt der Discounters. Vor dem Hintergrund des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in einigen polnischen Regionen haben Landwirte und Jäger beim Deutschen Jagdverband (DJV) nachgefragt: Besteht durch die Lidl-Rohwurst aus Polen ein Risiko der Einschleppung des ASP-Viruses? Der DJV hat das Friedrich-Loeffler-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, um Stellungnahme gebeten. Diese liegt jetzt vor: „Es gibt, wie bei allen anzeigepflichtigen Tierseuchen, strenge Auflagen bzw. Beschränkungen für die Restriktionszonen, die im Falle eines Ausbruchs eingerichtet werden. Aus diesen Gebieten kommen keine Produkte in den internationalen Handel, auch nicht zu einem Discounter. Das, was in den Handel geht, stammt von gesunden Tieren und ist nach bestem Wissen und Gewissen frei von Tierseuchen.“

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Sachsen: LJV-Präsidium tritt teilweise zurück

Die Selbstzerlegung des LJV Sachsen schreitet voran: Gestern Abend sind der Präsident des Landesjagdverbands Sachsen (LJV-SN), Frank Conrad, Vizepräsident Norman Härtner und Schatzmeister Kurt Reichel von ihren Ämtern zurückgetreten. Nach Informationen von JAWINA führten Streitereien um Grundsatzpositionen zum Wolf zu dem Zerwürfnis. Einen letzten Anstoß lieferte demnach die Verabschiedung der Bautzener Erklärung (JAWINA berichtete), die nicht von allen Vorstandsmitgliedern mitgetragen worden sei. Auf der nächsten erweiterten Präsidiumssitzung des LJV-SN soll nun über das weitere satzungskonforme Vorgehen beraten werden. Es werde angestrebt, die vakanten Präsidiumsposten durch Neuwahlen nachzubesetzen. Bis dahin werden die Ämter wahrscheinlich kommissarisch geführt. Das bisherige Präsidium war 2016 gewählt worden, planmäßige Neuwahlen stünden erst 2020 wieder an. SE

Beitragsbild: Präsidium des LJV Sachsen auf der Internetseite des Verbands (Screenshot, Ausschnitt).

Die Red. dankt JAWINA-Leser HL für den Hinweis!

Niedersachsen: Mehr Geld für den Wolf

Umweltminister fordert konsequentes Management – Leistungen auch für Deichverbände, Stiftungen und Hobbytierhalter. Nicht nur die Materialkosten von Herdenschutzmaßnahmen, sondern auch die Kosten für den Aufbau sollen gefördert werden.

Umweltminister Olaf Lies hat gestern seinen Arbeitsschwerpunkt „Wolf“ beim Landkreis Cuxhaven vorgestellt und mit dem Landkreis über das weitere Vorgehen beraten. „Der Wolf ist in Niedersachsen inzwischen heimisch geworden. Wir müssen jetzt eine neue, eine ehrliche Debatte führen. Wir müssen Wölfen zeigen, dass sie in der Nähe von Menschen nichts zu suchen haben. Steigenden Zahlen von Nutztierrissen müssen wir mit praxisorientierten Maßnahmen begegnen. Die rechtlichen Möglichkeiten müssen wir voll ausschöpfen, wir dürfen uns nicht hinter Paragraphen verschanzen. Der Wolf ist ein Raubtier und deshalb muss ein anderer Artenschutz greifen als bei Wiesenvögeln oder Gelbbauchunken. Nur so können wir auch die Akzeptanz für den Wolf als Art in der Gesellschaft erhalten!“, sagte Lies.

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Brandenburg: Angeblich erschossener Wolf starb bei Verkehrsunfall

Der am Freitag von einem Förster im Brandenburger Landkreis Oberspreewald-Lausitz tot aufgefundene Wolf starb bei einem Verkehrsunfall. Die Schussverletzungen, die das Tier aufwies und zunächst für die Todesursache gehalten worden waren, seien älteren Datums, wie das Landesamt für Umwelt (LfU) der Lausitzer Rundschau (LR) mitteilte. Demnach soll die Wölfin mit Schrot beschossen worden sein, sie wies Einschüsse an einem Lauf sowie am Kreuzbein auf. Gestorben sei das Tier jedoch an einer Schädelfraktur und inneren Blutungen, die es bei einem Verkehrsunfall erlitt. Nach dem Unfall war die Wölfin nicht sofort tot, sondern konnte sich noch von der Straße weg zum späteren Fundort schleppen. Die polizeilichen Ermittlungen wegen des illegalen Beschusses dauern jedoch an. SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags in der LR (Screenshot).

