Ausnahmegenehmigung für Manipulation von Nandu-Eiern erteilt

Nandus gelten in ihrem ursprünglichen Habitat in der südamerikanischen Pampa als gering gefährdet, in der norddeutschen Tiefebene stellen sie ohne Zweifel einen Faunenverfälschung dar. Unternommen wurde dagegen bislang – nichts. Ein aufschlussreicher Hinweis darauf, wie ernst die Bekämpfung invasiver Arten hierzulande genommen wird.

Nun hat das Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe als Untere Naturschutzbehörde für das UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee  dem Kreisbauernverband Nordwestmecklenburg auf Antrag die Ausnahmegenehmigung erteilt, Nandueier im Biosphärenreservat Schaalsee durch das Anbohren zu manipulieren. Das teilt das Landwirtschaftsministerium in einer Presseerklärung mit. Darin heißt es: Ihre natürliche Verbreitung haben Nandus in Südamerika. In Deutschland gelten die Vögel als Neozoen. Der Nandubestand im UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee geht auf einige wenige Tiere zurück, die im Jahr 1999 aus einem Gehege in Groß Grönau entlaufen sind. Das Anbohren der Eier, mit dem Ziel der Verhinderung der Reproduktion, ist nach aktueller Beurteilung das mildeste Mittel eines Eingriffs, um dem weiteren Anwachsen und der weiteren Ausbreitung der Nandupopulation und den damit einhergehenden Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen entgegen zu wirken.

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Wolfsfähe im Müritz-Nationalpark – Rüde aus Ueckermünder Heide besendert

Aktuelle genetische Untersuchungen weisen einen weiblichen Wolf im Müritz-Nationalpark nach. Wie Norman Stier, Koordinator des Wolfsmonitorings in Mecklenburg-Vorpommern, mitteilte, handelt es sich um eine Fähe aus dem Nieskyer Rudel bei Görlitz in Sachsen.
„Seit 2012 gibt es immer wieder eindeutige Nachweise von einzelnen Wölfen im Müritz-Nationalpark. Bisher wurde keines der Tiere im 32.200 Hektar großen Schutzgebiet sesshaft. Die Tiere, zumeist junge Rüden, waren nur auf der Durchreise. Es ist aber davon auszugehen, dass sich auf kurz oder lang Wölfe auch dort ansiedeln. Der Müritz-Nationalpark bietet mit seinen großen zusammenhängenden Lebensräumen östlich der Müritz gute Voraussetzungen für Wölfe. Bislang gibt es aber keine Anhaltspunkte dafür, dass das Weibchen aus Sachsen hier geblieben ist“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus.

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Sachsen: Wieder Wolf überfahren

Auf der S 158 zwischen den Ortschaften Rammenau und Hauswalde (Landkreis Bautzen) ist am Donnerstagmorgen ein Auto mit einem Wolf zusammengestoßen. Das, wie die Polizei schreibt, unter Naturschutz stehende Raubtier überlebte die Kollision nicht. Mitarbeiter des Wolfbüros brachten den Kadaver zur weiteren Untersuchung in eine Berliner Fachklinik. An dem beteiligten Kia entstand Sachschaden in Höhe von etwa 3.000 Euro. Der Fahrer blieb unverletzt. PM

Beitragsbild: Wildunfall (Symbolbild). Foto: SE

NRW: Bearbeitung von WBK-Anträgen dauert über 6 Monate

Grund laut Polizei: Antragsflut auf Kleinen Waffenschein

Neues aus dem failed state NRW: Jungjäger müssen in Solingen und Wuppertal über sechs Monate warten, bis die Waffenbehörde ihnen nach bestandener Prüfung eine Waffenbesitzkarte (WBK) ausstellt. In einer Pressemitteilung kritisiert die FDP Solingen „verärgert“ diese Zustände: „Gestern fand der letzte Teil der diesjährigen Jägerprüfung in Solingen statt“ heißt es darin. Und weiter: „Doch bis die jungen Jäger mit neuer Waffe auf Jagd gehen können, wird wohl noch viel Zeit ins Land vergehen, denn für den Besitz von Waffen braucht man eine Waffenbesitzkarte und die wird derzeit in der Waffenrechtsstelle der Kreispolizeibehörde Wuppertal nicht ausgestellt. Dr. Robert Weindl, Vorsitzender der Solinger FDP dazu: „Da will jemand Jäger werden, bereitet sich monatelang auf die Jägerprüfung vor, besteht die Prüfung, erfüllt auch sonst alle Voraussetzungen für den Besitz einer Jagdwaffe, beantragt dafür die notwendige Waffenbesitzkarte und bekommt sie nicht. Das ist nicht hinnehmbar, rügt Weindl.

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Frankfurt a.M.: Fuchs attackiert Frau – Verdacht auf Tollwut

In der Nacht auf Donnerstag ist eine Frau in Frankfurt am Main von einem Fuchs angegriffen worden. Der Vorfall ereignete sich in der Stephan-Heise-Straße im Bezirk Praunheim. Der Fuchs hatte gegen 23.20 Uhr versucht die 48-jährige Frau zu beißen, jedoch gelang es ihr den Angriff abzuwehren. Die Frau verständigte die Polizei, als die Streife eintraf, fand sie das augenscheinlich schwerkranke Tier vor. Um weitere Gefahren für die Bevölkerung abzuwehren und das qualvolle Leiden des Tieres zu beenden, musste bedauerlicherweise von der Waffe Gebrauch gemacht werden, teilt die Polizei mit. Es besteht der Verdacht, dass das Tier an Tollwut erkrankt war. Dies werde nun überprüft. In diesem Zusammenhang warnt die Polizei Frankfurt vor möglichen tollwütigen Tieren im Bereich Praunheim. Bei entsprechendem Verdacht  wird geraten, das Ordnungsamt und bei akuter Gefahr der Notruf der Polizei zu verständigen. Deutschland gilt seit neun Jahren als tollwutfrei. PM