Die Red. dankt JAWINA-Leserin HG für den Hinweis!

Brandenburg: Erneuter Trichinenfund im Landkreis Uckermark

In den letzten drei Monaten sind wiederholt (JAWINA berichtete) Trichinen bei erlegten Wildschweinen im Landkreis Uckermark nachgewiesen worden. Aktuell wurden bei drei Wildschweinen aus den Regionen Mescherin und Brüssow Trichinellen festgestellt. Menschen können sich über den Verzehr von rohem oder ungenügend erhitztem trichinösem Fleisch infizieren. Die Trichinellose ist eine Infektionskrankheit mit einer Vielzahl von möglichen Symptomen. Je nach Befallsort und -intensität können u. a. Bauchschmerzen, hohes Fieber, Durchfall, rheumatische Beschwerden, Augenerkrankungen, Gelenkentzündungen, Kreislaufversagen bis hin zum Tod diagnostiziert werden. Entsprechend der aktuellen Rechtslage sind neben Schweinen und Pferden auch Wildschweine, Dachse und Waschbären verpflichtend auf Trichinellen zu untersuchen, wie der Landkreis Uckermark mitteilt. Die Untersuchungspflicht besteht auch bei Hausschlachtungen bzw. bei Wild, welches zum Eigenbedarf des Jägers genutzt wird. Verbraucher sollten sich beim privaten Handel nach der Trichinenfreiheit des Produktes bei der abgebenden Person erkundigen. PM

Beitragsbild: Trichinenlarve. Quelle: Wikipedia

ASP: Kreistagsabgeordneter antwortet auf Offenen Brief

Der Brandenburger Kreistagsabgeordnete der Fraktion der Linken, Thomas Singer, hat auf den Offenen Brief Prof. Pfannenstiels zur Afrikanischen Schweinepest (ASP) geantwortet. Wir veröffentlichen die Antwort Singers im Wortlaut.

Sehr geehrter Herr Prof. Pfannenstiel,

vielen Dank für das ausführliche Schreiben. Der Artikel in der MAZ hat einerseits die Proportionen unseres Antrages völlig verändert und andererseits nicht mehr den aktuellen Stand der Diskussion abgebildet. Der Punkt mit den „Anti-Baby-Pillen“ hatte sich schon so gut wie erledigt. Das hatte ich der Presse auch vorab gesagt.

Jäger hatten uns zugearbeitet, um die Diskussion in der Sache anzustoßen. In der Öffentlichkeit war außer den Tatarenmeldungen ja lange nichts Handfestes zu vernehmen.

Das haben wir mit dem Antrag auf alle Fälle erreicht.

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Remington beantragt Gläubigerschutz

Die Remington Outdoor Company, einer der ältesten Waffenhersteller der USA, hat Gläubigerschutz (Restructuring Support Agreement (RSA)) beantragt. In einer Presseerklärung teilte das Unternehmen mit, dass der Schritt Teil eines umfassenden Restrukturierungsplans sei, in dessen Verlauf bei laufendem Geschäftsbetrieb 700 Millionen US-Dollar Schulden abgebaut und 145 Millionen Dollar an frischem Kapital eingesammelt werden sollen. Das Unternehmen, das seit 2007 im Besitz der Beteiligungsgesellschaft Cerberus ist, soll im Lauf des Restrukturierungsprozesses von den Kreditgebern übernommen werden. Remington beschäftigt in den USA über 3500 Mitarbeiter. Neben der Schuldenlast wird als Grund für die Insolvenz auch die Wahl Trumps angeführt: Während die Befürchtung, sein Amtsvorgänger Obama könnte die Waffengesetze verschärfen, die Amerikaner zu Hamsterkäufen veranlasste, scheint von Trump der gegenteilige Effekt auszugehen. Auch andere US-Waffenhersteller klagen über sinkende Umsätze. red.

Beitragsbild: PM über den von Remington beantragten Gläubigerschutz (RSA, Screenshot).

Die Red. dankt JAWINA-Leser NoS für den Hinweis!

Berlin: Abschussentgelte für Einzelabschüsse von Schwarzwild auf null gesenkt

Die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hat die Jagdnutzungsvorschrift für die Berliner Forsten geändert: Der Einzelabschuss von Schwarzwild in den Berliner Forsten ist jetzt kostenlos. Die Regelung gilt nicht nur für Begehungsscheininhaber, sondern für alle Jäger, die einen Einzelabschuss für Schwarzwild bei einem Berliner Forstamt beantragen, erläuterte der Berliner Wildtierbeauftragte Derk Ehlert auf Nachfrage von JAWINA. Die entsprechende Änderung der Vorschrift wurde am 10. Januar im Amtsblatt bekannt gemacht und ist am Tag nach der Veröffentlichung in Kraft getreten. Hintergrund des Entgelterlasses ist Ehlert zufolge die drohende Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). „Eines möchte ich betonen“, erklärte Ehlert: „Die Jäger machen ihre Hausaufgaben und zwar mehr als genug.“ Man müsse bedenken, so Ehlert, dass sich die Schwarzwildstrecke in den letzten Jahren verzehnfacht, mancherorts sogar vervierzigfacht habe – und das bei einer ungefähr gleich bleibenden Zahl von Weidfrauen und -männern. „Vor diesem Hintergrund sind Vorwürfe, die Jäger würden zu wenig schießen, einfach absurd.“

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ASP: Prof. Pfannenstiel fordert Biosicherheit statt Vernichtungskrieg

In einem Offenen Brief an den Linken-Kreistagsabgeordneten Thomas Singer kritisiert der Biologe Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel Forderungen nach der „Pille für die Sau“ und schlägt wirksamere Maßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest vor. Im folgenden veröffentlichen wir den Offenen Brief im Wortlaut:

Pille für Wildschweine ?

Sehr geehrter Herr Singer,

alle Experten, auch die damit befassten Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts, sind sich über den Weg einig, den die Afrikanische Schweinepest (ASP) mit größter Wahrscheinlichkeit nach Deutschland nehmen wird. Der Mensch wird Vektor sein und nicht das Wildschwein. Allerdings wird die lokale Verbreitung der Seuche in Wildschweinbeständen durch hohe Individuendichten begünstigt. Insofern kommt dem Absenken von Wildschweinbeständen durchaus Bedeutung zu. Für Risiko und Wahrscheinlichkeit des Eintrags der Seuche nach Deutschland sind unsere Wildscheinbestände jedoch ohne Belang. Leider ist dieser Umstand in der Gesellschaft kaum bekannt. Auch Sie scheinen sich dieser Tatsache nicht bewusst zu sein.

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Brandenburg: Wolf erschossen

Am Freitag hat der zuständige Revierförster bei Reinigungsarbeiten im Bereich des Ruhlander Schwarzwassers (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) an der Landesgrenze Brandenburg/Sachsen einen toten Wolf gefunden. Wie die Brandenburger Polizei meldet, wies das zweijährige weibliche Tier zwei Schussverletzungen auf. Durch den Wolfsbeauftragten wurde der Wolf zur weiteren Untersuchung in das Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin gebracht. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz gegen Unbekannt aufgenommen. PM

Beitragsbild: Polizeimeldung zum toten Wolf (Screenshot).

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

Brandenburg: Terrier nach Wolfsangriff eingeschläfert

+++ Südafrika: Löwen töten Wilderer +++

In Steinberg, einem Ortsteil der Gemeinde Buckautal im Landkreis Potsdam-Mittelmark musste eine Terrierhündin namens Angie nach einem mutmaßlichen Wolfsangriff eingeschläfert werden. Der Vorfall soll sich einem Bericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) zufolge auf einem mit einem Stabgitterzaun und im Boden eingelassenen Betonborten gesicherten Privatgrundstück zugetragen haben. Demnach kam die Parson-Russell-Terrier-Hündin ihrer Besitzerin morgens entgegengehumpelt: Die linke Vorderpfote war abgerissen worden. Die Besitzerin des Hundes ist sich sicher, dass ein Wolf die Hündin durch den Zaun gefasst haben soll. Dafür sprächen aufgefundene Fellreste sowie die Bilder einer am Zaun montierten Wildkamera, auf der, so die MAZ, ein Wolfsfoto auf das nächste folge. In der Tierklinik sah man nur die Möglichkeit, den Vorderlauf zu amputieren, doch das Dasein als Krüppel habe man der 13 Jahre alten Hündin ersparen wollen. Der tragische Vorfall habe ihr die Augen geöffnet, bekannte die Hundebesitzerin, und der Amtsdirektor des zuständigen Amts Ziesar erklärte gegenüber der MAZ: „Die Kinder trauen sich im Dunkeln nicht mehr vor die Tür. Der Wolf schränkt unser Leben ein. Wir brauchen Entscheidungen, die den Wolf kurz halten. Sonst wird alles nur noch schlimmer.“ SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten Artikels in der MAZ (Screenshot).