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Bayern: Landkreis Cham genehmigt 13 Saufänge

Wie ein Sprecher des Landkreises Cham gegenüber JAWINA bestätigte, haben Jagd- und Veterinärbehörde des Landkreises auf Antrag der Jägerschaft 13 Saufänge auf Gemeindegebiet genehmigt. Der Bayerische Rundfunk berichtete, dass die auch unter Jägern umstrittenen Saufänge aufgrund der anwachsenden Schwarzwildpopulation und der damit einhergehenden Zunahme der Wildschäden beantragt und genehmigt worden seien. Im Gemeindegebiet an der deutsch-tschechischen Grenze grenzten ausgedehnte Wälder und Gebirge unmittelbar an intensiv bewirtschaftete landwirtschaftliche Nutzflächen. Dies seien paradiesische Bedingungen für die Sauen, zumal die Durchführung von Bewegungsjagden in vielen Revieren nicht möglich sei. Die jährlich anwachsenden Bestände sind nach Auffassung vieler Jäger mit herkömmlichen jagdlichen Mitteln kaum mehr in den Griff zu bekommen. Die Genehmigung der Saufänge ist auf drei Jahre befristet und mit diversen Auflagen verbunden:

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Brandenburg: Wolfsverordnung soll Abschuss von Problemwölfen regeln

Brandenburgs Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde hat in ihrem Grußwort anlässlich des 4. Wolfplenums, das gestern in Potsdam stattfand, die Erarbeitung einer Wolfsverordnung für Brandenburg angekündigt. Diese solle eine schnelle und landeseinheitliche Vorgehensweise beim Auftreten von Wölfen mit einem für den Menschen problematischem Verhalten ermöglichen. Die Wolfsverordnung soll in den kommenden Wochen – unter Beteiligung der  Brandenburger Umwelt- und Landnutzerverbände – weiter qualifiziert werden.

Das Wolfsplenum sein ein Expertengremium, das „als Basis genutzt werden soll, um im Land zu Verabredungen zu kommen, die notwendig sind, um beim Thema Wolf einen vernünftigen Kompromiss zwischen den verschiedenen Interessengruppen zu erzielen“, sagte Schilde. Die drängenden Fragen, die sich aktuell mit der Weiterentwicklung des Brandenburger Wolfsmanagements stellen, und die zum Teil sehr emotional geführten Diskussionen seien der Grund gewesen, warum in diesem Jahr erstmals zwei Wolfsplenen stattfinden.

Schilde: „Wir können davon ausgehen, dass alle Beteiligten erkannt haben, dass der Wolf in Brandenburg fortdauernd eine Existenz haben wird. Es kommt darauf an, die damit verbundenen Konflikte zu lösen. Dies geht nur im Dialog zwischen Naturschützern, den Landnutzern und der Verwaltung.“

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Frischling frisst Frontkämpfer

Echt jetzt? Diverse Medien, darunter auch Jagdmedien, melden dieser Tage, dass Wildschweine drei IS-Kämpfer in den Hamrin-Bergen etwa 70 Kilometer südlich von der nordirakischen Stadt Mossul getötet und fünf weitere verwundet haben sollen. Hektisch gegen entsprechende alarmistische Hinweise in den Nachrichtenkanälen der JAWINA-Redaktion ein. Demnach hätten die Frontkämpfer einen Hinterhalt installiert, um Anti-IS-Kämpfer eines lokalen Stammes anzugreifen. Es sei „wahrscheinlich“, dass die Terrorkämpfer dabei eine Rotte Wildschweine gestört hätten, die die Gegend und die nahegelegenen Kornfelder bewohnten“, wird  ein gewisser Sheikh Anwar al-Assi, vom örtlichen Ubaid Stamm zum Beispiel in USA Today zitiert. Dafür hätten die Wildschweine blutige Rache genommen. Mal abgesehen von der jagdlichen Relevanz – wie „wahrscheinlich“ die von Scheich Anwar al-Assi aufgetischte Geschichte wirklich ist, sollten Jäger doch recht zuverlässig beurteilen können. Nach weitgehend übereinstimmenden Erfahrungen ergreifen gestörte Wildschweinrotten eher die Flucht, als zu einem koordinierten Gegenangriff überzugehen. Selbst bei der Nachsuche auf krank geschossene und entsprechend schlecht gelaunte Wildsauen, kommt es relativ selten zu wirklich schweren Verletzungen, dass (unbeschossene) Sauen gleich ganze Jägertrupps dahingemeuchelt hätten, ist historisch nicht belegt. Dass eine im Getreide aufgeschreckte Rotte Sauen einen Trupp bis an die Zähne bewaffneter, fronterfahrener IS-Kämpfer aufmischt, die in den Tagen zuvor mindestens 25 Menschen auf der Flucht aus dem Kampfgebiet exekutiert haben sollen, erscheint vor diesem Hintergrund nicht „wahrscheinlich“ – sondern extrem unwahrscheinlich.

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Gesetzesentwurf zum Umgang mit invasiven Arten – massive Eingriffe ins Jagdrecht geplant

„Dritte“ sollen invasive Arten in den Jagdrevieren bekämpfen

Ein von der Bundesregierung vorgelegter Gesetzesentwurf (Deutscher Bundestag, Drucksache 18/11942) „zur Durchführung der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten“ birgt erhebliche Sprengkraft für Jagd und Jäger:  Das Gesetz „zielt auf die Prävention, Minimierung und Abschwächung der nachteiligen Auswirkungen der vorsätzlichen wie der nicht vorsätzlichen Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten auf die Biodiversität in der Union“, heißt es in Abschnitt A. Erreicht werden soll dies durch mit Änderungen im Bundesnaturschutzgesetz und im Bundesjagdgesetz, die weitgehende Zuständigkeits- und Eingriffsregelungen enthalten.

Die für Jäger gewichtigsten Punkte sind in Artikel 3, „Änderung des Bundesjagdgesetzes“ (S. 15 des verlinkten Gesetzesentwurfs) enthalten.