Die Red. dankt JAWINA-Leser JS für den Hinweis!

Empfängnisverhütung bei Wildtieren – Pille oder Kugel?

Saufänge, Nachtzielgeräte, Abschuss von 70 Prozent der Schwarzwildpopulation: Aus Angst vor einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) kommen drastische Vorschläge zur Dezimierung der Wildschweine ins Gespräch. Dass auch die Forderung nach der „Pille für die Sau“ vorgebracht werden würde, war also abzusehen – dabei ist Kontrazeption bei Wildtieren alles andere als unproblematisch.

Jäger befürchten das Ende der Jagd, Jagdgegner erhoffen sich dasselbe, und Verbraucher lassen sich bereitwillig einreden, dass Männern nach dem Verzehr behandelten Wildbrets „Brüste wüchsen“ (wie ein amerikanischer Wissenschaftler schrieb): Empfängnisverhütung bei Wildtieren ist ein äußerst kontrovers und emotional diskutiertes Thema. Tatsache ist, dass die Forschung auf dem Gebiet der Immunokontrazeption, also der Empfängnisverhütung, die sich Immunreaktionen zunutze macht, seit den ersten Versuchen Anfang der achtziger Jahre atemberaubende Fortschritte gemacht hat. Mittlerweile gibt es eine Reihe von erprobten Verfahren, die vor allem in den USA bei ganz verschiedenen Tierarten – zum Beispiel bei Nagetieren, Füchsen, Weißwedelhirschen, Damwild, Sauen und Wildpferden, aber auch Tauben und Gänsen – mit Erfolg angewendet werden. Wir Jäger müssen uns also mit dem Thema auseinandersetzen – den Kopf in den Sand zu stecken und unseren Gegnern das Feld zu überlassen, bringt nichts.

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Brandenburg: (Doch keine) Jägerin erschossen aufgefunden

Bei Mögelin, einem Ortsteil der Stadt Premnitz im Landkreis Havelland, ist am Samstag eine leblose Frau aufgefunden worden. Medienberichten zufolge sollte es sich um eine 57 Jahre alte Jägerin aus Sachsen-Anhalt handeln, was später jedoch dementiert wurde. Das Fahrzeug, in dem die Frau gefunden wurde, war im Landkreis Jerichower Land zugelassen. Die Polizei geht von einem Gewaltverbrechen aus. In der Polizeimeldung heißt es dazu: Einsatzkräfte der Polizei wurden am Samstagabend gegen 20:00 Uhr nach Mögelin gerufen. Durch Zeugen wurde ein auf einem Feldweg stehendes Fahrzeug festgestellt. Im Wagen fanden sie eine Frau mit einer Schussverletzung, die nicht mehr ansprechbar war. Durch alarmierte Einsatzkräfte wurde versucht die Frau wiederzubeleben. Von einem herbeigerufenen Notarzt konnte aber nur noch der Tod der Frau festgestellt werden. Kriminaltechniker und Kriminalisten haben vor Ort umfangreiche Ermittlungen aufgenommen. In einer Nachmeldung vom heutigen Tage teilt die Polizei mit, dass die Ermittlungen zu der gestern in den Abendstunden aufgefundenen leblosen Frau in Mögelin andauern. Auf Grund der im Zuge der Ermittlungen gewonnenen Erkenntnisse sei von einem Gewaltverbrechen auszugehen.

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Kanada: YouTube-Video provoziert Jagdverbot

Eitle Selbstdarsteller und geltungssüchtige Adrenalinjunkies, deren Gier nach Kicks und Klicks sie zu immer extremeren und oft genug fragwürdigen Jagdtrips treibt, die sie dann auf YouTube und anderen sozialen Medien einer angewiderten Öffentlichkeit präsentieren, wachsen sich zu einem ernsten und zunehmenden Problem für die Jagd aus. Ein gutes Beispiel dafür ist der Bodybuilder und ehemalige Speerwerfer Josh Bowmar, der in der kanadischen Provinz Alberta einen kapitalen Schwarzbären mit einem selbst gebauten Jagdspeer erlegt hat. Dabei ließ es sich nicht nur von seiner Frau filmen, auch auf dem Schaft der archaischen Waffe war eine Action-Kamera montiert. Nach der Tat stößt Bowmar eine Serie exaltierter Jubelrufe aus, brüstet sich seiner Tat mit vielen OMGs und näheren Erläuterungen über die Trefflichkeit seiner Waffe und der Größe seines Heldenmuts. Den verletzten Schwarzbären überlässt er über Nacht sich selbst und damit, wie Kritiker Bowmars vermuten, einem langwierigen Todeskampf. Aber es sei ja, wie Bowmar einräumt, „offensichtlich zu gefährlich“, einen Bären in der Dunkelheit nachzusuchen.