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Schäferin fordert: „Wölfe wie jedes andere Wild jagen!“

Verbände wollen Entnahme von Problemwölfen erschweren

Immer wieder interessant, wie schnell und gründlich sich Standpunkte ändern können, wenn man selbst betroffen ist: „Meine Einstellung zum Wolf hat sich grundlegend geändert“, bekannte die niedersächsische Schäferin Gabriele Lebermann gegenüber der Kreiszeitung Wochenblatt. Grund für den plötzlichen Sinneswandel ist ein Wolfsangriff auf ihre Schafherde im Landkreis Harburg, dem innerhalb von zwei Tagen zwei ihrer Schafe zum Opfer fielen. Wölfe kämen den Ortschaften immer näher, hätten keine natürlichen Feinde und vermehrten sich jedes Jahr um 30 Prozent, lauten die neuen Erkenntnisse der Schäferin. Fazit: Sie sollten „wie jedes andere Wild“ bejagt werden.

Die Verbände Nabu und International Fund for Animal Welfare (IFAW) wollen derweil die Entnahme von Problemwölfen erschweren. Die Bundesländer müssten mehr für Vorbeugung und Monitoring tun, in einem offenen Schreiben fordern sie einen „einheitlichen Umgang mit auffälligen Wölfen.“ Vor der Abschussfreigabe verhaltensauffälliger Wölfe solle in jedem Fall die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes für den Wolf (DBBW) konsultiert werden. Ein zentraler Baustein des DBBW, so Nabu und IFAW, sei ein Expertengremium, das die Bundesländer im Umgang mit auffälligen Wölfen berät.

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Brandenburg: Neun Wölfe auf Truppenübungsplatz Klietz

Auf dem Truppenübungsplatz Klietz bei Rathenow (Landkreis Havelland) sind mittlerweile neun Wölfe sicher nachgewiesen. Das erklärte die für das Revier zuständige Bundesförsterin gegenüber der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ). Die neun Wölfe gehören einem Rudel an, es gibt bislang unbestätigte Hinweise auf ein zweites Rudel auf dem Platz. SE

Video: Wölfe auf dem Truppenübungsplatz Klietz. Quelle: MAZ/Bundesforst/YouTube

Louise Gray: Die anständige Fleischfresserin

Louise Gray hat ein Sachbuch geschrieben, das mit ein wenig Augen-Zudrücken auch als Bildungsroman durchgehen würde: Ausgangspunkt der bemerkenswerten Entwicklung, die die Autorin durchläuft, ist die im Kreis ihrer urbanen Freunde halb im Scherz ausgesprochene Idee, ein Jahr lang nur Fleisch von Tieren zu essen, die sie selbst getötet hat. Sie merkt gleich, dass sie damit einen Nerv getroffen hat – Freunde und Kollegen sind fasziniert, sie spüren ihre Unwissenheit, wissen nicht, wie man ein Tier findet, schlachtet, verarbeitet und waren zugleich „hungrig nach einer Beziehung zu dem Fleisch, das sie aßen, und zur Natur im Allgemeinen“: „Mir war klar, dass ich meine Idee in die Tat umsetzen musste.“

Die ist der Auftakt zu „Richtig Tiere essen?!“, wobei der englische Originaltitel „The Ethical Carnivore“ (Der ethische / moralische einwandfreie Fleischfresser) das Anliegen des Buchs besser wiedergibt. Als erstes Opfer und Repräsentanten ihrer Idee wählt Gray ein Kaninchen. Es endet im Debakel, jedenfalls fast: Beim Schuss auf das erste von ihr zu tötende Lebewesen ist Gray nervös, sie muckt und trifft zwar das Kaninchen – aber es schlägt noch einen Salto und verschwindet im Gebüsch. Louise Gray fühlt sich, als hätte sie „furchtbar etwas falsch gemacht“, als „schlechter Mensch“, der „furchtbares Leid verursacht“ hat. Watership-Down-Assoziationen suchen sie heim (bezeichnenderweise machen ihr, als sie ihre Mission beginnt, immer wieder vermenschlichte Tierfiguren aus Büchern und Zeichentrickfilmen zu schaffen, die die damit verbundene infantile Gefühlswelt wachrufen), ihre Knie zittern, sie ist den Tränen sehr, sehr nahe. Während ihr Guide Steve die Suche aufgibt und in den Pub fährt, dreht Louise, schon auf der Heimfahrt, noch einmal um und sucht das Kaninchen, instinktiv jene Grundsätze befolgend, die deutsche Jäger als Weidgerechtigkeit bezeichnen. Sie zerreißt sich ihr Sweatshirt am Stacheldraht, zieht sich blutige Kratzer und Dornen im Gestrüpp zu – und findet das Kaninchen. Bei Steve und seinen Kumpels im dörflichen Pub erntet „diese merkwürdige Frau in schlammverdreckten Klamotten mit Blättern im Haar“ dafür ehrliche Anerkennung. Ihre städtische Schwägerin kreischt: „Du hast ein Schmusetier getötet.“

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Zürich: „Einwandfreier Jagdbetrieb“ statt höchstzulässiger Revierpreis“

Einige interessante Ansätze verfolgt der Schweizer Kanton Zürich mit der Totalrevision des kantonalen Jagdgesetzes: So soll bei der Reviervergabe künftig nicht der Höchstbietende zum Zuge kommen, sondern diejenigen, die „die beste Gewähr für einen einwandfreien Jagdbetrieb“ bieten. Die Jagdreviere sollen unter wildbiologischen Gesichtspunkten neu eingeteilt werden.

In einer Pressemitteilung des Kantons Zürich heißt es dazu: Die Jägerinnen und Jäger erfüllen heute eine wichtige Aufgabe zum Schutz der Wildtiere und ihrer Lebensräume. Die Voraussetzungen in den Jagdrevieren haben sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Das geltende Jagdgesetz von 1929 hält mit dieser Entwicklung nicht mehr Schritt. Die Baudirektion hat darum ein von Grund auf neues Jagdgesetz erarbeitet. Der Regierungsrat hat die Baudirektion zur Vernehmlassung des Gesetzesentwurfs ermächtigt.

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LJV Brandenburg fordert Notwehrrecht und Entschädigung bei Wolfsangriffen auf Jagdhunde

Vor der bevorstehenden Überarbeitung des Wolfsmanagementplans Brandenburg (WMP) hat der Landesjagdverband Brandenburg (LJVB) einen Forderungskatalog zur zukünftigen Ausgestaltung des Wolfsmanagements veröffentlicht. Der LJVB fordert unter anderem eine Herabsetzung des Schutzstatus des Wolfs, ein Notwehrrecht bei Wolfsangriffen auf Jagdhunde sowie die „rechtssichere Entnahme“ kranker Wölfe.

Im folgenden die Forderungen des LJVB im Wortlaut:

Der aktuelle, bis einschließlich 2017 befristete WMP des Landes Brandenburg soll fortgeschrieben werden. Um dem Anspruch eines WMP dahingehend gerecht zu werden, das Konflikte zwischen Mensch und Wolf nach Möglichkeit gar nicht erst entstehen bzw. weitestgehend entschärft werden, fordert der Landesjagdverband Brandenburg e.V. im Zuge der Evaluierung des Wolfsmanagementplans:

1. Allgemein

  • Befristung des WMP auf maximal 3 Jahre
  • halbjährliche öffentliche Auswertung zu: Bestandsentwicklung des Wolfes, Schäden, Konflikten mit dem Wolf und bei Notwendigkeit Nachsteuerung im WMP
  • Konkrete Initiative des Landes Brandenburg zur Herabstufung des Schutzstatus des Wolfes von Anhang IV in Anhang V der FFH-Richtlinie

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Niedersachsen: Tierhasser legt Fressköder aus

In Breloh, einem Ortsteil der Stadt Munster im (Niedersachsen, Landkreis Heidekreis hat ein bislang unbekannter Täter vermutlich mehrere, nach Ansicht der Polizei besonders gefährliche Fressköder ausgelegt. Es handelt sich dabei um Fischreste, die mit mehreren Nägeln präpariert sind. Die Katze eines aufmerksamen Anwohners brachte einen solchen Köder mit vor die Terrassentür. Der Anwohner nahm seiner Katze den Köder weg und brachte ihn zum Polizeikommissariat Munster. Alle Tierhalter sind zur besonderen Vorsicht aufgefordert und sollen verdächtige Gegenstände der Polizei Munster melden. Die Beamten leiteten ein Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ein. Hinweise zum Täter nimmt die Polizei Munster unter 05192/9600 entgegen. PM

Beitragsbild: Fressköder. Foto: Polizei

Quasimodogeniti

Auf den Palmsonntag folgt der Ostersonntag. Gelegentlich wird auch für diese Zeit ein Merkvers genannt: Osterzeit, wenig Beut. Dennoch streichen die Schnepfen auch um Ostern herum noch, wenn der Strich auch allmählich nachlässt. Der Spruch kommt wohl eher daher, dass die wackeren Weidgesellen die miese Stimmung ihrer besseren Hälften fürchteten, falls sie an Ostern zur Jagd rausgegangen wären. Deshalb war um diese Zeit die Strecke sehr gering.

Quasimodogeniti wird der erste Sonntag nach Ostern genannt. Quasi modo geniti infantes, halleluja, rationabile sine dolo lac concupsicite, halleluja, lautete es zu Beginn der Messe. Die Übersetzung könnte auch für uns Jäger ein gutes Motto sein: Wie neugeborene Kinder, Halleluja, verlangt nach der vernünftigen, unverfälschten Milch, Halleluja. Die vernünftige Milch, nach der wir verlangen sollen, könnte doch für uns Jäger das Wissen um neue wildbiologische Erkenntnisse sein und deren Umsetzung in der Jagdpraxis. Da haben wir nämlich noch sehr viel Luft nach oben. Halleluja ist übrigens ein Imperativ: Preist Gott!

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Simbabwe: Krokodiljäger von Krokodil gefressen

In der vergangen Woche ist der südafrikanische Jäger Scott van Zyl bei einem Jagdausflug in Simbabwe ums Leben gekommen, wie u.a. die BBC berichtet. Van Zyl verschwand spurlos auf einer Safari im Grenzgebiet von Simbabwe und Südafrika. Van Zyl und sein Guide hatten ihr Fahrzeug verlassen und waren mit ihren Hundemeuten in unterschiedlichen Richtungen auf Krokodil-Pirsch gegangen. Als Scott van Zyls Hunde ohne ihn zum Fahrzeug zurückkehrten, wurde eine Rettungsmission gestartet. Die Fußspuren des Jägers konnten bis zu einer Sandbank im Limpopo-Fluss verfolgt werden, wo sein Rucksack gefunden wurde. Nach dem Vorfall wurden drei Nilkrokodile in der Umgebung geschossen. Eines enthielt die sterblichen Überreste des Jägers, wie ein DNA-Test zweifelsfrei belegte. Scott van Zyl war verheiratet und hinterlässt seine Frau und zwei Kinder. Er führte gelegentlich selbst ausländische Jäger auf Safaris und engagierte sich in der Heritage Protection Group, einer privaten Non-Profit-Organisation, die schwere Gewaltverbrechen und Nashorn-Wilderei bekämpft. SE

Beitragsbild: Nilkrokodil. Autor: Sarah McCans, Quelle: Wikipedia. Veröffentlicht unter der Creative Commons Attribution 2.0 Generic Lizenz.