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Wolfsangst in Berlin?

Es ist wohl noch nicht so weit, dass das öffentliche Leben in der deutschen Hauptstadt vollständig zum Erliegen gekommen ist, aber wenn man den Springer-Zeitungen Bild und B.Z. glauben darf, grassiert in Berlin die Angst vor dem Wolf. Anlass ist die Sichtung eines ersten Vorboten Isegrimms am Rand des Tegeler Forst im Norden Berlins. Jetzt sei es „nur noch eine Frage der Zeit“, bis Wölfe auch im Tegeler Forst auftauchen und, wer weiß, bald besiedeln sie vielleicht auch die Mülldeponien in Ruhleben oder Neukölln und trotten morgens zwischen Schulkindern und Pendlern vom großstädtischen Revier zur urbanen Schlafstätte. Sog. „Wolfsexperten“ wollen die Bevölkerung nun auf die bevorstehenden Begegnungen mit dem Grauhund vorbereiten und bieten entsprechende Vorträge an. Da die zugrunde liegenden PowerPoint-Präsen der JAWINA-Redaktion geleakt wurden, haben wir die Möglichkeit, den Inhalt der geplanten Vorträge bereits vorab präsentieren zu können:

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Herdenschutz: Wenn 1,60-Meter-Festzaun nicht reichen

+++ NRW: Wildschwein wütet in Einfamilienhaus, Jäger will es im Treppenhaus mit Saufeder erlegen +++ MV: Waffenschrank mit 13 Schusswaffen und Munition gestohlen +++ Bayern: Suche nach aus Gehege entlaufenen Wölfen wird eingestellt +++

1,60 Meter hohe Festzäune reichen nicht, um die Schafe eines sächsischen Schäfers vor dem Wolf zu schützen. Immer wieder überwinden Wölfe aus dem Rosenthaler Rudel die Weidezäune des Cunnewitzer Schäfers, 64 Schafe hat er schon verloren. Deshalb soll dort jetzt ein Pilotprojekt anlaufen, in dem zusätzliche Schutzmaßnahmen erprobt werden. So soll der 1,60 Meter hohe Festzaun zusätzlich mit einer stromführenden Litze oberhalb des Zauns gesichert, das Tor zur Koppel mit einer ausfahrbaren Elektrolitze aufgerüstet werden. 4000 Euro würden die Maßnahme für die betroffene Koppel kosten, die jedoch nur zehn Prozent der Weidefläche des Schäfers darstellt, berichtet die Sächsische Zeitung (SZ). Das Sächsische Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) hat den Schäfer „zu dem Förderantrag ermuntert“, so die SZ. Bisher wird „nur“ der Kauf von mobilen Elektrozäunen, Flatterband, Herdenschutzhunden, die Anschaffung und die Installation von Unterwühlschutz bei Wildgattern gefördert. Die Ausstattung von Festzäunen mit Elektrolitzen könnte künftig noch dazukommen. SE

Beitragsbild: Headline des Beitrags über den Pilotversuch in der SZ (Screenshot).

DJV beurteilt Koalitionsvertrag positiv

Der DJV begrüßt die vorgesehenen Änderungen des Bundesjagdgesetzes hinsichtlich Munition, Schießübungsnachweis und Jungjägerausbildung. Auch die Ankündigung, den Schutzstatus des Wolfes zu überprüfen, stößt auf Zustimmung.