Sachsen-Anhalt: Kreistag Stendal beschliesst Wolfs-Resolution

Sachsen-Anhalt: Kindergärtnerinnen werden für Wolfsbegegnungen geschult +++ Bayern: Wolfsnachweis im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen

Der Kreistag von Stendal hat in seiner Sitzung am Donnerstag auf Antrag der CDU-Fraktion einer Resolution „für ein praxistaugliches Wolfsmanagement“ zugestimmt. Im folgenden geben wir den Wortlaut der Resolution wieder:

Der Kreistag verabschiedet vorliegende Resolution zum Wolfsmanagement und bittet die Landesregierung Sachsen-Anhalt und die Bundesregierung in der Sache tätig zu werden.

1. Überprüfung der FFH-Richtlinien und Anpassung des Schutzstatus

2. Vorkehrungen zu treffen, wie man den wachsenden Bestand zukünftig kontrollieren und die Weichen für eine Regulierung der Population stellen will.

3. Jährliche Monitoring-Ergebnisse zum Wolf mit allen Betroffenen, also der Wissenschaft, dem Naturschutz, den Nutztierhaltern, Grundeigentümern sowie der Jägerschaft auszutauschen.

4. Die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht mit feststehender Jagd- und Schonzeit. Ausschluss der Pflicht zur Hege und der Wildschadensvergütung

Wolfgang Kühnel
Fraktionsvorsitzender

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Verwaltungsgericht Münster: Jäger haben „grundsätzlich keinen Anspruch“ auf Schalldämpfer

Die neue deutsche Kleinstaaterei treibt groteske Blüten: Während einige Bundesländer Schalldämpfer für Jäger grundsätzlich freigegeben haben, erlauben andere (z.B. Mecklenburg-Vorpommern) diese nur unter Bedingungen, wieder andere (Berlin, NRW) stellen sich völlig quer. Das Verwaltungsgericht Münster hat nun die Klage eines Jägers auf Erteilung einer Erlaubnis zum Erwerb und Besitz eines Schalldämpfers für sein Jagdgewehr abgewiesen, wie die Westfälischen Nachrichten schreiben. Jäger hätten grundsätzlich keinen Anspruch auf Schalldämpfer, da mit Gehörschützern ein vergleichbarer Schutz erzielt werden könne. Der Kläger hatte seinen Antrag auf Erteilung einer Schalldämpfer-Genehmigung damit begründet, dass er bereits ein Knalltrauma erlitten habe und sein Gehör nicht weiter schädigen wolle.

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Wolfsbüro: „Wolfsübergriffe in Siedlungen keine Gefährdung für Menschen“

Die neuesten Rissvorfälle in einem Dorf in Sachsen (JAWINA berichtete) nimmt das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ zum Anlass zu bekräftigen, „dass Wolfsübergriffe auf Schafe in der Nähe von menschlichen Siedlungen, wie zuletzt in Großdöbschütz (Gemeinde Obergurig, LK Bautzen), keine potenzielle Gefährdung für Menschen darstellen.“, wie es in einer Pressemitteilung des Wolfsbüros heißt: „In der Nacht vom 16. auf den 17.04.2017 wurden in Großdöbschütz ein Mutterschaf und ein Lamm gerissen. Die beiden Schafe waren ungenügend geschützt. Die Koppel war nur auf einer Seite mit einem Zaun geschützt, der zudem mit einer Höhe von 80 cm zu niedrig war. An den übrigen Seiten wird die Weidefläche durch einen Graben und die Spree abgegrenzt. Gewässer bieten allerdings keinen Schutz vor Wölfen, da diese leicht durchschwommen werden können.“

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Alaska: Trump genehmigt umstrittene Jagdmethoden – was steckt dahinter?

Jagen und Fischen essenziell für die Nahrungsversorgung der Bevölkerung Alaskas

Für Aufregung sorgt ein Dekret des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump, mit dem dieser umstrittene Jagdmethoden wie u.a. die Jagd auf Wölfe aus Hubschraubern, die Tötung von Wolfswelpen und Jungbären und die Erlegung von Grizzly-Bären am Luder (also an zuvor ausgelegten Ködern) in den Nationalparks Alaskas wieder erlaubt. Das Dekret ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Trump von seinem Vorgänger Obama erlassene Gesetze zurücknimmt: Dieser hatte 2016 ein Bundesgesetz erlassen, das bestimmte Formen der Prädatorenkontrolle in den sich über mehr als 310.000 Quadratkilometer erstreckenden Nationalparks Alaskas verbot. Der National Park Service Alaskas hatte sich vorher schon geweigert, die Raubwildbejagung in den Nationalparks zuzulassen. Durch Obamas Gesetz erhielt diese Weigerung Gesetzeskraft. Politiker in Alaska hatten dies als widerrechtliche Einmischung in die inneren Angelegenheiten Alaskas heftig kritisiert, da im Alaska Statehood Act und weiteren Gesetzen dem Staat Alaska das Recht, die Wildbestände des Bundesstaats zu managen, übertragen worden war. Im Januar 2017 hat der Staat Alaska daher Klage gegen das Bundesgesetz und die Regelungen des National Park Service erhoben. Doch geht es bei dem Streit nicht nur um Widerstand gegen die Einmischung in die Souveränität des Staates Alaska: Die Prädatorenkontrolle gilt als Bestandteil des „Werkzeugkastens“, also eines gesetzlich beschlossenen Maßnahmenpakets, mit dem die Population von Elchen und Karibus in Alaska auf hohem Niveau stabilisiert werden soll. Denn diese sichert die Ernährungsgrundlage der Bevölkerung.

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Malta: Wilderer nach verdeckten Ermittlungen von Vogelschützern festgenommen

Die Polizei auf Malta hat in der Nähe von Hal Farrug einen Wilderer festgenommen und dessen Schrotflinte konfisziert. Der Mann war von Mitgiedern der Tierschutzvereinigung „Komitee gegen den Vogelmord“ (Committee against Bird Slaughter, CABS) beobachtet und gefilmt worden. Die Vogelschützer wollen zuvor Hinweise aus der Bevölkerung erhalten haben, dass in dem Gebiet um Hal Farrug Dutzende von Schüssen gefallen seien, nachdem die Vogeljagdsaison bereits beendet gewesen sei. Daraufhin sei die „Überwachungsmission“ gestartet worden, so eine Sprecherin der Organisation gegenüber dem Malta Independent. Es handle sich um „organisiertes Verbrechen“, so die CABS-Sprecherin: Drei Männer hätten sich in dem entlegenen Tal gegenseitig mit Funkgeräten über die Züge von Turteltauben und anderer geschützter Vögel informiert. Einer der Männer sei abgestellt gewesen, um das Gebiet und die in das Tal führenden Straßen zu überwachen und die anderen vor anrückenden Polizei-Patrouillen zu warnen. Diese Vorsichtsmaßnahmen seien jedoch vergeblich gewesen, da es den verdeckten Ermittlern von CABS gelungen sei, aus einem Versteck heraus einen der Wilderer mit einer Schrotflinte in der Hand an zwei Tagen zu filmen. SE

Beitragsbild: Headline des verlinkten Beitrags im Malta Independent. (Bildschirmfoto, Ausschnitt).

Eingeschleppte Arten breiten sich weiter aus

Seit dem Jahr 2006 überwachen Jäger systematisch die Ausbreitung von Waschbär, Marderhund und Mink in Deutschland. Wissenschaftler haben jetzt Datenreihen aus über 24.000 Revieren bis zum Jahr 2015 für das Wildtier-Informationssystem der Länder (WILD) ausgewertet. Das deutschlandweit umfangreichste Monitoring umfasst 13 Millionen Hektar – das entspricht etwa 40 Prozent der land- und forstwirtschaftlichen Fläche. Die wichtigsten Ergebnisse hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute veröffentlicht.

Waschbär bricht alle Rekorde

Besonders auffällig ist die Entwicklung beim Waschbären, einem nordamerikanischen Kleinbären: Er hat sich bundesweit ausgebreitet und kommt inzwischen in 43 Prozent der Reviere vor. Das sind 19 Prozentpunkte mehr als bei der ersten Erfassung im Jahr 2006. Die historisch bedingten Hochburgen Brandenburg und Hessen sind zwischenzeitlich Teil eines größeren Kerngebiets (Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Hessen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern). Dort haben Jäger den Waschbär 2015 in 74 Prozent der Reviere nachgewiesen. Im Jahr 2006 haben nur 42 Prozent ein Vorkommen gemeldet.

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Sozialgericht Magdeburg weist Klage von Jagdpächtern gegen überhöhte BG-Beiträge ab

Die 46. Kammer des Sozialgerichts Magdeburg hat die Klage einer Jagdpächtergemeinschaft gegen die Beitragserhöhung der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau als Berufsgenossenschaft (BG SVLFG) in einem Urteil vom 28. März abgewiesen. Geklagt hatten die Mitglieder einer Pächtergemeinschaft im Kreis Stendal (Sachsen-Anhalt). Die BG hatte am 11.02.2013 einen Beitragsbescheid über 1477,07 Euro für die Jagdfläche von 2367 Hektar erstellt. Die erhebliche Beitragssteigerung gegenüber dem Vorjahr sei nicht nachvollziehbar, argumentierten die Kläger.

Die gesetzlich vorgeschriebene Pflichtmitgliedschaft der Jagdpächter in der Berufsgenossenschaft wird von vielen Betroffenen zunehmend kritisch gesehen: Drastische Beitragserhöhungen, völlige Intransparenz hinsichtlich der Kosten und somit der Beitragsgestaltung sowie „Unsicherheiten und Widersprüchlichkeiten bei der Frage, wer unter den Schutz der Unfallversicherung fällt (z. B. Hundeführer)“ sorgen für massive Verstimmung bei den Betroffenen – zumal die BG die genannten Unsicherheiten und Widersprüchlichkeiten immer wieder zum Anlass nimmt, Leistungen zu verweigern. Die Jäger treten daher bei der anstehenden Sozialwahl der SVLFG erstmals mit einer eigenen Liste an.

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Bayern: Wohnwagengespann überfährt absichtlich lebendes Reh

Wie erst jetzt der Polizei bekannt wurde, ereignete sich am Gründonnerstag ein Wildunfall auf der Staatsstraße 2105 bei Waging am See (Landkreis Traunstein), bei dem ein Wohnwagengespann absichtlich über ein noch lebendes Reh fuhr. Kurz vor Mitternacht erfasste ein Einheimischer mit seinem Pkw ein Reh. Er blieb sofort stehen und sicherte die Unfallstelle mit seinem Pkw ab. Das Reh lag noch lebend auf dem Gegenfahrstreifen. Auch weitere Ersthelfer hielten an und sicherten die Unfallstelle ab. Nach Zeugenangaben kam kurze Zeit später ein Wohnwagengespann aus dem Landkreis Neuburg a.d. Donau an die Unfallstelle und fuhr an den haltenden Fahrzeugen vorbei. Unmittelbar vor dem Reh stoppte der noch unbekannte Fahrer, fuhr jedoch dann direkt über das noch lebende Reh. Da der Verdacht besteht, dass der Fahrer des Gespanns das Reh erkannt hat und dennoch weiterfuhr, ermittelt die Laufener Polizei nun wegen einem Verstoß nach dem Tierschutzgesetz. Der Fahrer wird sich infolge mit der Staatsanwaltschaft auseinandersetzen müssen. PM