Die Parteien CDU, CSU und SPD haben sich auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt, dass die künftige Bundesregierung die in der vergangenen Legislaturperiode gescheiterte Novellierung des Bundesjagdgesetzes nun doch vornehmen möchte. Geplant sind bundeseinheitliche Regelungen für Jagdmunition mit dem Ziel, die Tötungswirkung zu optimieren und gleichzeitig den Bleieintrag ins Wildbret zu minimieren. Zudem soll es einen deutschlandweit einheitlichen Schießübungsnachweis geben, ebenso eine einheitliche Jäger- und Falknerausbildung sowie -prüfung. „Wir haben in den vergangenen Jahren einen wissensbasierten Weg unterstützt und begrüßen es sehr, dass die Politik unseren Empfehlungen nun folgen wird“, sagte DJV-Präsident Hartwig Fischer.
Wolf: Ängste und Sorgen ernst nehmen

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Wildtier-Monitoring: Starke Zunahme bei Waschbär und Marderhund

Im Fokus des WILD-Berichtes 2016 steht die Auswertung der Jagdstatistik verschiedener Raubwildarten. Vor allem bei den invasiven Arten Waschbär und Marderhund sind starke Streckenzunahmen zu verzeichnen. Der Bericht enthält zudem Gastbeiträge zur Verbreitung des Goldschakals und nachhaltigen Nutzung von Bälgen.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat heute den Jahresbericht 2016 für das Wildtierinformationssystem der Länder Deutschlands (WILD) veröffentlicht. Im Fokus stehen die Jagdstatistiken verschiedener Raubsäuger. Dargestellt werden aktuelle Werte und die Entwicklung im 10-Jahres-Vergleich. Besonders eindrucksvoll sind die Ergebnisse für den Waschbären: In fast der Hälfte aller Landkreise (46 Prozent) zeigt sich eine teils starke Zunahme der Jagdstrecken. Dabei hat sich die Zahl der zur Strecke gekommenen Waschbären pro 100 Hektar Jagdfläche innerhalb von zehn Jahren um teilweise mehr als das 10-fache erhöht. Insgesamt umfasste die Strecke im Jagdjahr 2015/16 knapp 130.000 Waschbären. Diese Werte lassen den Schluss zu, dass die Population des aus Nordamerika stammenden Kleinbären kontinuierlich zunimmt. Dies gilt auch für den aus Asien stammenden Marderhund:  Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2015/16 mit 28.000 Tieren rund 16 Prozent mehr Marderhunde erlegt. Nach einem Populationseinbruch Mitte der 2000er-Jahre aufgrund von Räude- und Staupeerkrankungen hat die Marderhundstrecke mittlerweile wieder das Niveau von vor zehn Jahren erreicht.

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Sachsen: Neues Wolfsrudel in der Region Stolpen/Hohnstein

In der Region Stolpen/Hohnstein (LK Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) konnte aktuell im Rahmen des Wolfsmonitorings ein neues Wolfsrudel bestätigt werden. Das teilt das „Kontaktbüro Wölfe in Sachsen“ mit Im Herbst des vergangenen Jahres hatte es bereits einzelne Nachweise von Wölfen in der Region gegeben. So konnte z.B. am 30.10.2017 zwischen Stolpen und Stürza (Dürrröhrsdorf-Dittersbach) durch eine Fotofallenaufnahme der Nachweis (C1) von zwei Wölfen erbracht werden (Kontaktbüro berichtete). Es blieb aber offen, ob es sich um ein neues territoriales Vorkommen handelte oder um durchziehende Wölfe. Nun liegt das Ergebnis der genetischen Untersuchung des am 07.11.2017 zwischen Dobra (Dürrröhrsdorf-Dittersbach) und Helmsdorf (Stolpen) überfahrenen männlichen Wolfswelpen vor: Er gehört einem bisher im Monitoring nicht erfassten Rudel an, das im Sommer 2017 im Raum Stolpen/Hohnstein Welpen aufgezogen hat.

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Schiesser ohne Jagdschein

Claas Nowak bringt viele Eigenschaften mit, die ein wirklich guter Jäger braucht: Er liebt die Natur, ist fasziniert von Wildtieren. Er quält sich frühmorgens aus dem Bett, schlägt sich Nacht um Nacht auf dem Hochsitz um die Ohren. Tagelang verharrt er annähernd reglos im Tarnzelt,  starrt stundenlang auf Heuhaufen, in der Hoffnung, die darin hausenden Fuchswelpen zu erwischen oder robbt in Tarnklamotten durch den Wald. Seine Mühe wird reichlich entlohnt, Claas schießt eine Menge – Fotos. Einen Jagdschein hat er nicht, seine Leidenschaft ist die Natur- und Jagdfotografie. Seine besten Bilder versammelt er in dem von Freundin Lena – praktischerweise gelernte Kommunikationsdesignerin – gestalteten und auf hochwertigem Recyclingpapier gedruckten Kalender „Naturimpressionen“, den wir der geneigten Leserschaft ans Herz legen wollen, auch wenn die Jahreszeit für Kalenderempfehlungen nicht mehr ganz passt. SE

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