Beitragsbild: Rehbock (Symbolbild). Foto: Robert Saemann-Ischenko

Mallorca: Jäger jagen Schlangen

Jäger der Gemeinde Capdepera im Nordosten Mallorcas gehen auf Schlangenjagd: Mitglieder des örtlichen Jagdverbands haben 15 Fallen im Gemeindegebiet aufgestellt, die mit lebenden Mäusen beködert werden, wie die MallorcaZeitung berichtet. Die Kastenfallen bestehen aus zwei Teilen: Dem Käfig für die Maus nebst Futter und Wasser, sowie der eigentlichen Falle. Schlüpft die Schlange durch das Einstiegsloch in den Käfig, um die Maus zu fangen, so kommt sie wegen der nur in eine Richtung öffnenden Drahttür vor dem Einschlupf nicht wieder heraus. Die Fangaktion gilt der Hufeisennatter, die in Mallorca ursprünglich nicht heimisch war. Die Schlangen sollen erst vor etwa zehn Jahren mit Olivenbäumen auf die Insel gekommen sein, die vom spanischen Festland eingeführt wurden. Die Hufeisennatter kann knapp zwei Meter lang werden und gilt als nicht giftig. Sie ist jedoch sehr aggressiv und beißt schnell zu, wobei sie auch Menschen tiefe, stark blutende und schmerzhafte Bisswunden zufügen kann. Bei Jägern ist sie unbeliebt, weil sie Junghasen, Kaninchen und Wachteln erbeutet. In wenigen Tagen sollen bereits acht Hufeisennattern gefangen worden sein. SE

Beitragsbild: Juvenile Hufeisennatter. Autor: Luis Fernández García, Quelle: Wikipedia. Verööfentlicht unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 2.5 Spain Lizenz.

Mehrere Wolfssichtungen bei Hannover

Sachsen: Wolfsriss in Dorfnähe – Bundeslandwirtschaftsminister will reden: über begrenzte Abschussfreigabe

In der Region zwischen Hannover und Deister sind am Osterwochenende mehrere Wolfssichtungen gemeldet worden, wie die Hannoversche Allgemeine Zeitung berichtet. Mehrere Augenzeugen sahen demnach einen Wolf, als er am Sonntag die B217 bei Steinkrug überquerte, am Ostermontag wurde ein Wolf in der Gegend östlich von Laatzen beobachtet.

In Großdöbschütz (Sachsen, Landkreis Bautzen) hat vermutlich ein Wolf in der Nacht auf Ostermontag zwei Schwarznasenschafe gerissen. Das Mutterschaf war angefressen, das Lamm wies den typischen Kehlbiss auf, meldet die Sächsische Zeitung. Das Dorf ist dem Bericht zufolge nur 50 Meter von der Weide entfernt. Diese war offenbar ungenügend gesichert: Der Zaun soll niedrig gewesen sein, damit „Spaziergänger die Tiere streicheln konnten.“

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Ein nützliches Tool: Der Frankonia EWB-Konfigurator

Wie man mit dem Frankonia EWB-Konfigurator und ein paar Klicks jede Menge Ärger beim Kauf und Verkauf von Waffen und Munition vermeiden kann.

Das deutsche Waffenrecht, die Vorschriften für die Aufbewahrung, den Transport und den Erwerb einer Schusswaffe sind kompliziert. Doch damit nicht genug: Sie ändern sich auch noch ständig. Beispiel: Noch bis vor wenigen Jahren wurden Wechselläufe nicht in die WBK eingetragen. Heute ist das vorgeschrieben, und wer es versäumt hat, seinen Wechsellauf nachträglich einzutragen zu lassen, besitzt diesen illegal. Das ist unangenehm genug, etwa, wenn der Wechsellauf bei dem in aller Regel gutgläubigen und ahnungslosen Besitzer im Rahmen einer behördlichen Kontrolle entdeckt wird. Oder wenn der Wechsellauf von dem bisherigen Besitzer oder seinen Erben verkauft wird: Spätestens, wenn der neue Besitzer den Wechsellauf in seine WBK eintragen lässt, wird die Waffenbehörde das Versäumnis bemerken und beim Vorbesitzer vorstellig werden. Dann ist der Ärger groß. Anderes Beispiel: Früher waren Einsteckläufe ab 18 Jahren frei verkäuflich. Heute dürfen sie nur noch an Berechtigte abgegeben werden, die eine zum Einstecklauf passende Waffe in ihre WBK eingetragen haben.

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Wolfsbeute besteht durchschnittlich zu 32 Prozent aus Nutztieren

Wölfe reißen zwei Kälber und neun Schafe – Wolfssichtung im Landkreis Stade

Durchschnittlich 32 Prozent der Beute von Wölfen „geht auf den Menschen zurück“, heißt es in einem Artikel der österreichischen Tagesszeitung Standard. In dem lesenswerten Beitrag wird eine wissenschaftliche Studie vorgestellt, die sich mit der Frage beschäftigt, ob derzeit eine weitere Domestikation der Wölfe stattfindet. Darin heißt es, dass sich Wölfe in Griechenland vorwiegend von Schweinen, Ziegen und Schafen ernähren, während ihre Artgenossen in Spanien überwiegend Pferde und anderes Vieh erbeuten. Im Iran fressen Wölfe vor allem Hühner, Ziegen und Abfälle. Diese Wölfe seien Kandidaten für eine mögliche neuerliche Domestikation.

Zu der Studie „Making a New Dog? von  Thomas M. Newsome, Peter J. S. Fleming, Christopher R. Dickman, Tim S. Doherty, William J. Ripple, Euan G. Ritchie, Aaron J. Wirsing geht es hier.

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NRW: Remmel nimmt Anti-Jagd-Petition entgegen

Remmel droht: Jagdgesetz 2018 wieder Thema

Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) hat auf einer Veranstaltung, die eigentlich als Werbeveranstaltung für den Wolf gedacht war, eine Anti-Jagd-Petition entgegen genommen: Eine Remscheiderin namens Brita Günther überreichte eine Petition gegen die Bejagung des Rotfuchses, die 62.000 Bürger unterzeichnet haben sollen, wie der Remscheider General-Anzeiger (rga) berichtete. Die Petition soll dem rga zufolge von dem Rheinisch-Bergischen Naturschutzverein RBN „und dessen Schwesterverband Nabu“ unterstützt worden sein, womit die sogenannten Naturschutzvereine wieder einmal beweisen, dass ihnen der Schutz zahlreicher Rote-Liste-Arten von Feldhase bis Kiebitz vor opportunistischen Allerwelts-Prädatoren wie dem Rotfuchs egal ist, wenn es gegen die Jäger geht und dem Spendenaufkommen dient. Remmel musste die engagierte Remscheiderin, was die „baldige Umsetzung in eine Gesetzesvorlage“ (rga) angeht, jedoch vertrösten: Frühestens 2018 laufe „der vereinbarte Kompromiss im neuen Jagdgesetz aus“, sagte der Minister dem rga zufolge. SE

Beitragsbild: Erlegte Füchse. Foto: SE

Niedersachsen: Jagdschein an der Schule

15 Schülerinnen und Schüler zweier niedersächsischer Schulen – des Gymnasiums Leoninum Handrup und der Integrierten Gesamtschule Fürstenau – konnten im Rahmen des Schulprojekts „vor dem Abitur das grüne Abitur“ die Jägerprüfung ablegen. Auf der Internetseite des Leoninum Handrup wird ein Bericht der Lingener Tagespost zitiert, in dem die Projektverantwortlichen an den Schulen zu Wort kommen: Weil sich die Natur im ländlichen Bereich in den letzten 20 Jahren radikal verändert habe und intensive landwirtschaftliche Bewirtschaftung die Jahrhunderte alten globalen Zusammenhänge in Fauna und Flora in den Hintergrund gedrängt habe, sei die Entscheidung gefallen, den Schülerinnen und Schülern ein besonderes Projektangebot zu unterbreiten. Es sei ihnen darum gegangen, den jungen Menschen die natürlichen Zusammenhänge zu vermitteln, dies aber eben nicht nur theoretisch, sondern ideologiefrei und praktisch umsetzbar. Das „Leben in einer intakten Natur“ stelle für die Schüler ein sehr hohes Gut dar, eine zeitgemäße Jagdausübung beinhalte „eben diesen praktischen Naturschutz“ Die Jägerprüfung wurde auf freiwilliger Basis abgelegt. Für die Initiatoren des Projektes habe „die Implementierung der Jagd als einem selbstverständlichen Teil unserer Kultur, die Bedeutung der Jagd für den Natur- und Artenschutz sowie die Pflege des traditionellen und jagdlichen Brauchtums im Vordergrund“ gestanden. Leseempfehlung: Die ausführlichen Berichte auf den Seiten der Lingener Tagespost und der Integrierten Gesamtschule Fürstenau sind lesenswert. SE

Beitragsbild: Jägerhut statt Basecap – Jagdschein als Schulprojekt. Foto: SE

Studie: Städtische Wildschweine bevorzugen natürliche Nahrung

Anders als vermutet kommen Wildschweine nicht nach Berlin, um dort Mülleimer zu plündern oder andere Nahrungsquellen aus menschlicher Herkunft zu nutzen. Im Gegenteil, auch Stadtschweine ernähren sich vorzugsweise von natürlichen Ressourcen. Das ist das überraschende Ergebnis einer Studie des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), die von National Geographic und der Stiftung Naturschutz Berlin unterstützt wurde. Die ForscherInnen untersuchten Mägen von 247 Wildschweinen aus Berlin und dem Umland. Die Forschungsergebnisse wurden jetzt in der wissenschaftlichen Zeitschrift „PLOS ONE“ veröffentlicht.

Immer mehr Wildtiere leben in Städten, auch in Berlin, das als „Hauptstadt der Wildschweine“ bekannt ist. Aufgeteilt in vier Forstgebiete sind 20 % des Berliner Stadtgebiets von großflächigen Wäldern bedeckt, ideal für Wildtiere aller Art. Allerdings leben Berliner Wildschweine nicht nur in diesen Stadtwäldern, sondern werden auch regelmäßig in innerstädtischen Parks oder Gärten gesichtet und bringen dort sogar Frischlinge auf die Welt.

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Bayern: Erneut Wolf auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels nachgewiesen

Am vergangenen Dienstag wurde auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels (Landkreis Neumarkt i.d.Opf.) nordwestlich von Regensburg ein Wolf fotografiert. Das teilt das bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) mit. Ob es sich dabei um dasselbe Tier handelt, das bereits im Januar 2017 mittels DNA-Analyse dort nachgewiesen wurde, kann nicht belegt werden. Die Bemühungen, Probenmaterial für genetische Analysen aufzufinden, wurden verstärkt, um mehr Informationen zu Geschlecht und Herkunft des Tieres zu erhalten. Das im Januar auf dem Truppenübungsplatz gesicherte genetische Material konnte eindeutig einem Wolf aus der zentraleuropäischen Tieflandpopulation zugeordnet werden. Die Qualität der Probe war jedoch für eine Bestimmung des Geschlechts und des Rudels, von dem die Zuwanderung ausging, nicht ausreichend. PM

Beitragsbild: Wolf auf dem TÜP Hohenfels. Foto: privat/Quelle: LfU

Niederlande: Antilopen auf der Autobahn

Gefahr im Verzug: Zwei Elenantilopen von Jägern in Holland erlegt

Jäger mussten am Dienstag zwei Elenantilopen erlegen, die zuvor auf der A2 bei Roermond in der Nähe der deutsch-niederländischen Grenze umhergelaufen waren. Die in Afrika beheimatete Elenantilope kann eine Körperlänge von zwei bis drei Metern und ein Gewicht von 500 bis 1000 Kilo bei einer Schulterhöhe von anderthalb Metern erreichen. Die Antilopen waren einem Bauernhof in Swartbroek entlaufen, einer kleinen, etwa 20 Kilometer von Roermond entfernten Ortschaft. Als die Tiere auf die A2 liefen, richtete die Polizei eine Vollsperrung ein und forderte zwei Jäger zur Unterstützung an. Wie rp-online berichtet, haben sich die Antilopen später getrennt. Eine wurden auf einem Feld bei Roermond, die andere in der Nähe der Grenze zu Belgien erschossen. SE

Beitragsbild: Elenantilopen in Namibia. Quelle: Wikipedia, Autor: Hans Hillewaert